Rheumaklinik und Institut
für Physikalische Medizin

Prof. Dr. med.
B.A. Michel
Klinikdirektor
Rheumaklinik und
Institut für
Physikalische Medizin
"Rheuma" wird teurer und komplexer. Die anti-TNF-Therapien verändern die Prognose der chronischen Polyarthritis fundamental. Allerdings hat dies seinen Preis und stellt besondere Anforderungen an die genaue Indikation.
Die Schwerpunktbildung in der Poliklinik schreitet weiter voran und entspricht dem Bedarf der ZuweiserInnen.
Ein erfreuliches Novum wurde mit der Einführung der Weiterbildung in Physiotherapiewissenschaften im letzten Jahr eingeführt. Der Pilotkurs mit 20 TeilnehmerInnen startete mit grossem Erfolg.


 


Klinische Tätigkeit

Klinik und Pflege
Die hohen Erwartungen in die TNFα-Blocker bei der Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen haben sich durchwegs erfüllt und stellen einen Meilenstein in der Behandlung dar. Sie führen für viele PatientInnen zu einer noch vor kurzer Zeit undenkbaren Verbesserung der Lebensqualität und können meist die Destruktion der Gelenke verhindern. Dies führte zu einer massiven Zunahme von TNFα-Blocker-Infusionstherapien, wobei in Zukunft das Indikationsspektrum auch noch auf andere entzündliche Erkrankungen erweitert werden wird.

Klinische Tätigkeit Therapie
Die im Jahr 2000 eingeführten Behandlungspfade für die stationär erbrachten Physiotherapie- und Ergotherapie-Leistungen wurden überprüft und angepasst. Zusätzlich wurden die einzelnen Schritte qualitativ hinterlegt und weitmöglichst mit Literatur untermauert. Dank aussagekräftigen Soll-/Ist-Vergleichen sind sie zudem ein effektives Feedbacksystem für die Mitarbeitenden geworden.
Der Schweizer Physiotherapie Verband empfiehlt den ChefphysiotherapeutInnen dieses System in ihrer Abteilung einzuführen.
Im vergangenen Jahr wurden nun im ambulanten Bereich ebenfalls Behandlungspfade definiert. Die Konstruktion ist dieselbe wie für den stationären Bereich. Im Unterschied dazu sind sie interdisziplinär zusammengesetzt und orientieren sich an den Schwerpunkten der Klinik.


Lehre

Neuere Entwicklungen in der Lehre betreffen Tutoriate wie auch die unter ICT berichtete Neuentwicklung für die klinische Untersuchung des Bewegungsapparates mit Informatikmedien. Das Gebiet der Rheumatologie ist in den letzten Jahren derart gewachsen, dass auch die Ausbildung entsprechend geändert werden müsste. Dies betrifft insbesondere die Vorlesung im 6. Jahr, welche mit 14 Doppelstunden zu knapp angelegt ist. Die Reform des Medizinstudiums wird diese Entwicklungen berücksichtigen müssen.

PTW (Physiotherapie Wissenschaften)
Universitäre Weiterbildung für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten - Physiotherapie wird eine Wissenschaft
Am 19. August 2002 startete an der Universität Zürich ein in der Schweiz neuartiges Weiterbildungsprogramm für PhysiotherapeutInnen. Nach Abschluss des dreijährigen berufsbegleitenden Lehrgangs Physiotherapie-Wissenschaften sind die 21 AbsolventInnen des ersten Lehrgangs für eine Tätigkeit in der klinischen Forschung gerüstet. Damit wird die Physiotherapie eine wissenschaftlich abgestützte Therapie und kann gegenüber den Kostenträgern im Gesundheitswesen den Wirksamkeitsnachweis und den Beweis der ökonomischen Vertretbarkeit erbringen.
Das PTW-Programm führt zum Erlangen von Kenntnissen und Fähigkeiten im Bezug auf die drei folgenden Komponenten des Kompetenz-Portfolios:
Fach-Kompetenz = biomedizinische Grundlagenfächer
Methoden-Kompetenz = Klinische Forschungsmethoden
Public Health-Kompetenz = Gesundheitswissenschaftliche Fächer
Ein Kompetenzbereich beinhaltet mehrere Themenbereiche. Für jeden Themenbereich wurden (Teil-)Module gebildet Die Lerninhalte und Modultitel richten sich nach den pro Kompetenzbereich definierten Lernzielen.
Wirkungsgebiete eröffnen sich vor allem in grösseren Spitälern und Schulen, idealerweise als eine sich gegenseitig stimulierende und ergänzende Mischung von klinischer und forschender Tätigkeit.
Grundsätzlich werden HochschuldozentInnen verpflichtet, z.B. der Universitäten Zürich und Bern, aber auch aus dem Ausland (Holland, USA, Kanada). Wo sinnvoll, werden bei einzelnen Modulen auch PraktikerInnen aus den entsprechenden Bereichen eingeladen, z.B. PolitikerInnen, Forschende, BehördenvertreterInnen oder Personen aus der Privatwirtschaft.

