Roger Stupp wird mit dem Levin Award 2013 geehrt

Prof. Roger Stupp, Direktor der Klinik für Onkologie und Leiter des Tumorzentrums am UniversitätsSpital Zürich wurde gemeinsam mit Prof. Monika Hegi, Leiterin des Forschungslabors für Hirntumorbiologie und Genetik am Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) mit dem Victor A. Levin Award ausgezeichnet. Für diese Auszeichnung ausgewählt wurden sie aufgrund der zu einem Paradigmenwechsel führenden Veröffentlichungen im New England Journal of Medicine im Jahr 2005 und der dauerhaften Auswirkungen ihrer Entdeckungen auf die Forschung und die Erweiterung von Behandlungsstrategien von Patienten mit Hirntumoren.

roger_stupp.jpg
Prof. Roger Stupp
Direktor der Klinik für Onkologie und Leiter des Tumorzentrums

Glioblastome sind die bösartigsten Hirntumoren, wobei die mittlere Überlebenszeit trotz moderner Therapiemöglichkeiten bei nur 15 Monaten liegt. Die meisten Patienten werden einer Standardbehandlung unterzogen. Die Phase-III-Studie von Stupp et al1 zeigte klar auf, dass Glioblastom-Patienten, die mit einer Strahlentherapie in Kombination mit einer begleitenden und adjuvanten Temozolomid-Therapie behandelt werden, im Vergleich zu Patienten, die nur mit einer Strahlentherapie behandelt werden, eine erhöhte Überlebenszeit aufweisen. Dieses klinische Ergebnis etablierte einen neuen Standard zum Management dieser Tumoren. Die begleitende Gewebeanalyse von Hegi et al2 zeigte, dass die MGMT- Gen Promoter-Methylierung bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom mit einem günstigen Ergebnis nach der Temozolomid-Chemotherapie in Zusammenhang steht, und dass der Methylierungsstatus des MGMT-Promoters einen prognostischen Wert hat und einen klinisch relevanten Prädiktor für den Nutzen der Temozolomid-Chemotherapie darstellen kann. Diese Studien stellen Meilensteine für die Diagnose und Behandlung von bösartigen Gliome dar und zeigen, dass biologische Marker die Entscheidungsfindung für die Therapie beeinflussen können. Die Bestimmung des Methyliserungsstatus des MGMT-Promoters und von dessen klinischer Bedeutung stellte das erste molekular Diagnosehilfsmittel dar, das nachweislich Patienten identifizieren kann, die mit höchster Wahrscheinlichkeit auf eine entsprechende Therapie bei einem Glioblastom ansprechen werden. Die Auswirkungen dieser Publikationen lassen sich auch gut durch die nachfolgenden Zahlen nachweisen: die Veröffentlichung von Stupp wurde in 2765 anderen referierten Veröffentlichungen zitiert, die Veröffentlichung von Hegi in 1234.

Der Levin Award ehrt Persönlichkeiten, die im Bereich der Neuroonkologie durch wissenschaftliche Innovationen hervorragende Forschungsergebnisse erzielt haben. Der diesjährige Preis wurde Ende November 2013 in San Francisco überreicht.

Victor Levin ist der Begründer der modernen Neuro-Oncologie und hat in den 1980er Jahren als Pioneer Chemotherapie-Protokolle zur Behandlung von Hirntumoren entwickelt. Er ist auch einer der Gründerväter der amerikanischen Gesellschaft für Neuro-Oncologie (Society of Neuro-Oncology), der führenden Vereinigung forschender und klinischer Neuro-Onkologen. Zu den früheren Preisträgern des Levin Award gehören Ab Guha, University of Toronto (2010), Kenneth Aldape, University of Texas M.D. Anderson Cancer Center (2011), und J. Gregory Cairncross und Robert Jenkins im Jahr 2012.