Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003
Jahresbericht 2002
Departemente, Kliniken und Institute
Institut für Anästhesiologie
Augenklinik
Dept. Chirurgie
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Dept. Frauenheilkunde
Dept. für Innere Medizin
Dept. Medizinische Radiologie
Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie
Institut für Klinische Chemie
Neurochirurgische Klinik
Neurologische Klinik und Poliklinik
Klinik und Poliklinik für Onkologie
Klinik für Ohren- Nasen-
Hals- und Gesichtschirurgie
Dept. Pathologie
Psychiatrische Poliklinik
Rheumaklinik und Institut
für physikalische Medizin
Urologische Klinik
Universitäres Zentrum für Labormedizin


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Zahlen und Fakten
Rheumaklinik und Institut
für physikalische Medizin

Rheumaklinik und Institut
für Physikalische Medizin

Prof. Dr. med.
B.A. Michel
Klinikdirektor
Rheumaklinik und
Institut für
Physikalische Medizin
Anti-TNF-Therapien erfahren eine zunehmende Indikationserweiterung, dies mit entsprechenden Kostenfolgen. Die hohe Wirksamkeit dieser Behandlung vermindert die Invalidisierung. Die hohe klinische Kompetenz in allen Bereichen führt zu grossen Wartelisten, verschärft durch die rigorosen Bestimmungen der eingeschränkten Arbeitszeiten. Die Weiterbildung in Physiotherapiewissenschaften hat weiter Fuss gefasst und zeigt eine erfreuliche Entwicklung. Die rheumatologische Basisforschung erfuhr mit der erneuten Wahl als WHO-Zentrum hohe Anerkennung.





Klinische Tätigkeit

Klinik und Pflege
Im Bereich der interventionellen Rheumatologie wurden die gezielte Infiltration von Wirbelsäulenstrukturen unter Röntgenbildverstärker sowie die extrakorporelle Stosswellentherapie eingeführt. Während die Stosswellentherapie bei therapierefraktären Erkrankungen der Weichteile (Schulterverkalkungen, Fersensporn, Tennisellbogen) zum Einsatz kommt, hat der Einsatz des Röntgenbildverstärkers das Spektrum der Infiltrationsmöglichkeiten an der Wirbelsäule wesentlich bereichert und entspricht einem zunehmenden Bedürfnis unserer Zuweiser.

Pflegeleitbild
Im August 2003 haben zwei Personen die neue Ausbildung zur «Fachangestellte Gesundheit (FAGE)» begonnen.
Neue Pflegeziele der Rheumaklinik finden Sie unter dem Pflegeweb
www.pfl.usz.ch/rheuma/rheuma_rtf_drucken/pflegeziele_rheuma.doc

Klinische Tätigkeit Therapie
Die im 2002 von der Spitalleitung abgelehnten Stellen für die Physiotherapie und Ergotherapie zwangen uns, auf verschiedenen Kliniken Abstriche in unserem Leistungsangebot vorzunehmen. Dabei war uns die transparente Kommunikation gegenüber der Ärzteschaft und Pflege besonders wichtig.

Die Zusammenarbeit mit der Ludwig Maximilian Universität in München im Bereich der Entwicklung von indikationsübergreifenden ICF* Core Sets für die Frührehabilitation brachte es mit sich, dass auf verschiedenen Kliniken total 100 Patientinnen und Patienten im Rahmen eines strukturierten Interviews nach ICF erhoben wurde.

* ICF = International classification of functioning, disability and health
(der Weltgesundheitsorganisation WHO)


Lehre

Physiotherapie Wissenschaften (PTW)

PTW-Programm erhält einen «Master of Science in Physiotherapy» der Universität Maastricht, NL

Das PTW-Programm (www.therapie-wissenschaften.ch), das zu Kompetenzen im Bereich der klinisch-patientenorientierten Forschung führt, kann als 3-jährige berufsbegleitende Weiterbildung in einem Klassenverband oder als modulares Weiterbildungsprogramm in einem Zeitraum von maximal sechs Jahren absolviert werden. Darüber hinaus sind die meisten PTW-Module auch offen für den Einzelmodulbesuch, was regelmässig genutzt wird.
Am 1. September 2003 hat der 2. Studiengang, der PTW-Kurs 2003 begonnen. Die 15 Teilnehmenden (13 Frauen/2 Männer) haben 2003 vier Module mit insgesamt 19 Kurstage absolviert.

