Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002
Departemente, Kliniken und Institute
Institut für Anästhesiologie
Augenklinik
Dept. Chirurgie
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Dept. Frauenheilkunde
Klinik für Gynäkologie
Klinik für Endokrinologie
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Neurochirurgische Klinik
Neurologische Klinik und Poliklinik
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Dept. Pathologie
Psychiatrische Poliklinik
Rheumaklinik und Institut
für physikalische Medizin
Urologische Klinik
Universitäres Zentrum für Labormedizin


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Zahlen und Fakten
Dept. Frauenheilkunde
Klinik für Endokrinologie
Umbruch und Aufbruch

Prof. Dr. med.
Paul J. Keller
Klinikdirektor
Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen der Veränderung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse erforderten ein Überdenken bisheriger Therapien, eröffneten aber auch vielversprechende Perspektiven. Zentralisation verschiedener Laboratorien führte nicht nur zu einschneidenden personellen Veränderungen, sondern auch zu wissenschaftlichen Umdispositionen und neuen Führungsstrukturen. Knappe räumliche Verhältnisse stellten Klinik und Forschung vor grosse Herausforderungen.






Klinikbetrieb

Das Schwergewicht der klinischen Tätigkeit lag weiterhin im ambulanten und tagesstationären Bereich, wo über 11’000 Konsultationen erteilt wurden. Neben zahlreichen diagnostisch und therapeutisch anspruchsvollen Sterilitätsfällen standen Zyklus- und Menstruationsstörungen, Androgenisierungserscheinungen, klimakterische Beschwerden und kontrazeptive Massnahmen im Vordergrund.

Fertilitätslabor: Reproduktionsbiologen bei der Arbeit

Die Reproduktionsmedizin war einmal mehr durch hohe Nachfrage gekennzeichnet. Trotzdem machte sich die zunehmende Konkurrenzierung durch neueröffnete private Zentren bemerkbar, die mit einer ausgezeichneten Infrastruktur aufwarten können. Vorerst wirkte sich dies noch vorteilhaft aus, indem kinderlose Paare wesentlich speditiver in die Therapie einbezogen werden konnten. So verkürzte sich die Wartezeit für aufwändige Behandlungen, insbesondere die In-vitro-Fertilisation, von 2 Jahren auf etwa 6 Monate. Mit dem Ziel einer weiteren Qualitätsverbesserung konnte nach intensiven Vorbereitungsarbeiten erstmals in der Schweiz die Polkörperdiagnostik eingeführt und erfreulicherweise eine erste klinische Schwangerschaft erzielt werden. Dieses neuartige Verfahren erlaubt mittels mikroinstrumenteller Methoden den Polkörper einer Eizelle zu entnehmen, der ein Abbild des Erbmaterials enthält, welches sich beurteilen lässt. Die dazu erforderlichen genetischen Untersuchungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Genetika und mit dem genetischen Institut der Universität Zürich. Die Polkörperdiagnostik verspricht unter anderem eine Verbesserung der Schwangerschaftschancen bei fortgeschrittenerem Lebensalter, das heisst bei über 37- bis 38-jährigen Frauen und bietet auch Patientinnen, welche zwar wiederholt schwanger werden, aber immer wieder Fehlgeburten erleiden, neue Hoffnung. Ebenfalls überregionale Bedeutung haben moderne Technologien zur Kryokonservierung von Keimzellen und von Ovarialgewebe zwecks Erhaltung der Fortpflanzungsfähigkeit nach Chemo- und Strahlentherapie.

Die oberärztlich geführte Menopausensprechstunde verspürte im vergangenen Jahr Gegenwind aus USA, nachdem eine grosse, wenn auch unglücklich konzipierte Studie wichtige Vorteile der Hormonersatztherapie im Klimakterium in Frage stellte und allfällige geringfügige Risiken hochstilisierte. Weil die meisten Ergebnisse nicht wirklich schlüssig waren, führten sie zu Kontroversen in den Medien und zu Verunsicherung von Ärzten und Patientinnen. Wie zu erwarten war, beruhigte sich die Angelegenheit im Verlaufe des Jahres wieder. Als wichtigste Konklusion blieb die Notwendigkeit einer sachgerechten und nach klinischen Gesichtspunkten individualisierten Betreuung, wie sie am Universitätsspital schon immer üblich war. Bedenklicher sind die viel zu hohen Ansprüche an Anti-Aging-Therapien mit alternativen Hormonen, deren Dosierung, Auswirkung und Langzeiteffekte noch weitgehend unbekannt sind. Sinn und Unsinn solcher Methoden und deren mögliche Risiken aufzuzeigen wird Aufgabe der nächsten Jahre sein.

Kompetente Familienplanung entsprach weiterhin einem grossen Bedürfnis, nicht zuletzt auch bei Adoleszentinnen. Auf besonderes Interesse stiessen eine neue Methode der Notfallkontrazeption sowie kurz vor der Einführung stehende innovative Systeme, insbesondere ein hormonfreisetzender Vaginalring und ein transdermales Pflaster zur Empfängnisverhütung.

