Im 2002 wurde die Zusammenarbeit mit dem Gastrochirurgischen Zentrum noch intensiver. Die wöchentlichen interdisziplinären Besprechungen zusammen mit unseren Kollegen der Gastroenterologie, Onkologie, Radioonkologie, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin sind sehr effizient und von hoher wissenschaftlicher Qualität. Sie erfreuen sich grosser Beliebtheit.
Unsere chirurgische Grand Round hat sich in der Zwischenzeit gut etabliert. Im Jahre 2002 waren es 35 Grand Rounds, an denen insgesamt 19 internationale und 16 nationale Referenten mitwirkten. Parallel dazu hat das Interesse an der telemedizinischen Videokonferenzen zugenommen. Bis Ende 2002 waren 14 Kliniken in unserem Netzwerk integriert. Dies fördert die Weiterbildung nicht nur der internen, sondern auch der externen, an peripheren Spitälern tätigen Assistenzärzte. Dadurch wurde die Resonanz auf solche Weiterbildungen stark erhöht.
Die Organisation der Forschung in unserer Klinik hat sich verstärkt. Zum Leiter und Koordinatoren der Forschung der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie wurde PD Dr. Rolf Graf ernannt.
Mit Dr. Tian arbeitet in unserem Forschungsteam einer der weltweit führenden Mikrochirurgen. Er hat als erster ein erfolgreiches Programm zur Lebertransplantation an der Maus entwickelt. Dr. Markus Selzner hat im Jahr 2002 den Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie gewonnen: Selzner M. Rudiger HA. Selzner N. Thomas DW. Sindram D. Clavien PA. Transgenic mice overexpressing human Bcl-2 are resistant to hepatic ischemia and reperfusion. Journal of Hepatology. 36(2):218-25, 2002 Feb
Unser Zentrum hat sich in der Schweiz und europaweit als Referenzzentrum für komplexe hepatobiliäre Erkrankungen etabliert. Dank der intensiven Zusammenarbeit mit der Hepatologie unter der Leitung von PD Dr. Renner und mit der interventionellen Radiologie unter der Leitung von Dr. Pfammatter bieten wir unseren Patienten neben einer hochstehenden akademischen Chirurgie die gesamte Palette an modernsten Behandlungen für alle hepatobiliären Erkrankungen an.
Auch die Anzahl der Patienten, die wegen Echinokokkuszysten behandelt werden, hat zugenommen.
Die laparoskopische Kolonresektion hat sich als Routineeingriff gut etabliert. Von den Patienten werden auch die weiteren modernen Behandlungsmethoden sehr geschätzt. Im Bereich der Proktologie wurden im Jahr 2002 bereits 10 Patienten, die unter Stuhlinkontinenz litten mit sakraler Neurostimulation behandelt. Wir streben die Gründung einer schweizerischen Arbeitsgruppe für die Behandlung dieser Krankheit zur interdisziplinären Zusammenarbeit an.
Für ausgewählte Indikationen bietet unsere Klinik auch die transanale endoskopische Mikroresektion an. Mit dieser Technik könne auch grössere rektale Tumoren entfernt werden, und ersetzt damit die Laparotomie. Dabei kann der Tumor zuverlässig entfernt werden, ohne jegliche postoperative Schmerzen für den Patienten.
Dank der aktiven medikamentösen Substanzen gegen Refluxerkrankungen ist die Indikation zur Fundoplikation seltener geworden. Allerdings zeigen internationale Studien eindeutig die Vorteile der laparoskopischer Fundoplikation bei Patienten, die keine Medikamente nehmen wollen oder können.
Unsere Klinik hat im 2002 neue Schwerpunkte für die endokrine Chirurgie entwickelt. Nebst der laparoskopischen Nebennierenresektion, die nun gut standardisiert ist und bei 120-minütigen Operationen nur noch einen sehr kurzen Spitalaufenthalt verlangt, hat sich auch die laparoskopische Pankreasresektion zunehmend etabliert.
Die Anzahl an Schilddrüsenoperationen hat weiter zugenommen. Dieser Eingriff wird mit modernster Technik wie Nervenstimulatoren durchgeführt. Damit ist die schwere Komplikation der Rekurrensparrese praktisch verschwunden. Für den Patienten ist er nur noch mit einem sehr kurzen Spitalaufenthalt verbunden.
Dank einer grossen Expertise unseres Teams und der interdisziplinären Arbeit hat die Zahl an Operationen bei Adipositas massiv zugenommen. Während das technisch relative einfache Magen-Banding (Verkleinerung des Magens mit einem Silikonband.) abnahm, gewann die technisch viel anspruchsvollere und sehr effiziente Technik des laparoskopischen Magen-Bypasses stark an Bedeutung. So wurden an unserer Klinik mehr als 150 laparoskopische Magen-Bypässe durchgeführt, davon allein im Jahr 2002 75 dieser Eingriffe.
Die Komplikationsrate war bei den, insgesamt gesehen, sehr empfindlichen adipösen Patienten sehr tief. Diese Chirurgie ist immer noch umstritten. Doch steigt die Lebensqualität bei den pathologisch schwergewichtigen und stark behinderten Patienten erheblich, und auch die mit Adipositas verbundenen Begleiterkrankungen sinken deutlich. Diese komplexe Chirurgie gehört allerdings an ein spezialisiertes Zentrum, da die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Anästhesie von zentraler Bedeutung ist.
Im Jahre 2002 wurden 102 Transplantationen in unsere Klinik durchgeführt (Leber, Niere, Pankreas). Am 31.12.2002 befanden sich insgesamt 247 Patienten auf den Leber-, Nieren- und Pankreas-Wartelisten.
Unter diesen Umständen war es um so wichtiger, dass die Informationskampagne, die durch unsere Klinik initiiert und durch das gesamte Universitätsspital stark getragen wurde, sehr erfolgreich abgelaufen ist: Zahlreiche Medienberichte haben die sehr intensive Kommunikationsarbeit erwähnt.
Allerdings sind nicht nur die Aktionen mit Informationsständen, Presse- und Inserate-Kampagne für das Universitätsspital von Bedeutung, sondern auch die Tatsache, dass durch die starke Unterstützung von Frau Dr. Roth, Spitaldirektorin, die Initiative unserer Klinik eine grosse Bewegung innerhalb des Universitätsspitals ausgelöst hat.
Im Jahre 2002 hat Dr. Daniel Bimmler seine Habilitation erfolgreich abgeschlossen mit Erteilung der Venia legendi am 12. August 2002. Ebenfalls wurde Dr. Rolf Graf per 1. September 2002 die Venia legendi erteilt. Autor: Nicolas Demartines
Portraits
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