Pflegedirektion

Barbara Brühwiler
Pflegedirektorin
Reorganisation 2003

Nach einer ersten Reorganisationsphase im Pflegedienst Mitte 2002 sind im 2003 weitere Schritte zu homogeneren Führungsbereichen der Leitungen Pflege vollzogen worden. Der Pflegedienst der neuen Klinik für Onkologie wurde dem Leiter Pflege Urologie unterstellt.
Kiefer- und Thoraxchirurgie (wird eine Bettenstation) wurden der Leitung Pflege Unfall- und Widerherstellungschirurgie unterstellt. Im Nordtrakt 2 hat die Leitung Pflege der ORL neu auch den Pflegedienst der Augenklinik übernommen. Die Pflegedienste der OP-Abteilungen haben sich auf die Zusammenführung unter einer Leitung Pflege OP vorbereitet. Der Prozess wird im Frühsommer 2004 abgeschlossen sein.
Die Leitungen Pflege haben als Mitglieder der Klinikleitungen an der Erarbeitung der Geschäftsreglemente mitgearbeitet. In den meisten Kliniken hat sich die Zusammenarbeit der Klinikleitungen bereits etabliert.


Projekt Bezugspflege USZ

Nach der Einführung der Pflegediagnostik folgt die Ausrichtung auf die Bezugspflege. Irène Bachmann-Mettler hat per 1.2.2003 die Leitung des Projektes Bezugspflege USZ übernommen. Sie hat im ersten Jahr die Projektorganisation aufgebaut, mit den Projektgruppen ein Konzept entwickelt, die Rollen geklärt und die Umsetzung auf Pilotstationen vorbereitet.


Die Projektorganisation

In den Projektgruppen sind Pflegefachpersonen aus verschiedenen Bereichen und mit unterschiedlichen Aufgaben vertreten um das Projekt breit abzustützen. Der Beirat besteht hauptsächlich aus Vertretungen der Berufe mit denen wir im Alltag eng zusammenarbeiten.


Definition Bezugspflege USZ

Unter Bezugspflege verstehen wir einen kontinuierlichen pflege-therapeutischen Prozess zwischen Patient, Angehörigen und der dafür zuständigen, verantwortlichen Bezugspflegeperson. Dieser Prozess beginnt bei Eintritt des Patienten auf die Abteilung und dauert bis zu seinem Austritt. Er basiert auf einem systematischen und fachkompetenten Vorgehen in einem multiprofessionellen Umfeld.


SOLL - Vorgabe

Die Bezugspflege USZ sichert die Wirksamkeit der Pflege und klärt die Verantwortlichkeit der Pflegefachpersonen gegenüber den Patienten sowie im multiprofessionellen Team. Das Projekt berücksichtigt die Veränderungen durch die neue Bildungssystematik.


Vision

Bezugspflege hat einen positiven und nachhaltigen Einfluss auf die Qualität und Wirksamkeit der Pflege, auf die Professionalisierung und Entwicklung des Pflegeberufes sowie auf die Attraktivität des Arbeitsplatzes USZ.

Die Auseinandersetzung mit der Bezugspflege beschränkt sich nicht auf organisatorische Massnahmen, obwohl in einer ersten Phase die Gestaltung der zukünftigen Dienstpläne ein zentrales Thema war. Es stellen sich Fragen zum Pflegeverständnis, zum Auftrag der Pflegefachpersonen sowie zur Bedeutung Verantwortung für die Pflegequalität und den Pflegeprozess zu übernehmen und viele mehr.
Auf dem Intranet kann das Projekt und sein Verlauf verfolgt werden.


Fachangestelle Gesundheit (FaGe)
ein neuer Beruf im Gesundheitswesen

Seit Sommer 2003 bilden wir in 4 Kliniken erstmals 7 Lehrlinge zur FaGe aus. Die Fachangestellte Gesundheit ermöglicht es jungen Menschen nach Abschluss der Sekundarstufe einen Gesundheitsberuf mit vielen Zukunftsperspektiven zu erlernen. Die 3 jährige Lehre beinhaltet vier Hauptbereiche: Haushaltführung und Lebensgestaltung; Logistik und Administration; MedizinTechnik und Pflege. Der FaGe Abschluss kann mit oder ohne Berufsmatura gemacht werden und ermöglicht den Zugang zu Berufen auf dem Tertiärniveau. Die Lehre ist im drei Lernorte - Prinzip (betriebliche Ausbildung, berufsschulische Ausbildung und überbetriebliche Kurse ÜK) aufgebaut.

Die hauptverantwortliche Berufsbilderin Frau Elisabeth Rubli hat mit Kolleginnen der Grundausbildung Pflege in der Praxis, aber auch mit Mitarbeiterinnen anderer Bereiche die für die Durchführung der Ausbildung notwendigen Arbeitspapiere erarbeitet, Berufsleute aus den Bereichen über den neuen Beruf informiert, die Lernenden in die Spitalwelt eingeführt und die täglich neuen Fragen und Aufgaben als weiter zu erarbeitende Schritte betrachtet.

