| Klinik und Poliklinik für Onkologie |
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Prof. Dr. med. K.R. Alexander Knuth Klinikdirektor |
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Die Klinik und Poliklinik für Onkologie ist im April 2003 als eigenständige bettenführende Klinik eingerichtet worden. Prof. Alexander Knuth wurde im Januar 2003 als Ordinarius für Onkologie (Innere Medizin) an die Universität Zürich und zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Onkologie berufen.
Der Klinikbereich setzt sich zusammen aus bettenführenden Stationen, der Sterilpflegeeinheit/Transplantationsstation für Knochenmark und Stammzellen, der Poliklinik (Ambulatorium) und einer gemeinsam mit der Klinik für Radioonkologie geführten Palliativstation. Onkologie und Radioonkologie werden am USZ den Kern eines «Comprehensive Cancer Centers» (CCC) bilden, in dem die umfassende interdisziplinäre Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen gewährleistet sein soll.
Ziel des CCC soll es sein, ein interdisziplinäres Forum zu schaffen für onkologisch interessierte Kolleginnen und Kollegen, in dem Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen vorgestellt und gemeinsam besprochen werden zur Festlegung des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens unter Berücksichtigung etablierter Standards. Um dem Aspekt der klinischen Forschung Rechnung zu tragen, sollen neue Therapieverfahren im Rahmen internationaler oder nationaler klinischer Forschungsvorhaben vorgestellt und verfügbar gemacht werden, u.a. auch als Beitrag zur Qualitätssicherung.
Ein weiteres Ziel des CCC am USZ ist ein umfassendes Versorgungsangebot aus allen mit Onkologie befassten Fachdisziplinen inkl. Palliativmedizin, Schmerzklinik, psychoonkologische Betreuung und sozialfürsorgerische Betreuungsangebote. Über das USZ hinaus soll dem gesamten Kanton Zürich ein umfassendes Informations-, Diagnostik- und Therapieangebot zu onkologischen Fragestellungen und Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.
Das Team der Klinik und Poliklinik für Onkologie
Mit der Berufung von Prof. Dr. med. Alexander Knuth zum Ordinarius für Innere Medizin/Onkologie an die Universität und der Bestellung zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Onkologie, ist das erfolgreiche Team der bisherigen Abteilung Onkologie im DIM unter der Interimsleitung von Prof. Dr. med. Rolf Stahel um einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergänzt worden. Herr PD Dr. med. Dirk Jäger folgte Herrn Prof. Knuth als Leitender Arzt nach Zürich. Gemeinsam mit Herrn Dr. med. Alfred Zippelius, der vom Ludwig Institut for Cancer Research (LICR) in Epalinges bei Lausanne zu der Arbeitsgruppe Prof. Knuth wechselte, wurde an der Klinik und Poliklinik für Onkologie ein Forschungsschwerpunkt Tumorimmunologie und experimentelle Immuntherapie bei Krebserkrankungen installiert.
Das Ziel der neuen Klinikleitung ist, die bisherigen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte der Onkologie am USZ auszubauen und thematisch zu ergänzen, mit einem Schwerpunkt in der Entwicklung neuer Therapieverfahren und der Erweiterung und der Koordination der interdisziplinären Interaktionen. Der Aspekt der Krankenversorgung verknüpft mit klinischer Forschung nach international akzeptierten Qualitätsstandards steht im Mittelpunkt unserer Tätigkeit.
Mit der Einrichtung einer eigenständigen Klinik und Poliklinik für Onkologie wird eine breite Aus- und Weiterbildung für Assistenzärztinnen und -ärzte ermöglicht und sichergestellt sowie die Lehre für die Studierenden der Medizin am Krankenbett ausgebaut. Durch Zusammenführung der klinischen Ressourcen wird ein klinischer Forschungsschwerpunkt entstehen, in dem die Brücke zwischen Ergebnissen der Grundlagenforschung aus der Onkologie und aus kollaborierenden theoretischen Institutionen hergestellt wird, damit neue Erkenntnisse frühzeitig für die klinische Anwendung verfügbar gemacht werden können.
In der Klinik eingeschlossen ist die Sterilpflegeeinheit/Transplantationsstation des USZ mit 8 Betten. Dort werden Knochenmark- und Stammzelltransplantationen bei hämatologischen und lymphatischen Neoplasien und bei Krebserkrankungen anderer Organsysteme durchgeführt. Ein hochmotiviertes Pflegeteam unter der Leitung von Kuno Betschart engagiert sich speziell für den stationären Bereich der Klinik.
