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Prof. Dr. med. Yasuhiro Yonekawa Klinikdirektor |
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Auch im Jahr 2002 haben wir über 1000 Patienten, aus dem Kanton Zürich ebenso wie von ausserkantonal und aus dem Ausland kommend, operativ behandeln können. Ebenso engagiertes wie hochqualifiziertes Personal der Operationssäle, der einzelnen Stationen (M, N, J West), der Interdisziplinären Überwachungsstation und der Neurointensivstation hat hierbei immer mehr im Sinne einer interdisziplinären Koordination und Routine harmoniert. Dass diese grosse Anzahl von Patienten auch im Hinblick auf die Qualität hochstehend therapiert werden konnte, ist zu einem wichtigen Anteil der Unterstützung der Rehabilitationskliniken zu verdanken.
Eine internationale neurochirurgische Zusammenkunft, "The First Symposium on Intraoperative Imaging in Neurosurgery", hat im Januar im USZ stattgefunden. An dem Symposium zu diesem aktuellen Thema haben ca. 200 Interessierte aus dem In- und Ausland teilgenommen, und gegen Ende des Jahres konnten wir zwei Proceedings als Supplement der Acta Neurochirurgica (Springer, Wien) vorstellen, einerseits (als Ergebnis eines entsprechenden internationalen Symposiums aus dem Vorjahr) "New Trends in Cerebral Aneurysm Management", und andererseits "Intraoperative Imaging in Neurosurgery" ( Fig. 1).
Die in unserem Labor seit dem Jahr 1967 bestehenden Mikrochirurgiekurse sowie die seit 1996 jährlich angebotenen "Hands-on-Anatomie-Mikrochirurgie"-Kurse (in Zusammenarbeit mit dem Anatomischen Institut Zürich Irchel) haben schweizerischen und ausländischen Ärzten Gelegenheit geboten, ihre fachliche Weiterbildung zu erweitern. Diese Kurse haben ein sehr positives Echo.
Frau Dr. N. Khan, ehem. Oberassistentin an unserer Klinik, wurde zur Oberärztin befördert.
Ein neuer operativer Zugang zu hinteren
temporomedialen Strukturen
Ein im Jahr 2001 von uns in Journal of Neurosurgery veröffentlichter operativer Zugang bei der in Zürich traditionellen Sitzposition erhält relativ rasch internationale Anerkennung. Es handelt sich hier um einen supracerebellären, durch mikrochirurgische Technik geschaffenen Zugang, bei dem das Tentorium von unten her über das Kleinhirn geschnitten wird (Supracerebellar Transtentorial approach, SCTT), womit die obengenannten Strukturen direkt zum Vorschein kommen. Die genannte Gegend gilt immer als schwer erreichbar, wobei dieses besonders für die dominante Grosshirnhemisphäre (linke Hemisphäre bei Rechtshändern und -innen) problematisch war. Mit dieser neuen Methode kann man die Tumoren oder Gefässmissbildungen dieser Region ohne Beeinträchtigung der wichtigen gesunden Strukturen sanieren. Sie ist zudem geeignet für die posteriore Hippocampektomie (die mit der bisherigen Methode: Zürichs Spezialoperation nach Yasargil/Wieser nicht durchführbar war) gegen pharmakotherapieresistente Epilepsie.
Weiterhin können mit diesem Zugang gewisse spezielle mikrochirurgische Bypassoperationen für eine bessere Durchblutung der Hirnstamm- und Kleinhirngegend durchgeführt werden (Fig.2.3).
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Fig. 2 obere Reihe: MRI zeigen ein Cavernom im rechten Hippocampus untere Reihe: (links) Zeichnung des Zugangs (rechts) Postoperatives CT des entfernten Cavernoms |
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Fig. 3 Zeichnung der Bypass-Operation zur Förderung der Durchblutung in der hinteren Schädelgrube: A. occipitalis (OA) und A. cerebri posterior (PCA) |
Illustrationen: Peter Roth
Neurochirurgische Poliklinik
Dr. med. Miroslava Bjeljac
In den letzten vier Jahren ist in der Neurochirurgischen Poliklinik folgende Entwicklung zu vermerken:
Wurden im Jahr 1998 insgesamt 1088 Patienten untersucht, so steigerte sich diese Zahl kontinuierlich, bis wir im Jahr 2002 1642 Patienten betreuen konnten, was einer Zunahme um mehr als 50 % entspricht.
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Durchführung regelmässiger postoperativer Verlaufskontrollen. Dies beinhaltet neben der klinischen neurologisch/neurochirurgischen Untersuchung auch die Planung notwendiger diagnostischer Spezialuntersuchungen (neuroradiologische Verlaufskontrollen, PET, SPECT, spezialärztliche Konsilien) sowie Koordination der Behandlungskonzepte mit anderen Abteilungen.
Darüber hinaus beurteilen wir neu zugewiesene Patienten bezüglich neurochirurgischer Therapiemöglichkeit. Bei diesen Patienten werden auch die präoperativen ambulanten Abklärungen von uns übernommen. Ferner werden die durch externe Zuweiser angemeldete Patienten im Rahmen einer "Second Opinion" beurteilt.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Aktivität ist die neuro-onkologische Sprechstunde. Im Rahmen dieser Sprechstunde werden die Patienten mit malignen Hirntumoren betreut. Wir betreiben auf diesem Gebiet auch klinische Forschung, d.h. dass wir neue Substanzen sowie zusatztherapeutische Verfahren untersuchen. Diese Aktivitäten bieten den Patienten die Gewähr, dass sie stets von den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen profitieren können. Ebenso sind im Rahmen von klinischen Studien die jeweils neuesten Substanzen zur Therapie maligner Hirntumore verfügbar. Unsere Sprechstunde ist an internationalen Forschungsprogrammen beteiligt.
In der Neurochirurgischen Poliklinik werden zudem alle Patienten mit Subarachnoidalblutung 3 und 12 Monate postoperativ nach besonderen Kriterien sowohl neurologisch als auch neuropsychologisch ausführlich untersucht. Die Daten werden detailliert protokolliert und in die laufende Studien bezüglich neurologische und neuropsychologische Outcomes integriert.
Die Röntgen-Bilder aller neuroradiologisch mittels CT oder MRI ambulant untersuchten Patienten (mit oder ohne anschliessender neurologischer Untersuchung in unserer Poliklinik) kommen direkt zu uns und werden nicht mehr, wie in den vergangenen Jahren am Röntgenrapport gezeigt. Bei allen Auffälligkeiten besprechen wir die Befunde jeweils mit dem Operateur. In den letzten 12 Monaten waren es über 1000 CT- und MRI-Bilder, welche wir in dieser Weise beurteilt haben.
Die Neurochirurgische Poliklinik wird von Frau Dr. M. Bjeljac, Fachärztin für Neurologie, geleitet. Unter ihrer Supervision arbeitet ein erfahrener Assistenzarzt in der Sprechstunde mit. Die Indikation für einen neurochirurgischen Eingriff wird zusammen mit unserem Klinikdirektor, Herrn Prof. Dr. Y. Yonekawa, festgelegt.
Pflegedienst
1st Symposium on Intraoperative Imaging In Neurosurgery
Bereits im Juli 2000 wurde in der Neurochirurgischen Operationsabteilung die PoleStar N-10 MRI Maschine (Intraoperative Neuronavigation) installiert. Dieses Gerät macht es möglich, stereotaktische Operationen im Gehirn durchzuführen. Diese Neuerung hatte grosse Auswirkungen auf unseren Betrieb, da sie die Öffnung eines weiteren Operationssaales erforderte und das neue Verfahren eine Erweiterung der Fachkompetenz des Pflegepersonals nötig machte. Dieses absolvierte ein umfassendes Training und eignete sich grundlegendes Wissen an, das auf diesem Spezialgebiet erforderlich ist.
Im Zusammenhang mit dem Kongress im Januar 2002 (siehe Bericht Prof. Yonekawa) erhielt das OP-Pflegeteam die interessante Aufgabe, erstmals ein Symposium über die pflegerischen Aufgaben der OP-Pflegefachfrauen beim Einsatz des intraoperativen Neuronavigationsystems (PoleStar N-10 MRI), durchzuführen.
Der Anlass stiess auf grosses Interesse mit internationalen Teilnehmern, aus denen sich auch einige Referentinnen rekrutieren liessen.
Die ganze Vortragsreihe wurde von Dias begleitet, so dass alle Abläufe nachvoll-ziehbar waren und Instrumente, Materialien sowie die Patientenlagerung gezeigt werden konnten.
Schwerpunkte
- Richtlinien und Sicherheit beim Arbeiten in einem magnetische Umfeld.
- Patienten- und Personalsicherheit
- Implementierung eines funktionierenden Raumstandards
- Instrumentarium und Ablaufzusammenstellung
- Besonderheiten der Patientenlagerung
- Ausbildung der OP-Pflegefachfrauen
- Verschiedene Navigationssysteme
- Besichtigung des Operationssaal mit PoleStar sowie Instrumentarium inkl. Zubehör.
- Podiumsgespräch, in welchem die Unterschiedlichkeiten im Umgang mit den verschiedenen Navigationssystemen diskutiert wurden sowie Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Die Wichtigkeit des kontinuierlichen Weiterlernens und auf dem Laufenden zu sein wurde nach diesem erfolgreichen Anlass betont und der Wunsch nach einem zweiten Symposium in naher Zukunft geäussert.
Die gemeinsame Verantwortung des neurochirurgischen OP-Teams für die Durchführung des Symposiums wurde als Bereicherung und wertvolle Teamerfahrung erlebt.
Portraits
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Lis Bürgi Leiterin Pflege |
Mary Ann Mulqueen dipl. Pflegefachfrau OP |