Tag der psychischen Gesundheit: Wie geht es Ihnen heute, Frau Doktor?

Am 10. Oktober 2019 ist internationaler Tag der psychischen Gesundheit. Wir werfen einen Blick nach innen und haben bei der Leiterin Gesundheitsmanagement Diana Meierhans Giger nachgefragt: Was macht das USZ, um die psychische Gesundheit seiner Mitarbeitenden zu erhalten?

Diana Meierhans, wann gilt eine Person als psychisch gesund?Foto_Diana Meierhans Giger.jpg
Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist psychische Gesundheit so definiert, dass ein Mensch seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen und produktiv arbeiten kann sowie im Stande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen. 

Sind Erwerbstätige im Gesundheitsbereich stärker psychischen Belastungen ausgesetzt als in anderen Branchen?
Das Belastungsgefühl im Arbeitskontext nimmt allgemein zu, unabhängig von der Branche. Es ist aber so, dass Personen in Gesundheitsberufen auch branchenspezifischen Belastungen begegnen. Die Arbeit mit Menschen in Extremsituationen kann nahegehen. Dazu kommen weitere mögliche Stressfaktoren, wie beispielsweise die Exposition gegenüber Infektionen oder der Fachkräftemangel und damit verbundene Ressourcenengpässe.

Was unternimmt das USZ gegen diese psychischen Belastungsfaktoren?
Einerseits wird dem Lernen und sich Weiterentwickeln am USZ besonders grosse Bedeutung beigemessen. Natürlich werden aber auch wo immer möglich Rahmenbedingungen geschaffen, um potentiell psychisch belastende Situationen zu vermeiden. Bei Grossanlässen wird beispielsweise das Sicherheitsdispositiv verstärkt, damit es gar nicht erst zu Eskalationen kommt. Viele potentiell belastende Situationen können jedoch gar nicht vermieden werden. Das heisst aber nicht, dass zwangsläufig die psychische Gesundheit darunter leidet. Psychische Gesundheit hängt nämlich nicht einfach davon ab, wie vielen Belastungen ein Mensch ausgesetzt ist.

Sondern?
Psychische Gesundheit ergibt sich aus einem Gleichgewicht aus Belastungen und Ressourcen. Ressourcen sind beispielsweise, Sinn in der Arbeit zu empfinden oder die soziale Unterstützung, die jemand erfährt. Genau diese Faktoren werden von vielen Fachkräften in Gesundheitsberufen als besonders stark ausgeprägt wahrgenommen. Vielleicht kennen Sie das auch: Wenn Sie sich in Ihrem Team wohlfühlen und Sie sich gegenseitig unterstützen, ertragen Sie auch turbulente Zeiten im Betrieb viel besser. Bei diesen Ressourcen setzen wir im USZ an. 

Wie sieht diese Unterstützung konkret aus?
Einerseits mit etablierten Methoden, wie einem Kurs zur Förderung der eigenen persönlichen Ressourcen, andererseits beraten wir auch Teams und Führungskräfte zum Thema Umgang mit Stress und Ressourcen. Um die eigene psychische Gesundheit zu stärken, braucht es aber nicht immer so viel Aufwand. Die meisten Menschen wissen, wie sie ihre körperliche Gesundheit fördern können - beispielsweise durch eine gesunde Ernährung oder durch tägliche Bewegung. 

Psychische Gesundheit und was wir ganz einfach und direkt selber dafür tun können, wird jedoch viel zu wenig thematisiert. Neu bieten wir darum unseren Mitarbeitenden mit «10 Schritte für die psychische Gesundheit» ein wissenschaftlich validiertes Hilfsmittel. Diese Anregungen lassen sich ganz einfach und mit minimem Aufwand in den Alltag integrieren.

Zur Stärkung der psychischen Gesundheit laufen am USZ weitere Aktionen. Unsere Lernenden nehmen momentan zum Beispiel an einem Pilotprojekt für eine App zum Thema teil (s. Box). Aber auch in anderen Bereichen engagieren sich Teams. Wir möchten die Mitarbeitenden ermutigen, sich über Themen und Massnahmen rund um die psychische Gesundheit auszutauschen. 

Digital die Balance halten

Die psychischen Ressourcen mit einer App stärken? Lernende des USZ beteiligen sich an einem Pilotprojekt von Gesundheitsförderung Schweiz. Via App «Happiness» erhalten sie kurze, knackige Infos zum Thema psychische Gesundheit, nehmen an Expertenchats teil, teilen an Challenges Fotos, können auf einem Barometer täglich ihre Stimmung erfassen und vieles mehr. Der Pilot läuft noch bis Sommer 2020 – wir sind gespannt auf das Ergebnis!​



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