Im Kurs 2003 konnten die Erfahrungen aus dem Pilotkurs sogleich umgesetzt werden. Die systematischen Evaluationen durch die Teilnehmenden des Pilotkurses führten zu einer Reduktion der Fachmodule «biomedizinisches Grundlagenwissen» zugunsten eines Ausbaus der Methodenmodule «Klinische Forschungsmethoden».

Der Pilotkurs mit den 21 Teilnehmenden verläuft planmässig. Im Berichtsjahr wurden neun Module mit total 54 Kurstagen durchgeführt.

Gegen Ende 2003 haben die Teilnehmenden des Pilotkurses mit der Erstellung ihrer Projektskizzen begonnen. Damit machen sie konkrete Schritte im weiten Feld der Forschung und sammeln praktische Erfahrungen mit einer wissenschaftlichen Arbeit. Idealerweise können sie eine Projektidee mit einer Frage von wissenschaftlicher Relevanz und ihrem persönlichen Interesse verbinden und an ihrem Arbeitsplatz realisieren. Die Programmleitung unterstützt die Teilnehmenden mit Know-How, Projektideen und der Vermittlung von Projektbegleiter/innen.

Im Verlaufe der Kooperationsgespräche mit Professor Rob de Bie, Inhaber des ersten Lehrstuhls für Physiotherapie an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Maastricht, NL wurde klar, dass das PTW-Programm inhaltlich und formal den Ansprüchen für die Vergabe eines «Master of Science in Physiotherapy» der Universität Maastricht genügt und die Absolventen und Absolventinnen des PTW-Programms von der Universität Maastricht einen MSc. erhalten werden, der auch zu einem PhD berechtigt.

ICT
Im Rahmen der Reform des Medizinstudiums wurde erstmals ein klinischer Untersuchungskurs des Bewegungsapparates im ersten Studienjahr in Zusammenarbeit mit der Anatomie durchgeführt. Ziel dieses Kurses ist es, die theoretischen anatomischen Kenntnisse mittels Palpation und Funktionstesten am menschlichen Körper zu vertiefen. Dadurch wird auch die Basis für die spätere klinische Untersuchung des Bewegungsapparates gelegt.


Forschung

Klinische Forschung
Dieses Jahr ist die klinische Forschung in der Rheumaklinik und dem Institut für Physikalische Medizin sehr aktiv gewesen. Die grosszügige Unterstützung durch den Schweizer Nationalfonds, europäischer Forschungsgelder und verschiedener Schweizer Stiftungen, ermöglichte die weitere Entwicklung und Durchführung verschiedener Forschungsprojekte im Rahmen der klinischen Rheumatologie, der Physikalischen und Rehabilitationsmedizin und der Pharmazeutischen Medizin. Die klinischen Forscher rekrutieren sich bei den Ärzt/innen, Psycholog/innen, Naturwissenschaftler/innen und Physiotherapeut/innen unserer Klinik, woraus eine optimale Zusammenarbeit resultiert. Diese spezielle Gruppierung der Forschungskräfte ermöglichte auch 2003 eine erfolgreiche Teilnahme an mehreren hochwertigen nationalen und internationalen Kongressen im Bereich der Rheumatologie, Physikalischen Medizin und Rehabilitation, Schmerz und Osteoporose. Daneben sind noch zahlreiche Publikationen der Klinik in peer-reviewed Journals erschienen, was uns auch eine internationale Anerkennung bringt. Zusammenfassend umfassen unsere Forschungsergebnisse des Jahres 2003 sowohl wissenschaftlich abgesicherte, praxisbezogene Erkenntnisse im Rahmen Physikalische Medizin und Rehabilitation als auch neue klinische Aspekte der Rheumatologie und Clinical Trials mit neuen Medikamenten für Schmerz, Arthrose und Osteoporose.

Highlights und Auftritt an Kongressen
Das «Highlight»des Zentrums für Experimentelle Rheumatologie war im Jahr 2003 die erneute Designation zum «WHO Collaborating Center for Molecular Biology and Novel Strategies for the Treatment of Rheumatic Diseases» für die nächsten vier Jahre (2003-2007). Diese Auszeichnung basierte auf der Entwicklung eines «Global Arthritis Research Network» (GARN) und dem Training internationaler Fellows.

