Neuer Erreger für Hepatitis am UniversitätsSpital Zürich entdeckt

Spiroplasmen sind zellwandlose Bakterien, von denen einige bei Menschen Infektionskrankheiten auslösen können. Am UniversitätsSpital Zürich konnte eine neue Form von Hepatitis bei einer Patientin nachgewiesen werden, die aufgrund einer Lungentransplantation Immunsuppressiva einnehmen musste.

​Es ist weltweit bisher der erste nachgewiesene Fall einer Hepatitis, die durch Spiroplasmen ausgelöst wurde. Prof. Dr. med. Nicolas Müller, Leitender Arzt an der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am USZ, betont, dass es eine junge Krankheit und deshalb das Wissen noch limitiert sei. Es sind bisher wenige Fälle bekannt, bei denen die Spiroplasmen ausschliesslich bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem Krankheiten ausgelöst haben. Bei der in Zürich erfolgreich mit einer Antibiotika-Therapie behandelten Patientin wurde vor 12 Jahren eine neue Lunge eingesetzt. Um eine Abstossung des transplantierten Organs zu verhindern, musste sie seither Immunsuppressiva einnehmen. Sie war körperlich fit und hatte keine weiteren Erkrankungen.

Als mögliche Ansteckung erachtet Prof. Müller die mit einer Zecke als am plausibelsten, insbesondere da der Erreger an der Universität Zürich in einer heimischen Zeckenart nachgewiesen werden konnte. Solche Fortschritte seien nur deshalb möglich, weil ein engagiertes Team von Spezialisten, aus der Radiologie, Pathologie, Mikrobiologie, Infektiologie und Pneumologie eng zum Wohl der Patientin zusammengearbeitet hätten.