ICT
Im Rahmen der Förderung des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien durch die Universität Zürich wurde das Projekt "Klinische Untersuchungstechnik des Bewegungsapparates" fertiggestellt. Ziel dieses neuen Programms ist es, den StudentInnen die Untersuchungstechnik am Bewegungsapparat auf elektronischen Medien (Internet, CD-Rom) bereitzustellen. Dieses interaktive Programm wurde in Zusammenarbeit mit der Anatomie und der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist erarbeitet. Eine Erweiterung des Programms ist für häufige Krankheitsbilder und Therapien des Bewegungsapparates geplant.


Forschung

Klinische Forschung
Dieses Jahr ist die klinische Forschung in der Rheumaklinik und dem Institut für Physikalische Medizin mit regelmässigen Forschungsprojekten sehr aktiv gewesen, mit grosszügiger Unterstützung durch den Schweizer Nationalfonds, europäischen Forschungsgeldern und verschiedenen Schweizer Stiftungen. Diese Unterstützung ermöglichte die weitere Entwicklung und die Durchführung von verschiedenen Forschungsprojekten im Rahmen der klinischen Rheumatologie, der Physikalischen und Rehabilitationsmedizin und der Pharmazeutischen Medizin. Die klinischen Forscher rekrutieren sich bei den ÄrztInnen, PsychologInnen, NaturwissenschaftlerInnen und auch PhysiotherapeutInnen unserer Klinik, wodurch eine optimale Zusammenarbeit resultiert. Diese spezielle Gruppierung der Forschungskräfte ermöglichte 2002 eine erfolgreiche Teilnahme an mehreren hochwertigen nationalen und internationalen Kongressen im Bereich der Rheumatologie, Physikalischen Medizin und Rehabilitation, Schmerz und Osteoporose. Daneben sind noch zahlreiche Publikationen der Klinik in peer-reviewed Journals erschienen, was uns auch eine internationale Anerkennung bringt. Zusammenfassend umfassen unsere Forschungsergebnisse des Jahres 2002 sowohl wissenschaftlich abgesicherte, praxisbezogene Erkenntnisse im Rahmen der Physikalischen Medizin und Rehabilitation als auch neue klinische Aspekte der Rheumatologie und Clinical Trials mit neuen Medikamenten für Schmerz, Arthrose und Osteoporose.

Highlights und Auftritt an Kongressen
Die exzellente Zusammenarbeit am USZ zwischen der Kardiologie (Forschungsgruppe PD Dr. med. Frank Ruschitzka und Prof. Dr. med. Thomas Lüscher) und der Rheumaklinik hat zu dem interessanten Ergebnis geführt, dass durch Anti-TNF-Therapie (Infliximab) die vaskuläre Endothelfunktion bei RA-Patienten signifikant verbessert wird. Diese Ergebnisse wurden zur ACR Pressekonferenz ausgewählt und publiziert (Circulation 106: 2184-7, 2002).
Die Fellows des Zentrums für experimentelle Rheumatologie haben am European Congress for Rheumatologie in Stockholm 18 Vorträge und Poster und zum Annual Meeting American College of Rheumatology (ACR) in New Orleans 22 Vorträge und Poster präsentiert.


