Nierenerkrankungen sind weltweit in Zunahme begriffen, zudem werden die Indikationen für die Aufnahme von Nierenersatzverfahren immer weiter gestellt. Entsprechend werden insgesamt mehr Patienten, aber vor allem auch solche höheren Alters und mit komplexeren Erkrankungen nephrologisch abgeklärt, behandelt und in ein Dialyse- oder Transplantationsprogramm aufgenommen. Dies hat unseren klinischen Alltag im letzten Jahr entsprechend geprägt, indem wir in praktisch allen Bereichen unserer Tätigkeit sowohl bezüglich der Anzahl behandelter Patienten, aber hauptsächlich auch vom Abklärungs- und Behandlungsaufwand her, zugelegt haben. So ist die Zahl ambulanter Konsultationen gestiegen (siehe PDF Zahlen und Fakten), aber auch der Aufwand in der Betreuung dialysepflichtiger und transplantierter Patienten. Die Anzahl Dialysebehandlungen war gegenüber dem Rekordjahr 2001 zwar leicht rückläufig, dafür hat der Anteil stationärer Dialysen um 40 Prozent zugenommen. Damit wurde im Jahr 2002 jede fünfte Dialyse infolge eines akuten Nierenversagens oder als "Auffang"-Dialyse bei Hospitalisation im USZ durchgeführt. Es handelte sich dabei in den meisten Fällen um schwer kranke, polymorbide Patienten, oder um Dialysen im Rahmen einer Organtransplantation. Die Nephrologie wird somit zunehmend zu einem Leistungserbringer im Umfeld anderer Schwerpunktprogramme am USZ (wie beispielsweise Transplantation und kardiovaskuläre Medizin). Entsprechend dieser Funktion pflegte unsere Abteilung auch im letzten Jahr eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des USZ. Zudem konnten wir unsere Stellung als Zentrums-Nephrologie gerade auch bei auswärtigen Nierenspezialisten und anderen Spitälern im Einzugsgebiet unseres Spitals festigen.
Neben der Mitarbeit im Rahmen der Ausbildung von Medizin Studierenden war unsere Abteilung vor allem auch im Bereich der Weiter- und Fortbildung stark engagiert. Ein Schwerpunkt ist dabei das nephrologische Grundlagenkolloquium in Zusammenarbeit mit den pädiatrischen Nephrologen und den im Bereich der Nierenforschung tätigen Wissenschaftern der Universität und ETH Zürich. Das Ziel dieser gemeinsamen Veranstaltungen ist es, Kliniker und Grundlagenforscher zusammenzubringen und somit den Transfer relevanter Erkenntnisse in beide Richtungen zu ermöglichen. Zudem haben wir im letzten Spätsommer ein strukturiertes Fortbildungsprogramm für Kolleginnen und Kollegen mit Ausbildungsziel Nephrologie aufgenommen.
Die Abteilung für Nephrologie war auch im Jahr 2002 sowohl im klinisch-medizinischen wie im Grundlagen-Forschungsbereich aktiv. So ist unsere Abteilung an mehreren multizentrischen Studien bei nierentransplantierten Patienten beteiligt. Eigene klinische Projekte befassen sich hauptsächlich mit Komplikationen im Rahmen chronischer Nierenerkrankungen und nach Nierentransplantation, beispielsweise der Erfassung und Behandlung chronisch viraler Hepatitiden bei Transplantierten und Dialysepatienten. Grundlagenwissenschaftlich besteht eine enge logistische und Projekt bezogene Zusammenarbeit mit den Instituten für Physiologie und Anatomie der Universität Zürich-Irchel auf dem Gebiet molekulare Transport-Physiologie der Niere sowie der Pathogenese der diabetischen Nephropathie. Diese Arbeiten sind ausschliesslich durch Drittmittel finanziert, vorwiegend durch den Schweizerischen Nationalfonds. Zudem wurde eine wissenschaftliche Kooperation mit einer Schweizerischen Biotechnologie-Firma in der Entwicklung biologisch wirksamer Substanzen zur Behandlung der arteriellen Hypertonie aufgenommen.
Der langjährige Leiter der Abteilung für Nephrologie, Professor Ulrich Binswanger, trat am 31. August 2002 in den Ruhestand. Auf das Sommersemester 2002 wurde Dr. Patrice M. Ambühl, Oberarzt Nephrologie, die Venia legendi der Universität Zürich verliehen. Ebenso übernahm Dr. Ambühl per 1. September 2002 die interimistische Abteilungsleitung bis zur Ernennung eines Nachfolgers von Professor Binswanger. Dr. Marco Miozzari wurde auf diesen Zeitpunkt zum Oberarzt i.V. befördert. Er befasst sich schwerpunktmässig mit der ärztlichen und organisatorischen Betreuung des Dialyseprogramms, während Dr. Andreas Knoflach für den Bereich nephrologisches Ambulatorium zuständig ist. |
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