Im Bereich der Auftragsdiagnostik besteht weiter ein leichter Abwärtstrend in der Knochenmarksdiagnostik, weitgehend eine Folge der in periphereren Zentren aktiv gewordenen früheren Mitarbeitern (Hämatologen). Dies wird aber mehr als wett gemacht durch eine markante Zunahme der diagnostischen flowzytometrischen Immunphänotypisierungen sowie der laufend erweiterten molekulargenetischen Analysen (+50% bzw. +100% Zunahme dieser Aufträge im Vergleich zum Jahre 2000!). Unsere Kompetenz auf dem Gebiet der Molekulardiagnostik misst sich an den sehr guten Resultaten, welche wir im Rahmen von Qualitätskontrollen in internationaler Zusammenarbeit mit Holland und Belgien erzielen konnten. Als neues diagnostisches Instrumentarium wurde die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung zum Nachweis von chromosomalen Aberrationen bei hämatologischen Neoplasien eingeführt. Diese anspruchsvolle Technik wird vorerst in der Diagnostik und Verlaufsbeurteilung sowohl der Chronisch-myeloischen Leukämie als auch bestimmter Lymphomtypen zur Anwendung kommen.
Die allogene Stammzell-Transplantationsaktivität konnte von 21 allogenen Transplantationen im Vorjahr auf 31 im Berichtsjahr gesteigert werden. Darunter ist auch die erste erfolgreiche unverwandte Nabelschnurtransplantation in der Schweiz wie auch die erste Transplantation einer septischen Granulomatose eines Erwachsenen mit reduzierter Konditionierung zu erwähnen. Diese Steigerung der Transplantationsaktivität hat sich zwingend auch auf den ambulanten Nachbetreuungsbereich ausgewirkt, wo 17% mehr Konsultationen zu verzeichnen waren. Es ist dieser Bereich, der bei bestens eingespieltem Team ohne Stellenausbau auf ärztlicher Seite eine weitere Steigerung des Transplantationszahlen nicht mehr zulässt. Ein solcher Support ist am ehesten aus einer Kooperation mit der neu organisierten Onkologischen Klinik zu gewinnen.
In diesem Auftragssektor nimmt der kontinuierliche Uebergang von der konventionellen Präsentation zu textlich wie vor allem auch bildlich vollständig EDV-abgestützten Lehr- und Präsentationsformen einen breiten und sehr zeitaufwendigen Platz ein, der uns auch in den nächsten Jahren sicher noch nachhaltig beschäftigen wird. Mitintegriert wird hier auch der interne und externe elektronische Austausch von diagnostischem Bildmaterial.
Dr. Bombeli, Oberarzt und Leiter des Gerinnungslabors, hat einen erheblichen Teil seiner Arbeitszeit und vor allem auch Ueberzeit in die Herausgabe eines Lehrbuches und Leitfadens "Management von Thrombosen und Blutungen. Ein klinisches Vademecum" fliessen lassen, mit dessen Erscheinen ihm im Jahr 2002 zweifelsohne das Setzten eines Marksteins gelungen ist. Hervorzuheben unter unsereren molekularbiologisch-diagnostischen Anstrengungen ist die Publikation einer Arbeit zur diagnostisch oft schwierigen Abgrenzung des Mantelzelllymphoms von niedriger malignen Lymphomen, welche die überexpression des Cyclin D1-Gens mittels quantitativer RT-PCR mit optimaler histomorphologischer Präparation korreliert.
Durch die Neuschaffung einer Klinik für Onkologie am USZ werden sich für uns im Jahr 2003 neue Aspekte vor allem hinsichtlich der hämat-onkologischen Berührungsflächen (Leukämien/Lymphome) ergeben, woraus sich sicher sehr positive Synergien entwickeln könnten. |
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