Fort- und Weiterbildung

Wir organisierten im Berichtszeitraum 6 interdisziplinäre Kolloquien mit national und international hochrangigen ReferentInnen. Rheumatologische sowie Themen der Physikalischen Medizin und Rehabilitation wurden diskutiert. Jeweils im Sommersemester findet ein interdisziplinäres Schmerzkolloquium an unserer Klinik statt. Die wöchentliche Weiterbildung der AssistenzärztInnen wird gegliedert in Themen der Rheumatologie, Klinischen Immunologie, Physikalischen Medizin sowie angrenzender Fachgebiete. In 2-wöchentlichen Abständen findet ein Journal Club und eine FMH-Weiterbildung statt. Die Physikalische Medizin ist zusätzlich mit wöchentlichen Veranstaltungen und Case-Präsentationen insbesondere für das Zielpublikum der PhysiotherapeutInnen als auch der AssistentInnen der Klinik aktiv. Wöchentliche Fallvorstellungen mit interdisziplinärer Beteiligung und Röntgen-Rapporte ergänzen das Programm. Vom Zentrum für Experimentelle Rheumatologie unserer Klinik wurde das erste GARN- (Global Arthritis Research Network) Meeting mit internationaler Beteiligung organisiert. Nach dem europäischen Rheumakongress (EULAR) haben wir für die niedergelassenen KollegInnen in Zürich und Umgebung eine Vortragsreihe über die EULAR-Highlights sowie eine interaktive Videokonferenz mit 7 Schweizer Zentren durchgeführt. Die Zürcher Schmerzgespräche wurden als jährliche Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen.


Öffentlichkeitsarbeit

Rheumaportal
Im Jahr 2002 wurde das neue Rheumaportal definitiv in Betrieb genommen. Zusammen mit Partnern der Pharmaindustrie wird unter der Adresse www.rheuma.unispital.ch eine Website mit Informationen zu unserer Klinik und allgemeinen Informationen für ÄrztInnen und andere Interessierte über das Thema Rheuma und Physikalische Medizin betrieben. Die Möglichkeit mit niedergelassenen ÄrztInnen auf sicherem Weg per e-mail PatientInnen anzumelden, ist eine von vielen Angeboten auf dieser Seite.
Wichtig ist auch die laufende Information über unsere Fortbildungsveranstaltungen. Auch in Zukunft wollen wir bestrebt sein, den verschiedenen Interessierten und Betroffenen gute und auf hohem Niveau stehende Informationen zu vermitteln.

Rheumanachrichten
Seit nunmehr 10 Jahren gibt die Rheumaklinik dreimal jährlich die Rheumanachrichten mit einer Auflage von 1000 Exemplaren heraus. Die gute Resonanz motiviert uns, auch in Zukunft eine informative und nützliche Zeitschrift, herauszugeben.


Personelles

Einige MitarbeiterInnen der Rheumaklinik und des Instituts für Physikalische Medizin haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung abgeschlossen oder wurden in namhafte Institutionen und Organisationen aufgenommen. Zudem wurden wieder viele Artikel veröffentlicht und Vorträge gehalten. Wir gratulieren für das Erreichte und danken allen MitarbeiterInnen für das grosse Engagement.
Genauere Informationen finden Sie auf unserer Website www.rheuma.unispital.ch in den Rheumanachrichten.

Auszeichnungen
Prof. Dr. med. Renate Gay und Prof. Dr. med. Steffen Gay sind vom Institute of Scientific Information im Jahr 2002 unter den "Mostcited scientists in Clinical Medicine" gelistet.
Prof. Dr. med. Steffen Gay wurde in den USA zum "Honorary Member - Alpha Omega Alpha Honor Medical Society" gewählt.


Ausblick

Die Rheumatologie erfährt derzeit eine zunehmende Spezialisierung mit entsprechend höheren Ansprüchen. Die LeiterInnen der Schwerpunktgebiete müssen sowohl ihr Gebiet in Dienstleistung und Forschung auf dem höchsten Niveau halten und gleichzeitig auch breit in Rheumatologie und Physikalischer Medizin ausgebildet sein. Diese Anforderungen erfüllen nur die besten Leute in der Schweiz. In Zukunft wird es ein wichtiges Anliegen sein, die Attraktivität der Kaderstellen weiter zu verbessern, um das Niveau der Fachbereiche hochhalten zu können.
Die Evaluation unserer Klinik durch universitäre ausländische Experten hat uns bestätigt, dass die jüngsten Entwicklungen an unserer Klinik wie auch die Leistung der Klinikangehörigen in Bezug auf Lehre und Forschung ausgezeichnet ist. Auch hier werden wir alles daran setzen diese Leistungen hochzuhalten.


