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Prof. Dr. med. Thomas Lüscher Abteilungsleiter |
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Das Jahr 2002 war für die Kardiologie ein besonders wichtiges und erfolgreiches Jahr. Er markiert seit der Neuordnung der Kardiologie in ihrer jetzigen Form im Jahre 1996 einen weiteren wichtigen Wendepunkt. Durch die Neubesetzung der Leitenden Positionen im Bereich Invasive Kardiologie und Herzinsuffizienz durch kompetente Staff-Ärzte konnte ein integratives Team komplettiert werden. Die weitere Zunahme der klinischen Leistungen, insbesondere auch im kompetitiven, interventionellen Bereich, kann als Ausdruck dieser erfolgreichen Neustrukturierung gewertet werden. Mit 76 Originalarbeiten und zahlreichen Übersichtsarbeiten, überwiegend in den führenden Journals des Fachgebietes, sowie vielen Buchkapiteln, Fallberichten und Letters, wurden wichtige wissenschaftliche Beiträge geleistet. Die kardiovaskuläre Forschung Abteilung wurde zudem in einer unabhängigen Untersuchung als international meistzitierte Gruppe der deutschsprachigen Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz) in den Fachgebieten Kardiologie-Angiologie-Herzchirurgie-kardivaskuläre Grundlagenforschung ermittelt.
Die klinische Kerntätigkeit der Kardiologie umfasst die invasiven und interventionellen Leistungen bei Patienten, die stationär leider immer noch im Rahmen des Bettenpools des Departments für Innere Medizin betreut werden, weiterhin die kardiologische Ambulanz zur umfassenden Betreuung von Patienten, die nicht von niedergelassenen Kardiologen versorgt werden, die Rhythmologie mit den Tätigkeitsfeldern Rhythmussprechstunde, elektrophysiologischer Diagnostik und Therapie sowie Schrittmacher/ICD, die Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz und Transplantation, sowie bildgebende Dienstleistungen für das gesamte Universitätsspital wie die Echokardiographie und die Nuklearkardiologie. In Aufbau befindet sich die Arbeitsgruppe kardiales MRI. In der interventionellen Kardiologie konnte im Jahr 2002, nicht zuletzt durch die Erweiterung der Gesamtkapazität durch die Coronary Care Unit und durch die Kooperation mit dem Kantonspital Winterthur, ein Wachstum von 24% im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden.
Um die immer noch mehrwöchigen Wartezeiten für elektive Herzkatheteruntersuchungen zu verkürzen, freuen wir uns insbesondere darüber, dass der Regierungsrat des Kantons Zürich am 11. Dezember 2002 die Einrichtung einer dritten Koronarangiographieanlage bewilligt hat. Erst mit der Zuteilung eigener Betten, die wir im Verlauf des Jahres 2003 erwarten, wird die Kapazität der Nachfrage angepasst werden können.
Lehre
Die Kardiologie deckt die entsprechenden Abschnitte in der studentischen Ausbildung in den klinischen Untersuchungskursen sowie den Vorlesungen für Pathophysiologie und Klinik ab. Darüber hinaus wird durch die in das Physiologische Institut am Universitätszentrum Irchel integrierte Forschungsgruppe teilweise der Studentenunterricht für Physiologie (Herz- und Gefässe) gegeben, im vergangenen Jahr auch alle Vorlesungen sogar überwiegend durch die Kardiologie unter Einbeziehung nahezu des gesamten Staffs. Weiterhin stehen die Fortbildungsveranstaltungen (siehe unten) auch im Rahmen der Lehre offen.
Forschung
Die Evaluation des Departements für Innere Medizin durch die Evaluationsstelle der Universität objektivierte eine führende Position der Kardiologie in den Bereichen Forschung, Nachwuchsförderung und eingeworbene Drittmittel, was gleichzeitig auch deutlich macht, dass es weiterhin gro§er Anstrengungen bedarf, dieses hohe Niveau langfristig zu aufrecht zu halten und weiterzuentwickeln.
Die Forschung der Kardiologie hat eine duale Struktur: Die Forschungsgruppe Vaskuläre Biologie, die in Laboratorien und klinischen Räumen des Physiologischen Instituts am Irchel untergebracht ist, und die klinischen Forschungsgruppen aus den jeweiligen Bereichen, die kompetitiv von überwiegend habilitierten Mitgliedern des Staff geführt werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Forschungsgruppe am Irchel war im letzten Jahr ein durch wissenschaftliche EU-Gelder ma§gebend unterstütztes Kooperationsprojekt mit der Industrie zur Erforschung und Behandlung der Restenose nach koronarer Stentimplantation. Aus diesem Projekt geht auch eine letztes Jahr vom Universitätsrat bewilligte Assistenzprofessur hervor, für die das Berufungsverfahren Anfang 2003 abgeschlossen wurde.
Im Jahr 2002 haben 6 Oberärzte das Habilitationsverfahren für Kardiologie erfolgreich beendet.
Fort- und Weiterbildung
Im Jahr 2002 befanden sich 19 Assistenten in der Ausbildung zum FMH Kardiologie, 2 davon erwarben den FMH Kardiologie. Neben der Ausbildung in den oben genannten Bereichen nach dem Rotationsprinzip werden an vier Tagen spezifische Weiterbildungsveranstaltungen (Journal Club, Klinische Fallvorstellungen, Wissenschaftskonferenz, Morbidity and Mortality, Cardiology Rounds) angeboten, die auch für die Weiterbildung der niedergelassenen Kollegen des Fachgebietes offen stehen und teilweise in Zusammenarbeit mit dem Verein Zürcher Kardiologen organisiert werden.
Kongresse und Symposien
Die Fortbildungen der Kardiologie werden durch EduCor, das Fortbildungszentrum der Stiftung für Herz- und Kreislaufforschung konzipiert und organisiert. Insgesamt wurden im Jahr 2002 acht Fortbildungen und eine öffentliche Veranstaltung durchgeführt. An diesen Anlässen wurden 1200 Teilnehmer begrüsst, 142 Referenten hielten Vorträge und Workshops, und 24 Sponsoren sagten ihre Unterstützung zu. Eine internationale Resonanz fanden insbesondere:
"The Practice of Evidence-Based Cardiology", Feusisberg, 27.-29. Juni 2002. Hier trafen sich zum zweiten Mal innerhalb zweier Jahre Meinungsbildner der Kardiologie aus Europa und Nordamerika in Feusisberg, um mit Kardiologen und Internisten über neue klinische Studien bei Herzkrankheiten und deren Umsetzung in die Praxis zu diskutieren.
"25th Anniversary of Percutaneous Transluminal Coronary Angioplasty", Zürich 16. September 2002. Dieses Symposium wurde in Gedenken an den Erfinder der Ballondilatation, Dr. Andreas Grüntzig veranstaltet. Vor 25 Jahren, am 16. September 1977 wurde am UniversitätsSpital Zürich die weltweit erste perkutane transluminale koronare Angioplastie (PTCA) am Patienten durchgeführt. Seither hat sich die Kardiologie rasant weiterentwickelt. Nebst namhaften Referenten sprach auch der erstbehandelte Patient, Herr Adolf Bachmann, über seine Erfahrung als Pionier.
Personelles
Im Bereich des ärztlichen Staff traten neu ein: PD Dr. F.R. Eberli als Leitender Arzt (vorher Leitender Arzt, Departement Herz-und Gefässe, Inselspital Bern), Dr. Marco Roffi als Oberarzt (vorher Fellow for Cardiovascular Intervention, Cleveland Clinic, Cleveland, USA), Dr. Roberto Corti, als Oberarzt (vorher Assistant Professor of Cardiology, Mount Sinai Medical Center, New York), und Prof. Felix Tanner als Assistenzprofessor (vorher Oberarzt, Departement Herz- und Gefässe, Inselspital Bern).
Prof. F.W. Amann und Prof. W. Kiowski wechselten in die Privatpraxis. PD Dr. Hans-Peter Brunnner, wissenschaftlicher Oberarzt, nahm eine Stelle am Kantonspital Basel an.
Pflegedienst
Im Pflegedienst konnten im Herzkatheterlabor die Leitung und einige Stellen neu besetzt und dadurch die Arbeitsabläufe und -atmossphäre deutlich verbessert werden. Der Pflegedienst erhielt im Rahmen der Bewilligung das Ausbaus der Herzkatheterlabors zusätzliche Stellen, welche zum Teil erst 2003 besetzt werden.
Auszeichnungen und Ehrungen
Top 0.5% most cited Scientists (Institut for Scientfic Information, Philadelphia, USA): Prof. T.F. Lüscher
Meist zitierte Forscher des deutschen Sprachraumes (A,D,CH):
Platz 1: Prof. T.F. Lüscher; Platz 28: Dr. L. dUscio; Platz 32: PD Dr. F. Cosentino
Top 1% Kardiologie: Prof. G. Noll
Ausblick
Insgesamt war das Jahr 2002 eines der erfolgreichsten Jahre der Kardiologie seit 1996. Die Neustrukturierung des Staff lässt für die nächsten Jahre eine kontinuierliche und ehrgeizige Weiterentwicklung des Angebotes an klinischen Dienstleitungen erwarten. Ebenso erwarten wir, nicht zuletzt dank des dritten Herzkatheterlabors, eine positive Entwicklung der Forschungsaktivitäten in diesem Bereich, der bislang unter Kapazitätsengpässen litt. Die in den Publikationen des Jahres 2002 dokumentierten wissenschaftlichen Leistungen werden uns Verpflichtung zu anhaltender Produktivität sein.