Ambulatorium und Tagesklinik
Ein Schwerpunkt der Patientenbetreuung ist weiterhin das Ambulatorium der Klinik mit 10 tagesklinischen Versorgungsplätzen. Das Pflegeteam hat im Verbund mit dem ärztlichen Team der Onkologie in den vergangenen Jahren Standards erarbeitet, die international Beachtung finden. Im Berichtsjahr erfolgten ca. 13000 ärztliche Konsultationen, ca. 5000 Chemotherapien und ca. 1000 Transfusionen sowie schmerztherapeutische Interventionen. Insgesamt wurden ca. 1856 neue Patientinnen und Patienten in die Betreuung aufgenommen und 35 Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige machten Gebrauch von der Möglichkeit einer begleitenden psychologischen Beratung.
Interdisziplinäre Krebsbehandlung
Die Onkologie leitet die Behandlung akuter und chronischer Leukämien in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Hämatologie und den medizinischen Kliniken des Departement Innere Medizin. Eine Schwerpunktbildung durch Zusammenführen der Ressourcen ist Planungsziel im Rahmen des CCC. Die Onkologie ist entscheidend beteiligt an verschiedenen Tumorboards in Zusammenarbeit mit der Radioonkologie, der Gynäkologie, der Hals-, Nasen-, Ohren- und Gesichtschirurgie, der Neurochirurgie, der Urologie, der Thoraxchirurgie und der Viszeral- und Transplantationschirurgie des USZ.
Transplantationsprogramm
Über ein Viertel aller Stammzelltransplantationen in der Schweiz werden am USZ unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Onkologie durchgeführt. Dieses geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Hämatologie des USZ, den umliegenden Stadtspitälern, speziell dem Stadtspital Triemli und anderen Spezialisten der Fachgebiete Hämatologie und Onkologie im Grossraum Zürich. Im Berichtsjahr erfolgten 55 Hochdosistherapien mit autologer Stammzelltransplantation. Auf der Sterilpflegestation/Transplantationsstation der Klinik und Poliklinik für Onkologie sind im Berichtszeitraum insgesamt 31 allogene Knochenmark- und Stammzelltransplantationen durchgeführt worden. Die Gesamtzahl der hier transplantierten Patienten betrug im Jahr 2003 86.
Genetische Beratung
Im Verbund mit dem Institut für Medizinische Genetik der Universität Zürich, Leiter Prof. Dr. Schinzel, führt die Klinik und Poliklinik für Onkologie eine regelmässige Beratung für Patienten und Angehörige mit Verdacht auf ein genetisch bedingtes Krebsrisiko durch. Im Berichtsjahr erfolgten 15 Erstkonsultationen. Eine in regelmässigen Abständen stattfindende interdisziplinäre Expertenkonferenz begleitet die Beratungstätigkeit der Klinik und Poliklinik für Onkologie. Dieses Programm wird unterstützt durch die Krebsliga Zürich.
Palliativmedizin und Schmerztherapie
Im engen Verbund mit der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie wird eine interdisziplinäre Palliativstation für Krebspatientinnen und Patienten betrieben. In einem interdisziplinären Team unter Beteiligung von Psychiatern, Schmerztherapeuten, Psychologen, Spezialpflegekräften und Sozialdiensten sowie Vertretern der Konfessionen am USZ, finden wöchentlich Konsultationen zu einzelnen Patientinnen und Patienten statt. Ferner wird eine Reihe übergeordneter Aus- und Weiterbildungsthemen diskutiert und als Unterrichtsveranstaltung angeboten. Ein Ausbildungsschwerpunkt für die beteiligten Berufsgruppen sowie für die Studentinnen und Studenten ist vorgesehen und wird in der Lehre vertreten. Ein klinischer Forschungsschwerpunkt zur Psychoonkologie ist in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Poliklinik und der Abteilung für Psychosoziale Medizin auf den Weg gebracht worden.
Klinische Forschungstätigkeit
Die an der Klinik und Poliklinik für Onkologie etablierte intensive klinische Studientätigkeit ermöglicht den Patientinnen und Patienten den Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen nationaler und internationaler kontrollierter Studien. Diese klinische Studientätigkeit ist ein wesentlicher Gesichtspunkt der Qualitätssicherung in der Krebsbehandlung.
Im Berichtsjahr 2003 haben 133 Patienten an klinischen Studien teilgenommen, die ein breites Spektrum maligner Erkrankungen abdecken, speziell die Leukämien und die malignen Lymphome sowie Krebserkrankungen der verschiedenen Organsysteme wie des zentralen Nervensystems, des Kopf-Halsbereiches, der Lunge, der Pleura, des Magen-Darmtraktes, der Knochen und der Weichteile. Ein besonderer klinischer Forschungsschwerpunkt sind die malignen Tumoren der Brustdrüse und der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane. Die ableitenden Harnwege und die dort entstehenden malignen Erkrankungen sind ebenfalls ein etablierter klinischer Forschungsschwerpunkt.