Unsere 7 Lehrlinge haben inzwischen bereits mehr als ein halbes Jahr Erfahrung. Nach eigenen Angaben gefällt es ihnen in der Lehre und speziell gut in der Praxis. Etwas kritischer wird die Schule beurteilt, z.B. die Fächer der Hauswirtschaft, sowie die überbetrieblichen Kurse.


Grundausbildung Pflege in der Praxis
Katarina Born, Leiterin Pflege Grundausbildung

«Wir fördern Pflegewissen praxisnah»
Die Lehrpersonen des Bereiches Grundausbildung Pflege befähigten Lernende, sie coachten Ausbildnerinnen und Ausbildner, sie unterstützten die Führungspersonen im Ausbildungsauftrag, sie entwickelten Lösungsansätze für bekannte und neue Herausforderungen, sie erweiterten ihr pädagogisches Wissen und Können um für bevorstehende Neuerungen die «Nase vorne zu haben» und argumentierten in internen und externen Projekten aus der Sicht der Bildung respektive aus der Sicht des USZ.
Einige «high lights» sollen hier speziell erwähnt werden:

Bereich OP
Im Sommer konnte mit Susanne Sondheimer eine zweite Lehrperson für die Aus- und Weiterbildung in der Praxis des OP-Bereichs eingestellt werden. Mit Monika Knecht, welche im Dezember 2003 ihre Ausbildung zur Erwachsenenbildnerin abgeschlossen hat, wird Susanne Sondheimer die Ausbildung in der Praxis nun weiter verankern.

Bereich Hebammen
Im Spätsommer nahm Iris Hochstrasser als Lehrperson für die Ausbildung der Hebammen in der Praxis ihre Arbeit im Bereich auf. In der, von der Gebärabteilung in den Bereich Grundausbildung verlegten Stelle, konnte Frau Hochstrasser, dem von Mitarbeiterinnen der Gebärabteilung ausgearbeiteten Ausbildungskonzeptes folgen, das ihr im Praxisalltag eine wichtige Orientierung gab.

Praxiszimmer
Das Praxiszimmer welches im Ausbildungskonzept des USZ als Lernort ausserhalb des Abteilungsalltages ein weiteres festes Angebot zum Lernen in der Praxis darstellt, konnte im Januar 2003 an der Huttenstrasse 46 wieder eröffnet werden. Nach einer gewissen «Aufwärmphase» fanden die Lernenden und die diplomierten Pflegefachpersonen den Weg an die Huttenstrasse und die Öffnungszeiten am Montag- und Donnerstagnachmittag wurden wieder geläufig.

Bildungsentwicklung
Aus dem Bereich Grundausbildung Pflege in der Praxis stellten im Jahr 2003 fünf Mitarbeiterinnen in externen kantonalen oder überregionalen Arbeitsgruppen zum Thema Bildungsentwicklung ihr Wissen zur Verfügung. Diese Mitarbeit gestattete es, die Bedürfnisse und Anforderungen der Praxis des USZ einzubringen und die Entwicklung so aktiv mitzugestalten.
Das Jahr der noch hängigen Entscheide bezüglich Rahmenlehrplan auf der Tertiärstufe und der Strukturen in der Bildungslandschaft der Gesundheitsberufe im Kanton Zürich konnte für inhaltliche Fortbildungen im Bereich Problembasiertes Lernen (PBL), Tutorinnenkurs und Skills Training im Bereich Lernort Training und Transfer (LTT) genutzt werden. Mit diesen Fortbildungen geht eine Neuorientierung einher, da ein anderes didaktisches Modell zugrunde liegt. Dies erfordert von den Lehrpersonen in persönlicher und fachlicher Hinsicht Veränderungen die sie vorübergehend auf unsicheren Boden stellen können.


Zentrum für interdisziplinäre
Patienten- und Pflegeberatung (ZIPP)
Markus Wittwer, stv. Pflegedirektor

Das Beratungszentrum wurde im August 2003 von der Spitalleitung genehmigt. Geführt wird die interdisziplinäre Einrichtung von Dr. Claudia Steurer-Stey und Barbara Steffen-Bürgi. Das ZIPP hat die Aufgabe, die Beratungstätigkeiten innerhalb des USZ zu koordinieren und die Beraterinnen und Berater in ihrem Auftrag zu unterstützen.
Zur Zeit werden die Asthmaberatung, die Stoma-, Inkontinenz- und Wundberatung sowie die Dolmetscherdienste in das Zentrum integriert. Weitere Projekte sind vorgesehen.


