UniversitätsSpital Zürich lanciert neues Telemedizin-Forschungsprojekt zum selbstbestimmten Wohnen im Alter

Das UniversitätsSpital Zürich und die Fachhochschule St. Gallen erforschen gemeinsam die Machbarkeit und Akzeptanz telemedizinischer Beratung. Im Projekt «Long Independent Living Assistant» (LILA) soll während zwei Jahren intensiv zu Monitoring und Beratung auf Distanz im technikgestützten Lebensumfeld geforscht sowie daraus ein Software-Produkt entwickelt werden. Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes unterstützt diese Forschungsarbeiten mit einem Förderbetrag von 400'000 SFr.

Die Lebenserwartung in unserer Gesellschaft steigt – nicht zuletzt dank des medizinischen Fortschritts. Auch im Alter wollen viele Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Das stellt neue Herausforderungen an die medizinische Versorgung. Dank so genanntem Ambient Assisted Living (AAL), auch umgebungsunterstütztes Leben genannt, können ältere Menschen länger in ihrem gewohnten Umfeld leben. Dazu werden sie im Alltag durch Konzepte, technische Systeme und Produkte unterstützt.

Ein Bestandteil von AAL ist die Telemedizin, d.h. das Monitoring von Vitalwerten (z.B. Blutdruck, Puls, Gewicht) sowie die medizinische Beratung aus der Ferne. In der neuen Studie steht das optimale Zusammenspiel dieser innovativen Beratungsmöglichkeiten «auf Distanz» im Vordergrund. Das Interesse der Forscher unter der Leitung von PD Dr. Christiane Brockes und Dr. Sabine Schmidt-Weitmann aus der Klinischen Telemedizin des UniversitätsSpitals Zürich (USZ) konzentriert sich auf Aspekte der Akzeptanz, Nutzeneffekte (unter anderem Einsatzgebiete von Telemedizin und deren Grenzen) sowie erwünschte Wirkungsqualitäten (hierbei stellen sich u.a. Fragen, in welchem Ausmass die Telemedizin die Eigenständigkeit und Lebensqualität im Alter fördern kann). Dies unter Berücksichtigung demografischer Trends sowie der Grenzen der Sozialpolitik und der Ressourcen von Pflegeheimen.

Ausbau des telemedizinischen Angebots

Durchgeführt wird die Studie im Alterszentrum Hottingen, einer Residenz für Menschen, die auch im Alter selbstbestimmt wohnen möchten. Aufgrund der Forschungsergebnisse soll unter anderem das telemedizinische Angebot des USZ ausgebaut werden. Entstehen soll aber auch ein konkretes Produkt. Dieses soll die Eigenverantwortung, das längere autonome Wohnen in den eigenen vier Wänden und die Lebensqualität älterer Menschen umfassend steigern.
Ein interdisziplinäres Forscherteam begleitet das Projekt wissenschaftlich. Es besteht aus Vertretern der Telemedizin des UniversitätsSpitals Zürich sowie zwei Exponenten der Fachhochschule St. Gallen: Prof. Uli Otto, Leiter des «Kompetenzzentrums Generationen» und Beda Meienberger, Co-Leiter des Innovationszentrums/Ambient Assisted Living. Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird die langjährige internetbasierte USZ-Onlineberatung um die Kanäle Video, Telefon und Vitaldaten-Telemonitoring erweitert. Hierbei liegt der Fokus auf der Machbarkeit und der Akzeptanz bei den älteren Menschen.

Der Forschungsteil des Projekts wird finanziell von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes unterstützt. Von diversen Wirtschaftspartnern (emineo AG als Hauptwirtschaftspartner, Netcloud AG, H-Net AG, Stiftung Diakoniewerk Neumünster –Alterszentrum Hottingen & Rehalp) wird zugleich ein elektronischer AAL-Assistent entwickelt, der das gewünschte Monitoring und die Beratung ermöglicht. Dieser Projektteil wird mit 700‘000 SFr. vollumfänglich von den Wirtschaftspartnern finanziert. Insgesamt beträgt das Projektvolumen rund 1,1 Millionen Franken.

Kurzbeschrieb zum Projekt (PDF)

Ansprechpartner für Fragen:
PD Dr. Christiane Brockes
Leiterin Klinische Telemedizin, UniversitätsSpital Zürich
Tel.: +41 44 255 54 84 oder +41 76 339 33 82
E-Mail: christiane.brockes@usz.ch

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