Laborbetriebe

Prof. Dr. med.
Jörg Fehr
Abteilungsleiter
Seit März 2002 wird das mit 23 Laborantinnen- und Laboranten-Stellen bestückte hämatologische Zentrallabor von zwei Cheflaborantinnen geführt, womit eine Gliederung der Aufgabenbereiche möglich wurde. Damit konnte nun der Akkreditierungsprozess ab Mitte Jahr zügig unter neuer externer Begleitung vorangetrieben werden. Die neue Cheflaborantin - nun zuständig für die interne personelle und apparative Labororganisation - hat dabei auch die Rolle der Qualitätsbeauftragten sowohl für das Zentrallabor wie auch für das Gerinnungslabor übernommen. Das erlaubt ihrer eingesessenen Kollegin, sich nun vornehmlich der morphologischen Diagnostik sowie der Aus- und Weiterbildung von Laborantinnen und Hämatologie-Assistenten widmen zu können.

Im Bereich der Auftragsdiagnostik besteht weiter ein leichter Abwärtstrend in der Knochenmarksdiagnostik, weitgehend eine Folge der in periphereren Zentren aktiv gewordenen früheren Mitarbeitern (Hämatologen). Dies wird aber mehr als wett gemacht durch eine markante Zunahme der diagnostischen flowzytometrischen Immunphänotypisierungen sowie der laufend erweiterten molekulargenetischen Analysen (+50% bzw. +100% Zunahme dieser Aufträge im Vergleich zum Jahre 2000!). Unsere Kompetenz auf dem Gebiet der Molekulardiagnostik misst sich an den sehr guten Resultaten, welche wir im Rahmen von Qualitätskontrollen in internationaler Zusammenarbeit mit Holland und Belgien erzielen konnten.

Als neues diagnostisches Instrumentarium wurde die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung zum Nachweis von chromosomalen Aberrationen bei hämatologischen Neoplasien eingeführt. Diese anspruchsvolle Technik wird vorerst in der Diagnostik und Verlaufsbeurteilung sowohl der Chronisch-myeloischen Leukämie als auch bestimmter Lymphomtypen zur Anwendung kommen.
Im transfusionsmedizinischen Bereich war erfreulicherweise die sich seit 1999 abzeichnende Stabilisierung des Blutprodukteverbrauchs am Unispital auch im Jahre 2002 zu verzeichnen. Leider drückt sich das aber nicht in einer Eindämmung der Ausgaben für Blutprodukte aus, da Mitte Jahr eine weitere Erhöhung der Blutpreise durch die Blutspendedienste SRK erfolgte, notwendig geworden wegen Einführung des HIV-PCR-Screenings (geringe Verbesserung der Sicherheit bei überproportionaler Kostensteigerung!).
Die Vorbereitungen zu der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Akkreditierung des Stammzelltransplantationszentrums USZ/Stadtspital Triemli sind angelaufen und sollen im Jahre 2003 unter temporärer ärztlicher Aufstockung (50%-Stelle) realisiert werden.


Klinische Tätigkeit

Die allogene Stammzell-Transplantationsaktivität konnte von 21 allogenen Transplantationen im Vorjahr auf 31 im Berichtsjahr gesteigert werden. Darunter ist auch die erste erfolgreiche unverwandte Nabelschnurtransplantation in der Schweiz wie auch die erste Transplantation einer septischen Granulomatose eines Erwachsenen mit reduzierter Konditionierung zu erwähnen. Diese Steigerung der Transplantationsaktivität hat sich zwingend auch auf den ambulanten Nachbetreuungsbereich ausgewirkt, wo 17% mehr Konsultationen zu verzeichnen waren. Es ist dieser Bereich, der bei bestens eingespieltem Team ohne Stellenausbau auf ärztlicher Seite eine weitere Steigerung des Transplantationszahlen nicht mehr zulässt. Ein solcher Support ist am ehesten aus einer Kooperation mit der neu organisierten Onkologischen Klinik zu gewinnen.
Als ein Ressort mit besonderer diagnostischer und therapeutischer klinischer Kompetenz haben wir unsere Expertise auf dem Gebiet der Makrophagenaktivationssyndrome, einer schweren konsumierenden Entzündungskrankheit, durch besondere Schlüsselerfahrungen weiter ausbauen können.
Währen die ambulante Tätigkeit durch das Gerinnungslabor gering rückläufig war (-7%) beobachten wir im Ambulatorium der Klinischen Hämatologie eine konstante Zunahme. Es handelt sich hier keineswegs vornehmlich um Langzeitpatienten, sondern es sind vor allem die zentrumsspezifischen konsiliarischen Neuzuweisungen, welche überproportional zunehmen, haben sich diese doch mit einem Anstieg von 80 auf 180 solche Patienten in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelten.


Lehre und Weiterbildung

In diesem Auftragssektor nimmt der kontinuierliche Uebergang von der konventionellen Präsentation zu textlich wie vor allem auch bildlich vollständig EDV-abgestützten Lehr- und Präsentationsformen einen breiten und sehr zeitaufwendigen Platz ein, der uns auch in den nächsten Jahren sicher noch nachhaltig beschäftigen wird. Mitintegriert wird hier auch der interne und externe elektronische Austausch von diagnostischem Bildmaterial.


Forschung

Bei äusserst forderndem klinischen Betrieb bleibt unseren Oberärzten kaum noch Zeit für eine produktive und innovative Forschung und auf der Ebene der Assistenten ist zu sagen, dass die zunehmende Verschulungstendenz in deren Ausbildungssystem diesen Kollegen Zeit und Freude an eigenem Experimentieren raubt!
Dr. Bombeli, Oberarzt und Leiter des Gerinnungslabors, hat einen erheblichen Teil seiner Arbeitszeit und vor allem auch Ueberzeit in die Herausgabe eines Lehrbuches und Leitfadens "Management von Thrombosen und Blutungen. Ein klinisches Vademecum" fliessen lassen, mit dessen Erscheinen ihm im Jahr 2002 zweifelsohne das Setzten eines Marksteins gelungen ist.
Hervorzuheben unter unsereren molekularbiologisch-diagnostischen Anstrengungen ist die Publikation einer Arbeit zur diagnostisch oft schwierigen Abgrenzung des Mantelzelllymphoms von niedriger malignen Lymphomen, welche die überexpression des Cyclin D1-Gens mittels quantitativer RT-PCR mit optimaler histomorphologischer Präparation korreliert.


Ausblick

Durch die Neuschaffung einer Klinik für Onkologie am USZ werden sich für uns im Jahr 2003 neue Aspekte vor allem hinsichtlich der hämat-onkologischen Berührungsflächen (Leukämien/Lymphome) ergeben, woraus sich sicher sehr positive Synergien entwickeln könnten.




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