Frühdiagnose bei Lebererkrankungen dank einzigartigem MR-Elastographie-Gerät

Als erstes Spital in der Schweiz verfügt das UniversitätsSpital Zürich über ein MR-Elastographie-Modul. Mit diesem Gerät lassen sich diffuse Erkrankungen der Leber in einem frühen Stadium diagnostizieren.

Im Juli 2012 wurden am UniversitätsSpital Zürich drei Magnetresonanztomographen der jüngsten Generation in Betrieb genommen. Diese neue Infrastruktur ermöglicht den Einsatz von MR-Elastographie, einem relativ neuen Verfahren, das bisher in erster Linie für die Diagnose von diffusen Erkrankungen der Leber eingesetzt wird. Das Zürcher Universitätsspital verfügt neu über ein entsprechendes MR-Elastographie-Gerät.

Pathologisch verändertes Gewebe erkennbar

Die Elastographie mittels Magnetresonanztomographie (MR) ist ein neues bildgebendes Verfahren, das auf die jahrhundertealte Palpation durch die Hand zurückgeht. Analog zur manuellen Palpation nutzt die MR-Elastographie die Tatsache, dass pathologisch verändertes Gewebe wie bei einer Fibrose oder einem Tumor häufig anders komprimibel ist als gesundes Gewebe. Mit dem MR-Elastographie-Modul ist es nun möglich, die viskoelastischen Eigenschaften von Gewebe abzubilden. Dafür wird das untersuchte Organ mit Druckwellen zyklisch komprimiert und wieder entlastet. Synchron dazu werden Aufnahmen gemacht. So entsteht ein Elastogramm, das im Gewebe die Unterschiede in der Elastizität aufzeigt und damit auf pathologische Veränderungen hinweist. Eine MR-Elastographie-Einheit wurde Anfang Oktober am Universitätsspital installiert. Seither sind damit bereits über 30 Patienten untersucht worden.

Einsatz vor allem bei Lebererkrankungen

Mit dem Gerät untersucht, werden in erster Linie Patientinnen und Patienten mit diffusen Lebererkrankungen. Bei diesen können beispielsweise Leberverfettungen in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert werden. Die Untersuchung dauert nur 30 bis 35 Sekunden und ist für den Patienten schmerz- und risikofrei. Leberverfettungen führen zu den häufigsten Komplikationen nach Operationen. Die Untersuchung mit dem MR-Elastographie-Gerät ermöglicht die Erkennung eines Leberschadens, wenn er noch reversibel ist und beispielsweise durch Anpassung der Ernährung behandelt werden kann.

Für verschiedene Forschungsprojekte genutzt

Die MR-Elastographie-Einheit steht verschiedenen interdisziplinären Forschungsgruppen innerhalb des Universitätsspitals und der Universität Zürich zur Verfügung. Zu den Forschungsprojekten gehören die Brustkrebsdiagnostik, die Früherkennung der Leberfibrose oder Untersuchungen im Zusammenhang mit der chronischen Abstossung von Nierentransplantaten. Die MR-Elastographie ermöglicht in vielen Bereichen nichtinvasive Diagnosen, wodurch invasive Abklärungen wie Biopsien vermieden und frühzeitig Therapien eingeleitet werden können.

Ansprechpartner für Fragen:

PD Dr. Hatem Alkadhi, Leitender Arzt Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UniversitätsSpitals Zürich.
Tel.: +41 44 255 29 00; hatem.alkadhi@usz.ch

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