| Psychiatrische Poliklinik USZ |
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Prof. Dr. med. Ulrich Schnyder |
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Ein Jahr des Umbruchs. Die erste externe Evaluation der Psychiatrischen Poliklinik durch die Evaluationsstelle der Universität wurde abgeschlossen. Ende 2003 wurde die Abteilung für Psychosoziale Medizin aus der Psychiatrischen Poliklinik herausgelöst und mit einem reduzierten klinischen Leistungsauftrag dem ärztlichen Direktor des USZ unterstellt. In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz SRK wurde ein Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer («afk») aufgebaut und in Betrieb genommen. Zudem wurden zwei neue Spezialsprechstunden, eine für Transsexualismus und eine für Neuropsychiatrie, eingerichtet. Die enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kliniken des USZ wurde weitergeführt und intensiviert. Schliesslich wurden die Forschungs-Schwerpunkte der Psychiatrischen Poliklinik neu festgelegt: Psychotraumatologie, Psychotherapieforschung, Lebensqualität und Leiden, Essstörungen, Suizidologie und Neuropsychiatrie.
Klinische Tätigkeit
Die im Vorjahr komplett reformierte Leitungsstruktur der Psychiatrischen Poliklinik hat sich leider nicht bewährt. Nach eingehenden Diskussionen mit der Spitalleitung und der Universitätsleitung wurde die Abteilung für Psychosoziale Medizin (PSM) Ende 2003 aus der Psychiatrischen Poliklinik herausgelöst und mit einem reduzierten klinischen Leistungsauftrag direkt dem ärztlichen Direktor des USZ unterstellt. Die PSM ist ab 1.1.2004 ausschliesslich für folgende vier Bereiche klinisch zuständig: Transplantationsmedizin, Sexualmedizin, Interdisziplinäre Schmerzsprechstunde und Tinnitus. Alle anderen klinisch-psychiatrischen Aktivitäten, insbesondere die Konsiliar-Liaison-Psychiatrie mit Ausnahme der erwähnten 4 Bereiche, sind weiterhin in der Verantwortung der Psychiatrischen Poliklinik.
Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer (afk)
In enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz SRK wurde ein Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer (afk) aufgebaut und in Betrieb genommen. Hier werden Menschen, die durch Krieg oder Folter traumatisiert wurden, professionell abgeklärt und behandelt. Der Beginn der operativen Tätigkeit erfolgte im November 2003. Im Voll-Ausbau ab 2004 wird das Ambulatorium von einem multiprofessionellen Team betrieben (Psychiatrie, Psychologie, Physio- und Bewegungstherapie, Sozialarbeit, Sekretariat).
Ambulatorium
Die strategische Neuausrichtung des Ambulatoriums wurde im Jahr 2003 fortgesetzt und auf die Bedürfnisse des USZ ausgerichtet. Die Aufnahme und Abklärung ambulanter Patienten, das Teaching für unsere Assistierenden sowie das wissenschaftliche Coaching unserer forschungsaktiven Mitarbeitenden wurden vollständig revidiert. Weiter haben wir die Prinzipien der «evidence-based psychiatry» in unseren klinischen Alltag eingeführt. Neu eingeführt wurden zwei neue Spezialsprechstunden, eine für Transsexualismus und eine für Neuropsychiatrie.
Abteilung für stationäre Psychotherapie
Die Abteilung für stationäre Psychotherapie baute das über die kantonalen und nationalen Grenzen hinaus bekannte Therapieprogramm für Essstörungen weiter aus und etablierte eine therapeutisch begleitete Wohngemeinschaft für Patientinnen mit schweren Essstörungen als Anschlussprogramm für einen stationären Aufenthalt. Unser «Zentrum für Essstörungen» verfügt damit über eine breite Palette klinischer Angebote: ambulante Abklärung, Triage und Therapie, stationäre Behandlung, und Nachsorge-Programm.
Forschung
Die Psychiatrische Poliklinik hat traditionsgemäss eine patientenorientierte klinische Forschung betrieben. Im Anschluss an die externe Evaluation durch die Evaluationsstelle der Universität wurden die Forschungs-Schwerpunkte unserer Institution neu festgelegt: Neben der Psychotraumatologie als Hauptforschungsgebiet sollen Schwerpunkte in den Bereichen der Psychotherapieforschung, Lebensqualität und Leiden, Essstörungen, Suizidologie und Neuropsychiatrie gelegt werden. In Zukunft soll vermehrt auch neurobiologische und psychophysiologische Forschung zum Zug kommen.
Die Forschungsgruppe «Psychotraumatologie» um Prof. U. Schnyder hat mit den Vorbereitungsarbeiten für eine grosse, vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie begonnen, in der ein neuer Psychotherapie-Ansatz zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen untersucht werden soll. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit Prof. A. Maercker von der Abteilung Klinische Psychologie II der Universität Zürich, sowie mit der Neurologischen Klinik des USZ durchgeführt.
PD Dr. S. Büchi, Leitender Arzt, hat sich mit einer Arbeit über die Lebensqualität von Patienten mit schweren körperlichen Erkrankungen habilitiert. Diese Arbeit findet nun ihre Fortsetzung in Untersuchungen zum komplexen und vielfältigen Thema menschlichen Leidens, beispielsweise in einer Studie über das Leiden der Eltern nach dem Tod eines frühgeborenen Kindes.
Lehre
Mit Beginn des Wintersemesters 2003/2004 hat die Umsetzung der Reform des Medizinstudiums begonnen. Die Vorbereitung des 3. und 4. Studienjahres ist derzeit in vollem Gang. Im 3./4. Studienjahr wird der Unterricht in Psychiatrie und Psychotherapie in Zukunft zum einen im Rahmen eines 4-wöchigen Blocks «Psyche und Verhalten» stattfinden. Gewisse Lehrinhalte werden neu im Rahmen interdisziplinärer Veranstaltungen gemeinsam mit Vertretern anderer, somatischer Disziplinen vermittelt.
Fort- und Weiterbildung
Das Kolloquium für Psychotherapie und Psychosomatik, das von der Psychiatrischen Poliklinik gemeinsam mit der Zürcher Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie organisiert wird, hat sich zu einer der bestbesuchten Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen unseres Fachgebietes im Raum Zürich entwickelt. Im Rahmen dieses Kolloquiums und anderer Anlässe konnten wir, neben vielen hervorragenden Schweizer Referentinnen und Referenten, auch wieder eine ganze Reihe renommierter ausländischer Gäste bei uns begrüssen:
- Prof. Berthold Gersons, Amsterdam: Brief Eclectic Psychotherapy for PTSD. Seminar, 24.-25.1.2002
- Dr. Cory Freeman, Philadelphia, USA: Therapeutic interventions with suicidal patients: a cognitive therapy approach. 17.3.2003
- Prof. Paula Schnurr, White River Junction, VT, USA: Applying empirical findings on psychotherapy to cinical practice. 7.4.2003
- Prof. Paula Schnurr, White River Junction, VT, USA: Methodological issues in psychotherapy outcome research. Seminar, 7.4.2003
- Prof. Wolfgang Senf, Essen: Methodenintegration in der Psychotherapie?! (I). 5.5.2003
- Prof. Wolfgang Senf, Essen: Psychotherapieforschung - Veränderung der klinischen Praxis oder Selbstgenügsamkeit? Seminar, 5.5.2003
- Prof. Horst Kächele, Ulm: Psychotherapeutische Forschung über ein Jahrhundert - eine engagierte Bilanz. 19.5.2003
- Dr. Dvora Florsheim, Israel: Beyond the unthinkable: patient and therapist in shared collective trauma. 16.6.2003
- Prof. Franz Caspar, Freiburg: Research on psychotherapists and psychotherapy from the psychotherapists perspective. Seminar, 23.6.2003
- Dr. Makoto Hashizume, Osaka, Japan: Sense of Coherence and Japanese tradition. 7.7.2003
- Dr. Rudolf Uher, London, UK: Neural bases of eating disorders. Departmental lecture 3.12.2003
- Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main: Methodenintegration in der Psychotherapie?! (II). 3.11.2003
Arbeitsgruppe «PSYnet»
Die Arbeitsgruppe «PSYnet» unter der Leitung von Prof. U. Schnyder führte im Sommersemster 2003 erstmals eine Fortbildungsreihe zum Thema Psychotherapieforschung durch. Es konnten international renommierte Psychotherapieforscher (Prof. P. Schnurr, USA, Prof. W. Senf und Prof. F. Caspar, Deutschland) gewonnen werden, um einem interessierten akademischen Publikum Forschungs-Knowhow auf diesem Gebiet zu vermitteln und zur Auseinandersetzung anzuregen. Die Fortbildung sollte zudem die interfakultäre Vernetzung interessierter Fachleute fördern. Die Veranstaltungsreihe stiess auf reges Interesse und wurde äusserst positiv bewertet. Die Evaluation machte deutlich, dass ein grosses Bedürfnis nach weiteren Angeboten in diesem Bereich besteht.
Kongresse und Symposien
Bereits zum achten Mal wurde in Zusammenarbeit mit dem Psychiatrie-Zentrum Hard und dem Institut für Psychotraumatologie Zürich die jährlich stattfindende internationale «Zürcher Psychotraumatologie-Tagung» durchgeführt, diesmal zum Thema «Trauma und Körper». Die Tagung erfreut sich ständig wachsender Beliebtheit: Am 5.4.2003 fanden sich rund 300 Teilnehmer aus dem gesamten deutschen Sprachraum im World Trade Center in Oerlikon ein.
Auszeichnungen
Prof. Ulrich Schnyder wurde in das Editorial Board der Fachzeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics und zum Vice-President der International Society for Traumatic Stress Studies ISTSS gewählt. Am 7.11.2003 wurde Prof. Ulrich Schnyder zum Visiting Professsor der Donau-Universität Krems, Österreich, ernannt. Am 8.11.2003 hat PD Dr. Stefan Büchi seine Antrittsvorlesung als Privatdozent an der Universität Zürich gehalten.
Publikationen
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 17 Originalarbeiten, 3 Übersichtsarbeiten (reviews), 2 Bücher, 8 Buchbeiträge, 11 Abstracts und 2 weitere Arbeiten publiziert. Im weiteren konnten 2 Dissertationen abgeschlossen werden.


Portraits
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lic. rer. publ. Hugo Bossi Klinikmanager |
PD Dr. med. Stefan Büchi Leitender Arzt |
Dr. med. Gabriella Milos Oberärztin |
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Dr. med. Magdalena Berkhoff Oberärztin |
Dr. phil. Anja Spindler Oberassistentin |
Johanna Hons Empfang/Sekretärin |