Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002
Departemente, Kliniken und Institute
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Institut für klinische Pathologie
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für physikalische Medizin
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Zahlen und Fakten
Dept. Pathologie
Institut für klinische Pathologie
Breitgefächerte und gleichzeitig hochspezialisierte Diagnostik und Forschung

Prof. Dr. med.
Philipp U. Heitz
Institutsdirektor
Vorsteher
Departement Pathologie

Das Institut für Klinische Pathologie bewältigt den Hauptteil der Diagnostik und Lehre des Departements Pathologie und betreibt Forschung mit Schwerpunkt auf klinischen Fragestellungen. Diese bedient sich der Methoden der Grundlagenforschung und orientiert sich an biologischen Fragen, die sich aus der Diagnostik und Therapie von Krankheiten des Menschen ergeben.

Die Planung und der Ausbau der Infrastruktur tragen der fortschreitenden Rationalisierung und Automatisierung Rechnung - Spezialtechniken wie die Immunhistochemie und molekularbiologische Methoden laufen auf computergesteuerten Apparaten - dadurch kann die Zahl der Untersuchungen problemorientiert, preisgünstig und praxisrelevant erhöht werden.

Die zu bewältigenden Aufgaben benötigen ein speziell geschultes ärztliches, naturwissenschaftlich ausgebildetes und medizinisch-technisches Personal.

Das gesteckte Ziel des Institutes ist nach wie vor eine breitgefächerte, qualitativ auf universitärem Niveau stehende allgemeine und hochspezialisierte Diagnostik und klinische Forschung.

Die Anzahl morphologischer diagnostischer Untersuchungen steigt stetig an. Nebst dieser quantitativen Zunahme nimmt vor allem die qualitativ anspruchsvolle Labordiagnostik sehr deutlich zu. Untersuchungen mit dem Ziel der Prävention bzw. Früherfassung von Krankheiten werden immer wichtiger.

Das neu eingeführte Informatiksystem ÇPathoProÈ hat das aus dem Jahre 1991 stammende System ÇPathoSysÈ abgelöst. Das neue zeitgemässe System erschliesst ein wesentlich höheres Niveau an Benutzerfreundlichkeit und damit Effizienz und Geschwindigkeit sowie neue Dimensionen von Möglichkeiten von Verknüpfung mit Zusatzsystemen (Auftragserteilungen für Spezialuntersuchungen, computerisiertes, als Hochregallager konzipiertes Schnittablagesystem) und der elektronischen, voll datengeschützten Übermittlung von Diagnosen.

Das Institut ist engagiert in der Aus-, Weiter- und Fortbildung. Wöchentlich findet eine grosse Zahl von Literaturseminaren, Forschungsreports, Gastvorträgen, allgemeinen und spezialisierten Fortbildungsveranstaltungen statt.

In der Forschung bearbeiten die Fachärztinnen und Fachärzte in professionell geführten Labors Fragestellungen aus ihren Spezialgebieten. Schwerpunkte der Forschung sind Tumorbiologie, Krankheiten der Schwangerschaft und der Neonatalperiode sowie Funktionen des Binde- und Stützgewebes.

Im folgenden wird ein Beispiel der laufenden Diagnostik dargestellt.


Der funktionelle Darmverschluss des Kleinkindes -
heilbare Lebensgefahr

Vor 126 Jahren beschrieb Harald Hirschsprung die Aganglionose. Es handelt sich um einen funktionellen Verschluss des untersten Abschnittes des Dickdarmes. Daraus resultiert eine Stuhlverhaltung. Die diagnostischen Kriterien sind präzise erarbeitet worden, und die meisten Patienten profitieren von der Entfernung des kranken Darmabschnittes.

Häufigkeit und genetischer Hintergrund
Die Hirschsprung-Krankheit ist die häufigste Ursache einer angeborenen intestinalen Obstruktion mit einer Inzidenz von 20:100’000. Es besteht eine familiäre Häufung; der M. Hirschsprung dient deshalb als ÇModellÈ, bei dem versucht wird auf der Basis von drei kürzlich definierten Genloci (ÇSusceptibilitätslociÈauf den Chromosomen 3p31, 10q11 und 19q12) die Inzidenz der Erkrankung in der Bevölkerung und das Wiederholungsrisiko zu erklären.

Welches sind die Auswirkungen der Krankheit?
Das untere Drittel des Dickdarms und das Rektum erhalten eine parasympathische Innervation aus den Rückenmarkswurzeln S2 - S4. Die Funktion der Nervenzellen im Plexus myentericus und Plexus submucosus besteht in der Regulation des parasympathischen Tonus, was durch Hemmung erreicht wird. Ein angeborenes Fehlen der Nervenzellen (M. Hirschsprung) führt zum Wegfall dieser Hemmung und hat eine Daueraktivität mit krampfartiger Engstellung des Darmes zur Folge. Der oralwärts gelegene Darmabschnitt wird durch Rückstau ausgeweitet; eine Biopsie an dieser Stelle erbringt jedoch keine Diagnose, weil diese Erweiterung des eigentlich gesunden Darmabschnittes eine Folge der krampfartigen Engstellung des nachfolgenden Abschnittes ist.

Wie wird eine zuverlässige Diagnose gestellt?
Beim M. Hirschsprung ist die Diagnose am einfachsten durch das völlige Fehlen von Nervenzellen im Nervengeflecht der Darmmuskulatur zu stellen. Darauf folgt die Schnellschnittuntersuchung während der Durchzugsoperation: um zu überprüfen, ob ein ausreichend langes Darmstück reseziert wurde, muss die Schnellschnittprobe aus dem zu belassenden Dickdarm Nervenzellen zeigen. Viel häufiger ist jedoch die Diagnostik durch Darmspiegelung, bei der nur das unmittelbar unter der Darmschleimhaut gelegene Nervengeflecht zugänglich ist. Da Nervenzellkomplexe beim Neugeborenen etwa 0,5 mm, im späteren Leben etwa 1 mm voneinander entfernt liegen, muss die Entnahme reichlich Gewebe enthalten, das unterhalb der Schleimhaut liegt. Um das Fehlen von Nervenzellen mit ausreichender Sicherheit bestätigen zu können wird an ca. 100 Gefrierschnitten die Aktivität eines Nervenzell-typischen Enzyms (Laktatdehydrogenase oder Succinyldehydrogenase) am entnommenen Gewebe dargestellt, woraus eine spezifische Anfärbung von Nervenzellen resultiert. Gleichzeitig wird eine Darstellung der Acetylcholinesterase (Transmittersubstanz des Parasympathicus) durchgeführt. Hier ergibt sich beim M. Hirschsprung ein ÇpositiverÈ Nachweis, wenn zu viele Fäserchen vorhanden sind. Diese reaktive Steigerung der Aktivität parasympathischer Fäserchen fehlt bei Neugeborenen noch und erschwert dadurch die Diagnose.

A. Keine Darstellung ACE-positiver Fäserchen in Schleimhaut (Mukosa) und Submukosa bei einem Gesunden.
B. Bei einem Patienten mit Morbus Hirschsprung finden sich verdickte, ACE-positive Nervenfasern in der Submukosa (Pfeilkopf) und ACE-positive aufsteigende Fäserchen in der Schleimhaut (Pfeile).


Eckdaten
Medizinische Schwerpunkte
Allgemeine und hochspezialisierte Diagnostik als Grundlage für die Planung und Durchführung einer adäquaten Therapie. Wir setzen licht- und elektronenmikroskopische, immunhistologische, biochemische und molekularbiologische Methoden auf allen Spezialgebieten der Medizin ein und arbeiten eng mit Kliniken und Privatpraxen zusammen.

Forschungsschwerpunkte
Neue, effiziente und präzise diagnostische Verfahren. Forschung auf den Gebieten Tumorbiologie sowie Binde- und Stützgewebe. Wir benutzen dazu vor allem Mikrodissektionstechniken und molekularbiologische Methoden, die zunehmend automatisiert werden, wie beispielsweise die Microrarray-Technik.

Anzahl Mitarbeiter ohne Drittmittelfinanzierung
90,5 Stellen


Portraits

PD Dr. med.
Rosmarie Caduff
Leitende Ärztin
Stv. Direktorin
Dr. med.
Peter Vogt

Oberarzt
PD Dr. med.
Thomas Stallmach
Leitender Arzt
Dr. med.
Barbara Padberg

Oberärztin

Leiterin Zytologie
Dr. med.
Madeleine Pfaltz
Oberärztin
Dr. med.
Daniela Mihic

Oberärztin
Dr.med.
Beata Bode
Oberärztin
Dr. med.
André Barghorn

Oberarzt
Dr. med.
Michael Kurrer
Oberarzt
Dr. med.
Zsuzsanna Varga

Oberärztin
Dr. med.
Ariana Gaspert
Oberärztin
Dr. med.
Hans-Martin Riehle

Oberarzt
PD Dr. sc. nat.
Dieter Zimmermann
Oberassistent
Prof. Dr. med.
Bernhard Odermatt

Oberarzt
Dr. med.
Aurel Perren
Oberarzt

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