Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002
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Zahlen und Fakten
Dept. Medizinische Radiologie
Institut für Nuklearmedizin
Nuklearmedizin - Molekulare Bilder

Prof. Dr. med.
Dr. rer. nat.
Gustav K.
von Schulthess
Institutsdirektor
In diesem Jahr war die Nuklearmedizin weiterhin mit der klinischen Anwendung des neuen PET/CT Scanners beschäftigt. Durch zahlreiche Publikationen wurde unsere führende Stellung in diesem Bereich dokumentiert. Die Technologie hat sich weltweit rasant entwickelt und wir sind stolz darauf, hier als erste klinisch mit dabei gewesen zu sein. Im Berichtsjahr wurden rund 1700 PET/CT Untersuchungen durchgeführt. Weiterhin starke Zunahmen verzeichnen die Nuklearkardiologie (+25%) und das präoperative Aufspüren der wichtigsten Lymphknoten bei Tumorpatienten (+30%). Seit 1998 haben die Zahl der Untersuchungen bei praktisch gleicher Mitarbeiterzahl und bei gleichzeitiger Zunahme der Komplexität um 50% zugenommen, im Berichtsjahr um 5%!

Die Nuklearmedizin am USZ hält klinisch weiterhin die vorderste Front bei der integrierten PET/CT (Positronen-Emissions-Tomographie (PET) / Computertomographie (CT)) und neu auch der integrierten SPECT/CT. Diese Methoden werden vorwiegend in der Tumordiagnostik, aber auch der Infektdiagnostik eingesetzt. Damit kann die NUK nun bei allen Staging-Fragen präzise Auskunft über die Lokalisation von Befunden geben. Weitere Schwerpunkte klinischer Tätigkeit sind Schilddrüsendiagnostik und -therapie, Neuro- und Kardio-Nuklearmedizin, die alle stark durch interdisziplinäre Kooperationen geprägt sind. Eine weitere wichtige Einheit ist die Radiopharmazie, welche Radiotracer für Klinik und Forschung aufbereitet. Dank einer Neustrukturierung und der Anstellung eines Produktionschefs (siehe Foto) konnte die FDG-Produtkon, des wichtigsten PET-Tracers signifikant verbessert werden, so dass Lieferverzögerungen kein Thema mehr sind. Die Radiopharmazie versorgt auch mehrere PET Scanner ausserhalb des USZ mit FDG.


Nuklearmedizin

Die Skelettszintigraphie war im Berichtsjahr signifikant rückläufig (-15%), was wahrscheinlich primär auf eine Verlagerung ins PET zurückzuführen ist, während Lungen- und Schilddrüsenszintigraphie leicht zunahmen (+ca. 10%. Erneut markante Zunahmen hatten der nuklearkardiologische Bereich (+24%), die Nierenszintigraphie (+36%) und die Lymphoszintigraphie (+30%) zu verzeichnen. Die Zunahme der Lungenszinti ist auf den vermehrten Einsatz in der seitengetrennten Perfusionsbeurteilung zurückzuführen, die Zunahmen in den andern Bereichen darauf, dass eine gute Dienstleistung vermehrt Untersuchungen nach sich zieht.


Schilddrüsen- und Therapiebereich

Die ambulante Schilddrüsensprechstunde verzeichnete einen Zuwachs um 21% bei etwas rückläufiger Bildgebung und leichter Zunahme der Therapien. Die Schmerztherapien von Knochenmetastasen waren rückläufig, wahrscheinlich weil die Methode doch nicht ganz so erfolgreich wie erhofft ist.


Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Die Einführung der klinischen integrierten PET/CT Untersuchungen im März 2001 hat sich als voller Erfolg erwiesen. Dies zeigt sich einerseits in den Untersuchungszahlen: wir haben im 2002 über 1700 Patienten mit PET/CT untersucht (+PET/CT hochgerechnet 28%; PET insgesamt +2.3%), anderseits in der weltweit rasanten Ausbreitung dieses Verfahrens: es sind mittlerweile rund 150 Systeme weltweit installiert oder verkauft. Seit Inbetriebnahme des Systems sind damit bei uns schon über 2700 Patienten untersucht worden. Die Vorzüge des Verfahrens werden von unsern Zuweisern sehr geschätzt, denn oft liefert PET/CT wesentliche neue Informationen. Dass dies nicht nur Fallbasiert so ist, sondern auch statistisch, zeigen verschiedenste wissenschaftliche Arbeiten. Dank unserem "Frühstart" in der Anwendung von PET/CT kommt auch ein wesentlicher Teil der Publikationen von uns und die Daten zeugen klar davon, dass dieses Verfahren die Methode der Zukunft bei der Beurteilung der Ausdehnung von Tumorerkrankungen ist. Nicht überraschend ist, welches das USZ damit ein Vorzeigezentrum für potentielle Käufer eines PET/CT Systems geworden ist: über 50 verschiedene Gruppen haben uns im Berichtsjahr besucht.


Tumordiagnostik und -staging ist die wichtigste Indikation
zur PET und PET/CT

Leider ist das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) - interessanterweise auch für die Krankenkassen nicht nachvollziehbar - weiterhin nicht bereit, einige wichtige Indikationen zur PET, wie HNO-, Oesophagus-, Schilddrüsen- und gynäkologische Tumoren als Pflichtleistung anzuerkennen. Deshalb sind wir nun dazu übergegangen, von den KK Kostengutsprachen zu verlangen, welche insgesamt und erfreulicherweise meist positiv beantwortet werden. Es besteht damit weiterhin das ungute Gefühl, dass hier am "falschen Ort" im Gesundheitswesen ein Exempel statuiert werden soll, wie man die Kosten eindämmen könnte.


Zyklotron und Radiopharmazie

Der Bereich Zyklotron / Radiopharmazie ist ein etablierter Lieferant von FDG in der Schweiz und unsere Produktion läuft nun auch auf einem kommerziell hohen Niveau. Klinisch werden neben FDG auch eine markierte Aminosäure (F-Aethyltyrosin sowie Raclopride als Marker für die Parkinsonerkrankung eingesetzt, und Wasser- und Ammoniakstudien zur Beurteilung der Herz- und Hirndurchblutung angewendet.
Die Forschungsarbeiten auf dem radiopharmazeutischen Gebiet wurden im Rahmen der Aktivitäten des "Zentrums für radiopharmazeutische Wissenschaft der ETH, PSI und USZ" unter der Leitung von Prof. Dr. P.A. Schubiger. ETH durchgeführt und im entsprechenden Jahresbericht beschrieben.

Die Nuklearmedizin ist in zwei Bereichen als Partner direkt mitbeteiligt: im MR-Zentrum des DMR, in welchem ebenfalls grosse Nachfrage nach Untersuchungen besteht, und der Knochendensitometrie, die von der NUK und der Rheumaklinik im Rahmen des Osteoporosezentrums USZ betrieben wird.


Forschung

Die Forschungsaktivitäten in der Nuklearmedizin konzentrierten sich weiterhin auf PET, PET/CT und MR. Sie reichen von technischen über klinisch direkt relevante zu basiswissenschaftlichen Projekten.
Grundlegende Fragen bei der Anwendung der PET/CT und klinische Studien wurden durchgeführt und abgeschlossen. Unsere Daten zeigen, dass beim Tumorstaging PET/CT sensitiver und spezifischer als PET oder PET und CT separat sind. Entsprechend wird die Diagnose präziser und praktisch unabhängig vom beurteilenden Arzt. Es besteht für uns kein Zweifel, dass sich PET/CT bei vielen Tumorarten zum wichtigsten bildgebenden Diagnoseverfahren entwickelt.
Weiter weisen erste vielversprechende Resultate darauf hin, dass der PET/CT möglicherweise auch in der Infektdiagnostik ein ähnlicher Stellenwert zukommt.
Die enge Zusammenarbeit mit den Anwendern innerhalb und ausserhalb des USZ hilft uns, weiter zu differenzieren, wie diese hervorragende Methode optimal einzusetzen ist. Gleichzeitig muss aber auch betont werden, dass die NUK momentan über einen hervorragenden Mitarbeiterstab verfügt, und ein optimaler Teamgeist herrscht. Entsprechend sind auch klinische und wissenschaftliche Höchstleistungen möglich.

Im PET-Zentrum wurden auch wichtige Grundlagenwissenschaftliche Projekte bearbeitet.
Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. A. Buck befasst sich mit der regionalisierten zerebralen Verarbeitung von assoziativem Lernen, zerebralen Effekten von Psychopharmaka, der Schlafforschung und den zerebralen Effekten der Mobiltelefonie; dies mittels funktionellem PET und MRI. Eine Stärke dieses integrativen Zugangs ist, dass ein Methodenvergleich möglich ist und die Datenauswertung konsistent mit gleichen Programmen vorgenommen werden kann. Zusammenarbeiten verbinden uns mit vielen internen Partnern und der Uni Genf. Ein grosser Forschungsauftrag der Firma Glaxo-Smith-Kline mit wissenschaftlich sehr interessanten Ergebnissen konnte abgeschlossen werden.

Im Herzbereich werden Methoden und Mechanismen der Herzdurchblutung im MR und PET analysiert. Die Arbeiten in diesem Bereich sind interessant, da sie unmittelbare klinische Anwendungen der Forschungsergebnisse versprechen. Ein sehr erfolgreiches und an führende internationale Zentren lizenziertes Softwarepaket zur PET Datenanalyse namens P-Mod wird von Dr. C. Burger mit einer polnischen Forschergruppe laufend weiter entwickelt.

Eine grosse Anzahl (>25) wissenschaftlicher Arbeiten, vor allem zum Thema PET/CT wurden im Berichtsjahr zur Publikation akzeptiert oder sind erschienen. Entsprechend waren viele Mitarbeiter der NUK zu wissenschaftlichen Vorträgen auf der ganzen Welt eingeladen und wir haben an zwei Daten erfolgreich Kurse zur Anwendung dieser Methode am USZ durchgeführt. Mit einem sorgfältigem Einsatz unserer Mittel und dank grosszügiger Unterstützung verschiedener Stiftungen ist unsere internationale Position in den bearbeiteten Wissenschaftsgebieten erfreulich. Ebenso erfreulich ist, dass im Berichtsjahr unser Mitarbeiter Prof. Buck einen Ruf nach Innsbruck abgelehnt hat und seit Oktober 2002 Extraordinarius der Uni Zürich für Nuklearmedizin ist.


Eckdaten
Medizinisches Angebot
Untersuchungen Total 6992
Untersuchungszunahme gegenüber 2001 5%
davon im PET 2.3%
davon im PET/CT 28%*

Schilddrüsenambulanz
21%
Nuklearkardiologie 24%
*
hochgerechnet, da PET/CT erst seit März 2001 betrieben

Forschungsschwerpunkte
PET: klin. Anwendung von PET/CT
PET: Tumordiagnostik
PET: Infektdiagnostik
PET und fMRI bei Lernprozessen
PET: F-Aethyltyrosin
PET: F-Aethylcholin
PET: Endothelfunktion im Bild
SPECT: Anwendung von SPECT/CT


Portraits

Alfred Buck
Extraordinarius NUK
Gabrielle Hasler
C-MTRA NUK
Dr. Rolf Hesselmann
Chef Radiopharmaka-
produktion PET
(Mann des Jahres
2002 NUK)

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich