| Im Spannungsfeld zwischen steigenden Ansprüchen und Sparpolitik |
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Prof. Dr. med. Borut Marincek, Institutsdirektor |
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Das vergangene Berichtsjahr war gekennzeichnet durch das zunehmend gewandelte Umfeld, in welchem sich das Institut für Diagnostische Radiologie (IDR) behaupten muss, will es einerseits den Dienstleistungsauftrag im Rahmen des USZ und andererseits den akademisch universitären Auftrag zufriedenstellend erfüllen.
Während die Gesamtuntersuchungszahl 2002 um 2.5% gesteigert werden konnte, beobachteten wir auch dieses Jahr eine Zunahme der ausserhalb der regulären Arbeitszeiten angefertigten radiologischen Untersuchungen. Im Berichtsjahr wurden 30.5% aller Untersuchungen ausserhalb der regulären Arbeitszeiten und an Wochenenden durchgeführt. Diese Entwicklung erfordert erhöhte Anforderungen an die Personaleinsatzplanung und eine vermehrte Bereitschaft zu unregelmässigen Arbeitszeiten bzw. eine vermehrte Flexibilität von Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ein weiterer im Berichtjahr fortgesetzter Trend ist die relative Zunahme von komplexen Untersuchungen wie Computertomographie (CT) und perkutanen interventionellen Eingriffen. Die Zunahme von komplexen radiologischen Untersuchungen und Eingriffen drückt sich nicht nur in der Anzahl der gemachten Untersuchungen bzw. Eingriffen, sondern viel mehr in der Komplexität des Patientengutes aus. Vorallem das Befunden von radiologischen Untersuchungen wird zunehmend anspruchsvoller und komplexer, da wir in unserem Patientengut eine zunehmende Multimorbidität und eine Zunahme von als "seltenen" geltenden Krankheiten feststellen. Der rasche Erkenntniszuwachs in der Medizin zusammen mit den verbesserten therapeutischen Möglichkeiten ergibt gesteigerte Anforderungen an die Bildgebung, welche nicht nur zur Diagnosestellung sondern auch zur Verlaufs- und Therapiekontrolle von durchgeführten Behandlungen werden. Es ist aber nicht nur die Komplexität der Krankheiten und die gesteigerten Anforderungen von Seiten der Kliniker, welche zunehmende Ansprüche an die Bildgebung stellen, es sind dies auch die Patienten selbst, welche informiert durch die Medien, ihren Anspruch auf eine moderne mögliche Bildgebung formulieren. Als weiterer Faktor kommt hinzu, dass die Radiologie im öffentlichen Gesundheitswesen in einem zunehmendem Wettbewerb mit privat-radiologischen Praxen oder Instituten sowie Privatspitäler steht, welche bewusst auf die Investition in modernste Apparaturen zur Steigerung ihrer Attraktivität und Marktvorherrschaft setzen. Diese Überlegungen machen deutlich, dass ein universitäres radiologisches Institut seinen Auftrag nur erfüllen kann, wenn es mit modernsten Gerätschaften ausgerüstet ist. Aus universitärer und akademischer Sicht kommt zusätzlich noch ein weiteres Element hinzu, welche diese Nötigkeit unterstreicht. Die in den letzten Jahren zunehmende internationale Kompetition auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung erfordern neuste technische Geräte, um international in der Forschung erfolgreich zu sein, da Radiologie ein Paradebeispiel ist, wo Forschung vorwiegend in der Einführung, Weiterentwicklung oder Neuanwendungen von technischen Errungenschaften besteht.
Im Berichtsjahr machte das Institut die Erfahrung, dass die Bereitschaft, in modernste Technologie zu investieren auf Grund der angespannten Finanzsituation zunehmend schwindet. So konnte ein modernes 16-Zeilen Spiral CT-Gerät nur verzögert dank Drittmittel beschafft werden. Dieses in der täglichen Routine eingesetzte Gerät eignet sich besonders zur Darstellung des Herzens und der Gefässe.