Ein wichtiger Teil der in der Klinik und Poliklinik für Onkologie durchgeführten Studien erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung SAKK und mit zahlreichen ausländischen klinischen Forschungsverbünden sowie zum Teil auch der forschenden pharmazeutischen Industrie. Ein leistungsfähiges Studiensekretariat unterstützt das Monitoring und die Studiendurchführung nach GCP-Kriterien.
Mit der Berufung von Prof. Dr. Alexander Knuth zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Onkologie, wird ein Clinical Trials Center des Ludwig Institut for Cancer Research (LICR) an der Klinik etabliert. Die klinischen Forschungsvorhaben des Clinical Trial Centers des LICR werden im Rahmen der internationalen Cancer Vaccine Collaborative (CVC) und des Cancer Antigen Discovery Collaborative (CADC) mit Förderung des LICR und des Cancer Research Institut (CRI) / New York durchgeführt.
Experimentelle Forschung
Das Schwergewicht der Forschungslabors der Klinik und Poliklinik für Onkologie liegt in der Erarbeitung von Grundlagen für neue Behandlungskonzepte für eine gezielte Tumortherapie. Die beiden Forschungslabors im C NORD1 und im Häldeliweg ergänzen sich thematisch. Im Labor C NORD1 liegt der thematische Schwerpunkt im Bereich der Tumorimmunologie. Das Labor unter der Leitung von Prof. Dr. med. Alexander Knuth und PD Dr. Dirk Jäger erfährt eine wesentliche Unterstützung durch das Ludwig Institut for Cancer Research/New York und das NCCR des SNF. Ferner konnten zahlreiche weitere Drittmittel von ausländischen Fördereinrichtungen eingeworben werden. Das Labor für molekulare Onkologie am Häldeliweg wird geleitet von Prof. Dr. med. Rolf Stahel und Mitarbeitern. Immuntoxine zur gezielten Tumortherapie und Antisense-Oligonukleotide zur Beeinflussung der Empfindlichkeit von Tumorzellen gegenüber Zytostatika sind wesentliche Forschungsschwerpunkte. Die Forschungsarbeiten in diesem Bereich werden ebenfalls durch zahlreiche nationale und internationale Fördereinrichtungen unterstützt.
Pflege
Kuno Betschart, Leiter Pflege Urologie und Onkologie
Mit der Wahl von Prof. Dr. A. Knuth zum neuen Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Onkologie, begann eine Phase des Klinik Um- und Aufbaus.
Kern der Klinik war zunächst die Poliklinik (das ehemalige Ambulatorium der Medizinischen Onkologie). Für Pflegende und Ärzteschaft bedeutete dieser Entscheid Abschied von Bekanntem, aber auch eine interessante Herausforderung.
Neben dem neuen Klinikdirektor mussten sich die Pflegenden an eine neue Leitung Pflege sowie, gegen Ende des Berichtsjahrs, an einen neuen Abteilungsleiter Pflege gewöhnen. Barbara Haefele, die bisherige Abteilungsleiterin Pflege, entschloss sich, mit einem Studium zu beginnen und seit Oktober wird nun die Poliklinik von Giorgio Carlin geführt. Die Zusammenarbeit mit dem «alten» und dem «neuen» Team konnte rasch auf einen guten Weg geführt werden.
Auf der Abteilung G West der Klinik für Radio-Onkologie wurde eine erste gemeinsam betriebene onkologische Bettenstation eingerichtet.
Diese Umstellung bedeutete für dieses Team und dessen Abteilungsleitung eine grosse Herausforderung. Es ist beeindruckend, wie sich alle Teammitglieder mit beispiellosem Engagement an die neuen räumlichen und organisatorischen Strukturen gewöhnt hatten. Ihnen gebührt ein grosses Dankeschön.
Noch konnten nicht alle technischen, organisatorischen und inhaltlichen Fragen geklärt werden. Mit der Integration der Sterilpflege EO IV in die Klinik und Poliklinik für Onkologie hat auch das Pflegeteam eine willkommene thematische Erweiterung erfahren.
Die Abteilungsleitungen Pflege formierten sich zu einem neuen Kaderteam und konnten z.B. im Bereich Fortbildung Synergien entwickeln.
Den Aufbau einer neuen Klinik zu begleiten erforderte von allen Beteiligten grössten Einsatz, Toleranz und Energie. Die Einrichtung der Klinik und Poliklinik für Onkologie war für alle Beteiligten eine positive Herausforderung, die glänzend gemeistert wurde von allen beteiligten Berufsgruppen.