Schwerpunkte

Schwerpunkt Arbeit/Ergonomie
Im Dienstleistungsbereich wurde im laufenden Jahr die Zielsetzung einer Konsolidierung in den Dienstleistungen "Arbeitsassessment" (Standortbestimmung zur Beurteilung von PatientInnen mit muskuloskelettalen Erkrankungen und Beschwerden sowie Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit im Sinne von Arbeitsunfähigkeit und/oder arbeitsassoziierten Beschwerden), "interdisziplinäre ambulante Arbeitsbezogene Rehabilitation" (8-wöchiges Rehabilitationsprogramm zur Reintegration von PatientInnen mit muskuloskelettalen Beschwerden und Erkrankungen an den Arbeitsplatz) sowie "Ergonomische Arbeitsplatzabklärung" erreicht. Daneben erfolgten im Marketingbereich zahlreiche Referate für Grundversorger, Versicherer und Betriebe, Lehrveranstaltungen für StudentInnen des Nachdiplomstudiums Arbeit und Gesundheit der ETH Zürich und verschiedene Workshops für USZ Betriebsangestellte zum besseren Schutz vor Gesundheitsschädigungen und Unfällen bei der Arbeit (z.B. Logistik und Pflegedienste).
Im Jahr 2002 wurden mit 200 Arbeitsassessments (inklusive 2-tägige Belastbarkeitstests), 48 arbeitsbezogenen Rehabilitationen (zuzüglich 11 Kontrollinterventionen aus der Studie), 35 vollständigen EFL’s im Rahmen von Begutachtungen sowie 33 vollständigen Arbeitsplatzabklärungen und 40 Arbeitsplatzbesuchen im Rahmen der Rehabilitation (zuzüglich 25 Abklärungen im Rahmen einer Studie) die Werte des Vorjahres bestätigt, wobei auf Grund einer länger dauernden personellen Unterbesetzung im ärztlichen Bereich eine geplante Steigerung vor allem bei den Arbeitsassessments und arbeitsbezogenen Rehabilitationen verpasst wurde. Dieses Problem konnte inzwischen gelöst werden mit positiven Auswirkungen auf die Ergebnisse.
Im Forschungs- und Entwicklungsbereich sollen vier Projekte speziell erwähnt werden. Das durch den SNF unterstützte 3-jährige Projekt "Motor control in work-related neck pain" konnte mit verschiedenen Publikationen und dem Schlussbericht erfolgreich abgeschlossen werden. Dem Projekt soll nun die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse mittels eines Interventionsprojektes bei Büroangestellten mit Nackenbeschwerden folgen. Die Datenerhebung der Studie "WAREK - Wirksamkeit einer ambulanten arbeitsbezogenen Rehabilitation mit einer Kostenevaluation: eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie" (Kathrin Meyer, Jaap Fransen und Andreas Klipstein) konnte abgeschlossen werden. Als Grundaussage konnte die Machbarkeit einer randomisierten Studie mit Blindierung der Assesser und weitestgehend auch der Probanden auch bei Durchführung im normalen klinischen Alltag bestätigt werden. Die definitive Datenauswertung erfolgt in den nächsten Monaten, so dass die Studie termingerecht nach 2 Jahren abgeschlossen werden kann. Auch hier ist eine nachfolgende, höchstwahrscheinlich multizentrische Hauptstudie in Planung. Im EU Projekt NEW (Neuromuscular Assessment of Elderly Workers, QLRT 2000 Nr.00139, shared cost) in Zusammenarbeit mit dem IHA der ETHZ und der orthopädischen Universitätsklinik Balgrist startete im laufenden Jahr mit gewisser Verzögerung die Datenerhebung. Es untersucht die neuromuskuläre Funktion und strukturelle Aspekte bei älteren Krankenschwestern und Büropersonal mit und ohne Rückenbeschwerden. Dank guter Unterstützung durch die Spitalleitung, Engagement der USZ MitarbeiterInnen und guter Zusammenarbeit mit der orthopädischen Universitätsklinik Balgrist konnten trotz verzögertem Start bereits 2/3 der Probandinnen eingeschlossen werden. Zur wissenschaftlichen Evaluation von Messinstrumenten erfolgten 3 Studien zur Entwicklung und Evaluation eines Fragebogens zur Erfassung von physischen Arbeitsbelastungen (verantwortlich Hj. Huwiler), Reliabilität eines Arbeitsplatzabklärungssystems (verantwortlich M. Widmer) und Reliabilität eines Tests zur Ausdauerleistung (verantwortlich C. Heitz).
Im laufenden Jahr erlangte K. Meyer den Titel eines "Master of Public Health" (Uni Zürich), Hj. Huwiler und A. Klipstein den Titel eines "Master of Science in Health Ergonomics" (University of Surrey, GB).

Die beiden Co-Programmleiterinnen, Erika Omega Huber und Karin Niedermann, im Gespräch vertieft

Schwerpunkt Arthritis
Häufigster Zuweisungsgrund ist die Evaluation wegen TNF gerichteter Therapien. Diese haben sich bei der rheumatoiden Arthritis inzwischen fest etabliert und werden nun zunehmend auch bei anderen Arthritiden eingesetzt. Sogar beim bislang nur schwer angehbaren entzündlichen Wirbelsäulenbefall (z. B. Morbus Bechterew) haben sie eine gute Wirksamkeit, was eine eigentliche Revolution darstellt. Wichtigstes Problem ist die erhöhte Infektneigung, gegen die der Nutzen der Therapie abgewogen werden muss.

Schwerpunkt Kollagenosen und Vaskulitiden
Die Zusammenarbeit mit der Abteilung für Klinische Immunologie und mit SpezialistInnen anderer Fachgebiete bewährt sich sehr, da nur eine interdisziplinäre Abklärung und Behandlung diesen meist mehrere Organsysteme befallenden Erkrankungen gerecht werden kann. Mit einem gemeinsamen Management lässt sich die Verhütung irreversibler Organschäden als wichtigstes Behandlungsziel am besten erreichen.

Schwerpunkt Muskelerkrankungen
Die Diagnostik und Therapie von Muskelerkrankungen stellt einen Schwerpunkt an der Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin dar. Die in 2001 neu eingeführte funktionelle Myosonographie der Abdominalmuskulatur bei PatientInnen mit lumbalen Rückenschmerzen wird sehr stark zur Diagnostik von muskulären Dysbalancen und zur gleichzeitigen Feedback-Therapie verordnet. Erste wissenschaftliche Auswertungen dieser neuen Methode wurden auf dem Schmerz-Weltkongress in San Diego, CA erfolgreich präsentiert (siehe auch RheumaNachrichten Nr. 30). Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den KollegInnen aus der Dermatologie, der Diagnostischen Radiologie und dem Institut für Neuropathologie ist weiter intensiviert und gefestigt worden. Spezielle funktionelle Myopathietests sind professionell etabliert und Bestandteil der Angebotspalette unserer Klinik.

Schwerpunkt Osteoporose
Im Jahr 2002 konnte das OsteoporoseZentrum des USZ die Untersuchungszahlen weiter steigern. Von 1908 DEXA-Untersuchungen im Jahr 2001 um 500 Untersuchungen auf total 2408 im Jahr 2002, was einer Steigerung von knapp 21% entspricht. Seit der Zusammenlegung der DEXA der Nuklearmedizin und der Rheumatologie zum OsteoporoseZentrum im Jahr 2000 besteht eine Zunahme der Untersuchungen von 77%.
Mit unseren insgesamt 3 Teilzeitmitarbeiterinnen Annemarie Koch (50%), Nicole Hofmann (50%) und Michelle Farrell (40%, Nuklearmedizin 60%) haben wir ein gut eingespieltes Team, welches qualitativ hochstehende Untersuchungen liefert.
Wir arbeiten weiterhin mit den beiden Hologic QDR 4500 DEXA-Geräten, die auch dieses Jahr zur vollsten Zufriedenheit funktioniert haben. Die Softwareapplikationen, die wir im Jahr 2001 neu eingeführt hatten, haben sich in diesem Jahr bewährt. Es zeigte sich, dass die auf beiden DEXA-Geräten im Jahr 2001 installierte Software für die Messung des Vorderarms tatsächlich zu einer höheren Flexibilität und besseren Apparateausnutzung führte.
Von der Rheumaklinik und IPM ist ein Assistenzarzt bei der Beurteilung der DEXA-Messungen mitbeteiligt. Dieser Arzt sowie der ärztliche Leiter des OsteoporoseZentrums sind regelmässig in speziellen Sprechstunden für Osteoporose und knochenmetabolische Krankheiten involviert. Diese Sprechstunden haben im Jahr 2002 auch deutlich zugenommen mit zugewiesenen Patienten vom USZ und von externen ÄrztInnen. Insgesamt ist der Schwerpunkt Osteoporose einer der erfolgsreichsten der Klinik geworden und das zukünftige Potential scheint noch steigend zu sein.

Schwerpunkt Schmerz
Die Nachfrage zur Schmerzdiagnostik und -therapie wächst weiterhin sehr stark. Als Antwort darauf haben wir ein weiteres Diagnose-/Triage-Angebot. Die Rheumatologische Interdisziplinäre Schmerz-Sprechstunde (RISS, www.rheuma.unispital.ch / www.rheuma.unispital.ch/de/schmerz/heca.html) wird stark frequentiert. Durch eine optimale Auslastung der vorhandenen personellen und räumlichen Ressourcen konnten im Berichtszeitraum mehr als doppelt soviel PatientInnen behandelt werden wie im Vorjahr. Die Zusammenarbeit mit der Abteilung für Psychosoziale Medizin der Psychiatrischen Poliklinik, insbesondere mit dem neu entstandenen stationären interdisziplinären Schmerzprogramm an der Zürcher Höhenklinik Davos Clavadel hat sich gefestigt und vertieft. Die Grundlagenforschung auf dem Gebiet Schmerz am Zentrum für Experimentelle Rheumatologie wurde innovativ weitergeführt. Die Zürcher Schmerzgespräche (www.rheuma.unispital.ch/downloads/ zhSchmerz-gespraeche2003.pdf) stellen ein neues, krankheitsübergreifendes Fortbildungsangebot für SchmerztherapeutInnen und Interessierte dar.

AISP Gruppenfoto

Eckdaten
Stationäre Klinik
Die Klinik verfügt über 30 Betten, die auf zwei Stockwerke verteilt sind.
Die stationären PatientInnen machen nur knapp 10% der gesamten Patienten aus. Der grösste Teil wird in unserer Klinik ambulant behandelt.

Poliklinik
Im ambulanten Bereich wird hauptsächlich in Schwerpunkten gearbeitet:
  • Arthritis (spez. Rheumatoide Arthritis)
  • Kollagenosen/Vaskulitiden
  • Schmerz
  • Muskel
  • Rücken
  • Arbeit/Ergonomie
  • Osteoporose

Die Schwerpunkte zeichnen sich dadurch aus, dass auf diesen Gebieten Basisforschung, Klinische Forschung und Dienstleistung betrieben wird.

Institut für Physikalische Medizin
Das Institut für Physikalische Medizin betreut PatientInnen quer durch alle Fachrichtungen am USZ.

Experimentelle Rheumatologie
Die Klinik beherbergt das WHO Collaborating Center for Molecular Biology and Novel Therapeutic Strategies for Rheumatic Diseases!


Portraits

Prof. Dr. med.
Steffen Gay
Leiter Zentrum
für Experimentelle
Rheumatologie
Prof. Dr. med.
Renate Gay
Oberassistentin
Zentrum für
Experimentelle
Rheumatologie
Dr. med.
P. Brühlmann
Leitender Arzt
Poliklinik
PD Dr. med.
Haiko Sprott
Oberarzt
Institut für
Physikalische Medizin
Hansjörg Huwiler
Chefphysiotherapeut
Institut für
Physikalische Medizin
Erika Huber
Med.-therap. Leiterin
Institut für
Physikalische Medizin
Hans Zwahlen
Klinikmanager
Rheumaklinik und
Institut für
Physikalische Medizin
Dr. med.
Adrian Forster
Oberarzt
Poliklinik
PD Dr. med.
Daniel Uebelhart
Leitender Arzt
Institut für
Physikalische Medizin
Dr. med.
Andreas Klipstein
Oberarzt




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