«Wir sind am Puls der neuesten Entwicklungen»

Seit anfangs April 2019 leitet Regina Grossmann das Clinical Trials Center (CTC) am USZ. Was dessen Aufgaben sind, wo sie persönlich die Schwerpunkte setzt und weshalb das CTC fest in Frauenhand ist, erzählt sie im Interview.

Regina Grossmann, was ist das Clinical Trials Center? 
Das Clinical Trials Center (CTC) ist eine Abteilung der Direktion Forschung und Lehre (DFL) mit rund 30 Mitarbeitenden. Wir unterstützen quer durch das ganze USZ klinische Forschungsprojekte in «Good Clinical Practice».

Was bedeutet das konkret? 
Das ist ganz unterschiedlich. Bei manchen Studien sind wir bereits bei der Festlegung des Studienprotokolls involviert, unterstützen bei der Durchführung und stehen den Forschenden in Qualitätsfragen zur Seite. Bei sehr erfahrenen Forschungsgruppen übernehmen wir dagegen z.B. nur noch eine Rolle im Datenmanagement oder unterstützen mit Monitorings für die Qualitätskontrolle.

Am USZ wird sehr viel geforscht. Sind Sie bei allen Projekten dabei? 
Nein, das sind wir nicht. Es ist grundsätzlich den Forschenden überlassen, ob sie unsere Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. Wir empfehlen es aber namentlich bei Projekten, die unter das Humanforschungsgesetz fallen. Die Anforderungen für die Durchführung solcher Projekte sind sehr hoch. Hier können wir den klinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen helfen, möglichst reibungslos durch den Bewilligungsdschungel zu gelangen.

Forscher benötigen für ihre Arbeit Daten: Wie erhalten Sie diese? 
Eines der wichtigsten Prinzipien aller klinischen Forschungsprojekte lautet, dass Patienten in die Teilnahme an einem Forschungsprojekt einwilligen müssen. Dies gilt auch für die Verwendung ihrer Daten. Die Zustimmung für die Weiterverwendung ihrer Daten holen wir mit dem sogenannten Generalkonsent ein. Am USZ haben wir eine erfreulich hohe Rate: Rund 70% der Patientinnen und Patienten füllen den Generalkonsent aus, 85% davon stimmen der Verwendung zu.

Nach Ihren ersten 100 Tagen als Leiterin CTC: Wie haben Sie diese erlebt? 
Ich bin ja bereits seit mehreren Jahren am CTC tätig. Unverändert ist meine Begeisterung für dieses faszinierende Tätigkeitsfeld. Die Bandbreite an Forschungsprojekten ist enorm: Von der Psychiatrie bis zur Gefässchirurgie gibt es eine Vielzahl an Fragestellungen. Indem wir diese Projekte begleiten, erhalten wir Einblick in immer neue Gebiete und können jeden Tag dazulernen. Was in meiner neuen Rolle hinzugekommen ist, ist ein noch besserer Einblick in die Gesamtzusammenhänge des USZ. Das ist ein ganz neuer Aspekt und ebenfalls hochspannend. 

Wie sieht ihr Team aus? 
Wir sind rund 30 Personen, ein Grossteil davon Frauen. Die meisten sind Ärztinnen oder Naturwissenschaftlerinnen aus Biologie oder Pharmazie. Aber wir haben auch Mitarbeitende mit einem Pflege- oder IT-Hintergrund. Dass so viele Frauen bei uns arbeiten, liegt wohl nicht zuletzt an den Arbeitszeitmodellen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich vereinfachen: Viele arbeiten Teilzeit, Schichtarbeit gibt es bei uns nicht, die Flexibilität ist gross. Und doch arbeiten wir in der Medizin, ja sogar immer am Puls der neuesten Entwicklungen.

Gibt es Dinge, die Sie persönlich noch verstärkt einbringen möchten? 
Mein Ziel ist es, die Dienstleistungen des CTC noch bekannter zu machen. Indem wir unsere Erfahrung in allen Aspekten der sogenannten «Good Clinical Practice» - von Studiendesign über Datamanagement bis hin zu Qualitätssicherung - breiter einbringen, können wir Synergien schaffen zum Nutzen des ganzen USZ. Und zum Nutzen der klinischen Forschung.


Regina Grossmann.jpgZur Person:

Nach dem Medizinstudium und klinischer Tätigkeit in der Chirurgie war Regina Grossmann mehrere Jahre bei Swissmedic in der Aufsicht tätig. Für den Abschluss des Facharzttitels in pharmazeutischer Medizin hat sie 2011 ans USZ gewechselt – und ist geblieben. Ihre Faszination liegt dort, wo Forschungsergebnisse für den Menschen nutzbar gemacht werden.

Regina Grossmann ist verheiratet, hat vier Kinder im Alter zwischen 9 Monaten und 9 Jahren und lebt am Walensee. Wenn es die Familie und ihr 100% Arbeitspensum erlauben, erholt sie sich gerne in der Natur: «Dort kommen mir die besten Ideen».





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