Prof. Huldrych Günthard und sein Team erhalten CHF 2‘182‘086 für ihr Forschungsprojekt zu HIV

Heute ist es noch nicht möglich, das HI-Virus aus dem menschlichen Körper zu eliminieren und so HIV zu heilen. Das Forschungsprojekt "The interplay of host and viral factors in the hurdle to cure HIV-1" untersucht Virusfaktoren und humangenetische Faktoren, welche die Höhe des latenten Reservoirs, d.h. die Menge unter erfolgreicher antiretroviraler Therapie noch im Körper verbleibender „schlafenden“ HIV-infizierten Zellen, beeinflussen könnten. Systems.X unterstützt das Projekt mit CHF 2’182'086.

​Die Forschenden gehen davon aus, dass die genannten Faktoren einen Teil der Variabilität im latenten Reservoir erklären könnten, das unter antiretroviraler Langzeittherapie erreicht wird. Das latente Reservoir wird bei 1500 Patienten, die eine optimale Suppression der Viruslast von mindestens fünf Jahren hatten, im Verlauf dieser Zeitperiode gemessen. Vor Therapiebeginn werden mit „next generation sequencing“ virale Genome in voller Länge generiert. Zusätzlich werden humane Genanalysen dieser Patienten durchgeführt. Die Forschenden hoffen, so die Faktoren zu finden, die das latente Reservoir beeinflussen und dann als mögliche neue Therapieziele identifiziert werden können.

Das Projekt ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit  der Bereiche Medizin, Molekularbiologie, Virologie, Humangenetik, Biomathematik, computational biology und  zwischen den folgenden Forschenden: H. Günthard (PI, USZ, UZH), K. Metzner (USZ), R. Kouyos (USZ), N. Beerenwinkel (ETHZ, BSSE), S. Bonhoeffer (ETHZ), J. Fellay (EPFL), J. Bogojeska (IBM), V. Roth (Uni Basel). Die Grundlage des Projektes bildet die „Schweizerische HIV Kohortenstudie“ (www.shcs.ch) und der Klinische Forschungsschwerpunkt „CRPP - viral infectious diseases, Zurich Primary HIV Infection Study“ (www.viralinfectiousdiseases.uzh.ch/ZPHI.html).

Systems.X ist bislang die grösste öffentliche Forschungsinitiative der Schweiz, die gezielt auf ein breites Themengebiet in der Grundlagenforschung fokussiert. Die Initiative fördert dabei die Systembiologie in der Schweiz mit dem Anspruch, in diesem Forschungsbereich zur Weltspitze zu gehören. Systems.X unterstützt über 100 Projekte, rund 300 Forschungsgruppen, mehr als 1000 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie dreizehn gleichberechtigte Partner.