Nationale Studie untersucht Darmerkrankungen

Immer mehr Menschen in der Schweiz leiden an chronischen Darmerkrankungen. Die «Schweizer IBD Kohorten Studie» untersucht die Gründe dafür und ihre Auswirkungen auf das Schweizer Gesundheitssystem. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt das Forschungsprojekt mit rund CHF 4,7 Millionen. Geleitet wird es von Prof. Gerhard Rogler vom UniversitätsSpital in Zürich.

Anhaltender Durchfall, Bauchschmerzen und völlige Kraftlosigkeit sind die wesentlichen Symptome, wenn sich der menschliche Darm entzündet hat. Treten diese Beschwerden innerhalb kurzer Zeit immer wieder auf, liegt die Diagnose einer chronischen Darmerkrankung nahe. In der Schweiz sind derzeit rund 15‘000 Menschen von den chronischentzündlichen Darmkrankheiten Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betroffen. Die Tendenz ist steigend. Oft leiden die Patienten unter vielfacher körperlicher und seelischer Belastung und sind nicht oder kaum arbeitsfähig.

Die «Schweizer IBD Kohorten Studie» erforscht die Faktoren, die diese Krankheiten auslösen oder beeinflussen. Untersucht werden zudem die Konsequenzen der Erkrankungen auf die körperliche, geistige und soziale Verfassung des Patienten sowie die Auswirkungen auf das Schweizer Gesundheitssystem. Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen die Versorgung und die Therapie von Betroffenen sowie das Verständnis für Darmerkrankungen in der öffentlichkeit verbessert werden.

Der Forschungsrat des SNF hat entschieden, die «Schweizer IBD Kohorten Studie» für weitere drei Jahre mit einem Forschungsbeitrag von rund CHF 4,7 Millionen zu unterstützen. Das Projekt wird seit 2010 von Prof. Gerhard Rogler geleitet. Er hat die Leitung von Prof. Pierre Michetti vom CHUV in Lausanne übernommen, der die Studie 2005 initiiert hatte. Prof. Rogler ist leitender Arzt an der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am UniversitätsSpital Zürich. Die «Schweizer IBD Kohorten Studie» ist eines der grössten vom SNF mitfinanzierten Forschungsprojekte und wird seit 2005 gefördert.

Für die Langzeitstudie konnten bisher über 2000 Betroffene gewonnen werden, 150 davon sind Kinder. Mehr als 10'000 Proben wurden entnommen und weit über 70 wissenschaftliche Publikationen sind aus der Studie hervorgegangen. Dieser Leistungsausweises und die aufgezeigten Perspektiven zur künftigen Entwicklung der Studie haben den Forschungsrat überzeugt, die weiteren Mittel für die «Schweizer IBD Kohorten Studie» zu bewilligen.

Für weitere Auskünfte steht Prof. Gerhard Rogler heute ab 13:00 Uhr über die Kommunikationsabteilung des UniversitätsSpitals Zürich unter Tel. +41 44 255 86 20 zur Verfügung.

Informationen zur Studie
Medienmitteilung als Druckversion (PDF)