Pioniertat für Patienten mit kranken Bauchorganen

Vor zehn Jahren gründeten Ärzte des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) das bisher einzige Schweizer Zentrum für die interdisziplinäre Behandlung von Krankheiten der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege. Heute behandelt das Zentrum rund 600 Patienten pro Jahr. Diese können bald von einer neuen Partnerschaft mit dem Pariser Hôpital Paul Brousse profitieren.

Die Gründung des Schweizer Zentrums für Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege (Swiss HPB-Center) im Jahr 2005 war eine Pioniertat. Der Vorteil für die Patienten: Die Krebsspezialisten, die Experten des Magen-Darm-Trakts, die Leberspezialisten, die Bauchchirurgen, die Radiologen und die Strahlentherapeuten definieren die bestmögliche Behandlung gemeinsam. Damit können sie vermeiden, dass ein Arzt eine Therapie vorschlägt, die aus der Sicht seiner Disziplin die beste ist, die aber nicht unbedingt auch die bestmöglichste Wahl für den Patienten ist. 

Weltweit geltende Standards entwickelt
Heute umfasst das Swiss HPB-Center rund 100 Mitarbeitende aus Medizin und Pflege. 1'200 Teilentfernungen der Leber wurden hier schon durchgeführt, 600 Teilentfernungen der Bauchspeicheldrüse sowie 500 Lebertransplantationen (davon 50 aus Lebendspende). Das Zentrum besitzt eine integrierte Einheit (Intermediate Care Unit), welche Patienten nach der Verlegung von der Intensivstation betreut, bevor diese auf die Normalstation verlegt werden können. «Besonders freut mich, dass wir einige Patienten mit hochkomplexen Krankheiten erfolgreich mit Eingriffen behandeln konnten, die zuvor noch nie jemand durchgeführt hatte», sagt Prof. Pierre-Alain Clavien, Vorsitzender des Swiss HPB-Center-Kuratoriums und Direktor der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie am USZ. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er ein Klassifikationssystem für postoperative Komplikationen, um die Schwere chirurgischer Komplikationen zu bestimmen. Heute zählt es weltweit zu den Standards der Chirurgie. Neben der Patientenbetreuung ist im Swiss HPB-Center auch die Forschung zentral. So werden neue Behandlungsmethoden erforscht und entwickelt und die Einführungen von Innovationen wissenschaftlich begleitet – zum Beispiel die Schlüsselloch-Technologien in der Leber- und Bauchspeicheldrüsenchirurgie oder eine neue Methode zur Abtötung von Tumorgewebe («Nanoknife»). 

Partnerschaft mit dem grössten Zentrum Frankreichs
Kürzlich ist das Swiss HPB-Center eine Partnerschaft mit dem HPB-Center des Hôpital Paul Brousse, Université Paris-Sud, eingegangen. Das grösste Leber-Zentrum Frankreichs wird künftig gemeinsam mit dem Zürcher Zentrum Weiterbildungsmodule entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der klinischen Forschung und auf der Optimierung der Pflege. Am Donnerstag, 11. Juni 2015, wird die Partnerschaft im Rahmen eines internationalen Symposiums in Zürich den medizinischen Fachleuten vorgestellt.

Ansprechpartner für Fragen:

Prof. Pierre-Alain Clavien, Vorsitzender des Swiss HPB-Center-Kuratoriums, Direktor der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, UniversitätsSpital Zürich
Kontakt über die Medienstelle: Tel.: 044 255 86 20; E-Mail: medien@usz.ch

Bildmaterial:

Fotografie 1: Operation an Bauchorganen: Am Swiss HPB-Center nahmen die Ärzte schon komplexe Eingriffe vor, die zuvor noch nie jemand durchgeführt hatte. 

Fotografie 2: Betreuung eines Patienten im Swiss HPB-Center. Bald profitieren diese von einer neuen Partnerschaft mit dem Pariser Hôpital Paul Brousse. 

Fotografie 3: Der Schweizer Künstler Gottfried Honegger hat am Swiss HPB-Center mehrere Patientenzimmer gestaltet.

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