GARN ist ein Netzwerk etablierter und junger Wissenschafter, das «cutting edge of science» Informationen aus der molekularen und klinischen Medizin im Rahmen der immunologisch-, rheumatologischen Forschung der Entzündung und des Schmerzes vermittelt. Das 3. GARN Meeting, das von Zürich gemeinsam mit der Japanischen Rheumatologischen Gesellschaft im September in Miyasaki, Japan, organisiert wurde, ist in einer neu aufgeschalteten Website www.jointandbone.com publiziert.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Fellows wurden ebenfalls am Europäischen Kongress EULAR mit 14 Präsentationen und beim American College of Rheumatology in New Orleans , LA, mit 16 Präsentationen vorgestellt. Last but not least, konnten in diesem Jahr von unserem Zentrum die meisten Publikationen im höchsten Impact Factor Journal der Rheumatologie, Arthritis & Rheumatism (IF=7.4) veröffentlicht werden.

Die Evaluation der experimentellen Forschung durch die Universität wurde mit «Exzellent» bewertet.

Für die Ausbildung von Fellows aus Ungarn und den neuen deutschen Bundesländern wurde Prof. Steffen Gay zum Ehrenmitglied der Hungarian Rheumatological Society und der Sächsischen Gesellschaft für Innere Medizin ernannt.

In der klinischen Forschung hat besonders die enge Zusammenarbeit mit der Kardiologie zu zwei gemeinsamen Publikationen in Circulation geführt.


Fort- und Weiterbildung

Im Berichtszeitraum wurden 6 interdisziplinäre Kolloquien mit national und international hochrangigen Referenten organisiert. Rheumatologische sowie Themen der Physikalischen Medizin und Rehabilitation wurden diskutiert. Jeweils im Sommersemester findet ein interdisziplinäres Schmerzkolloquium statt.

Vom Zentrum für Experimentelle Rheumatologie wurde ein 2-wöchiger Trainingskurs für Molekularbiologie aufgebaut, der zweimal im Jahr durchgeführt wird.

Die wöchentliche Weiterbildung für Assistenzärzte und -ärztinnen wird gegliedert in Themen der Rheumatologie, Klinischen Immunologie, Physikalischen Medizin sowie angrenzender Fachgebiete. In einem 2-Wochen Rhythmus findet ein Journal Club und eine FMH-Weiterbildung statt. Die Physikalische Medizin ist zusätzlich mit wöchentlichen Veranstaltungen und Fallpräsentationen insbesondere für das Zielpublikum der Physiotherapeut/innen, als auch der Assistenzärzten und -ärztinnen der Klinik aktiv. Wöchentliche Fallvorstellungen mit interdisziplinärer Beteiligung und Röntgen-Rapporte ergänzen das Programm.

Nach dem europäischen Rheumakongress (EULAR) wurde für die niedergelassenen Kollegen in Zürich und Umgebung eine Vortragsreihe «EULAR-Highlights» sowie eine interaktive Videokonferenz mit 7 Schweizer Zentren durchgeführt. Die im Jahr 2002 ins Leben gerufenen Zürcher Schmerzgespräche wurden als jährliche Veranstaltungsreihe erfolgreich weitergeführt.


Öffentlichkeitsarbeit

Rheumaportal
Im Jahr 2003 wurde das neue Rheumaportal in Angriff genommen. In Zukunft wird die Rheumaklinik vom Thema Rheumatologie getrennt behandelt. Mit dem Rheumaportal wollen wir zusammen mit den Rheuma Nachrichten eine echte Cross-Media erreichen, das heisst wir werden die beiden Produkte ergänzend einsetzen und so Ärztinnen und Ärzte und anderen Interessierten die Möglichkeit geben, Informationen rund um das Themengebiet Rheuma zu erhalten.

Rheumanachrichten
Seit nunmehr 10 Jahren gibt die Rheumaklinik dreimal jährlich die Rheumanachrichten mit einer Auflage von 1’000 Exemplaren heraus. Die gute Resonanz motiviert uns, auch in Zukunft eine informative und nützliche Zeitschrift herauszugeben.


Personelles

Einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Rheumaklinik und des Instituts für Physikalische Medizin haben im vergangenen Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen oder wurden in namhafte Institutionen und Organisationen aufgenommen. Zudem wurden viele Artikel veröffentlicht und Vorträge gehalten. Wir gratulieren für das Erreichte und danken allen Mitarbeitenden für das grosse Engagement.
Genauere Informationen finden Sie auf unserer Website (www.rheuma.unispital.ch) in den Rheumanachrichten.


Auszeichnungen

Im Jahr 2003 wurde unsere experimentelle Forschung für weitere 4 Jahre als WHO Collaborating Center for Molecular Biology and Novel Therapeutic Strategies for Rheumatic Diseases gewählt. Wir gratulieren ganz herzlich!


Ausblick

Die Bildung von Schwerpunkten hat sich gelohnt - die Kompetenz in spezialisierten Gebieten ist dadurch gestiegen. Andererseits wird in Zukunft die straffere Organisation dieser Schwerpunkte notwendig sein, um eine reibungslose interdisziplinäre Arbeit zu gewährleisten. Gleichzeitig wird der Bereich klinische Forschung im nächsten Jahr reorganisiert und durch personelle Ergänzungen gefördert. Die Instrumentalisierung der Rheumatologie und physikalischer Medizin wird weitergehen: Neue Gebiete betreffen die Ultrasonographie der dynamischen Muskelfunktionen, Infiltrationstechniken sowie die Radiofrequenztherapie bei Rückenschmerzen.


Schwerpunkte

Schwerpunkt Arbeit/Ergonomie
Im Dienstleistungsbereich wurde im laufenden Jahr die Zielsetzung einer Verbesserung der Abläufe im Sinne der Qualitätssicherung in den Dienstleistungen durch Erleichterung des Anmeldemodus mit einheitlichem Formular und klarer Indikationsstellung und Einführung eines modularen Berichtes auf der Basis von ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) erreicht. In quantitativer Hinsicht wurden die Vorgaben mit einem Rückgang von 15% bei den «Arbeitsassessments» gegenüber den Werten des Vorjahres verpasst. Ursache davon waren personelle Engpässe auf der Rheumapoliklinik, für die gegenwärtig nach Lösungen gesucht wird.

Die randomisierte kontrollierte Pilotstudie «WAREK» - Wirksamkeit einer ambulanten arbeitsbezogenen Rehabilitation mit einer Kostenevaluation wurde abgeschlossen. Als Hauptfolgerung aufgrund der erschwerten Patientenrekrutierung ist eine multizentrische Hauptsstudie mit Vernetzung in einem Absenzenmanagement Modell einer Grossfirma geplant (NFP Applikation). Im EU Projekt NEW (Neuromuscular Assessment of Elderly Workers) in Zusammenarbeit mit der ETH und der orthopädischen Universitätsklinik und europäischen Zentren wurde die Datenerhebung termingerecht abgeschlossen und aktuell sind die Auswertungen und das Erstellen von Publikationen im Gange. Der termingerechte Projektverlauf konnte nur dank guter Unterstützung durch die Spitalleitung, Engagement der USZ Mitarbeiter und guter Zusammenarbeit mit der orthopädischen Universitätsklinik Balgrist erreicht werden.

An Marketingaufgaben und Engagements fürs USZ sind nebst zahlreichen Referaten für Grundversorger, Versicherer und Betriebe, Lehrveranstaltungen für Studenten der Universität und der ETH Zürich die Workshops für USZ Betriebsangestellte zum besseren Schutz vor Gesundheitsschädigungen und Unfällen bei der Arbeit und die Mitwirkung in der Kommission Arbeit und Gesundheit und der Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung des USZ zu erwähnen.

Schwerpunkt Arthritis
Seit 1998 führen wir eine Spezialsprechstunde für rheumatoide Arthritis. Als Ergänzung zu diesem beliebten Angebot wurde neu eine interdisziplinäre Sprechstunde für seronegative Spondarthropathien geschaffen. Diese kommt dem zunehmenden Bedarf entgegen, bei Patienten mit entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen Standortbestimmungen vorzunehmen sowohl im Hinblick auf die neu zur Verfügung stehenden Anti-TNF-Therapien als auch auf andere Behandlungs- und Rehabilitationsmassnahmen. Die Patienten werden in dieser Sprechstunde ärztlich und physiotherapeutisch untersucht, jeweils gefolgt von einer gemeinsamen Besprechung zur Erarbeitung einer umfassenden Beurteilung und eines auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Therapieplanes.

Mehrere Forschungsprojekte konnten erfolgreich zum Abschluss gebracht werden: In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Nuklearmedizin wurde der Stellenwert der Postitronen-Emissions-Tomographie (PET) beim Entzündungsassessment der rheumatoiden Arthritis untersucht. An einer grossen Kohorte von Patienten unter TNF-Hemmern wurden schwere Infekte und ihre Praediktoren charakterisiert. Beide Arbeiten konnten am ACR-Meeting in Orlando präsentiert werden. Mit einer weiteren am EULAR-Kongress in Lissabon vorgestellten Studie konnte gezeigt werden, dass der Anti-TNF-Antikörper Infliximab bei der rheumatoiden Arthritis zu einer Herunterregulierung der Genexpression verschiedener Metalloproteinasen in der Gelenkinnenhaut führt. Mit dem Zentrum für Experimentelle Rheumatologie werden weitere solche Projekte zur Erforschung des molekularen Wirkungsmechanismus neuer Therapien ausgearbeitet. Die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung zeigt sich, wie fruchtbar die Nutzung der an unserer Klinik vorhandenen Synergiemöglichkeiten sein kann.

Schwerpunkt Kollagenosen und Vaskulitiden
Der häufige Befall von mehreren Organsystemen erfordert es, Spezialisten der entsprechenden Fachgebiete hinzuzuziehen und gemeinsam mit diesen die Beurteilung und den Therapieplan zu erarbeiten. Nur so lässt sich die Verhütung irreversibler Organschäden als wichtigstes Behandlungsziel erreichen. Die Spezialsprechstunde für Kollagenosen und Vaskulitiden wird gemeinsam mit den Kollegen der Abteilung für Klinische Immunologie geführt. Häufig werden auch Spezialisten der Dermatologie, Neurologie und internistischer Spezialfächer involviert. Die seit 1999 konstante Zusammensetzung des Teams erlaubt eine optimale Akkumulation der mit diesen seltenen Erkrankungen gewonnen Erfahrungen.

Schwerpunkt Muskel
Entzündliche Muskelerkrankungen sind selten und sollten an einem Zentrum spezialisiert interdisziplinär diagnostiziert und behandelt werden. Im Berichtszeitraum wurden mehr als 500 diagnostische Untersuchungen bei Patientinnen und Patienten mit dem Verdacht auf eine Muskelerkrankung durchgeführt. Diese beinhalten neben der Klinik und der spezialisierten Laboruntersuchung auch eine standardisierte Muskelkraftmessung, metabolische Funktionstests, neurophysiologische Verfahren und die Biopsie der erkrankten Muskulatur. Interdisziplinäre Besprechungen, gemeinsam mit Immunologen, Dermatologen, Neuropathologen und anderen sind Bestandteil des Angebotes. Die funktionelle Myosonographie, zur Beurteilung der Dynamik der rumpfstabilisierenden Muskulatur, wurde in die Routine überführt, dient den behandelnden Aerzten als diagnostisches Tool und wird von den Physiotherapeuten am Institut für Physikalische Medizin hinsichtlich der Optimierung der aktiven physikalischen Therapie sehr geschätzt.

Weitere Informationen zum Schwerpunkt Muskelerkrankungen finden Sie auf unserer Homepage unter www.rheuma.unispital.ch/de/muskelerkrankungen

Durchführung einer offenen Muskelbiopsie unter sterilen Kautelen im OP-Saal der Dermatologischen Klinik

Schwerpunkt Osteoporose
Im Jahre 2003 konnte das OsteoporoseZentrum des USZ die Untersuchungszahlen weiter steigern: von insgesamt 2408 DEXA-Untersuchungen im Jahre 2002 auf total 2’532, was einer Steigerung von knapp 5% entspricht. Seit der Zusammenlegung der DEXA der Nuklearmedizin und der Rheumatologie zum OsteoporoseZentrum im Jahr 2000 besteht also eine stetige Zunahme der Untersuchungszahlen.

