Wie gehen wir mit Personalknappheit um?

Genügend Personal zu haben, ist für Spitäler mindestens genauso wichtig wie genügend Medikamente oder medizinische Geräte und Betten. Das zeigt die Coronavirus-Pandemie eindrücklich. Was macht das USZ, um Personalmangel vorzubeugen?

Portrait_Gabi_Brenner.jpgGabi Brenner, Sie sind Direktorin Pflege am USZ. In den letzten Tagen liest man oft vom Personalmangel, gerade in der Pflege. Ist das auch am USZ so?
Wir haben in allen Berufsgruppen einen erhöhten Bedarf an zusätzlichem Personal. Zudem haben wir im Gegensatz zur ersten Welle auch Mitarbeitende in allen Bereichen, die von Quarantäne- und Isolationsmassnahmen betroffen sind. Die Versorgung und Behandlung von COVID-19-Patientinnen und Patienten ist für die Behandlungsteams sehr aufwändig und fordernd, speziell auf den Intensivstationen. 

Weshalb ist dieser Bereich besonders betroffen?
Besonders betroffen sind die Intensivstationen, weil hier die Zahl der COVID-19-Patienten steigt und diese in der Pflege und Behandlung sehr komplex sind. Sie benötigen zum Beispiel spezielle Lagerungsmassnahmen, Atemtherapien mit maschineller Unterstützung; und das alles unter strengen Isolationsbedingungen. Um eine qualitative Patientenversorgung zu gewährleisten, braucht es hier genügend Fachpersonal, das über ein zweijähriges Nachdiplomstudium in Intensivpflege verfügt. Wir müssen alle Teams personell verstärken, um die Versorgung der COVID-19-Patinetinnen und -Patienten zu gewährleisten. Daher haben wir zusätzliches Pflegepersonal der Normalbettenstationen speziell geschult für die Arbeit und Unterstützung der Teams auf den Intensivstationen.

Müssen Pflegende jetzt doppelt so viel arbeiten, wenn die Intensivstationen immer voller werden?
Nein, die Dienstzeiten sind unverändert. Es gibt keinen Ferienstopp. Uns ist es wichtig, möglichst lange den Normalbetrieb aufrechtzuerhalten, damit die Mitarbeitenden genügend Erholungsphasen haben. Das speziell geschulte Personal kommt auf den Intensivpflegestationen bereits teilweise zum Einsatz. Es unterstützt die Experten Intensivpflege in der direkten Patientenversorgung und übernimmt Delegationsaufgaben wie beispielsweise Pflegemassnahmen, Dokumentation oder das Vorbereiten von Medikamenten. Wir – ich spreche hier ausdrücklich im Namen der ganzen Spitaldirektion – sind uns aber bewusst, dass die Belastung trotzdem gross ist. Für das Engagement zugunsten unsere Patientinnen und Patienten geht daher ein grosser Dank an sämtliche Mitarbeitenden.

Was macht das USZ gegen Personalmangel?
Wir haben Bettenabteilungen geschlossen und das elektive OP-Programm regelmässig überprüft und passen es stufenweise an. Zudem sind wir sehr aktiv in der Personalrekrutierung auf verschiedenen Kanälen, beispielsweise Social Media, Freiwillige, Studierendenpool, Anfrage von Temporärbüros, Aufbau einer internen Stellenbörse und vieles mehr. Mit all diesen Massnahmen sind wir zuversichtlich, Engpässe überbrücken zu können.

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Die Pflege von COVID-19-Patientinnen und -Patienten ist äusserst personalintensiv.

 

 



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