Besserer Patientenschutz durch intensive Händehygiene

Jeweils am 5. Mai erinnert die Weltgesundheitsorganisation WHO mit dem Tag der Händehygiene daran, dass ein sorgfältiges Desinfizieren der Hände in Spitälern Leben retten kann. Das UniversitätsSpital Zürich beteiligt sich seit Jahren mit einem Aktionstag an der Kampagne und kann einen ersten Teilerfolg vorweisen.

Neun von 100 Patienten infizieren sich im Spital mit Keimen, auf Intensivstationen kommt es bei fast jedem dritten Patienten zu einer lebensbedrohlichen Infektion. Besonders gefürchtet sind schwer behandelbare antibiotikaresistente Keime, die gerade bei geschwächten Patienten nicht selten zum Tod führen. «Weltweit sterben vermutlich mehr Menschen an spitalerworbenen Infektionen als an HIV und Tuberkulose zusammen», sagt PD Dr. Hugo Sax, Leiter der Spitalhygiene am UniversitätsSpital Zürich.

Dabei gibt es ein einfaches, günstiges und wirksames Mittel, um die Patientensicherheit zu erhöhen: Händehygiene. «Wendet man sie häufig und richtig an, kann man die übertragung von Bakterien nahezu vollständig verhindern», sagt Sax. Wichtig ist aber im komplexen Spitalumfeld eine regelmässige Motivation aller Mitarbeitenden zur konsequenten Händehygiene. Das Universitätsspital beteiligt sich deshalb alljährlich am 5. Mai mit einem spitalinternen Aktionstag an der weltweiten Kampagne zur Händehygiene der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Richtige Handhygiene will gelernt sein. Mit dem Waschen der Hände vor Arbeitsantritt und vor medizinischen Handlungen ist es nicht getan. Heutige Hygieneregeln erfordern bis zu 20 Handdesinfektionen pro Stunde. Desinfiziert wird mit einer alkoholischen Flüssigkeit und nach einem festen Schema, das eine umfassende Reinigung aller Handareale ermöglicht. Die gesamte Prozedur sollte zwischen 20 und 30 Sekunden betragen – ist das Mittel vorher verdunstet, ist die Desinfektion mangelhaft.

Hugo Sax war als Leiter der Schweizer Händehygienekampagne an der Entwicklung von Massnahmen beteiligt, die den Spitalmitarbeitenden helfen sollen, die Desinfektion der Hände zu einem festen Ritual zu machen. Leicht einprägbar sind etwa die «Fünf Momente für Handhygiene». Einer dieser Momente ist unmittelbar vor dem Händeschütteln, ein weiterer vor einer Blutentnahme oder nach der Berührung von Gegenständen aus der Umgebung des Patienten.

Damit ärzte und Pflegende ihr Hygieneverhalten ändern, sind laut Sax drei Faktoren entscheidend: Wiederholtes Training, eine ergonomisch optimale Platzierung des Desinfektionsmittels in Patientennähe und «das gelebte Vorbild der Chefs». Am UniversitätsSpital Zürich brachten die regelmässigen Schulungen von ärzten und Pflegenden einen «ersten Teilerfolg», so Sax. Im internationalen Vergleich verbraucht das Universitätsspital überdurchschnittlich viel Händedesinfektionsmittel.

Die WHO hat den Handhygienetag 2009 ins Leben gerufen. Entstanden ist er aus der Schweizer Händehygienekampagne, die von PD Dr. Hugo Sax geleitet wurde. Sax ist heute Mitglied der WHO-Kerngruppe für den jährlichen Aktionstag. Der 5.5. ist eine Anspielung auf die fünf Finger jeder Hand und die «fünf Momente für Handhygiene», die jeder Spitalmitarbeitende kennen sollte. Weltweit beteiligen sich etwa 14'500 Spitäler am Aktionstag.

Information der WHO zum Handhygienetag

Für weitere Auskünfte steht Ihnen PD Dr. med. Hugo Sax, Leiter Spitalhygiene der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, UniversitätsSpital Zürich, über die Telefonnummer +41 44 255 57 30 zur Verfügung.

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