Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002
Departemente, Kliniken und Institute
Institut für Anästhesiologie
Augenklinik
Dept. Chirurgie
Klinik für Wiederherstellungschirurgie
Klinik für Herz- und Gefässchirurgie
Abteilung für Thoraxchirurgie
Klinik für Unfallchirurgie
Klinik für Viszeral- und
Transplantationschirurgie
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Dept. Frauenheilkunde
Dept. für Innere Medizin
Dept. Medizinische Radiologie
Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie
Institut für klinische Chemie
Neurochirurgische Klinik
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinik für Ohren- Nasen-
Hals- und Gesichtschirurgie
Dept. Pathologie
Psychiatrische Poliklinik
Rheumaklinik und Institut
für physikalische Medizin
Urologische Klinik
Universitäres Zentrum für Labormedizin


PDF Download (Acrobat Reader)
Zahlen und Fakten
Dept. Chirurgie
Klinik für Viszeral- und
Transplantationschirurgie
Klinik für Viszeral- und
Transplantationschirurgie

Prof. Dr. med.
Pierre-Alain Clavien
Klinikdirektor
Im Jahr 2002 ist die neu organisierte Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie bereits im 3. Jahr an der Arbeit. Dank eines starken Engagements unserer Mitarbeiter konnten wieder zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in namhaften internationalen Zeitschriften sowohl im Bereich "Basic Science" wie auch "Klinik" veröffentlicht werden. Im Juli 2002 konnten wir zum Beispiel eine Arbeit über Langzeitresultate von Nierentransplantationen mit Organen von Spendern ohne Kreislauf- und Herzaktivität, im New England Journal of Medicine veröffentlichen.
Diese Studie stellt einen Meilenstein im Bereich der Nierentransplantation dar. Die Bedeutung dieser Arbeit wird dadurch unterstrichen, dass das New England Journal of Medicine ein Editorial dazu verfasste. In den USA wurde diese Arbeit in 450 nicht wissenschaftlichen Zeitungen erwähnt und kommentiert. Diese Arbeit von Dr. Markus Weber beruht auf einer Studie, die vor bald 20 Jahren vom damaligen Klinikdirektor Felix Largiadèr initiiert wurde. Die Autoren konnten zeigen, dass die Langzeitresultate bei Nierentransplantationen mit Organen von "Non-Heart-Beating-Donors" und von hirntoten Spendern gleichwertig sind.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Universitätsspitals ist die Behandlung von sehr komplexen Fällen oder von weit fortgeschrittenen Erkrankungen. Dank einer intensivierten interdisziplinären Zusammenarbeit hat die Anzahl behandelter Patienten mit komplexer Pathologie stark zugenommen. Dadurch waren unsere drei Operationssäle stets gut ausgelastet. Dank einer optimalen und sehr effizienten Arbeit seitens der Bettenkoordination waren die Betten unserer Klinik maximal ausgelastet, und die Anzahl Patienten, deren Operationstermin leider verschoben werden musste, hat nicht weiter zugenommen.


Ausbildung und Weiterbildung

Im 2002 wurde die Zusammenarbeit mit dem Gastrochirurgischen Zentrum noch intensiver. Die wöchentlichen interdisziplinären Besprechungen zusammen mit unseren Kollegen der Gastroenterologie, Onkologie, Radioonkologie, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin sind sehr effizient und von hoher wissenschaftlicher Qualität. Sie erfreuen sich grosser Beliebtheit.

Was die akademischen Perspektiven anbelangt, haben wir die Empfehlungen der im Auftrag der Universität im Jahre 2001 durch internationale Experten durchgeführten Evaluation umgesetzt. Unser Ausbildungskonzept wurde weiter verbessert. Neben den regelmässigen Standortbestimmungen bei den Assistenzärzten werden nun auch die Kadermitglieder von der Basis beurteilt. Der im Jahr 2001 ins Leben gerufene "Best-Teacher Award" wurde 2002 an Dr. Jean-Marie Michel, Oberarzt, verliehen (2001 wurde der Award an den damaligen Oberassistenten Dr. Frank Hetzer verliehen, der im 2002 zur Weiterbildung in London weilte).

