Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003
Jahresbericht 2002
Departemente, Kliniken und Institute
Institut für Anästhesiologie
Augenklinik
Dept. Chirurgie
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Dept. Frauenheilkunde
Dept. für Innere Medizin
Dept. Medizinische Radiologie
Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie
Institut für Klinische Chemie
Neurochirurgische Klinik
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinik und Poliklinik für Onkologie
Klinik für Ohren- Nasen-
Hals- und Gesichtschirurgie
Dept. Pathologie
Psychiatrische Poliklinik
Rheumaklinik und Institut
für physikalische Medizin
Urologische Klinik
Universitäres Zentrum für Labormedizin


PDF Download (Acrobat Reader)
Zahlen und Fakten
Neurochirurgische Klinik

Neurochirurgische Klinik

Prof. Dr. med.
Yasuhiro Yonekawa
Klinikdirektor
Die Neurochirurgische Klinik hat mit dem Jahr 2003 die zweite Dekade, seit Antritt von Herrn Prof. Yonekawa, angetreten. In dieser Zeit konnten die Bereiche Bettenstation, Forschung, Operationssäle, die Intensivstation und interdisziplinäre Bettenstation von der Kernzone in den Nordtrakt1 verlegt werden, so dass wir nun eine kompakte Einheit geniessen können. Die Operationssäle, die Intensivstation und die Neuroradiologie auf der gleichen Ebene zu haben, ist eine der idealsten Situationen, welche man für die Patientenbetreuung haben kann.




Klinische Tätigkeit

Im Jahre 2003 haben wurden gut 1’000 neurochirurgische Operationen durchgeführt. Neben kantonalen wie ausserkantonalen Patienten wurden auch Patienten aus verschiedenen europäischen Ländern und dem nahen Osten behandelt. Neben neurochirurgischen Krankheiten (Hirn-Rückenmarktumoren, Hirnschläge bedingt durch Hirngefässkrankheiten wie Aneurysmen, Blutungen, Hirngefässverschlüsse), therapieresistenter Epilepsie (für Amygdalohippocampectomie), Schädelbasishirntumoren, wurden auch Patienten mit der Moyamoya’schen Krankheit (siehe Jahresbericht 1999) operiert. Es kommen Patienten aus den USA für die stereotaktische Operation und für bestimmte psychoneurochirurgische Eingriffe und anderen Routineproblemen wie: hartnäckige Schmerzen und den unwillkürlichen Bewegungs-Tremor.
Solch schwierige Aufgaben mit beschränkten Ressourcen zu erfüllen ist nur möglich, durch eine kompetente Teamarbeit, nicht nur von den Neurochirurgen sondern auch von den zusammenhängenden Fächern inklusiv Physiotherapie und Ergotherapie. Die Operationsanzahl 1’000 scheint die obere Grenze zu sein, in Anbetracht der beschränkten Bettenanzahl, Personalanzahl, für die optimale und verantwortliche Betreuung der Patienten.


Lehre

Die Studentenvorlesung im 4. und 6. Jahr wurden auf der Basis des Lernkatalogs durchgeführt. Bei der Vorlesung wird immer wieder die Wichtigkeit der Neurochirurgie betont. Nämlich die Erkennung der Krankheiten und deren möglichst frühe und richtige Diagnose und Behandlung, damit der Erhalt einer guten bzw. akzeptablen Lebensqualität gewährleistet werden kann. Dieses Fach verlangt bei verschiedenen Situationen auch sehr viel ethische Einsicht. Leider wird das Fach Neurochirurgie nicht schriftlich examiniert, so dass die Vorlesung nur von wenigen Studenten besucht wird. Studenten, die während des Wahlstudienjahrs als Unterassistenten zu uns kommen, sehen die Probleme erst dann ein und profitieren sehr viel davon. Da wir vom Ausland auch Unterassistenten akzeptieren, beschränken wir uns auf 3 gleichzeitig, um die verantwortlichen Tutoren zu gewährleisten.


Forschung

Unsere Forschung wird durch Herrn Prof. K. Frei im Labor geleitet. Es kommen immer wieder Mitarbeiter vom In- und Ausland, die mit Immunologie-Medizin und der ETH zusammenarbeiten. Hauptthema sind vor allem: Molekuläre Aspekte der Blutliquorschranken, Neuroonkologie und Epilepsie.

Im Rahmen der klinischen Forschung können wir u.a. folgende Arbeiten nennen: OA Dr. Emanuela Keller Neurointensivmedizin (Bedside CBF Monitoring (Fig. 1) anhand der Infraroteinrichtung durch die Zusammenarbeit mit Herrn Prof. P. Niederer ETH, Hirnprotektive Massnahme (durch Hypothermie und Barbituratkoma). Herr Prof. Dr. med. D. Jeanmonod und Dr. Anne Morell, Team Funktionelle Neurochirurgie, (Thalamus in Zusammenhang der stereotaktische Operation).

Fig. 1: Combined subdural ICP-NIRS probe. Insereted trough a burr hole in the skull, the probe is in direct contact with the brain and elimination of extracranial contamination is achieved (Acta Neurochir. (Wien) (2003)145:1111-1115 ).

Es entstanden viele Publikationen durch die Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und Instituten: z.B. International Agency for Research on Cancer IARC in Lyon (Prof. P. Kleihues und Frau Dr. H. Ohgaki), Epileptologie- Neurologie (Prof. G. Wieser), Neuroradiologie (Prof. A. Valavanis), Anatomie (Prof. Groscurth).

Es wurden 5 Dissertationen und 32 Publikationen veröffentlicht.


Fort- und Weiterbildung

Mikrochirurgiekurs
Der seit 1967 bestehende Mikrochirurgiekurs hat dieses Jahres auch im Mikrochirugielabor (Prof. K. Frei) stattgefunden und wurde von der Instruktorin Frau Frick durchgeführt. 66 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern und Disziplinen haben den 1-wöchigen Kurs absolviert.

Hands-on-Anatomie-Mikrochirugiekurse
Der seit 1996 bestehende Kurs für fortgeschrittene Neurochirurgen, welcher auf 12 Teilnehmer beschränkt ist, fand unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. med. H.-G. Imhof in Zusammenarbeit mit dem Anatomischen Institut (Prof. P. Grosscurth) statt. Es haben Neurochirurgen aus verschieden Ländern teilgenommen.


Kongresse und Symposien

Es hat ein internationales Symposium zum Thema Glioblastoma am 14. November 2003 stattgefunden. Die Teilnehmer, darunter auch internationale Spezialisten aus verschieden Ländern diskutierten über die modernen Erkenntnisse in der molekularen Biologie und der chirurgischen Behandlung.
Die Schweizerische Neurochirurgen Gesellschaft, präsidiert durch Herrn Prof. Imhof, hat zusammen mit der Schweizerischen Neuroradiologischen Gesellschaft, präsidiert durch Prof. Valavanis am 25.09. - 27.09.2003 gemeinsam getagt und moderne Informationen wurden interdisziplinär getauscht.


Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen der «Brain Fair» wurde ein «Tag der offenen Tür» der Neurochirurgie am 31. März 2003 durchgeführt. Dabei wurde unser Mikrochirurgiekurs und die Neurochirurgieoperationen mittels einer Video-Demonstration vorgestellt.


Personelles

Herr Dr. med. R. L. Bernays, Oberarzt, hat sich mit dem Thema «Neurochirurgie im offenen , intraoperativen MRI» habilitiert.

Frau Dr. Gaida und Frau Dr. Fischer sind als Oberärztinnen in der Neurointensivstation neu engagiert worden.


Pflegedienst
Ilona Schmidt, Abteilungsleiterin Station N Nord 1

Die Kernaufgabe vom Pflegedienst ist die Betreuung neurochirurgisch erkrankter Menschen. Die Weiterentwicklung der Pflegequalität ist für uns ein zentrales Thema. Aus diesem Grund wird 2004 im Universitätsspital Zürich die Bezugspflege eingeführt.

 

Die Neurochirurgie ist Pilotstation für dieses zukunftsweisende Projekt.
Ziel der Bezugspflege ist, dass jeder Patient vom Eintritt bis zum Austritt von einer diplomierten Pflegefachperson begleitet wird. So hat der Patient eine Bezugsperson, welche für den ganzen Spitalaufenthalt als Ansprechperson für ihn da ist. Dadurch kann ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, welches ermöglicht, die Bedürfnisse des Patienten besser zu erkennen.
Die Bezugsperson koordiniert den Tagesablauf und gilt auch als Schnittstelle für die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eine optimale Umsetzung der Bezugspflege bedingt eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Für den Pflegedienst stand das letzte Jahr im Zeichen der Vorbereitung für die Bezugspflege.
Die Aufgabe der Abteilungsleitung war, Ängste und Fragen aufzunehmen und erste Visionen zur Umsetzung der Bezugspflege mit dem Team zu entwickeln. Für das diplomierte Pflegepersonal heisst die Bezugspflege eine neue Art von Verantwortung zu übernehmen. Von den Pflegeassistentinnen kam die Frage, welche Rolle sie in der Bezugspflege haben werden. Die Rolle der Abteilungsleitung ändert sich in eine Begleitung für das Pflegepersonal welches mehr Eigenverantwortung in Zusammenarbeit mit dem Patienten hat.
Jede Pflegefachperson besuchte zwei Weiterbildungstage. Es fand eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Pflegeverständnis statt. Begleitet werden wir dabei durch eine Pflegeexpertin mit Fallbesprechungen oder durch direkte Begleitungen im Pflegealltag.
Für uns alle heisst die Bezugspflege in eine neue Rolle hinein zu wachsen.
Durch ein motiviertes und engagiertes Team können wir uns dieser Aufgabe stellen.


Neurochirurgische Poliklinik

Die Neurochirurgische Poliklinik hat sich fest etabliert: Dank dem Einsatz der Leiterin, OA Frau Dr. med. M. Bjeljac, dient die Poliklinik der ambulanten Abklärung neurochirurgischer Krankheiten und der Betreuung von Patienten mit neuroonkologischen Leiden, welche eine Chemotherapie benötigen. Die Betreuung wird in Zusammenarbeit der Onkologie durchgeführt.

Im Jahr 2003 wurden in der Neurochirurgischen Poliklinik USZ bei über 1’800 Patienten insgesamt 1’907 Untersuchungen durchgeführt. Somit ist die Patientenzahl in den letzten 5 Jahren in unserer Poliklinik um mehr als 50% angestiegen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Durchführung regelmässiger postoperativer Verlaufskontrollen. Dies beinhaltet neben der klinischen neurologischen und neurochirurgischen Untersuchung auch die Planung notwendiger diagnostischer Spezialuntersuchungen (neuroradiologische Verlaufskontrollen mittels MRI, CT oder Doppler, PET, spezialärztliche Konsilien) sowie die Koordination von Behandlungskonzepten mit anderen Abteilungen.

Darüber hinaus beurteilen wir neuzugewiesene Patienten bezüglich neurochirurgischer Therapiemöglichkeit. Bei diesen Patienten wird auch die Mehrzahl der präoperativen ambulanten Abklärungen von uns eingeleitet. Ferner werden die durch externe Zuweiser angemeldeten Patienten im Rahmen einer «Second opinion» beurteilt.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Aktivität ist die neuro-onkologische Sprechstunde. Im Rahmen dieser Sprechstunde werden die Patienten mit malignen Hirntumoren welche vorgängig operiert und bestrahlt wurden mit einer Chemotherapie behandelt und weiterbetreut. Auf diesem Gebiet betreiben wir auch klinische Forschung. Im Rahmen von klinischen Studien sind die neuesten Substanzen zur Therapie maligner Hirntumoren verfügbar. Diese Aktivitäten bieten den Patienten die Gewähr, dass sie stets von den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen profitieren können. Unsere Sprechstunde ist ebenfalls an internationalen Forschungsprogrammen beteiligt.

In der Neurochirurgischen Poliklinik werden zudem alle Patienten mit Subarachnoidalblutung 3 und 12 Monate postoperativ nach besonderen Kriterien sowohl neurologisch als auch neuropsychologisch ausführlich untersucht. Die Daten werden detailliert protokolliert und in die laufenden Studien bezüglich neurologischer und neuropsychologischer Outcomes integriert.

Die Röntgen-Bilder aller neuroradiologisch mittels CT oder MRI ambulant untersuchten Patienten (mit oder ohne anschliessender neurologischer Untersuchung in unserer Poliklinik) kommen direkt zu uns und werden nicht mehr, wie in den vergangenen Jahren am Röntgenrapport gezeigt. Bei allen Auffälligkeiten besprechen wir die Befunde jeweils mit dem Operateur. In den letzten 12 Monaten haben wir über 1’000 CT- und MRI-Bilder auf dieser Weise beurteilt.

Die Neurochirurgische Poliklinik steht unter der Leitung von Frau Dr. med. M. Bjeljac, Fachärztin für Neurologie. Unter ihrer Supervision arbeitet ein erfahrener Assistenzarzt in der Sprechstunde mit. Die Indikation für einen neurochirurgischen Eingriff wird zusammen mit unserem Klinikdirektor, Herr Prof. Dr. Y. Yonekawa festgelegt.


Eckdaten
Medizinische Schwerpunkte
Mikrochirurgische Behandlung von zerebrovaskulären Erkrankungen, Hirn- und Schädelbasistumoren, medikamentenresistenter Epilepsie, mit Hilfe von intraoperativem Monitoring, offenem MRI.
Stereotaktische neurochirurgische Behandlung bei unwillkürlichen Bewegungen und neurogenen Schmerzen sowie neuropsychologischen Erkrankungen.
Schädel-Hirnverletzungen, zusammen mit der Klinik für Unfallchirurgie.

Forschungsschwerpunkte
Molekuläre Biologie der Hirntumoren und deren Anwendung zur Behandlung.
Molekuläre Biologie des Hippocampus bei therapieresistenten Epilepsie und deren Anwendung zur Behandlung
Experimentelle Hirnhautentzündung.
Neurophysiologie der Parkinson-Erkrankung und neurogener Schmerzen und deren Zusammenhang zur Thalamuskerne.
Klinische Forschung bei Hirnblutungen und Hirndurchblutungsstörungen.

Mitarbeitende
105


Portraits

Lis Bürgi
Oberschwester
Prof. Dr. med.
Hans-Georg Imhof
Leitender Arzt
Prof. Dr. med.
Daniel Jeanmonod
Leitender Arzt Funktionelle Neurochirurgie
Prof. Dr. sc. nat.
Karl Frei
Leiter der Forschung
Dr. med.
Dilek Könü
Oberärztin
PD Dr. med.
René Bernays
Oberarzt
Dr. med.
Nadia Khan
Oberärztin
Dr. med.
Richard Marugg
Oberarzt
Dr. med.
Emanuela Keller
Leiterin der
Neuro-Intensivstation
Dr. med.
Britta J. Gaida
Oberärztin
Neuro-Intensivstation
Dr. med.
Marga Fischer
Oberärztin
Neuro-Intensivstation
Dr. med.
Miroslava Bjeljac-Bozinovic
Leiterin der Neurochirurgischen Poliklinik

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich