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Jahresbericht 2002
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UniversitätsSpital-Bibliothek


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Zahlen und Fakten
UniversitätsSpital-Bibliothek

Anna Schlosser
Leiterin
Umbruch - Aufbruch. Anfangs des Jahres gab die Wahl eines Bibliotheks-Beauftragten durch die medizinische Fakultät Zuversicht für eine erfolgreiche strategische Planung von Dienstleistungen und Massnahmen zur Bewältigung der Verände-rungen in der wissenschaftlichen Informationsvermittlung. Der Universitäts-leitungs-Beschluss, die USZ-Bibliothek der Hauptbibliothek Irchel anzugliedern, überraschte uns im August/September. Gleichzeitig begann die Planung für ein Lernzentrum Klinik mit Bibliothek/ Studienlandschaft in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz Zürich-Fluntern und deren Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe im Neubau an der Gloriastrasse.

Als Nachfolger der bisherigen Bibliotheks-Kommission wurde im Januar 2003 Prof. Johann Steurer von der Medizinischen Fakultät als Bibliotheks-beauftragter ernannt. Seine Unterstützung ermöglichte uns, zusammen mit der Didaktik-Kommission und einem externen Berater, die Arbeit an einem Bibliotheks-konzept 2010 zu beginnen. Die Betriebsanalyse wurde Ende August unterbrochen und durch die Erarbeitung eines Raumprogramms und einer Machbarkeitsstudie für die Bibliothek/Studienlandschaft im neu geplanten klinischen Lernzentrum abgelöst.

Im Juni in einem Protokoll festgehalten, im August zufällig bekannt geworden und am 18. September von der Universitätsleitung bestätigt wird der Beschluss, die USZ-Bibliothek ab 1.1.2004 der Hauptbibliothek Irchel anzugliedern. Die Details der Organisation dieser Angliederung werden erst im Jahr 2004 festgelegt werden.


Planung Bibliothek/Studienlandschaft Gloriastr. 16

Der Start zur Planung eines Lernzentrums Klinik der Medizinischen Fakultät in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schwesternschule und Krankenhaus vom Roten Kreuz Zürich-Fluntern erfolgte am 25. August 2003. Mit dem Neubau der Stiftung an der Gloriastr. 16 (auf dem Areal des ehemaligen Rotkreuzspitals) bot sich unerwartet und kurzfristig die Möglichkeit einer Modernisierung und Erweiterung der USZ-Bibliothek als Lern- und Forschungsbibliothek für Medizin und Pflege. Am 24. November 2003 beschloss der Universitätsrat, zwei Geschosse im Neubau für die Bibliothek zu mieten. Die Erarbeitung eines Raumprogramms und eines Konzeptes für die neue Bibliothek in Zusammenarbeit mit der Pflegeschule waren die unvorhergesehenen Hauptaufgaben im letzten Quartal des Jahres.

Der Neubau

Baubesichtigung Dezember 2003


Lehrbuchsammlung / Medienbestand

NLM-Klassifikation
Die bestehende, anlässlich der Gründung der USZ-Bibliothek selbst entworfene Systematik für die Lehrbuchsammlung konnte seit langem nicht mehr befriedigen. Da sie in vielen Bereichen nicht ausbaubar war, plante die USZ-Bibliothek die Umstellung des Freihandbestandes auf die in allen anderen Medizin-Bibliotheken der Schweiz (und weltweit) angewandte Klassifikation der National Library of Medicine (NLM). Diese von der grössten Medizinbibliothek der Welt entwickelte und gepflegte Systematik ist flexibel ausbaubar und der Wiedererkennungseffekt für die Literatursuchenden von grossem Vorteil. Das Projekt wurde mit der Diplomarbeit einer Absolventin der Fachhochschule Chur (Studiengang Information und Dokumentation) «Erarbeitung eines Umsetzungskonzepts» lanciert. Für Weihnachten/Neujahr 2003/04 wurde diese Umsetzung geplant. Nach verschiedenen Vorbereitungs-arbeiten (Bestandsbereinigung, Klassifikation, Entwicklung von Software für Signaturen) wurden mit grossem Einsatz des gesamten USZB-Teams in 6.5 Tagen 5500 Bücher von alten Signaturschildern befreit, im Computer-Katalog deren Standortnummern geändert und mit neuen Signaturschildern ausgerüstet. Die Bibliothek blieb deshalb für die Kundinnen und Kunden vom 24.12.2003-3.1.2004 geschlossen.

Weihnächtliche Medienbearbeitungs-Aktion im Lesesaal


Revision

Nach einem Unterbruch im Jahre 2002 wurde im August wieder eine Bestandesrevision durchgeführt. In zweitägiger Arbeit wurde der Freihandbestand revidiert. Dabei wurden trotz Mediensicherungsanlage 52 Verluste registriert. Diese Diebstahlrate liegt im Rahmen der Vorjahre.

Als Vorbereitung auf die neue Aufstellungs-Systematik wurden alle Dokumente mit Erscheinungsjahr vor 1989 aus dem Freihandbestand entfernt, da diese auch noch im alphabetischen Zettelkatalog erfasst sind. Eine Änderung der Standortbezeichnungen auf allen Katalogkarten wäre zu aufwändig gewesen.


Katalog

Im Verbundkatalog IDS Zürich Universität (biblio.unizh.ch) wurden weitere 479 elektronische Zeitschriften im Katalog erfasst. Damit sind alle bisher an der Universität Zürich abonnierten medizinischen Zeitschriften katalogisiert und für die Kundinnen und Kunden nachgewiesen. Allerdings ändern sich die Bestände und deren Internet-Adressen so häufig, dass die Katalogpflege weiterhin eine grosse Aufgabe bleiben wird.


Zusammenarbeit mit Kliniken/Instituten

Die Koordination und Information der Kliniken und Institute wurde durch die Nominierung einer Koordinatorin (Dorothe Staub) verbessert. Reorganisations-projekte einzelner Kliniken (FHK, DERM, PSY) wurden mit Beratung und Rekatalogisierung von Beständen unterstützt. In der Psychiatrischen Universitätklinik (PUK) half die Bibliothek bei der Einführung der automatisierten Ausleihe.


Magazin

In den Kompaktanlagen im Magazin werden teilweise wertvolle Bestände unter schlechten konservatorischen Bedingungen aufbewahrt. In Zusammenarbeit mit der Bibliothek des Medizinhistorischen Instituts wurden dank eines Arbeitslosen-Einsatzprogramms Bestände abgeglichen. Wegen akuten Platzmangels wurden weitere Bestände überprüft, verschoben oder ausgeschieden.


Selbstausleihe

Das installierte Gerät zur Selbstausleihe von Dokumenten ermöglicht es nun allen eingeschriebenen Kundinnen und Kunden, auch von 8-9 resp. 18-20 Uhr Bücher auszuleihen! Die Einführung dieser Selbstbedienung reduziert die Arbeit an der Theke, die Bibliothekarin kann sich vermehrt der qualifizierten Kundenberatung widmen.


e-Media Angebote

Im USZ - wie in vielen Spitälern der Schweiz - wurde von den Ärztinnen und Ärzten immer mehr die klinische Informationsdatenbank «UpToDate» als tägliches Arbeitsinstrument gefordert. Die Datenbank ist qualitativ hochstehend, aber auch teuer, weshalb bisher dem Wunsch nicht entsprochen werden konnte. Nachdem die Spitaldirektion die Finanzierung der Datenbank abgelehnt hatte, konnte die Lizenzierung auf Initiative der USZB mit finanziellen Beiträgen einiger Kliniken (DIM, RUZ, NOS, PSY) trotzdem erreicht werden. Die Nutzungsstatistik zeigt mit durchschnittlich 800 Zugriffen pro Woche den intensiven Gebrauch dieser Informationsquelle. Die Rückmeldungen sind einhellig positiv, und die Datenbank wird als unerlässlich für eine qualitativ hochstehende Medizin und als grundlegend für die Weiterbildung der Assistenzärztinnnen und -ärzte erachtet.

Zusammen mit der Hauptbibliothek Irchel konnten mit einem Investitions-kredit digitalisierte ältere Jahrgänge von 300 Zeitschriften (jeweils ab Band 1) des Verlags Elsevier gekauft werden. Vollständig elektronisch wird auch die Zeitschrift The Lancet (d.h. ab vol. 1, 1823!) zur Verfügung stehen. www.sciencedirect.com/science/journal/01406736

Ein zweimonatiger Test von e-Books sollte die Nutzung von elektronischen Lehr- und Handbüchern nachweisen. Die wenigen Rückmeldungen waren sehr positiv, und wir werden unser Angebot www.uszbib.unizh.ch/ebooks.htm weiter ausbauen.

Da die Preissteigerungen der Zeitschriften-Abonnemente noch immer jährlich 8-10% ausmachen und weitere kostenpflichtige Lizenzen erwünscht sind, mussten wiederum Abbestellungen von Doppelabonnementen und schlecht genutzten Zeitschriften vorgenommen werden. Allerdings führen weder diese Abonnements-Abbestellungen noch ein Verzicht auf gedruckte Zeitschriften zu Einsparungen, da die Lizenzverträge meist auf einem Preis basieren, der durch Abbestellungen nicht verändert werden kann. Wir unterstützen mit Informationen die Open Access Publishing Initiative (z.B. www.biomedcentral.com/openaccess)


Literaturvermittlung/Dokumentlieferdienst

Von Dr. Pius Estermann wurden wiederum 40 Datenbank-Recherchen vermittelt. Die Aufträge insbesondere für systematische Reviews erweisen sich als aufwändig und kostenintensiv (vor allem Datenbank EMBASE).

Die Möglichkeit, Artikel im pdf-Format per e-Mail statt als Papierkopie per Post zu bekommen, wurde sehr rege genutzt. Obwohl das Angebot der elektronischen Zeitschriften an allen Schweizer Hochschulen ausgebaut und damit ein Rückgang der Bestellungen erwartet wurde, gingen die Bestellungen nur leicht zurück von 31’173 gegenüber 31’428 im letzten Jahr. Die Lieferung an Spitäler, Privatärztinnen und -ärzte in der Praxis und andere Bibliotheken konnte sogar gesteigert werden, so dass die budgetierten Einnahmen erzielt werden konnten.

Die kundenorientierte Vereinfachung der Bestellung direkt über PubMed konnte im Berichtsjahr bei Testkundinnen und -kunden eingeführt und wird im Jahre 2004 weiter ausgebaut werden. Bei Recherchen über OVID ist seit dem Wintersemester dank der Einführung von SFX durch die Hauptbibliothek Irchel ebenfalls direkt aus den Datenbanken eine Artikelbestellung möglich.


Arbeitsplätze

Sowohl die stillen Leseplätze als auch die Computerarbeitsplätze waren ausserordentlich gut ausgelastet. Immer wieder verlangten Medizinstudierende, dass für sie Plätze reserviert werden müssten. Dank eines Investitionskredits der Universität konnte die Anzahl von Internet-Arbeitsplätzen wiederum erhöht und die Stationen mit MSOffice und einem Farbdrucker ausgestattet werden. Durch die Neubauplanung wurde von einem notwendigen weiteren Um- und Ausbau der Arbeitsplätze abgesehen.


Zusammenarbeit mit Pflege/Verwaltung USZ

Die Integration der Pflegebibliothek des USZ in den Bibliothekskatalog ist ein lang gehegter Wunsch der USZ-Bibliothek und des Pflegedienstes. Erste Abklärungen fanden bereits statt, noch bevor bekannt war, dass die Zusammenarbeit im Rahmen der neuen Medizin-Pflege-Bibliothek weiter verfolgt werden würde. Sowohl die pflegerelevanten als auch alle anderen vom zentralen Einkauf USZ finanzierten Zeitschriftentitel wurden überprüft und wenn möglich online über die Liste der elektronischen Zeitschriften angeboten (www.uszbib.unizh.ch/eljour.htm).


Spitalkonsortium

Insbesondere Lehrspitäler interessieren sich immer wieder für die Möglichkeit des Zugriffs auf die elektronischen Zeitschriften der Bibliothek. Aus lizenzrechtlichen Gründen können grundsätzlich nur Universitätsangehörige auf die lizenzierten Medien zugreifen. Da die Spitäler aber von den Erfahrungen der USZ-Bibliothek und den Kontakten zu Verlagen und Anbietern profitieren können, wurde eine Arbeitsgruppe für Spital-bibliotheken in der Region ins Leben gerufen. Ein Test mit Datenbanken und elektronischen Zeitschriften (OVID) im November/Dezember wird die Grundlage für einen Vertragsabschluss im 2004 bilden. Die Arbeitsgruppe wird das Projekt im nächsten Jahr weiterführen.


Personelles

Die 9.5 Stellen waren (ausser von Juli-September) von 12 Personen besetzt. Ende Juni trat Martin Eberhard aus und im Oktober konnte Barbara Tribelhorn, gelernte Informations- und Dokumentationsassistentin (eidg. Fähigkeitszeugnis), angestellt werden. Die zugesprochene Lehrlingsstelle konnte noch nicht besetzt werden, da keine Lehrmeisterin zur Verfügung stand. Als Praktikantin (Diplomandin) arbeitete Sarah Schwander 7 Wochen im Juli und August an der Diplomarbeit und ab November für deren praktische Umsetzung.


Aus- und Weiterbildung

Dorothee Staub studiert seit Oktober 2003 berufsbegleitend Information und Dokumentation an der Fachhochschule Chur. In verschiedenen Weiter-bildungen (u.a. Physiotherapie-Wissenschaften, Pflege) waren Dr. Pius Estermann und die Leiterin mit Beiträgen zur Vermittlung von Informationskompetenz beteiligt. Anna Schlosser nahm an den Konferenzen der EAHIL European Association for Health Information and Libraries www.eahil.org in Oslo und der AGMB www.agmb.de in Dresden teil.


Ausblick

Wir werden trotz der Neuausrichtung die Bibliothek und das Informationszentrum für das USZ bleiben! Dass wir organisatorisch neu zugeordnet sind, wird für die USZ-Kundinnen und -Kunden keine Auswirkungen haben. Bis Ende 2004 werden wir den Standort im USZ beibehalten. Der Neubau mit mehr Arbeitsplätzen, einer Cafeteria und einer anregenden Lern- und Forschungsumgebung wird für Sie alle geplant. Wir freuen uns, wenn Sie uns nicht nur virtuell besuchen! www.uszbib.unizh.ch/plan.htm

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich