Jahresrechnung 2002

Das Jahr 2002 war erneut ein anspruchsvolles Jahr für das USZ in einem schwierigen Umfeld. Dieses war geprägt von einer weiter steigenden Nachfrage nach hoch spezialisierter Medizin und einem hohen Kostendruck. Dem gegenüber standen ungenügende Tarifanpassungen und ein anhaltender Wettbewerb um das tendenziell abnehmende Segment der zusatzversicherten Patienten. Folge davon war eine weitere Öffnung der Schere zwischen Aufwänden und Erträgen.

Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen konnte der Betriebsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 13 Mio. Franken oder 2.7% auf 513 Mio. Franken gesteigert werden. Die Erträge aus stationären Aufenthalten nahmen um 2 Mio. Franken auf 339 Mio. Franken zu. Dies obwohl rund 10 Mio. Franken an Sockelbeiträgen bei den Zusatzversicherten wegfielen, die neu vom Kanton Zürich zu übernehmen sind. Die Zahl der stationären Patienten betrug wie im Vorjahr rund 31’000. Die Pflegetage reduzierten sich um rund 1’000 auf rund 264’000. Der Rückgang bei den zusatzversicherten Patienten konnte im Vergleich zum Vorjahr verlangsamt, nicht aber gestoppt werden.

Im ambulanten Bereich wurden Erträge von 129 Mio. Franken erwirtschaftet (Vorjahr 116 Mio. Franken). Die Zahl der Konsultationen nahm um 2.0% auf rund 384’000 ab.

Neben Ertragssteigerungen in verschiedenen Kliniken trugen zwei ausserordentliche Faktoren zu dieser Ertragsentwicklung bei. Einerseits erfolgte die Fakturierung zeitnäher und andererseits wurden die noch nicht fakturierten Leistungen periodengerechter abgegrenzt als im Jahr zuvor.

Der Aufwand stieg um 61 Mio. Franken oder 8.4% auf 785 Mio. Franken an. Die grössten Aufwandpositionen waren der Personalaufwand und der medizinische Bedarf.

Der durchschnittliche Stellenbestand erhöhte sich auf rund 4’800 (+4%). Der starke Anstieg des Personalbestandes und des Personalaufwandes erklärt sich in erster Linie durch die Arbeitszeitmassnahmen bei den Ärzten sowie Lohnmassnahmen und vermehrte Anstellungen bei den Pflegenden. Die Einführung neuer, wirksamer und teilweise auch sehr kostenintensiver Medikamente und medizinischer Materialien führten dazu, dass sich der Aufwand für den medizinischen Bedarf um rund 9% auf 159 Mio. Franken erhöhte. Die Abgeltungen der Universität Zürich für Aufwendungen im Bereich Lehre und Forschung betrugen rund 66 Mio. Franken. Dieser Betrag wird nicht als Ertrag, sondern als Aufwandminderung verbucht.

Der Staatsbeitrag des Kantons Zürich nahm deutlich von 223 Mio. Franken im Jahr 2001 auf 265 Mio. Franken zu. Neben der gesetzlich vorgegebenen Beteiligung an der stationären Grundversorgung werden durch den Kanton Zürich noch andere Leistungen nachgefragt und über ein Globalbudget abgegolten. Dazu gehören die Vorhalteleistungen im Notfall während 24 Stunden und 365 Tagen, nicht gedeckte Kosten im ambulanten Bereich, bei der Aus-, Weiterbildung, Lehre und Forschung sowie die Abschreibungen und Zinsen zur Finanzierung der Investitionen.

Trotz des höheren Staatsbeitrages sowie den erwähnten ausserordentlichen Erträgen schliesst die Rechnung 2002 mit einem Verlust von 1.9 Mio. Franken ab.

Bruno Letsch, Finanzchef




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