Neubauten: Eine Chance für mehr Nachhaltigkeit

Mit der geplanten baulichen Gesamterneuerung des USZ bleiben denkmalgeschützte Altbauten erhalten, aber ein Grossteil der bestehenden Gebäude wird bis Mitte der 2040er-Jahre ersetzt. «Für uns ist das eine grosse Chance, im Betrieb des Spitals noch mehr Nachhaltigkeit zu erreichen», sagt Renate Gröger, Direktorin Betrieb am USZ.

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Elektro-Verteilstation am USZ. Bis Mitte der 2040er-Jahre soll der Energieverbrauch am USZ um zwei Drittel sinken.































Wer an ein Spital denkt, sieht in erster Linie Ärztinnen und Pflegepersonal vor dem geistigen Auge. Doch ein Spital muss auch unterhalten und versorgt werden – mit Strom beispielsweise. Niemand möchte mit einem nicht sterilen Skalpell bei Kerzenlicht operiert werden oder als Patient eine kalte Mahlzeit erhalten.

USZ ist Vorreiterin im Energiemanagement
Wo Wärme, Kälte und Strom verbraucht wird, kommt heute auch das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus. Im Spitalbereich ist das USZ bezüglich Nachhaltigkeit Vorreiter. Die Spitaldirektion hat ein Energieleitbild und 2016 sechs Grundsätze zum Umgang mit Energie verabschiedet. In den letzten 10 Jahren wurden rund 200 Massnahmen umgesetzt, um den Energieverbrauch zu senken. 2017 wurde das Spital als erstes in der Schweiz für das Energiemanagement nach ISO 50001 zertifiziert. «Das ist ein grosser Erfolg und Lohn für das Engagement aller Beteiligten», sagt Renate Gröger, Direktorin Betrieb am USZ.

Gesamterneuerung: eine Riesen-Chance
Heute verbraucht das USZ jährlich 100 Gigawattstunden Energie. Zum Vergleich: Der Sihlsee als flächenmässig grösster Stausee des Landes produziert lediglich zweieinhalb Mal so viel Strom. Mit der baulichen Gesamterneuerung wird das USZ die Geschossfläche im Zentrum von Zürich bis Mitte der 2040er-Jahre um einen Achtel erweitern. Denkmalgeschützte Altbauten wie die Alte Anatomie von 1842 oder der Bau von Haefeli Moser Steiger aus den 1950er-Jahren bleiben erhalten, aber ein Grossteil des bestehenden Gebäudes wird ersetzt. «Die bauliche Gesamterneuerung ist eine grosse Chance, im Betrieb des Spitals noch mehr Nachhaltigkeit zu erreichen. Wir wollen sie nutzen», sagt Renate Gröger.

Auch mehr Nachhaltigkeit muss geplant werden
Bereits beim Ende 2018 abgeschlossenen Architekturwettbewerb für die erste Etappe der baulichen Gesamterneuerung des USZ machte das Spital Vorgaben in Sachen Nachhaltigkeit. Zu beachten gilt es dabei etwa die Bauweise, die Raumanordnung oder allgemein der effiziente Umgang mit Ressourcen. Die Nachhaltigkeit soll erhöht werden durch die Verringerung grauer Energie und die Schadstofffreiheit der eingesetzten Materialien. Zudem sollen die Baustoffe möglichst gut zerlegbar und wiederverwendbar sein. Bei der Planung und Realisierung der Neubauten strebt das USZ das Zertifizierungslabel DGNB/SGNI in Platin an – der höchsten Stufe des Labels.

Der jährliche Energieverbrauch wird in den nächsten Jahren kontinuierlich und deutlich zurückgehen. Noch 33 Gigawattstunden wird er nach Abschluss der baulichen Gesamterneuerung betragen – ein Drittel des heutigen Werts. Die Reduktion um zwei Drittel kommt immerhin dem jährlichen Verbrauch von 200 Haushalten mit je drei Personen gleich. Die Energieversorgung der Zukunft wird für das USZ damit nicht nur ökologischer, sondern auch wirtschaftlich attraktiver.


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