Im Jahre 2002 wurde das Vorprojekt im Rahmen des Tri-PACS (Picture and Archiving Communication System, PACS) erfolgreich abgeschlossen. Das PACS soll künftig eine vollständig digitale Bilbefundung, -bearbeitung, -archivierung und Bildzustellung an die Zuweisenden ermöglichen. Wir hoffen sehr, dass dieses mit dem Kantonsspital Winterthur und dem Stadtspital Triemli gemeinsame Projekt im Jahre 2003 definitiv realisiert werden kann, damit unser Institut auch auf diesem Gebiet den Anschluss an eine Technologie nicht verliert, welche heute beinahe schon fast zum Standard von dem mit unserem Haus vergleichbaren Spitälern gehört.
Auf Ebene der ärztlichen Mitarbeiter haben wir im Jahre 2002 in Zusammenarbeit mit Frau PD Dr. med. B. Buddeberg, Psychosoziale Medizin USZ, ein "Mentoring-Projekt" durchgeführt. Das Mentoring versteht sich als Instrument der Nachwuchsförderung, wo innerhalb von begleiteten Gruppengesprächen die berufliche Karriere der einzelnen Mitarbeiter besprochen und Planungshilfen zur Realisierung der Karriereschritte gegeben werden.
Ein Höhepunkt in gesellschaftlicher Hinsicht war der Institutsausflug an die Expo 02. Bei wunderschönem Sommerwetter hatten die meisten Institutsangehörigen die Gelegenheit, sich von den Arteplagen in Yverdon und in Murten faszinieren zu lassen. Der Ausflug war ein unvergessliches Erlebnis und wurde von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen sehr geschätzt.
In personeller Hinsicht ist die Wahl von Frau Dr. Ursula Wolfensberger, Oberärztin am IDR, zur Chefärztin der Radiologie am Spital Zimmerberg zu erwähnen. Wir wünschen ihr in ihrer weiteren Tätigkeit viel Erfolg und persönliche Befriedigung.
Lehre und Forschung
PD Dr. D. Weishaupt
Prof. B. Marincek
Gegenüber dem letzten Jahr konnten die Aktivitäten des IDR im Rahmen der "Lehre und Forschung" weiter ausgebaut werden. Das Institut organisierte im Frühjahr erfolgreich den Grundlagenkurs in Magnetresonanz (MR)-Bildgebung. Im September wurde der Modulkurs "Abdominal MR" im Rahmen des ERASMUS-Kurses durchgeführt, welcher bei den zahlreichen in- und ausländischen Teilnehmern und Teilnehmerinnen auf sehr positives Echo stiess.
Zahlreiche Publikationen, teilweise in den hochrangigsten radiologischen Fachzeitschriften, Buch- und Kongressbeiträge sowie die eingeladenen Vorträge sind Ausdruck der aktiven und erfolgreichen Forschungstätigkeit am IDR. Besonders ist auch wiederum zu erwähnen, dass mehrere Mitarbeiter am IDR im Jahre 2002 mit wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet wurden.
Die erfolgreiche Forschungstätigkeit wurde teilweise durch diverse Forschungsgrants ermöglicht, ohne die die Forschungsaktivität im jetzigen Umfang nicht möglich wäre.
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| Das Ärzteteam des Instituts für Diagnostische Radiologie |
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| Das MTRA-Team sowie Mitarbeiter der Kanzlei und des Archivs |
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| 16-Zeilen Spiral CT, welcher im Berichtsjahr dank Drittmitteln neu beschafft werden konnte |
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| Dr. Pfammatter, Leitender Arzt (rechts im Bild) an einem perkutanen interventionellen Eingriff im Angiographieraum |
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Dreidimensionale Rekonstruktion einer Computertomographie (CT) zeigt eine perkutan unter Durchleuchtung eingelegte Gefässprothese in der absteigenden Hauptschlagader (Aorta) |
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| Aus der IDR Forschung: Neuartige Anwendung von eisenhaltigen MR Kontrastmitteln, welche spezifisch von Entzündungszellen in einem Weichteilinfekt aufgenommen werden. Das intravenös applizierte Kontrastmittel wird von Entzündungszellen "gefressen" und ist als dunkles Signal (Pfeil) erkennbar. |
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Im histologischen Präparat erkennt man die in der Zelle gelegenen Eisenablagerungen als blaue Einschlüsse (Pfeil) |
Portraits
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Dr. med. Thomas Pfammatter Leitender Arzt |
Dr. med. Elisabeth Garzoli Leitende Ärztin |
PD Dr. med. Dominik Weishaupt Leitender Arzt |