Mit unseren insgesamt 4 Teilzeitmitarbeiterinnen Annemarie Koch (20%), Nicole Hofmann (30%), Taru Taddeo (50%) und Michelle Malla-Farrell (40%, Nuklearmedizin 60%) haben wir ein gut eingespieltes Team, welches qualitativ hochstehende Untersuchungen liefert.
Von der Rheumaklinik und IPM ist eine Assistenzärztin (Dr. med. Petra Frey) bei der Beurteilung der DEXA-Messungen mitbeteiligt. Diese Ärztin sowie der ärztliche Leiter des OsteoporoseZentrums sind regelmässig in spezielle Sprechstunden für Osteoporose und knochenmetabolische Erkrankungen involviert. Diese Sprechstunden haben 2003 weiter zugenommen mit zugewiesenen Patienten vom USZ und von externen Ärzten. Insgesamt ist der Schwerpunkt Osteoporose einer der erfolgsreichsten der Klinik geworden und hat sich im USZ und nach aussen gut etabliert.

Schwerpunkt Schmerz
Eine im Berichtszeitraum angefertigte «Pain in Europe Studie» stellte fest, dass 16% der Schweizer Bevölkerung an chronischen Schmerzen leiden. Die Nachfrage nach kompetenten interdisziplinären Schmerzabklärungen und -therapien wird grösser. Dies war in unserer Klinik spürbar und zeigte sich anhand steigender Patientenzahlen. Die Angebote im Schwerpunkt Schmerz unserer Klinik wurden somit sehr gut frequentiert. Die Aufbauarbeit der neuen Angebote (zum Beispiel Rheumatologische Interdisziplinäre Schmerz-Sprechstunde, RISS) wurde im Berichtszeitraum abgeschlossen und in die Routine überführt. Die Interdisziplinarität wurde weiter vertieft und bei unseren komplexen chronischen Schmerzpatienten zunehmend eingesetzt. Als weitere Dienstleistung für interne und externe Auftraggeber führten wir die Dolorimetrie (Schmerzschwellenbestimmung) mit einem standardisierten Bericht ein. Die Grundlagenforschung auf dem Gebiet des Schmerzes am Zentrum für experimentelle Rheumatologie unserer Klinik wurde innovativ weitergeführt, Publikationen in peer-reviewed Journals sprechen von den Resultaten. Die Zürcher Schmerzgespräche waren auch im Jahr 2003 sehr gut besucht und die Veranstaltung erhielt ein sehr gutes Feedback durch die Teilnehmer. Weitere Informationen zum Schwerpunkt Schmerz finden Sie auf unserer Homepage unter www.rheuma.unispital.ch/de/schmerz

AISP Team 2003


Eckdaten

Stationäre Klinik
Die Klinik verfügt über 30 Betten, die auf zwei Stockwerken verteilt sind. Die stationären Patient/innen machen nur knapp 10% der gesamten Patientenzahl der Klinik aus.

Poliklinik
Im ambulanten Bereich wird hauptsächlich in Schwerpunkten gearbeitet. Folgende Schwerpunkte werden angeboten:

  • Arthritis (speziell Rheumatoide Arthritis)
  • Kollagenosen/Vaskulitiden
  • Schmerz
  • Muskel
  • Rücken
  • Ergonomie/Arbeit
  • Osteoporose

Die Schwerpunkte zeichnen sich dadurch aus, dass auf diesen Gebieten Basisforschung, klinische Forschung und Dienstleistung betrieben wird.

Institut für Physikalische Medizin
Das Institut für Physikalische Medizin betreut Patient/innen quer durch alle Fachrichtungen am USZ.

Experimentelle Rheumatologie
Die Klinik beherbergt das WHO Collaborating Center of Molecular Biology and Novel Therapeutic Strategies for Rheumatic Diseases!


Portraits

Prof. Dr. med.
Steffen Gay
Leitender Arzt
Experimentelle
Rheumatologie
PD Dr.
Daniel Uebelhart
Leitender Arzt
Institut für
Physikalische Medizin
Dr.
Pius Brühlmann
Leitender Arzt
Klinik/Poliklinik
Marie-José Ilktekin
Leiterin Pflege
Erika Huber
medizin-therapeutische
Leiterin
Hans Zwahlen
Klinikmanager
Dr.
Adrian Forster
Oberarzt
Dr.
Haiko Sprott
Oberarzt
Dr.
Andreas Klipstein
Oberarzt
Hansjörg Huwiler
Chefphysiotherapeut
Karin Niedermann
Co-Leiterin PTW

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich