BrainFair 2015 – «Die Sinne»

Vom 16. März bis 21. März 2015 findet am UniversitätsSpital Zürich die BrainFair 2015 zum Thema «Die Sinne» statt.

​Die Sinne erlauben uns den Kontakt mit der Welt. Lange kannte man nur fünf Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Seit dem 19. Jahrhundert gehört auch der vestibuläre Sinn – die Gleichgewichtswahrnehmung – zu dieser Liste. Später kam die Propriozeption dazu – eine Eigenempfindung, die die Wahrnehmung der Lage und Bewegung einzelner Körperteile im Raum erlaubt. Gibt es noch mehr Sinne? Die BrainFair 2015 zeigt, was wir heute über die Sinnesleistungen wissen.

BrainFair
Das Zentrum für Neurowissenschaften Zürich, ein gemeinsames Kompetenzzentrum der ETH Zürich und der Universität Zürich, organisiert seit 1998 die BrainFair Zürich mit dem Ziel, die breite Öffentlichkeit über die aktuelle Forschung in den Neurowissenschaften zu informieren. Während einer Woche bietet die BrainFair täglich verschiedene Möglichkeiten, in den Dialog mit den Forschenden zu treten: Tage der offenen Tür in Labors und Kliniken, Vorträge und Diskussionsforen, spezielle Schulprogramme, Ausstellungen und Filmvorführungen.

Der Eintritt ist frei.

Programm BrainFair 2015

Mehr Informationen unter www.brainfair-zurich.ch


Freitag, 20. März, 18.30 –20.30 Uhr

TESTS FÜR DEN GLEICHGEWICHTSSINN – MIT LIVE DEMOS!

Mit Elena Buffone (Medizinisch-Technische Assistentin, USZ), Antonella Palla (Neurologin, USZ),Urs Scheifele (Physiker, USZ), Dominik Straumann (Neurologe, USZ) und Konrad Weber (Neurologe, USZ). Moderation: Isabel Klusman (Wissenschaftskommunikatorin)

Heute können Sie live miterleben, wie am UniversitätsSpital Zürich mit verschiedenen Laboruntersuchungen bei unklarem Schwindel eine Diagnose erstellt wird. Die Untersuchungen erlauben eine genaue Messung verschiedener Funktionen des Gleichgewichtssystems und damit eine verbesserte Diagnostik.


Donnerstag, 19. März, 18.30 –20.30 Uhr

IN DER WELT DER DÜFTE - DEM GERUCHSSINN AUF DER SPUR

Mit Frank Zufall (Biologe, Universität des Saarlandes), Bettina Pause (Psychologin,
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und David Holzmann (HNO-Arzt, USZ), Moderation: Christian Breitschmid (Journalist und Moderator)

Düfte vermitteln wichtige Informationen über unsere Umwelt, um beim Empfänger bestimmte Verhaltensweisen auszulösen. So wird das Sozialverhalten von Mensch und Tier entscheidend durch die Fähigkeit geprägt, Duftsinnesreize zu erkennen. Die chemischen Signale geben z.B. Aufschluss über den Verwandtschaftsgrad, Alter, Geschlecht und Ernährungsstatus. Es werden Gefühle übertragen und enge Bindungen verstärkt, z.B. zwischen Mutter und Kind. Manche Forscher vermuten, dass die Fähigkeit zur chemischen Wahrnehmung anderer Menschen sogar dazu beigetragen hat, dass sich unser Gehirn so komplex entwickelt hat. Doch was sind die Grundlagen zur Dufterkennung bei Mensch und Tier? Welche Moleküle werden erkannt? Was passiert, wenn bestimmte Gene, die für diese Funktionen von Bedeutung sind, ausgeschaltet werden? Erst wenn der Geruchssinn beeinträchtigt ist oder sogar verloren geht, fällt auf, wofür wir Menschen diesen Sinn im täglichen Leben brauchen und wie sehr dessen Verlust unsere Lebensqualität beeinträchtigt. Die Referenten präsentieren neueste Erkenntnisse der Duftforschung, zeigen, wie der Hals-Nasen-Ohrenarzt die Ursache eines verlorenen Geruchssinns ergründet, und wie er einem Patienten helfen kann, wieder in die Welt der Düfte zu gelangen.


Mittwoch, 18. März, 18.30–20.30 Uhr

PHANTASTISCHER TASTSINN

Mit Hans Jung (Neurologe, USZ), Christina Fasser (Geschäftsleiterin, Selbsthilfeorganisation
Retina Suisse) und Matthias Harders (Informatiker, Universität Innsbruck), Moderation: Marina Villa (Medientrainerin und Moderatorin)

Gehör und Tastsinn gehören zu den wichtigsten Sinnen zur Kompensation bei sehbehinderten und blinden Menschen. Der Einsatz der Finger beim Lesen der Blindenschrift ist allen bekannt. Aber nicht nur Finger können tasten, sondern praktisch alle Körperteile. Auch der Tastsinn kann erkranken. Polyneuropathien (PNP) sind Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die zu Fühlstörungen, Lähmungen und autonomen Funktionsstörungen (vermindertes Schwitzen, Blutdruckregulationsstörungen, Herzrhythmusstörungen) führen können. Häufigste Ursachen sind Diabetes, chronischer Alkohol-Überkonsum und Vitaminmangel. Die Computerhaptik beschäftigt sich mit der Berechnung und Erzeugung von Signalen für den Tastsinn – wie als einfaches Beispiel die Vibrationssignale im Mobiltelefon. Die heutigen Vorträge liefern einen Einblick in die faszinierende Welt des Tastsinns sowohl sehender wie auch blinder Menschen, geben einen Überblick über die Symptome, die Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten einer PNP und stellen die Computerhaptik vor – den derzeitigen Stand der Technologie sowie mögliche zukünftige Entwicklungen.

 

Dienstag, 17. März, 18.30– 20.30 Uhr

GANZ OHR: DAS GEHÖR, SEINE SCHÄDIGUNGEN UND MÖGLICHE LÖSUNGEN

Mit Wolfger von der Behrens (Neurobiologe, UZH & ETH), Tobias Kleinjung (HNO-Arzt, USZ)
und Norbert Dillier (Elektroingenieur, USZ), Moderation: Christian Breitschmid (Journalist und Moderator)

Das Gehör ist eine Meisterleistung der Evolution und stellt alle technischen Ersatzlösungen in den Schatten. Die Umwandlung des Schalls in ein Nervensignal findet in spezialisierten Sinneszellen statt, die Bewegungen in der Grössenordnung eines Atoms registrieren können. Doch dieses System ist sehr verwundbar und schon kleinste Defekte können zu Hörverlust oder paradoxerweise zum Entstehen eines Phantomtons – Tinnitus – führen. Neuere Erkenntnisse in der Forschung konnten zeigen, dass Tinnitus in vielen Fällen eine Reaktion des Gehirns auf die Unterversorgung mit akustischer Information darstellt. Verschiedene moderne Therapieansätze haben zum Ziel mittels Gehirnstimulation Veränderungen der Gehirnaktivität, die für die Wahrnehmung von Ohrgeräuschen verantwortlich gemacht werden, wieder rückgängig zu machen.
Ertaubte und hochgradig schwerhörige Patienten können mit einem Cochlea-Implantat (CI) oftmals wieder Sprache hören und verstehen. In den heutigen Vorträgen wird erklärt, wie das Gehör aufgebaut ist, wie Hörverlust und Tinnitus entstehen, was die Resultate von Studien zur Hirnstimulation bei der Tinnitustherapie sind und wie das Cochlea-Implantat als erster und bislang erfolgreichster Ersatz für ein Sinnesorgan aus der Zusammenarbeit von Neurowissenschaften, Medizin und Technik entstanden ist.


Montag, 16. März, 18.30–20.30 Uhr
Grosser Hörsaal NORD1, Frauenklinikstrasse 10

DER GESCHMACKSSINN: VON DER WAHRNEHMUNG BIS ZUR ESSSTÖRUNG

Mit Michael Soyka (HNO-Arzt, USZ), Jeannette Nüssli Guth (Lebensmittelsensorikerin, ETH)
und Gabriella Milos (Psychiaterin, USZ), Moderation: Marina Villa (Medientrainerin und Moderatorin)

Essen ist ein Grundbedürfnis. Der Geschmacksinn begleitet uns dabei, ist Teil unserer Lebensqualität und schützt uns vor verdorbenen oder anderen gefährlichen Nahrungsmitteln. Bei Säugetieren ist die Nahrungsaufnahme mit Belohnung verbunden. Bei Menschen mit Essstörungen funktioniert diese Verbindung nicht mehr, negative Gefühle wie Angst, Ekel, Verzicht und Schuld treten beim Essen auf. Geschmack ist aber mehr als die sensorische Empfindung. Wir reden vom «guten Geschmack» bei allen möglichen Entscheidungen im Alltag. Die Verknüpfung von Sprach- und Sensorikwissenschaft eröffnet ein interessantes Spannungsfeld zwischen Sprache, Biologie und Kultur. All diesen Phänomenen gehen die Referenten und Referentinnen am ersten Tag der BrainFair nach, damit wir das Wunder des Geschmacksinns besser verstehen.


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