Hautkrebs: Die Frühjahrs-Sonne macht Freude – wie gefährlich ist sie?

Der Frühling 2018 ist mit viel Sonnenschein und frühsommerlicher Wärme gestartet – bspw. mit dem zweitwärmsten April seit Messbeginn 1864. Der Sonnenschein lockt zum Sonnenbaden, doch im Frühjahr ist Vorsicht geboten. USZ-Dermatologe Prof. Dr. Ralph Braun im Gespräch über Risiken und Hautkrebs.

​Wie gefährlich ist die Frühjahrssonne?

Nach den langen Wintermonaten im Frühjahr sehnen sich die meisten Menschen nach Sonne. Oft herrschen hier aber noch kühle Temperaturen, so dass man gar nicht merkt, wie stark man sich der Sonne aussetzt. Die UV-Strahlung ist aber bereits intensiv und die Haut nach dem Winter noch nicht an die Sonne gewöhnt. Viele Menschen nehmen trotzdem bereits die leichten Sommerkleider aus dem Schrank, die weniger schützen. Tatsächlich sehen wir deshalb im Frühjahr zahlreiche Sonnenbrände. Helle Hauttypen sind sicher mehr gefährdet, durch die Frühjahrssonne die Haut zu schädigen.

Ist das Risiko für Hautkrebs im Frühjahr erhöht?

Es ist tatsächlich so, dass man im Frühjahr einen Anstieg der neu diagnostizierten Fälle von Hautkrebs sieht. Dies kann aber auch damit zusammenhängen, dass sich die Menschen vermehrt im Spiegel betrachten oder dass es dem Partner oder der Partnerin mehr auffällt.

Wovor und wie gut sollten Sonnencremes schützen?

UV-Strahlen sind einer von vielen Risikofaktoren für Hautkrebs. Der beste Schutz ist immer noch Schatten und Kleidung. Sonnenschutzcremes sind für die Stellen gedacht, die nicht anders geschützt werden können. Moderne Sonnenschutzcremes mit einem UVA /UVB-Schutz und einem Lichtschutzfaktor über 30 wirken sehr gut.

Vitamin D wird durch die Sonneneinstrahlung in der Haut hergestellt. Riskieren wir durch die Anwendung von Sonnencreme einen Vitamin D Mangel?

Eine Sonnenschutzcreme schützt nie zu 100%, es kommt immer noch UV-Strahlung durch. Deshalb führt die Anwendung von Sonnenschutzcremes auch nicht zu einem Vitamin-D-Mangel. Wenn ein Mensch bereits einen tiefen Vitamin-D-Spiegel hat, kann dies zudem problemlos in Form von Tropfen ergänzt werden.

Ist es sinnvoll, vor dem Sonnenbad ein Solarium aufzusuchen?

Vom Besuch von Solarien muss man prinzipiell abraten. Sie stellen eine zusätzlich Quelle für UV-Strahlung dar und mehr UV-Strahlung bedeutet ein höheres Hautkrebsrisiko.

Wie schnell nach einem Sonnenbrand entsteht Hautkrebs und wie erkennt man ihn?

Hautkrebs entsteht meist lange Zeit nach einer UV-Exposition. Man weiss aus Studien, dass dies Jahrzehnte dauern kann. Also selbst wenn wir heute die Sonne und alle künstlichen UV-Quellen abschalten würden, würden wir trotzdem noch einen Anstieg an Hautkrebs sehen.

Entgegen der Meinung der meisten Menschen macht Hautkrebs meistens fast keine Symptome: Er juckt nicht und tut auch nicht weh. Meistens handelt es sich um ein Muttermal, das sich verändert hat oder das anders aussieht als alle anderen Muttermale. Dann sollte man umgehend einem Dermatologen aufsuchen.

Wie wird Hautkrebs heute behandelt?

Je nachdem, wie weit der Hautkrebs fortgeschritten ist, muss man ihn operieren. Zur Sicherheit wird nicht nur das Melanom selbst, sondern auch etwas umliegendes Gewebe entfernt. Damit ist es in vielen Fällen bereits getan – der Patient kann durch einen einfachen chirurgischen Eingriff geheilt werden. Wenn sich die Krebszellen bereits im Körper ausgebreitet haben, kommen ergänzende Therapien wie Bestrahlung oder Chemo-Therapie in Frage. Die Wissenschaft hat auch im Bereich der Immuntherapie in den letzten Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht (siehe auch Blog: «Die Therapie eines Melanoms hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert»).

Prof. Dr. Ralph Braun

Prof. Dr. Ralph Braun ist Leitender Arzt an der Dermatologischen Klinik des USZ und am Hauttumorzentrum der Dermatologie USZ für die Früherkennung zuständig. Das Hauttumorzentrum gliedert sich in die Bereiche Früherkennung, Behandlung, Weisser Hautkrebs und Hautlymphome. Die besondere Stärke des Hauttumorzentrums stellt die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken und Bereichen des USZ dar. Damit garantiert das Hauttumorzentrum USZ im internationalen Vergleich eine erstklassige Patientenversorgung.

 

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