Studie der Neonatologie zur Frühgeborenen-Retinopathie wird vom ERA-NET gefördert

Die Frühgeborenen-Retinopathie führt in vielen Fällen zu einer dauerhaften Schädigung des Sehvermögens frühgeborener Kinder. Die internationale ROPROP-Studie zur Verhütung der Erkrankung wurde nun zur Förderung durch das ERA-Net for Research Programmes on Rare Diseases ausgewählt. An der internationalen Studie beteiligt ist Prof. Dirk Bassler, Direktor der Kinik für Neonatologie am UniversitätsSpital Zürich.

​Prof. Dr. med. Dirk Bassler, Direktor der Klinik für Neonatologie des UniversitätsSpitals Zürich, arbeitet im Rahmen des ROPROP-Projekts an der Erforschung von Propranolol als präventive Behandlungsalternative bei der Frühgeborenen-Retinopathie im Schwellenstadium. In der randomisierten, placebo-kontrollierten Multizenter-Studie «Threshold Retinopathy of Prematurity (ROP)» untersuchen Neonatologen, ob die orale Gabe von Propranolol an extrem Frühgeborene (unter 28 Wochen) das Auftreten der Frühgeborenen-Retinopathie verhindert. Diese Netzhauterkrankung führt bei frühgeborenen Kindern oft zu Komplikationen mit bleibenden Schädigungen bis zur Erblindung. An der ROPROP-Studie sind neben Prof. Bassler Prof. Christoph Bührer (Charité, Berlin, Deutschland), Ömer Erdeve (Universitätsklinikum, Ankara, Türkei) und Benjamin Bar Oz (Hadassah Medical Center, Jerusalem, Israel) beteiligt.

Im ERA-Net for Research Programmes on Rare Diseases sind 25 Institutionen, die Forschungsprojekte im Bereich der Seltenen Krankheiten finanziell unterstützen, in einem Netzwerk aus 17 europäischen und acht nicht-europäischen Ländern vereint. ERA-NET hat zum Ziel, die transnationale Zusammenarbeit in der Forschung über Seltene Krankheiten auszubauen und zu stärken. Durch die Vernetzung der Forscherinnen und Forscher sollen das Wissen aus den Forschungsgruppen zusammengeführt und die Ressourcen optimal genutzt werden.
Die laufende E-Rare-3-Phase (2015-2019) konzentriert sich auf die klinische Erforschung neuer Anwendungen von bestehenden medizinischen Wirkstoffen (Repurposing) im Bereich Seltene Krankheiten. Insgesamt haben 31 Konsortien einen Projektvorschlag eingereicht. In einem strengen Auswahlverfahren wurden acht Projekte für die Förderung ausgewählt, darunter das ROPROP-Projekt. Die Fördersumme für ROPROP beträgt 1.96 Mio. Euro. Die Studie wird zudem vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziell unterstützt.