Ein Defibrillator, der unter der Haut sitzt

Zum ersten Mal in der Schweiz wurde am UniversitätsSpital Zürich einem Patienten ein implantierbarer Defibrillator direkt unter der Haut eingelegt.

Das neue subkutane System (S-ICD) hat im Vergleich zu herkömmlichen Defibrillatoren, die über die Blutbahn ins Herz eingeführt werden, deutliche Vorteile: Die Elektrode hat keinen Kontakt mit den Blutgefässen oder dem Herzen; dadurch werden gefährliche Infektionen der Elektroden verhindert. Da sie praktisch keinen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, nutzt sich die Elektrode nicht ab.

Implantierbare Defibrillatoren (ICD) sind die einzig wirksame Therapie gegen gefährliche Herzrhythmusstörungen wie das Kammerflimmern, das ohne sofortige Behandlung innert Kürze zum Tod führt. ICDs werden heute vor allem bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen plötzlichen Herztod eingesetzt. Das sind in erster Linie Patienten, deren Herzfunktion infolge eines Infarkts schwer eingeschränkt ist. Im Weiteren werden auch Patienten nach überlebtem Kammerflimmern mit einem ICD versorgt.

Weltweit wurden bisher rund 1500 subkutaner ICDs implantiert. Weil sie im Funktionsumfang etwas eingeschränkt sind – nur Schock-Therapie möglich, keine überstimulationstherapie – eignen sie sich nicht für alle Patienten. Speziell davon profitieren werden junge Patienten mit angeborener Herzmuskelerkrankung (z.B. Hypertrophe Kardiomyopathie), bei welchen es im Laufe der Jahre oft zu Elektrodenproblemen kommt.

Ansprechpartner für Fragen:

PD. Dr. David Hürlimann
Klinik für Kardiologie, UniversitätsSpital Zürich
Tel. Kontakt über die Unternehmenskommunikation: +41 44 255 86 20
david.huerlimann@usz.ch

Mittwoch 12.12.2012 zwischen 15.00 und 17.00 Uhr

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