Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003
Jahresbericht 2002
Departemente, Kliniken und Institute
Institut für Anästhesiologie
Augenklinik
Dept. Chirurgie
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Dept. Frauenheilkunde
Dept. für Innere Medizin
Dept. Medizinische Radiologie
Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie
Institut für Klinische Chemie
Neurochirurgische Klinik
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinik und Poliklinik für Onkologie
Klinik für Ohren- Nasen-
Hals- und Gesichtschirurgie
Dept. Pathologie
Psychiatrische Poliklinik
Rheumaklinik und Institut
für physikalische Medizin
Urologische Klinik
Universitäres Zentrum für Labormedizin


PDF Download (Acrobat Reader)
Zahlen und Fakten
Klinik und Poliklinik für Onkologie

Klinik und Poliklinik für Onkologie

Prof. Dr. med. K.R.
Alexander Knuth
Klinikdirektor
Die Klinik und Poliklinik für Onkologie ist im April 2003 als eigenständige bettenführende Klinik eingerichtet worden. Prof. Alexander Knuth wurde im Januar 2003 als Ordinarius für Onkologie (Innere Medizin) an die Universität Zürich und zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Onkologie berufen.

Der Klinikbereich setzt sich zusammen aus bettenführenden Stationen, der Sterilpflegeeinheit/Transplantationsstation für Knochenmark und Stammzellen, der Poliklinik (Ambulatorium) und einer gemeinsam mit der Klinik für Radioonkologie geführten Palliativstation. Onkologie und Radioonkologie werden am USZ den Kern eines «Comprehensive Cancer Centers» (CCC) bilden, in dem die umfassende interdisziplinäre Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen gewährleistet sein soll.

Ziel des CCC soll es sein, ein interdisziplinäres Forum zu schaffen für onkologisch interessierte Kolleginnen und Kollegen, in dem Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen vorgestellt und gemeinsam besprochen werden zur Festlegung des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens unter Berücksichtigung etablierter Standards. Um dem Aspekt der klinischen Forschung Rechnung zu tragen, sollen neue Therapieverfahren im Rahmen internationaler oder nationaler klinischer Forschungsvorhaben vorgestellt und verfügbar gemacht werden, u.a. auch als Beitrag zur Qualitätssicherung.

Ein weiteres Ziel des CCC am USZ ist ein umfassendes Versorgungsangebot aus allen mit Onkologie befassten Fachdisziplinen inkl. Palliativmedizin, Schmerzklinik, psychoonkologische Betreuung und sozialfürsorgerische Betreuungsangebote. Über das USZ hinaus soll dem gesamten Kanton Zürich ein umfassendes Informations-, Diagnostik- und Therapieangebot zu onkologischen Fragestellungen und Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.


Das Team der Klinik und Poliklinik für Onkologie

Mit der Berufung von Prof. Dr. med. Alexander Knuth zum Ordinarius für Innere Medizin/Onkologie an die Universität und der Bestellung zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Onkologie, ist das erfolgreiche Team der bisherigen Abteilung Onkologie im DIM unter der Interimsleitung von Prof. Dr. med. Rolf Stahel um einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergänzt worden. Herr PD Dr. med. Dirk Jäger folgte Herrn Prof. Knuth als Leitender Arzt nach Zürich. Gemeinsam mit Herrn Dr. med. Alfred Zippelius, der vom Ludwig Institut for Cancer Research (LICR) in Epalinges bei Lausanne zu der Arbeitsgruppe Prof. Knuth wechselte, wurde an der Klinik und Poliklinik für Onkologie ein Forschungsschwerpunkt Tumorimmunologie und experimentelle Immuntherapie bei Krebserkrankungen installiert.

Das Ziel der neuen Klinikleitung ist, die bisherigen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte der Onkologie am USZ auszubauen und thematisch zu ergänzen, mit einem Schwerpunkt in der Entwicklung neuer Therapieverfahren und der Erweiterung und der Koordination der interdisziplinären Interaktionen. Der Aspekt der Krankenversorgung verknüpft mit klinischer Forschung nach international akzeptierten Qualitätsstandards steht im Mittelpunkt unserer Tätigkeit.

Mit der Einrichtung einer eigenständigen Klinik und Poliklinik für Onkologie wird eine breite Aus- und Weiterbildung für Assistenzärztinnen und -ärzte ermöglicht und sichergestellt sowie die Lehre für die Studierenden der Medizin am Krankenbett ausgebaut. Durch Zusammenführung der klinischen Ressourcen wird ein klinischer Forschungsschwerpunkt entstehen, in dem die Brücke zwischen Ergebnissen der Grundlagenforschung aus der Onkologie und aus kollaborierenden theoretischen Institutionen hergestellt wird, damit neue Erkenntnisse frühzeitig für die klinische Anwendung verfügbar gemacht werden können.

In der Klinik eingeschlossen ist die Sterilpflegeeinheit/Transplantationsstation des USZ mit 8 Betten. Dort werden Knochenmark- und Stammzelltransplantationen bei hämatologischen und lymphatischen Neoplasien und bei Krebserkrankungen anderer Organsysteme durchgeführt. Ein hochmotiviertes Pflegeteam unter der Leitung von Kuno Betschart engagiert sich speziell für den stationären Bereich der Klinik.


Ambulatorium und Tagesklinik

Ein Schwerpunkt der Patientenbetreuung ist weiterhin das Ambulatorium der Klinik mit 10 tagesklinischen Versorgungsplätzen. Das Pflegeteam hat im Verbund mit dem ärztlichen Team der Onkologie in den vergangenen Jahren Standards erarbeitet, die international Beachtung finden. Im Berichtsjahr erfolgten ca. 13’000 ärztliche Konsultationen, ca. 5’000 Chemotherapien und ca. 1’000 Transfusionen sowie schmerztherapeutische Interventionen. Insgesamt wurden ca. 1’856 neue Patientinnen und Patienten in die Betreuung aufgenommen und 35 Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige machten Gebrauch von der Möglichkeit einer begleitenden psychologischen Beratung.


Interdisziplinäre Krebsbehandlung

Die Onkologie leitet die Behandlung akuter und chronischer Leukämien in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Hämatologie und den medizinischen Kliniken des Departement Innere Medizin. Eine Schwerpunktbildung durch Zusammenführen der Ressourcen ist Planungsziel im Rahmen des CCC. Die Onkologie ist entscheidend beteiligt an verschiedenen Tumorboards in Zusammenarbeit mit der Radioonkologie, der Gynäkologie, der Hals-, Nasen-, Ohren- und Gesichtschirurgie, der Neurochirurgie, der Urologie, der Thoraxchirurgie und der Viszeral- und Transplantationschirurgie des USZ.


Transplantationsprogramm

Über ein Viertel aller Stammzelltransplantationen in der Schweiz werden am USZ unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Onkologie durchgeführt. Dieses geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Hämatologie des USZ, den umliegenden Stadtspitälern, speziell dem Stadtspital Triemli und anderen Spezialisten der Fachgebiete Hämatologie und Onkologie im Grossraum Zürich. Im Berichtsjahr erfolgten 55 Hochdosistherapien mit autologer Stammzelltransplantation. Auf der Sterilpflegestation/Transplantationsstation der Klinik und Poliklinik für Onkologie sind im Berichtszeitraum insgesamt 31 allogene Knochenmark- und Stammzelltransplantationen durchgeführt worden. Die Gesamtzahl der hier transplantierten Patienten betrug im Jahr 2003 86.


Genetische Beratung

Im Verbund mit dem Institut für Medizinische Genetik der Universität Zürich, Leiter Prof. Dr. Schinzel, führt die Klinik und Poliklinik für Onkologie eine regelmässige Beratung für Patienten und Angehörige mit Verdacht auf ein genetisch bedingtes Krebsrisiko durch. Im Berichtsjahr erfolgten 15 Erstkonsultationen. Eine in regelmässigen Abständen stattfindende interdisziplinäre Expertenkonferenz begleitet die Beratungstätigkeit der Klinik und Poliklinik für Onkologie. Dieses Programm wird unterstützt durch die Krebsliga Zürich.


Palliativmedizin und Schmerztherapie

Im engen Verbund mit der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie wird eine interdisziplinäre Palliativstation für Krebspatientinnen und Patienten betrieben. In einem interdisziplinären Team unter Beteiligung von Psychiatern, Schmerztherapeuten, Psychologen, Spezialpflegekräften und Sozialdiensten sowie Vertretern der Konfessionen am USZ, finden wöchentlich Konsultationen zu einzelnen Patientinnen und Patienten statt. Ferner wird eine Reihe übergeordneter Aus- und Weiterbildungsthemen diskutiert und als Unterrichtsveranstaltung angeboten. Ein Ausbildungsschwerpunkt für die beteiligten Berufsgruppen sowie für die Studentinnen und Studenten ist vorgesehen und wird in der Lehre vertreten. Ein klinischer Forschungsschwerpunkt zur Psychoonkologie ist in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Poliklinik und der Abteilung für Psychosoziale Medizin auf den Weg gebracht worden.


Klinische Forschungstätigkeit

Die an der Klinik und Poliklinik für Onkologie etablierte intensive klinische Studientätigkeit ermöglicht den Patientinnen und Patienten den Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen nationaler und internationaler kontrollierter Studien. Diese klinische Studientätigkeit ist ein wesentlicher Gesichtspunkt der Qualitätssicherung in der Krebsbehandlung.

Im Berichtsjahr 2003 haben 133 Patienten an klinischen Studien teilgenommen, die ein breites Spektrum maligner Erkrankungen abdecken, speziell die Leukämien und die malignen Lymphome sowie Krebserkrankungen der verschiedenen Organsysteme wie des zentralen Nervensystems, des Kopf-Halsbereiches, der Lunge, der Pleura, des Magen-Darmtraktes, der Knochen und der Weichteile. Ein besonderer klinischer Forschungsschwerpunkt sind die malignen Tumoren der Brustdrüse und der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane. Die ableitenden Harnwege und die dort entstehenden malignen Erkrankungen sind ebenfalls ein etablierter klinischer Forschungsschwerpunkt.

Ein wichtiger Teil der in der Klinik und Poliklinik für Onkologie durchgeführten Studien erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung SAKK und mit zahlreichen ausländischen klinischen Forschungsverbünden sowie zum Teil auch der forschenden pharmazeutischen Industrie. Ein leistungsfähiges Studiensekretariat unterstützt das Monitoring und die Studiendurchführung nach GCP-Kriterien.

Mit der Berufung von Prof. Dr. Alexander Knuth zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Onkologie, wird ein Clinical Trials Center des Ludwig Institut for Cancer Research (LICR) an der Klinik etabliert. Die klinischen Forschungsvorhaben des Clinical Trial Centers des LICR werden im Rahmen der internationalen Cancer Vaccine Collaborative (CVC) und des Cancer Antigen Discovery Collaborative (CADC) mit Förderung des LICR und des Cancer Research Institut (CRI) / New York durchgeführt.


Experimentelle Forschung

Das Schwergewicht der Forschungslabors der Klinik und Poliklinik für Onkologie liegt in der Erarbeitung von Grundlagen für neue Behandlungskonzepte für eine gezielte Tumortherapie. Die beiden Forschungslabors im C NORD1 und im Häldeliweg ergänzen sich thematisch. Im Labor C NORD1 liegt der thematische Schwerpunkt im Bereich der Tumorimmunologie. Das Labor unter der Leitung von Prof. Dr. med. Alexander Knuth und PD Dr. Dirk Jäger erfährt eine wesentliche Unterstützung durch das Ludwig Institut for Cancer Research/New York und das NCCR des SNF. Ferner konnten zahlreiche weitere Drittmittel von ausländischen Fördereinrichtungen eingeworben werden. Das Labor für molekulare Onkologie am Häldeliweg wird geleitet von Prof. Dr. med. Rolf Stahel und Mitarbeitern. Immuntoxine zur gezielten Tumortherapie und Antisense-Oligonukleotide zur Beeinflussung der Empfindlichkeit von Tumorzellen gegenüber Zytostatika sind wesentliche Forschungsschwerpunkte. Die Forschungsarbeiten in diesem Bereich werden ebenfalls durch zahlreiche nationale und internationale Fördereinrichtungen unterstützt.


Pflege
Kuno Betschart, Leiter Pflege Urologie und Onkologie

Mit der Wahl von Prof. Dr. A. Knuth zum neuen Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Onkologie, begann eine Phase des Klinik Um- und Aufbaus.

Kern der Klinik war zunächst die Poliklinik (das ehemalige Ambulatorium der Medizinischen Onkologie). Für Pflegende und Ärzteschaft bedeutete dieser Entscheid Abschied von Bekanntem, aber auch eine interessante Herausforderung.
Neben dem neuen Klinikdirektor mussten sich die Pflegenden an eine neue Leitung Pflege sowie, gegen Ende des Berichtsjahrs, an einen neuen Abteilungsleiter Pflege gewöhnen. Barbara Haefele, die bisherige Abteilungsleiterin Pflege, entschloss sich, mit einem Studium zu beginnen und seit Oktober wird nun die Poliklinik von Giorgio Carlin geführt. Die Zusammenarbeit mit dem «alten» und dem «neuen» Team konnte rasch auf einen guten Weg geführt werden.

Auf der Abteilung G West der Klinik für Radio-Onkologie wurde eine erste gemeinsam betriebene onkologische Bettenstation eingerichtet.
Diese Umstellung bedeutete für dieses Team und dessen Abteilungsleitung eine grosse Herausforderung. Es ist beeindruckend, wie sich alle Teammitglieder mit beispiellosem Engagement an die neuen räumlichen und organisatorischen Strukturen gewöhnt hatten. Ihnen gebührt ein grosses Dankeschön.

Noch konnten nicht alle technischen, organisatorischen und inhaltlichen Fragen geklärt werden. Mit der Integration der Sterilpflege EO IV in die Klinik und Poliklinik für Onkologie hat auch das Pflegeteam eine willkommene thematische Erweiterung erfahren.

Die Abteilungsleitungen Pflege formierten sich zu einem neuen Kaderteam und konnten z.B. im Bereich Fortbildung Synergien entwickeln.

Den Aufbau einer neuen Klinik zu begleiten erforderte von allen Beteiligten grössten Einsatz, Toleranz und Energie. Die Einrichtung der Klinik und Poliklinik für Onkologie war für alle Beteiligten eine positive Herausforderung, die glänzend gemeistert wurde von allen beteiligten Berufsgruppen.


Eckdaten
Medizinisches Angebot
Diagnostik und Therapie bösartiger Erkrankungen aller Organsysteme. Knochenmark- und Stammzelltransplantation bei Leukämien, Lymphomen und soliden Tumoren. Experimentelle Therapieverfahren im Rahmen klinischer Studien, speziell Immuntherapie mit Antikörpern, Tumorvakzinen und somatischer Gentherapie. Ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsmöglichkeiten. Palliativmedizin, Psychoonkologie und genetische Beratung.

Forschungsschwerpunkte
Immunologische und molekulare Diagnostik maligner Erkrankungen. Molekularbiologie, Immunpathogenese und Immuntherapie maligner Erkrankungen, speziell Bronchuskarzinome, Mesotheliome sowie Melanome in Kooperation mit der dermatologischen Klinik des USZ. Offene Immuntherapieprotokolle für Prostatakrebs, Nierenzellkrebs, Speiseröhren-Magen-Darmkrebs, Hautkrebs und gynäkologische Tumoren inkl. Mammakarzinom und Sarkome.


Portraits

PD Dr. med.
Dirk Jäger
Leitender Arzt
Prof. Dr. med.
Rolf A. Stahel
Leitender Arzt
PD Dr.
Andreas Himmelmann
Oberarzt
Dr.
Silvia Hofer
Oberärztin
Dr.
Emanuel Jacky
Oberarzt
PD Dr.
Bernhard Pestalozzi
Oberarzt
Dr.
Christian Taverna
Oberarzt
Kuno Betschart
Leiter Pflege
Krystyna Siewczyk
Klinikmanagerin
Sybille Müller
Direktions-Assistentin
Nelly Plisch
Sekretariat Poliklinik

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich