50 Jahre Herzchirurgie am UniversitätsSpital Zürich

Das UniversitätsSpital Zürich stellt die universitäre und hochspezialisierte Medizin ins Zentrum seines Handelns. Die moderne Herzchirurgie ist dabei ein wichtiges Element. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Klinik für Herz- und Gefässchirurgie eine bedeutende nationale und internationale Stellung erworben. Mit Stolz schaut das UniversitätsSpital Zürich deshalb zurück auf Erreichtes und in eine vielversprechende Zukunft.

Am Anfang der 50-jährigen bewegten Erfolgsgeschichte der Herzchirurgie in Zürich steht die Berufung des Schweden Åke Senning zum Leiter der Chirurgischen Klinik am UniversitätsSpital Zürich. Bereits im Jahr 1961 operierte er den ersten Patienten am Herzen und nur wenige Jahre später transplantierte er mit seinem Team zum ersten Mal in der Schweiz ein Herz. Senning war zudem massgeblich an der Entwicklung der Herz-Lungen-Maschine beteiligt, dank der es überhaupt möglich wurde, das Herz stillzulegen, um es zu operieren. Seither sind von verschiedenen Exponenten der Zürcher Herzchirurgie viele entscheidende Impulse für die Entwicklung dieser medizinischen Disziplin ausgegangen.

Demografischer Wandel – eine Herausforderung für die Herzchirurgie

Moderne Anästhesietechniken und Verbesserungen in der Intensivmedizin haben geholfen, die Herzchirurgie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Kaum eine andere Disziplin hat in den letzten 50 Jahren sowohl in medizinischer wie auch in technischer Hinsicht so grosse Fortschritte gemacht. Einen gewaltigen Innovationsschub erlebte die Herzchirurgie in den 90er Jahren durch die Einführung minimalinvasiver Operationstechniken.

Herz- und Kreislauferkrankungen sind die häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Todesursachen in der westlichen Welt. Gerade in diesem Kontext ist der demografische Wandel – immer mehr Menschen werden immer älter – auch eine besondere Herausforderung für die Herzchirurgie. Das Durchschnittsalter der Patienten, die sich einer Herzoperation unterziehen müssen, nimmt stetig zu. Die moderne Herzchirurgie muss auf diese Herausforderungen mit stets besseren Operationsverfahren und neuen Technologien antworten.

Hybrid-Operationssaal vereint alle Disziplinen

Eine enge Kooperation zwischen den Herzchirurgen und den Spezialisten der unmittelbar benachbarten Gebiete, der Kardiologie, Gefässchirurgie und Angiologie sowie der Kardioanästhesie und Radiologie, ist zwingend für die Entwicklung der kardiovaskulären Medizin. Nur die Integration von Diagnostik und Behandlung der Herz-Kreislauferkrankungen ist geeignet, zukünftig eine medizinisch wie wirtschaftlich optimale Versorgung zu gewährleisten. Wichtig ist deshalb die Schaffung einer direkten räumlichen Anbindung der Fachgebiete. Einen Schritt in diese Richtung machte das Universitätsspital mit der Einrichtung des modernsten Hybrid-Operationssaals der Schweiz. Dieser erlaubt es, interventionelle und chirurgische Therapieverfahren in einer optimalen Umgebung zu kombinieren.


Der Hybrid-Operationssaal leistet auch einen entscheidenden Beitrag an klinische Studien sowie die Evaluierung neuer Techniken und ermöglicht so weitere methodische Entwicklungen. Die Kombination minimalinvasiver Verfahren mit adjustierbaren Implantaten beispielsweise ist einer der Forschungsschwerpunkte am Zürcher Universitätsspital.

Herzchirurgie der Zukunft

Die konsequente räumliche, logistische und budgetäre Zusammenführung der Schwesterdisziplinen in einem funktional gestalteten Gebäude ist die logische Voraussetzung für eine fachübergreifende Weiterentwicklung der Herzmedizin. So lassen sich alle Behandlungsmethoden – seien es nun chirurgische oder interventionelle Therapien – optimal kombinieren und individuell an den Patienten, seine Anatomie und seine Erkrankungen anpassen. In diesem Sinn muss sich die grosse und umfassende Herzchirurgie weiterentwickeln. Der Herzchirurg der Zukunft sei denn auch Teil eines interdisziplinären Herzzentrums, sagt Rita Ziegler, Vorsitzende der Spitaldirektion. Sie fügt an: «Die Schaffung eines Zentrums hat das UniversitätsSpital Zürich im Sommer des vergangenen Jahres beschlossen. Damit haben wir die Grundlage für die Etablierung einer ganzheitlichen Zürcher Kardiotherapie gelegt, die an die erfolgreiche Vergangenheit der Zürcher Herzchirurgieschule anknüpfen wird.»

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Für weitere Auskünfte stehen Rita Ziegler, Vorsitzende der Spitaldirektion, und Prof. Volkmar Falk, Direktor der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie, über die Kommunikationsabteilung des UniversitätsSpitals Zürich unter Tel. +41 44 255 86 20 zur Verfügung.