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Zahlen und Fakten
Psychiatrische Poliklinik

Psychiatrische Poliklinik USZ

Prof. Dr. med.
Ulrich Schnyder
Im Januar 2002 hat Prof. U. Schnyder die Leitung der Psychiatrischen Poliklinik übernommen. In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz SRK wurden Vorbereitungsarbeiten im Hinblick auf ein "Ambulatorium SRK für Kriegs- und Folteropfer" getroffen, welches funktionell in die Psychiatrische Poliklinik integriert und im November 2003 operativ tätig werden soll. Im notfallpsychiatrischen und konsiliarpsychiatrischen Dienst besteht weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kliniken des USZ. Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Suizidprävention, Transplantationsmedizin, Essstörungen, Psychotraumatologie, sowie Leiden und Lebensqualität von Patienten mit schweren körperlichen Erkrankungen.


Ein Jahr des Aufbruchs

Im Januar 2002 übernahm Prof. U. Schnyder die Leitung der Psychiatrischen Poliklinik. Gleichzeitig wurde PD Dr. S. Büchi die Leitung des Ambulatoriums übertragen. Nach einer fast dreijährigen Interims-Periode bestand insbesondere im Bereich des Ambulatoriums ein grosser Reformbedarf. Die Aufnahme und Abklärung ambulanter Patienten, das Teaching für unsere Assistierenden sowie das wissenschaftliche Coaching unserer forschungsaktiven Mitarbeitenden wurden vollständig revidiert. Weiter haben wir die Prinzipien der "evidence-based psychiatry" in unseren klinischen Alltag eingeführt. Die strategische Neuausrichtung des Ambulatoriums wird im Jahr 2003 fortgesetzt. Wir planen eine noch klarere Ausrichtung unserer ambulanten Aktivitäten auf die Bedürfnisse des USZ.

Die Abteilung für stationäre Psychotherapie baute ihr über die kantonalen und nationalen Grenzen hinaus bekanntes Therapieprogramm für Essstörungen weiter aus und konzipierte eine therapeutisch begleitete Wohngemeinschaft für Patientinnen mit schweren Essstörungen als Anschlussprogramm für einen stationären Aufenthalt.

Die Abteilung für Psychosoziale Medizin konnte im Herbst neue Räumlichkeiten im renovierten Rämitrakt beziehen. Sie übernahm die Verantwortung für stationäre psychiatrische Konsilien im gesamten USZ während der Bürozeiten. Nachts und an Wochenenden wird der Konsiliar- und Liaisondienst weiterhin vom psychiatrischen Notfalldienst der Psychiatrischen Poliklinik wahrgenommen.

Die Leitungsstruktur der Psychiatrischen Poliklinik wurde ebenfalls komplett reformiert: Im Oktober nahm Herr Hugo Bossi seine Arbeit als Klinikmanager bei uns auf. Es wurde ein Institutsreglement erarbeitet, aufgrund dessen ab Januar 2003 die neue Klinikleitung aus Prof. U. Schnyder (Klinikdirektor), Prof. C. Buddeberg (stellvertretender Klinikdirektor) und H. Bossi (Klinikmanager) besteht.


Weiterentwicklung der therapeutischen Angebote

Spezialsprechstunde für posttraumatische Belastungsstörungen
Die Ereignisse des 11. September 2001 in den USA und der Anschlag auf den Kantonsratssaaal in Zug im Herbst 2001 haben dem Forschungsfeld der Psychotraumatologie auch in der Schweiz zu unerwarteter Aktualität verholfen. Als erstes Universitätsspital der Schweiz verfügt das USZ über eine Spezialsprechstunde für posttraumatische Belastungsstörungen. Patienten mit einer solchen Erkrankung (englisch "post-traumatic stress disorder", PTSD) leiden unter den Folgen schwerer Traumatisierungen, wie sie z.B. durch schwere Unfälle, Naturkatastrophen, Gewalttaten, sexuelle Übergriffe oder Folter entstehen können. Die Patienten durchlaufen bei uns eine umfassende, wissenschaftlich begleitete, ambulante Abklärung. Bei entsprechender Indikation biteten wir ihnen eine Behandlung im Rahmen eines integrativen, psycho- und pharmakotherapeutischen Konzeptes an.

Professioneller Dolmetscherdienst
Fremdsprachige Patientinnen und Patienten stellen für das gesamte USZ eine grosse Herausforderung dar. Die Spitalleitung hat uns deshalb im Rahmen eines Pilotprojektes Mittel zur Verfügung gestellt, um Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einem professionellen Dolmetscherdienst zu sammeln.

Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer
Das Schweizerische Rote Kreuz SRK betreibt seit 1995 in Bern ein Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer. Hier werden Menschen, die durch Krieg oder Folter traumatisiert wurden, professionell abgeklärt und behandelt. Dieses Angebot soll nun durch weitere Ambulatorien in Zürich und in der Westschweiz ergänzt werden. Das Ausbauprojekt wird hauptsächlich durch namhafte Beiträge des Schweizerischen Roten Kreuzes getragen (Eigenmittel SRK, sowie ein jährlicher Projektbeitrag durch die Humanitäre Stiftung SRK). Der Bund unterstützt das Projekt mit einem Betrag von rund 4 Mio. Franken aus den Restmitteln des Schweizer Fonds zugunsten bedürftiger Opfer von Holocaust/Shoa. Das USZ und das SRK werden nun im Laufe des Jahres 2003 gemeinsam ein Ambulatorium SRK für Kriegs- und Folteropfer aufbauen. Dieses neue Angebot wird funktionell in die Psychiatrische Poliklinik USZ integriert. Die Personalkosten werden vom SRK aufgebracht. Das SRK wird zudem seine Erfahrung in der Behandlung von Folter- und Kriegsopfern sowie seine transkulturelle Kompetenz einbringen. Das USZ stellt die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung. Der Beginn der operativen Tätigkeit ist auf November 2003 geplant. Im Voll-Ausbau ab 2004 wird das Ambulatorium von einem multiprofessionellen Team betrieben (Psychiatrie, Psychologie, Physio- und Bewegungstherapie, Sozialarbeit, Sekretariat).

Online-Therapievermittlung
In Zusammenarbeit mit der Zürcher Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ZGPP) wurde eine online-Therapievermittlung eingerichtet, welche von Fachleuten und Patienten bereits rege genutzt wird.


Forschung

Die Forschungsschwerpunkte der Psychiatrischen Poliklinik liegen in der patientenorientierten klinischen Forschung. Dies soll auch in Zukunft so bleiben, allerdings ist geplant, vermehrt auch neurobiologische und psychophysiologische Untersuchungen durchzuführen. Zudem soll mit der Neubesetzung des Lehrstuhls für Poliklinische Psychiatrie und Psychotherapie in die Psychotherapie-Forschung eingestiegen werden. Zwei grosse Nationalfonds-Projekte sollen diese Neuorientierung markieren: Oberarzt Dr. U. Hepp hat in Zusammenarbeit mit den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern ein Interventionsprojekt zur Suizidprävention ausgearbeitet; Prof. U. Schnyder plant mit einer interfakultären Forschungsgruppe, einen neuen Psychotherapie-Ansatz zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen zu untersuchen.
PD Dr. S. Büchi, Leitender Arzt, hat sich mit einer Arbeit über die Lebensqualität von Patienten mit schweren körperlichen Erkrankungen habilitiert. Diese Arbeit findet nun ihre Fortsetzung in Untersuchungen zum komplexen und vielfältigen Thema menschlichen Leidens. - Dr. phil. H. Mörgeli, Oberassistent, hat mit seiner Arbeit über "Die Verarbeitung von Unfallverletzungen im zeitlichen Verlauf" summa cum laude promoviert. - Schliesslich hat unser Assistenzarzt Dr. G. Hasler vom Schweizerischen Nationalfonds ein Stipendium für angehende Forschende erhalten, welches ihm ermöglicht, am NIMH in Bethesda, USA, eine Studie über "The pathogenesis of atypical depression: familial aggregation, vulnerability factors and biological characteristics" durchzuführen.


Lehre, Weiter- und Fortbildung

Mit der Reform des Medizinstudiums, dessen Konturen durch das neue Bundesgesetz über die universitäre medizinische Ausbildung vorgegeben sind, sollen in der Ausbildung der Studierenden Sozialwissenschaften, Ethik, Recht und Ökonomie ein grösseres Gewicht erhalten. Prof. C. Buddeberg ist als Vertreter der humanwissenschaftlichen Fächer in mehreren fakultären Arbeitsgruppen der Studienreform engagiert.

Bereits zum siebten Mal wurde in Zusammenarbeit mit dem Psychiatrie-Zentrum Hard und dem Institut für Psychotraumatologie Zürich die jährlich stattfindende internationale Zürcher Psychotraumatologie-Tagung durchgeführt, diesmal zum Thema "Trauma und Dissoziation". Die Tagung erfreut sich ständig wachsender Beliebtheit: Am 13.4.2002 fanden sich rund 300 Teilnehmer aus dem gesamten deutschen Sprachraum ein.


Eckdaten

Medizinisches Angebot
Die Psychiatrische Poliklinik gliedert sich in drei Bereiche: Ambulatorium, Abteilung für stationäre Psychotherapie und Abteilung für Psychosoziale Medizin. Neben einer allgemeinen Sprechstunde bietet sie Spezialsprechstunden für Angst-, Ess- und Sexualstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen und somatoforme Schmerzstörungen an. Weitere Spezialsprechstunden sind in Planung. Zudem betreibt die Psychiatrische Poliklinik einen 24-Stunden-Notfalldienst sowie einen Konsiliar- und Liaisondienst zugunsten der Kliniken des USZ.
Die quantitativen Eckdaten im Bereich der Dienstleistung blieben mit über 4’000 behandelten Patienten und gut 11’000 Konsultationen auf einem unverändert hohen Niveau. Nach wie vor ist das USZ mit Abstand unser wichtigster Zuweiser. Knapp die Hälfte der Patienten wird im Rahmen des konsiliarpsychiatrischen und notfallpsychiatrischen Dienstes in den verschiedenen Kliniken des USZ mitbehandelt bzw. von diesen zur ambulanten Weiterbehandlung zugewiesen.

Forschungsschwerpunkte

  • Suizidprävention
  • Behandlungsverläufe bei Patientinnen mit schweren Essstörungen
  • Psychosoziale Aspekte der Organtransplantation
  • Psychotraumatologie
  • Leiden und Lebensqualität bei schweren körperlichen Erkrankungen
  • Karriereentwicklung von Ärztinnen und Ärzten

Anzahl Mitarbeitende
57


Portraits

Prof. Dr. med.
Claus Buddeberg
stellvertretender
Klinikdirektor
ab 1. Januar 2003
Lic. rer. publ.
Hugo Bossi
Klinikmanager
Cornelia Erpenbeck
Direktionsassistentin
PD Dr. med.
Stefan Büchi
Leitender Arzt
Dr. med.
Lutz Götzmann
Oberarzt
Dr. phil.
Hanspeter Mörgeli
Oberassistent

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