Hoffnung für Patienten mit Herzinfarkt

Forschende der Klinik für Kardiologie des UniversitätsSpitals Zürich legen in einem präklinischen Modell die Grundlagen auf dem Weg zu einer klinischen Stammzelltherapie für Herzinfarktpatienten.

Ein interdisziplinäres und internationales Team der Klinik für Kardiologie des UniversitätsSpitals Zürich, hat erstmals in einem präklinischen Grosstiermodell eine Therapie mit induzierbaren pluripotenten Stammzellen nach einem Herzinfarkt durchgeführt und ein Nachweisverfahren entwickelt. Damit können gentechnisch modifizierte Stammzellen nach der Transplantation in vivo zu unterschiedlichen Zeitpunkten mittels SPECT-CT nachgewiesen werden. Die Forschenden um PD Dr. med. Christian Templin, Oberarzt für Interventionelle und Akute Kardiologie, konnten zudem zeigen, dass sich 15 Wochen nach der Transplantation Gefässzellen aus den induzierbaren pluripotenten Stammzellen im Herzen gebildet haben. Diese könnten möglicherweise zu einer Verbesserung der Pumpfunktion beitragen.

Der Infarkt als Folge von Erkrankungen der Herzkranzgefässe ist nach wie vor die Haupttodesursache in den industrialisierten Ländern. In den letzten Jahren wurden weltweit über 2000 Patienten mit der sogenannten adulten Zelltherapie nach einem Herzinfarkt behandelt. Der bahnbrechende Erfolg blieb jedoch aus, da eine wirkliche Differenzierung, d.h. Umwandlung der zumeist vom Knochenmark abgeleiteten Stammzellen in Herzmuskelgewebe, nicht stattfand.

Die induzierbaren pluripotenten Stammzellen stellen eine neue vielversprechende Alternative dar. Sie können aus Hautfibroblasten oder Blutzellen über eine Rückdifferenzierung in einen Embryonalzellähnlichen Zustand in Endothelzellen, glatte Gefässmuskelzellen und schlagende Herzmuskelzellen differenziert werden. Da es sich hierbei um körpereigene Zellen handelt, unterliegen diese keiner Abstossungsreaktion. Vor einer klinischen Anwendung am Patienten müssen jedoch wichtige grundlegende Fragen geklärt werden, damit keine unerwünschten Nebenwirkungen wie Tumorbildungen auftreten.

«Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden wir in Folgestudien an einer Optimierung der kardialen Zelltherapie mit induzierbaren pluripotenten Stammzellen arbeiten. Unser Ziel ist es, untergegangenes Herzmuskelgewebe durch körpereigenes schlagendes Gewebe zu ersetzen.» sagt PD Dr. Christian Templin.

Templin et al. Long term in vivo imaging of iPSCs in pig hearts (PDF)

Ansprechpartner für Fragen:

PD Dr. med. Christian Templin,
Oberarzt der Klinik für Kardiologie
UniversitätsSpital Zürich
Telefon: +41 44 255 95 85
Christian.Templin@usz.ch

Medienmitteilung als Druckversion (PDF)