Personalpool
Markus Wittwer, stv. Pflegedirektor

Der Personalpool wurde aufgrund der gute besetzten Stellen im Pflegedienst von 20 auf 15 Stellen reduziert. Die Nachfrage nach kurzfristigen Einsätzen bei Ausfällen wegen Krankheit und anderen Absenzen ist nach wie vor gross. Insgesamt wurden 5135 Dienste angefordert, von denen 3100 effektiv durch den Pool geleistet werden konnten.


Interdisziplinäre Notfallstation - Pflegedienst
Heide Vogel, Leiterin Pflege Notfallstation

Im Jahr 2003 wurden auf der Interdisziplinären Notfallstation 33 475 Patienten und Patientinnen behandelt. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Patienteneintritte um 10 %. Ebenso nahm die Komplexität in der medizinischen Patientenversorgung erneut zu.

Das Pilotprojekt «leichter medizinischer Notfall» wurde erfolgreich umgesetzt. Ziel des Konzeptes war es, die medizinischen Notfalleintritte zu optimieren. Einfach zu betreuende, internistische Patienten werden in der Leitstelle «triagiert», aus den Notfalleintritten entflochten und in einer separaten Einheit behandelt. Dadurch erstand eine Reduktion der Warte- und Behandlungszeiten, sowie eine Entlastung des Personals.

Im Pflegedienst auf der Notfallstation wurde auch in diesem Jahr der fachlichen Weiterbildung grösste Bedeutung beigemessen. 11 Pflegefachfrauen befanden sich in der Weiterbildung für Notfallpflege und 2 in der Weiterbildung HöFa I.
Ausserdem waren 6 Rettungssanitäter, Sanitätsrekruten, sowie eine rumänische Krankenschwester im Kurzpraktikum, sowie 17 DN II Lernende und TOA Lernende im Rahmen ihrer Grundausbildung für Praktika auf der Notfallstation eingesetzt. 3 DN II Lernende schlossen erfolgreich ihr praktisches Diplomexamen auf der Notfallstation ab.

Die Einführung der Leistungserfassung mittels TARMED war für die Notfallstation im Jahr 2003 eine weitere Herausforderung. Die dazu notwendigen Umbauarbeiten, die materielle Ausrüstung und die Schulung des gesamten Personals und nicht zuletzt die Leistungserfassung selber, konnte termingerecht realisiert werden.


Zentralsterilisation Kern- und Nordzone
Harry Schenk, Leiter Pflege ZSVA
Bernadette Ottiger, stv. Leiterin Pflege ZSVA

Das Jahr 2003 war ein Jahr, in dem wir wichtige neue Ziele in Angriff genommen haben.
Zum einen haben wir mit der Realisierung des Umbaus der Zentralsterilisation Kernzone A OPS 5 begonnen und zum andern sind wir so weit gekommen, dass wir im 2004 mit dem Pilotversuch «Instrumentenrückverfolgbarkeitssystem» beginnen können.
Beides ist für das Qualitätsmanagement der Versorgung des Patienten und der ZSVA von grosser Wichtigkeit.


Sanierung Zentralsterilisation Kernzone A OPS 5

Im Jahr 2002 wurde entschieden, die Zentralsterilisation Kernzone umzubauen. Dies, weil die ZSVA den heutigen Anforderungen weder in technischer noch in räumlicher Hinsicht entspricht (Arbeitsfläche, Hygiene, Apparate) entspricht. Für die Zertifizierung ist ein Umbau unumgänglich. Der Umbauplan liegt nun zur Prüfung bei der Gesundheitsdirektion. Den Entscheid erwarten wir im Frühling 2004.

Instrumentenrückverfolgbarkeitssystem (Pilotversuch auf der Neuro-OPS)
Das Instrumentenrückverfolgbarkeitssystem ist eine Massnahme, gegen die Übertragung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Das Eidgenössische Departement des Innern hat am 20. November 2002 eine Verordnung über die Prävention bei chirurgischen und medizinischen Eingriffen proklamiert. Mit diesem System können wir nun die chirurgischen Instrumente patientenbezogen zurückverfolgen. Wird ein erhöhtes Risiko festgestellt, können die benutzten Siebe gezielt entfernt werden.


Containerwaschmaschine ZSVA Nordzone

Im Juni 2003 konnten wir die neue Containerwaschanlage in der ZSVA Nordzone in Betrieb nehmen.

Sie entspricht den heutigen Anforderungen der Hygiene, des Heilmittelgesetzes und der Medizinprodukteverordnung. Auch können Überwachungsprotokolle der Waschprozesse dokumentiert werden. Diese Containerwaschmaschine ist vollautomatisiert und sichert uns die Produktion der Arbeitsabläufe.

Die Containerwaschmaschine bewältigt pro Arbeitstag bis zu 1000 Transportcontainer




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