Eine Zusammenarbeit mit der Augenklinik des Stadtspitals Triemli wurde aufgegleist. Dabei ging es vorwiegend um die vitreo-retinale Chirurgie. Seit Mai konnten regelmässig am Freitag und am Wochenende Patienten von Prof. Messmer, dem ehemaligen Leiter der Netzhaut-Abteilung, am USZ operiert werden. Als Sofortmassnahme hat sich diese Regelung für beide Seiten sehr gut bewährt.
Das System der Augen-Poliklinik wurde geändert und auf das neu erarbeitete Konzept der Assistentenausbildung abgestimmt. Eine solch tiefgreifende Umstrukturierung bedingte auch den Wechsel des Dispositionssystems. Am 1. Oktober war der Stichtag, an dem das neue System zu funktionieren hatte. Dass dies tatsächlich gelang und die anfänglichen Schwierigkeiten rasch und laufend beseitigt werden konnten, ist Vielen zu verdanken. Besonders hervorheben möchte ich die geleistete Arbeit einiger Schlüssel-Personen: Frau Pollerhoff, die Klinikmanagerin, welche die Projektleitung inne hatte, Dr. Michael Thiel, der das Ausbildungscurriculum ausarbeitete, Dr. Ronald Kovacs, Leiter der Poliklinik und Frau Rasmussen, Leiterin der Pflege in der Poliklinik, sowie das Team der Informatiker unter der Leitung von Prof. J.Blaser, halfen tatkräftig bei der Umsetzung des Projektes in die Praxis.
Die drei erfahrensten Oberärzte der Augenklinik wurden interimistisch zu Leitenden Ärzten befördert.
Der langersehnte Schritt zur Digitalisierung der Fotoabteilung ist nach der Bewilligung des entsprechenden Kredites durch die Spitalleitung sorgfältig vorbereitet worden. Auch hier war der unermüdliche Einsatz der Fotoabteilung, der Informatiker und der ärztlichen Mitarbeitenden gefragt, um fürs Jahr 2003 auch die Archivierung und on line-Bereitstellung der digital angefertigten Bilder zu gewährleisten. Für die Dienstleistung, Lehre und Forschung ist ein modernes Fotolabor an der Universitäts-Augenklinik unentbehrlich, denn im ausgesprochen visuellen Fach Augenheilkunde gilt im besonderen Masse: "Ein Bild spricht Tausend Worte".
Die Leiterin des Pflegedienstes, Frau Vera Romatko, sorgte für den Erhalt der Kontinuität, in dem noch mehr als zuvor in Zeiten geringerer Auslastung Pflegende der Augenklinik vorübergehend an anderen Kliniken des USZ tätig waren und Patienten benachbarter Kliniken in den nicht belegten Betten der Augenklinik gepflegt wurden. So konnten dank der Flexibilität aller Beteiligten Ressourcen geschickt genutzt werden. Die Pflegenden der Augenklinik beschäftigen sich intensiv mit der Pflegequalität im Projekt "The best nursing practice".
In der Orthoptischen Abteilung konnten die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden durch eine günstigere Raumverteilung verbessert werden. Gleichzeitig gelang es, die Magnetokulographie - eine wichtige Untersuchung zur Diagnostik von Augenbewegungsstörungen und deren Erforschung - räumlich in die Orthoptische Abteilung zu integrieren. Diese dem Okulomotorischen Labor der Neurologischen Klinik gehörende Ausrüstung wird gemeinsam bei Patienten der Augenklinik und der Neurologischen Klinik verwendet, was sich wegen der engen räumlichen und fachlichen Nachbarschaft der beiden Kliniken gut bewährt. Die Zahl der in der Orthoptischen Abteilung betreuten Patienten und vor allem jene der Schieloperationen hat weiter zugenommen.
Nach 36-jähriger Tätigkeit an der Augenklinik des USZ trat Prof. Günter Niemeyer in den Ruhestand. Ihm zu Ehren wurde an der Augenklinik ein Abschiedssymposium mit grosser internationaler Beteiligung durchgeführt. Die vielen Worte der Anerkennung und des Dankes sind inzwischen verklungen, weshalb ich an dieser Stelle nochmals das Lebenswerk von Prof. Niemeyer würdigen möchte: Sein Forschungs-Interesse galt der Elektrophysiologie der Netzhaut, einem Gebiet, auf dem er im Laufe der Jahre entscheidende Beiträge leistete und die Augenklinik auf dem internationalen Podium vertritt. Seine Fähigkeiten als Augenarzt stellte er einer Gruppe von Patienten zur Verfügung, die an bisher unheilbaren, langsam fortschreitenden degenerativen Netzhauterkrankungen leiden. Er beteiligte sich massgebend am Aufbau der heute sehr aktiven Patientenvereinigung "Retina Suisse". Seinem Nachfolger steht er mit seinem grossen Fachwissen konsiliarisch zur Verfügung.
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