Best Teacher Award 2001
Dr. F. Hetzer

Best Teacher Award 2002
Dr. J-M. Michel

Unsere chirurgische Grand Round hat sich in der Zwischenzeit gut etabliert. Im Jahre 2002 waren es 35 Grand Rounds, an denen insgesamt 19 internationale und 16 nationale Referenten mitwirkten. Parallel dazu hat das Interesse an der telemedizinischen Videokonferenzen zugenommen. Bis Ende 2002 waren 14 Kliniken in unserem Netzwerk integriert. Dies fördert die Weiterbildung nicht nur der internen, sondern auch der externen, an peripheren Spitälern tätigen Assistenzärzte. Dadurch wurde die Resonanz auf solche Weiterbildungen stark erhöht.
Auch in 2002 haben unser Kader viele nationale und internationale Gastreferate gehalten.

Gastreferenten National und International
(im Rahmen der Surgical Rounds 2002)


Forschung

Die Organisation der Forschung in unserer Klinik hat sich verstärkt. Zum Leiter und Koordinatoren der Forschung der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie wurde PD Dr. Rolf Graf ernannt.
Die verschiedenen Nationalfondstipendien wie auch der US NIH-Fond und die Unterstützungen privater Stiftungen laufen weiter. Weiter sind auch die drei konstituierten Gruppen sehr aktiv:

  • Die Gruppe unter der Leitung von Prof. Clavien führt Untersuchungen zu Ischämie/ Reperfusionsschäden durch und arbeitet im Bereich der Leberregeneration.
  • Die Gruppe unter der Leitung von PD Dr. Graf und PD Dr. Bimmler ist im Pankreatitis-Labor aktiv.
  • Die Gruppe unter der Leitung von Dr. Weber und Dr. Moritz ist zusammen mit der Endokrinologie in der Forschung zu Pankreasinselzellentransplantation aktiv

Mit Dr. Tian arbeitet in unserem Forschungsteam einer der weltweit führenden Mikrochirurgen. Er hat als erster ein erfolgreiches Programm zur Lebertransplantation an der Maus entwickelt. Dr. Markus Selzner hat im Jahr 2002 den Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie gewonnen: Selzner M. Rudiger HA. Selzner N. Thomas DW. Sindram D. Clavien PA. Transgenic mice overexpressing human Bcl-2 are resistant to hepatic ischemia and reperfusion. Journal of Hepatology. 36(2):218-25, 2002 Feb

Dr. Tian

Dr. Selzner


Hepatobiliäre und Pankreas-Chirurgie

Unser Zentrum hat sich in der Schweiz und europaweit als Referenzzentrum für komplexe hepatobiliäre Erkrankungen etabliert. Dank der intensiven Zusammenarbeit mit der Hepatologie unter der Leitung von PD Dr. Renner und mit der interventionellen Radiologie unter der Leitung von Dr. Pfammatter bieten wir unseren Patienten neben einer hochstehenden akademischen Chirurgie die gesamte Palette an modernsten Behandlungen für alle hepatobiliären Erkrankungen an.

Erweitere Hepatektomie

Erweitere Hepatektomie mit Cava Resektion und Ersatz

Auch die Anzahl der Patienten, die wegen Echinokokkuszysten behandelt werden, hat zugenommen.
2002 haben wir für ausgewählte Indikationen die laparoskopische Leberresektion eingeführt. Dies ist zweifellos für den Patienten von Vorteil, da die minimal invasive Chirurgie mit den klassischen Techniken der Leberchirurgie kombiniert werden kann. Dabei werden nicht nur kleinere Läsionen entfernt, sondern auch Hepatektomien durchgeführt.

Laparoskopische Leber-Resektion


Kolorektale Chirurgie

Die laparoskopische Kolonresektion hat sich als Routineeingriff gut etabliert. Von den Patienten werden auch die weiteren modernen Behandlungsmethoden sehr geschätzt. Im Bereich der Proktologie wurden im Jahr 2002 bereits 10 Patienten, die unter Stuhlinkontinenz litten mit sakraler Neurostimulation behandelt. Wir streben die Gründung einer schweizerischen Arbeitsgruppe für die Behandlung dieser Krankheit zur interdisziplinären Zusammenarbeit an.

Als Ersatz für herkömmliche Hämorrhoiden-Operationen, die jahrelang wegen der Schmerzen gefürchtet waren, bietet sich eine vielversprechende Behandlung mit selektiven Ligaturen der Hämorrhoidalgefässe unter Ultraschallsteuerung an. Diese kann ohne Schmerzen unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Es wurden bereits 15 Patienten mit dieser Technik bei uns behandelt. Diese Behandlungsmethode sollte auch die Stapler-Hämorrhoidenoperation gut ergänzen, die ebenfalls praktisch ohne Schmerzen durchgeführt wird.

Haemorrhoidenligatur

Stapler Haemorrhoide Operation

Für ausgewählte Indikationen bietet unsere Klinik auch die transanale endoskopische Mikroresektion an. Mit dieser Technik könne auch grössere rektale Tumoren entfernt werden, und ersetzt damit die Laparotomie. Dabei kann der Tumor zuverlässig entfernt werden, ohne jegliche postoperative Schmerzen für den Patienten.

TEM Transanale Endoskopische Mikroresektion


Ösophaguschirurgie

Dank der aktiven medikamentösen Substanzen gegen Refluxerkrankungen ist die Indikation zur Fundoplikation seltener geworden. Allerdings zeigen internationale Studien eindeutig die Vorteile der laparoskopischer Fundoplikation bei Patienten, die keine Medikamente nehmen wollen oder können.

Die Behandlung der Ösophaguskarzinome bleibt eine interdisziplinäre Herausforderung. Die Chirurgie bietet nach wie vor die Vorteile der Radikalität, die allerdings mit einer relativ hohen Komplikationsrate verbunden ist. Die Patienten profitieren jedoch eindeutig von einer multimodalen Behandlung. Neu ab Herbst 2002 wird die Ösophaguschirurgie von PD Dr. Markus Schäfer und PD Dr. Nicolas Demartines betreut.

Oesophagus Resektion: Die Oesophagusersatz durch Gastroplastik


Endokrine Chirurgie

Unsere Klinik hat im 2002 neue Schwerpunkte für die endokrine Chirurgie entwickelt. Nebst der laparoskopischen Nebennierenresektion, die nun gut standardisiert ist und bei 120-minütigen Operationen nur noch einen sehr kurzen Spitalaufenthalt verlangt, hat sich auch die laparoskopische Pankreasresektion zunehmend etabliert.
Im Bereich der Nebenschilddrüse hat unser Team in Zusammenarbeit mit den Endokrinologen und Nephrologen eine breite Erfahrung bei der Behandlung des primären und tertiären Hyperparathyreoidismus. Hier bringt v.a. auch der neue, intraoperative Schnelltest zur Bestimmung des Parathormonabfalles wesentliche Vorteile.

Retrosternale atypische Nebenschilddrüsen Adenom, MRI Bild

Retrosternale atypische Nebenschilddrüsen Adenom, Intraoperatives Bild

Die Anzahl an Schilddrüsenoperationen hat weiter zugenommen. Dieser Eingriff wird mit modernster Technik wie Nervenstimulatoren durchgeführt. Damit ist die schwere Komplikation der Rekurrensparrese praktisch verschwunden. Für den Patienten ist er nur noch mit einem sehr kurzen Spitalaufenthalt verbunden.

Nervenstimulator


Adipositas-Chirugie

Dank einer grossen Expertise unseres Teams und der interdisziplinären Arbeit hat die Zahl an Operationen bei Adipositas massiv zugenommen. Während das technisch relative einfache Magen-Banding (Verkleinerung des Magens mit einem Silikonband.) abnahm, gewann die technisch viel anspruchsvollere und sehr effiziente Technik des laparoskopischen Magen-Bypasses stark an Bedeutung. So wurden an unserer Klinik mehr als 150 laparoskopische Magen-Bypässe durchgeführt, davon allein im Jahr 2002 75 dieser Eingriffe.

Magen-Bypass

Die Komplikationsrate war bei den, insgesamt gesehen, sehr empfindlichen adipösen Patienten sehr tief. Diese Chirurgie ist immer noch umstritten. Doch steigt die Lebensqualität bei den pathologisch schwergewichtigen und stark behinderten Patienten erheblich, und auch die mit Adipositas verbundenen Begleiterkrankungen sinken deutlich. Diese komplexe Chirurgie gehört allerdings an ein spezialisiertes Zentrum, da die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Anästhesie von zentraler Bedeutung ist.


Transplantation

Im Jahre 2002 wurden 102 Transplantationen in unsere Klinik durchgeführt (Leber, Niere, Pankreas). Am 31.12.2002 befanden sich insgesamt 247 Patienten auf den Leber-, Nieren- und Pankreas-Wartelisten.

Zahlenmässig war das Jahr 2002 in der ganzen Schweiz durch den deutlichen Rückgang bei der Organspende gekennzeichnet. Die in unserem Land bekannten sprachregionalen Unterschiede sind geblieben. Dies bedeutet bedauerlicherweise, dass die Deutschschweiz mit 8 Spendern pro eine Million Einwohnern die weltweit absolut tiefste Zahl an Spendern aufweist!

Spenderrate 2000 bis 2002 in der Schweiz

Transplantationen 2002 pro Transplantationszentrum

Unter diesen Umständen war es um so wichtiger, dass die Informationskampagne, die durch unsere Klinik initiiert und durch das gesamte Universitätsspital stark getragen wurde, sehr erfolgreich abgelaufen ist: Zahlreiche Medienberichte haben die sehr intensive Kommunikationsarbeit erwähnt.

Kommunikationskampagne:
Sensibilisierung Transplantation und Organspende

Allerdings sind nicht nur die Aktionen mit Informationsständen, Presse- und Inserate-Kampagne für das Universitätsspital von Bedeutung, sondern auch die Tatsache, dass durch die starke Unterstützung von Frau Dr. Roth, Spitaldirektorin, die Initiative unserer Klinik eine grosse Bewegung innerhalb des Universitätsspitals ausgelöst hat.
Es hat sich eine Kerngruppe zur Problematik bei Transplantationen unter der Leitung der Medizinethikerin Frau Dr. Baumann gebildet. In diesem Rahmen werden die Widerstände gegenüber der Transplantation im Universitätsspital bewusst überarbeitet. Es haben sich mehrere Arbeitsgruppen konstituiert, die sich der Transparenz und der Information über die gesamte Problematik der Transplantation angenommen haben. Diese sehr wichtige und intensive Grundlagenarbeit wird in den nächsten Jahren ein führendes Element der Strategie für die Organtransplantation in unserer Region sein.

Trotz des deutlichen Rückgangs der Spender im Jahr 2002, kam nach wie vor der Lebendspende, vor allem im Bereich der Niere, grosse Bedeutung zu. So wurden im Jahr 2002 77 Nierentransplantationen durchgeführt, davon 32 von Lebendspendern. Damit weist unsere Klinik das grösste Lebendnieren-Transplantationsprogramm der Schweiz auf.


Varia

Im Jahre 2002 hat Dr. Daniel Bimmler seine Habilitation erfolgreich abgeschlossen mit Erteilung der Venia legendi am 12. August 2002. Ebenfalls wurde Dr. Rolf Graf per 1. September 2002 die Venia legendi erteilt.
PD Dr. Lukas Krähenbühl, bisheriger Leitender Arzt , wurde per 1. Oktober 2002 zum Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Kantonsspitals Fribourg ernannt. Sein Nachfolger als Leitender Arzt der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie wird per 01.01.2003 Dr. Markus Weber sein.

Autor: Nicolas Demartines

Liste der Publikationen


Portraits

PD Dr.
Nicolas Demartines
Leitender Arzt und
Programmdirektor

PD Dr.
Lukas Krähenbühl
Leitender Arzt
bis 30. September 2002
PD Dr.
Rolf Graf
Leiter der Forschung
unserer Klinik.
Erteilung der Venia
legendi am
1. September 2002
PD Dr.
Daniel Bimmler
Erteilung der Venia
legendi am
12. August 2002
Dr.
Markus Weber
neuer Leitender Arzt
ab 1. Januar 2003

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich