Operationsroboter der neusten Generation in Betrieb genommen

Die roboterassistierte laparoskopische Chirurgie wurde 2002 durch die Klinik für Urologie des Zürcher Universitätsspitals in der Schweiz etabliert. Nun führt die Klinik schweizweit erstmalig ein weiterentwickeltes DaVinci-System mit zwei Chirurgenkonsolen ein. Die neue Technik garantiert eine optimale chirurgische Behandlungsqualität und ist zugleich Basis für roboterassistierte Anwendungen von morgen.

Die roboterassistierte laparoskopische Chirurgie kommt in der Urologie hauptsächlich zur Behandlung des Prostatakarzinoms sowie zunehmend auch für Eingriffe an den Nieren und den ableitenden Harnwegen zum Einsatz. Nach der schweizweiten Einführung im Jahr 2002 wird die Roboterchirurgie seit 2007 auch in der Kinderurologie angewendet. Am UniversitätsSpital Zürich kommt die roboterassistierte Chirurgie neben der Urologie auch in der Herz- und Thoraxchirurgie sowie in der Gynäkologie zum Einsatz. Der sich im UniversitätsSpital Zürich im Einsatz befindliche Operationsroboter entspricht der zweiten Generation. Das bestehende System wird durch die modernste DaVinci-Technologie ersetzt, das so genannte Si-System. Neben einer Vielzahl von Verbesserungen, die das Handling des Systems vereinfachen, erlaubt das Si-System durch eine neue zweite Bedienungskonsole (Dual-Konsole) erstmals zwei Chirurgen gleichzeitig verschiedene Roboterinstrumente zu manipulieren. Beide Chirurgen, der Hauptoperateur und sein Assistent, verfügen dabei über eine dreidimensionale Sicht und Echtzeitkontrolle über die vier Roboterarme. Eine eingebaute Gegensprechanlage erleichtert die Kommunikation zwischen den operierenden Chirurgen. Dies vereinfacht nicht nur die Weiterbildung von Nachwuchskräften, sondern erhöht auch die Sicherheit der Patientenbehandlung.

Die Experten der Klinik für Urologie bezeichnen die Anschaffung des neuen DaVinci als technischen Meilenstein. Gemäss Prof. Dr. Tullio Sulser steht diese Technik neben der verbesserten Qualität auch für die Roboterchirurgie der Zukunft. Die «Single Port Surgery» erlaubt laparoskopische Eingriffe durch eine einzige kleine Eintrittspforte und erreicht dadurch eine weitere Reduktion des Operationstraumas. Noch ausgeprägter als bei der konventionellen Laparoskopie ist der Chirurg dabei für eine präzise Instrumentenführung aber auf die Unterstützung eines Operationsroboters angewiesen. Bereits in wenigen Monaten sollen Instrumente für «Single Port Surgery» auf den Markt kommen, die mit dem DaVinci Si–System kompatibel sein werden.

Medienmitteilung als Druckversion (PDF)
Broschüre: «Modernste Roboterchirurgie» der Klinik für Urologie (PDF)