Zur Abklärung und Behandlung sexueller Störungen wurde weiterhin eine durch eine erfahrene Konsiliarärztin und Mitarbeiter der Abteilung für psychosoziale Medizin betreute, meist ausgebuchte Spezialsprechstunde geführt.


Lehre und Forschung

Aufgrund der Aktualität verschiedener Arbeitsgebiete der Klinik, insbesondere der Hormontherapie in der Menopause und der medizinisch-assistierten Fortpflanzung erfolgten zahlreiche Einladungen zu Medienveranstaltungen und Kongressen. In verschiedenen gut besuchten Fort- und Weiterbildungsnachmittagen wurden Themen der Reproduktionsmedizin abgehandelt, während neue Forschungsergebnisse in einem wöchentlichen Fachkolloquium zur Sprache kamen. Alle Kadermitarbeiter erfüllten departementale Lehraufträge und beteiligten sich als Examinatoren oder Koexaminatoren aktiv an den Schlussprüfungen sowie an der Aufstellung von Fragenpools für das Facharztexamen.

Injektion eines Spermiums in eine Eizelle bei männlicher Sterilität (ICSI)

Polkörperbiopsie zur präkonzeptionellen genetischen Diagnostik

Menschliche Blastozyste 120 Stunden nach In-vitro-Fertilisierung

Auf dem Gebiet der durch namhafte Drittmittel unterstützten klinischen Forschung wurden bisher nicht bekannte Wirkungsmechanismen von Sexualhormonen und deren Affinität zu spezifischen Rezeptoren untersucht. Zu erwähnen sind sodann neue Erkenntnisse zum Einfluss von Umweltöstrogenen auf die Tubenfunktion und die menschliche Fertilität. Weitere Projekte beschäftigten sich mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Einfriermethoden für Keimmaterial. Noch in den Anfängen stehen Studien über genetische Polymorphismen bei gestörter Spermatogenese. Schliesslich sollen auch die zum Teil bereits abgeschlossenen Untersuchungen zur Applikation von substitutiven und kontrazeptiven Steroiden und deren metabolischen Auswirkungen aufgeführt werden.


Personelles

Im Berichtsjahr habilitierte sich eine wissenschaftliche Mitarbeiterin auf dem Gebiet der Reproduktionsbiologie, zudem konnte eine neue Forschungsgruppe etabliert werden, welche sich hauptsächlich mit andrologischen Fragen beschäftigen wird. Infolge Verlegung der Hormonlaboratorien musste die Klinik unter grossem Bedauern von einer Reihe von Laborantinnen Abschied nehmen, deren hoher Arbeitseinsatz und teilweise jahrzehntelange Treue nicht unerwähnt bleiben sollen.


Pflegedienst

Der Pflegedienst war durch die zunehmende Komplexität der modernen Behandlungsmethoden, anspruchsvolle Spezialsprechstunden sowie die vielen fremdsprachigen Paare, aber auch durch den immer grösseren administrativen Aufwand und die laufende Reorganisation der Poliklinik besonders gefordert.


Labor

Die in die Klinik integrierten Laboratorien, die sich mit In-vitro-Fertilisierung, intrazytoplasmatischer Spermieninjektion, probatorischen und therapeutischen Spermaaufbereitungen, Spermaanalysen sowie Kryokonservierung von Keimzellen und Vorkernstadien befassen, hatten zahlreiche Aufträge zu erfüllen. Dank grosser Erfahrung der verschiedenen Mitarbeiterinnen konnte allen Anforderungen entsprochen werden. Die im Fortpflanzungsmedizingesetz verlangten behördlichen Kontrollen ergaben keine Beanstandungen, dasselbe gilt für die nationale Qualitätssicherung durch die FIVNAT.


Eckdaten
Medizinisches Angebot
Abklärung und Behandlung von Hormonstörungen, Zyklusanomalien, Androgenisierungserscheinungen, Sterilität, medizinisch-assistierte Reproduktion, hormonelle Prävention und Therapie von Erkrankungen in der Menopause, Geburtenregelung, sexuelle Störungen.

Forschungsschwerpunkte
Reproduktionsbiologie, Umwelthormone, Wirkungsweise von Sexualsteroiden, metabolische Effekte von Kontrazeptiva.


Portraits

PD Dr. med.
Bruno Imthurn
Leitender Arzt
PD Dr. sc. nat.
Raghvendra Dubey
Forschungsleiter
Dr. med.
Estilla Maurer
Oberärztin
Dr. med.
Gabriele Merki
Oberärztin
Dr. med.
Fides Küng
Oberärztin
Dr. med.
Christine Grünenfelder
Oberärztin
Dr. med.
Brigitte Hogg
Oberassistentin
Dr. med.
Sigrid von Eckardstein
Oberassistentin
Dr. sc. nat.
Ervin Macas
Leiter Fertilitätslabor
Ingeborg Baumann
Gruppenleiterin
Pflegedienst
Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich