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Prof. Dr. med. Dieter Hauri Klinikdirektor |
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Stillstand bedeutet oft Rückschritt. Fortschritte sind notwendig, doch nicht immer spektakulär. Im vergangenen Jahr konnten zwei Innovationen eine deutliche Zäsur markieren. Die Roboter-assistierte laparoskopische radikale Prostatektomie und die Magnetstimulation bei neurogenen Leiden des unteren Harntraktes.
Die Statistik der Klinik (hospitalisierte Patienten und Anzahl der Operierten) bewegte sich auf gleichem Niveau wie im Vorjahr. Hingegen wurden in der Poliklinik aus Rationalisierungsmassnahmen mehr Patienten mittels weniger Konsultationen behandelt. Das heisst, dass pro Konsultation mehr Leistungen (physikalisch, physiologisch) erbracht werden müssen. Das bedingt ein sehr sorgfältiges Tutorat der Auszubildenden. Und hier stossen wir personell an Grenzen. In unserer sehr geschätzten Stomaberatungsstelle haben wir leider einen Personalwechsel zu verzeichnen.
Die radikale Prostatektomie, die Operation, welche unter günstigen Voraussetzungen das Prostatakarzinom zu heilen imstande ist, wird seit ca. 3 Jahren von unserer Klinik als laparoskopisches Operationsverfahren angeboten. Seit August 2002 kann diese Operation an unserer Klinik auch mittels Operationsroboter (vgl. Abb.) durchgeführt werden. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Operateur das ganze Operationsgebiet dreidimensional überblicken kann im Gegensatz zu den bisherigen üblichen laparoskopischen Operationsverfahren, welche lediglich zweidimensional auf einem Monitor kontrolliert werden können. Zusätzlich hat man beim Roboterverfahren erheblich grössere Mobilität mit den Instrumenten, was bei Eingriffen im kleinen Becken von erheblicher Bedeutung ist. Bis Ende des Jahres wurden insgesamt 30 Patienten erfolgreich Roboterassistiert operiert.
Die Einrichtung einer Magnet- und Elektrostimulationseinheit (vgl. Abb.) bringt uns in der Neuro-Urologie einen grossen Schritt weiter. Wir sind damit in der Lage, sowohl die somatischen wie auch die autonomen Afferenzen und Efferenzen der Blase und Harnröhre einerseits diagnostisch zu erfassen, anderseits in der Behandlung von Blasen-entleerungsstörungen jeglicher Art einzusetzen.
Unsere Klinik hat im Juni 2002 ein internationales Symposium über die erektile Dysfunktion mit hochkarätigen Rednern organisiert. Die hohe Zuhörerbeteiligung aus dem In- und Ausland weist darauf hin, welche Bedeutung dieser Thematik heute beigemessen wird.
Personelles
Herr Dr. H. John, Leitender Arzt, unserer Klinik, hat sich im vergangenen Jahr habilitiert.
Im Herbst wechselte Dr. H. Gretener, Oberarzt, an die Urologische Klinik, Kantonsspital Aarau, wo er die Stelle eines leitenden Arztes einnimmt. Ersetzt wurde er durch Dr. R. Strebel.
Auszeichnungen
PD Dr. H. John:
- 3. Preis für eine Präsentation am Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für Urologie
- 1. Posterpreis anlässlich des Kongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie
Dr. D.M. Schmid:
- 1. Posterpreis anlässlich des Kongresses der International Continence Society in Heidelberg
Seit Herbst arbeitet Herr P. Kaufmann zu 50% als Klinikmanager an unserer Klinik, was für uns ein grosser Gewinn ist. Der zunehmende administrative Aufwand und das Verwalten eines eigenen Budget machen diese Stelle zu einer zwingenden Notwendigkeit.
Neue Entwicklungen fordern den Pflegedienst heraus
Die Abteilung G Nord 1 wird zur Wochenklinik umgestaltet
Zurückgehende Auslastung, Schwankungen in der Bettenbelegung und Pflegeintensität zwangen uns, eine neue Lösung für die Organisation der Bettenstationen zu finden.
Eine interdisziplinäre Projektgruppe stellte sich der Herausforderung und es gelang, aus der Bettenstation G Nord eine Wochenklinik zu machen.
Mit viel Flexibilität und Einsatzbereitschaft aller betroffenen Mitarbeitenden konnten wir die "Räder am fahrenden Zug" auswechseln und eine neue Abteilungsorganisation bilden. Die Wochenklinik wird von Montag - Freitag vierundzwanzig Stunden betrieben und nimmt vor allem Patientinnen und Patienten auf, die voraussichtlich bis am Freitag wieder entlassen werden können. Dies hatte natürlich eine Verlagerung der Pflegeintensität ins H Nord zur Folge, dessen Personal während dem Pilotlauf stark gefordert wurde und jetzt auch entsprechend aufgestockt werden kann.
Dass diese Veränderung ohne grössere Schwierigkeiten über die Bühne ging, ist dem Goodwill aller Beteiligten zu verdanken.
Zunehmender PC-Einsatz in den Pflegeabteilungen
Neben dieser grossen Veränderung wurden aber auch noch weitere, kleinere Projekte durchgeführt.
Insbesondere erwähnt seien die laufenden Informatikprojekte EBIS und KISIM. Der zunehmende Einsatz des Computers forderte von allen Pflegenden viel Einsatz.
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| Zunehmender PC-Einsatz in den Pflegeabteilungen |
Seit Mitte Jahr hat die Urologie einen Klinikmanager, Herr Patrick Kaufmann. Die Zusammenarbeit mit dieser für uns neuen Funktion gestaltet sich sehr erfreulich!
Das Pflegekader nahm an zwei kurzen Retraiten teil - eine davon führte uns ins kantonale Kurszentrum auf der Halbinsel Au - wo wir gemeinsam mit dem Kader der Geburtshilfe und der Gynäkologie ein interessantes Referat der Pflegedirektorin Barbara Brühwiler hörten und dieses anschliessend auch an praktischen Fragen mit ihr diskutieren konnten.
Ausserdem waren die Abteilungsleitungen, die stellvertretende Leiterin Pflege und der Leiter Pflege in diversen Gremien und Projekten (z.B. fit!-Projekte Patientendisposition und Finanzielle Steuerung, Personalausschuss oder Materialkommission) klinikextern engagiert.
Personalsituation
Die Personalsituation war im Berichtsjahr geprägt von einigen Wechseln - insbesondere auch im Zusammenhang mit der Wochenklinik - erwies sich die Rekrutierung etwas schwieriger als erhofft.
Poliklinik
In der Poliklinik wurde auch in diesem Jahr wieder ein grosser Einsatz geleistet. Gegen Ende Jahr wurde jetzt aus den verschiedenen organisatorischen Schwierigkeiten in Zusammenarbeit mit dem leitenden Arzt, PD Dr. H. John, eine Neuorganisation geplant und im nächsten Jahr in einem Pilotlauf umgesetzt.
Neue Operationstechnik als Herausforderung
Die Operationsabteilung wurde durch neue Techniken herausgefordert. Die erstmalige Verwendung eines Operationsroboters namens "Da Vinci" bei der radikalen Prostatektomie wurde zu einer logistisch-personellen Gratwanderung. Insbesondere beschäftigten uns auch Fragen des Berufsbildes, die mit dieser neuen Technik einhergehen. Trotz hohen Belastungen des Personals, konnte aber eine Stabilität im Team gewahrt werden.
Ich möchte allen Pflegenden für ihren Einsatz herzlich danken und freue mich auf die weitere Entwicklung.