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Spitalleitung
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Dr. Christiane Roth Spitaldirektorin |
Prof. Thomas Pasch Ärztlicher Direktor |
Barbara Brühwiler Pflegedirektorin |
Die Arbeitsschwerpunkte für das Geschäftsjahr 2004 waren Nachfolgeprojekte zur Betriebsoptimierung, die kontinuierliche Weiterentwicklung und Verankerung der Dienstleistungsorientierung sowie die Umsetzung der Vorgaben im Sanierungsprogramm 2004. Diese Aufgabenschwerpunkte wurden in den «Zielen 2004» verankert und von der Spitalleitung mit konkreten Massnahmenplänen an das gesamte Kader des Spitals transparent kommuniziert.
Zudem stand das USZ im Jahr 2004 wiederholt im Fokus der Öffentlichkeit. Eine in die öffentliche Kritik geratene klinische Studie der Dermatologie, eine aufgrund einer Blutgruppenverwechslung inkompatible Herztransplantation, der bevorstehende Erlass des Honorargesetzes, komplexe Nachfolgeregelungen bei den Klinikdirektoren und schliesslich die national geführte Diskussion um die Konzentration der Spitzenmedizin erfuhren besondere Beachtung durch die Medien und verlangten vom Spital aussergewöhnliche Management- und Kommunikationsleistungen.
Projekte Spitalleitung
Die Ende 2003 noch laufenden fit!-Projekte wurden mit einer neuen Projektorganisation als «Projekte der Spitalleitung» an die Hand genommen. Schwerpunkte dabei waren die Reorganisationen zur Optimierung von Abläufen sowie ein bedarfsgerechter Einsatz von Mitarbeitenden und betrieblichen Ressourcen in den Bereichen IPS, OPS, Bettendisposition und Patienteneintritt.
Für die Führung der räumlich dezentralen Operationsräume wurden Betriebsreglemente erlassen, welche die interdisziplinäre Zusammenarbeit regeln und dadurch eine möglichst optimale Auslastung ermöglichen. Diese Projektarbeit ermöglichte den Aufbau eines eigentlichen OP-Managements USZ.
Die im Projekt Steuerungsinstrumente und Controlling erarbeiteten Grundlagen und Instrumente ermöglichen eine verbesserte finanzielle Steuerung der Leistungszentren, der Pflege und der Verwaltungsbereiche.
Das Projekt Core-Laboratorien hat zum Ziel, die Laboratorien im UniversitätsSpital Zürich so zusammenzuführen, dass alle für den 24-Stundenbetrieb notwendige Untersuchungen zentral an einem Ort durchgeführt werden können. Dadurch kann diese Dienstleistung für interne sowie externe Kunden optimiert werden.
Der Betrieb hat per 1. Januar 2005 eine neue Aufbau- und Ablauforganisation erhalten. Die Zielsetzung war, Hierarchien zu verflachen, Synergien zu nutzen, Kosten zu reduzieren sowie auch hier die Dienstleistungsqualität zu optimieren. Als wichtigste Neuerungen sind die Aufhebung der Leitung Ökonomie, die Neuunterstellung der Ernährungsberatung in die Abteilung Endokrinologie/Diabetologie und die Unterstellung der Abteilung Bau- und Raummanagement in die Verantwortung der Spitaldirektorin.
Ebenfalls wurde die Organisationseinheit Zentrale Dienste neu geschaffen, welche den Empfang, die Telefonzentrale, den Kundendienst, das Bestattungsbüro, das Veranstaltungsbüro, den Sicherheitsdienst sowie die Fachstelle Sicherheit & Umwelt umfasst.
Im Rahmen des noch im fit!-Projekt begonnenen Teilprojektes Facility Management konnte der Technische Dienst neu ausgerichtet werden. Die Abteilung wurde in sechs Fachbereiche unterteilt und erhielt eine neue wesentlich flachere Organisationsstruktur.
Im letzten Jahr konnte ebenfalls ein neues multiprofessionell abgestimmtes Austrittsmanagement verabschiedet werden. Im Hinblick auf einen bestmöglichen Heilungsprozess werden Patientinnen und Patienten mittels gezielter Information, Instruktion und Beratung durch Ärzte und Pflegende auf ihren Spitalaustritt vorbereitet.
Sanierungsprogramm 2004
Um die Sparvorgaben des Regierungsrates und der Gesundheitsdirektion umzusetzen, hat die Spitalleitung unter Führung der Spitaldirektorin eine Steuergruppe mit den Departementsvorsitzenden und den Verantwortlichen von Finanzabteilung und Betrieb eingesetzt. Die Steuergruppe SAN“04 hat teilweise einschneidende Massnahmen beschlossen und im Verlaufe des Jahres zielgerichtet sowie erfolgreich umgesetzt. Um den seit Jahren wachsenden Aufwand für Medikamente und Medizinisches Material zu reduzieren, wurden zwei Steuergruppen unter Leitung der Departementsvorsteher Innere Medizin, Prof. Ferenc Follath (Medikamente), und Chirurgie, Prof. Otmar Trentz (Medizinisches Material), eingesetzt. Zusätzlich wurde das Personal mit einem Mailbriefkasten eingeladen, sich mit Sparvorschlägen an der Umsetzung des Sanierungsprogramms zu beteiligen. Mit rund 150 Vorschlägen wurde davon reger Gebrauch gemacht. Diese wurden geprüft und soweit möglich und sinnvoll in den Massnahmenkatalog der Steuergruppe aufgenommen.
Die USZ Rechnung 2004 konnte mit einem kleinen Überschuss abgeschlossen werden. Der Staatsbeitrag fällt mit Fr. 246 Mio. um Fr. 42 Mio. geringer aus als im Vorjahr. Der Gesamtaufwand 2004 konnte sogar unter die Budgetvorgaben gesenkt, der Aufwand für Medikamente und für das medizinische Material konnte weitgehend stabilisiert werden. Der Abbau von 100 Stellen (ohne Ärztinnen und Ärzte) war auf 4830 Vollzeitstellenäquivalente angesetzt. Das Ziel wurde durch natürliche Abgänge und Nichtwiederbesetzung am Jahresabschluss mit aktuell 4826 Stellen erreicht. Die bei den Ärzten vorgegebene prozentual gekürzte Lohnsumme wurde eingehalten. Mit einem rigiden Schlüsselstellen-Management sowie weiteren organisatorischen Massnahmen, wie z.B. der Reduktion der Sitzwachen, konnten die budgetären Vorgaben beim Personalaufwand um Fr. 10 Mio. unterschritten werden. Ohne den zusätzlichen Einsatz des Personals wäre dieses Ergebnis jedoch nicht möglich gewesen. Der Ertrag der ambulanten Konsultationen fällt im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher aus, bei den stationären Behandlungen ist er tiefer. Dies ist neben den neu zur Anwendung gekommenen Tarmed-Tarifen auch auf die Mitte Jahr neu definierte Kategorie «teilstationäre Patienten», deren Erträge neu dem ambulanten Bereich zugewiesen werden, zurückzuführen. Der durch die Tarifänderung entstandene Mehrertrag (u.a. Tarmed) wird jedoch als exogener Faktor in der Erfolgsrechnung des USZ wieder abgeschöpft.
Dienstleistungsorientierung
Der von der Gesundheitsdirektion mit dem USZ vereinbarte Leistungsauftrag umfasst ein breites Spektrum an Dienstleistungen zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung des Kantons Zürich. Die Dienstleistungsorientierung war deshalb ein zentraler Schwerpunkt des letzten Jahres und wurde entsprechend in den Jahreszielen 2004 an oberste Stelle gesetzt. Eine gute Dienstleistungsorientierung bedeutet vor allem, mit den aktuell verfügbaren Mitteln das Beste zu ermöglichen und dem Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Forderung nach einer möglichst wirtschaftlichen Leistungserbringung sowie den Bedürfnissen der zu betreuenden Patientinnen und Patienten mit einer Neuorientierung zu begegnen.
Im vergangenen Jahr konnte im USZ das Zentrum für interdisziplinäre Patienten- und Pflegeberatung (ZIPP)eröffnet werden. Das ZIPP bietet sowohl interne als auch externe Dienstleistungen an, berät und schult Patientinnen und Patienten sowie medizinisches Fachpersonal zu Fragen rund um die Stomapflege, Inkontinenztherapie, Wundbehandlung sowie rund ums Asthma.
Bezugspflege
Das Anfang 2004 lancierte Projekt Bezugspflege, welches für die einzelnen stationären Patientinnen und Patienten verantwortliche Bezugspersonen definiert, verbessert zum einen die Pflegequalität und stärkt zum anderen die Dienstleistungsorientierung. Durch eine fixe pflegerische Bezugsperson wird eine stabile Beziehung zum kranken Menschen aufgebaut und somit die Kontinuität der Betreuung garantiert. Das Pilotprojekt wird im Frühjahr 2005 evaluiert.
Leistungserfassung und Tarmed
Auf Bundesebene wurde entschieden, dass die Spitäler auf 1. Januar 2005 eine Kostenträgerrechnung einführen müssen. Der Tarif Medical (Tarmed), welcher die ärztlichen Leistungen in einem Tarifsystem regelt, wurde per 1. Januar 2004 für den ambulanten Bereich in Kraft gesetzt. Voraussetzung für die Kostenträgerrechnung ist eine umfassende Leistungserfassung, welche im Klinikinformationssystem (KISIM) abgewickelt wird. Die vom USZ eingesetzte Projektorganisation LEA/Tarmed konnte die für die Umsetzung des Tarmed erforderliche flächendeckende Verfügbarkeit von informatikunterstützten Instrumenten termingerecht sicherstellen. Die elektronische Erfassung aller erbrachten Leistungen ist für die Leistungszentren jedoch teilweise sehr aufwändig und arbeitsintensiv, so dass in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Kliniken und Instituten aktuell an einer weiteren Optimierung gearbeitet wird.
Departemente und Kliniken
Im Geschäftsjahr 2004 standen infolge Pensionierung der Stelleninhaber mehrere Berufungsverfahren an. Die Berufungsverfahren erfolgen in erster Linie durch die Gremien der Universität; das USZ ist durch die Spitaldirektorin ex officio vertreten. Das Institut für Klinische Pathologie und die Klinik für Gynäkologie konnten mit einem neuen Klinikdirektor besetzt werden. Die bisherige Abteilung Thoraxchirurgie wurde in eine Klinik umgewandelt. In der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie musste nach definitivem Verzicht des erstplatzierten Bewerbers eine interimistische Lösung getroffen werden, welche sich bis heute ausgezeichnet bewährt hat.
Das neue Arbeitsgesetz für Assistenzärztinnen und -ärzte, welches per 1.1.2005 eingeführt wurde, basiert vor allem auf einem verbesserten Arbeitnehmerschutz, der unter anderem zu einer weiteren Reduktion der Arbeitszeiten führt. Dies bedingte eine Überprüfung der Einsatz- und Dienstpläne in allen Kliniken und Instituten. Für das USZ resultierte ein Mehrbedarf von 80 zusätzlichen Assistenzarztstellen, von denen bisher durch die Gesundheitsdirektion die Hälfte zur Besetzung freigegeben werden konnten. Planung sowie Koordination erfolgten durch die Ärztliche Direktion, welche auch in der Arbeitsgruppe der Gesundheitsdirektion für die Neuverhandlung des Gesamtarbeitsvertrags für Assistenzärztinnen und -ärzte mit dem Zürcher Berufsverband Schweizerischer Assistenz- und Oberärzte vertreten war.
Im Departement Innere Medizin (DIM) ist die geplante Umstrukturierung weit gediehen. Zukünftig ist eine Unterteilung in vier Bereiche vorgesehen. Die bisherigen Abteilungen sollen, mit Ausnahme der Naturheilkunde und der Klinischen Immunologie, die künftig als Institute bezeichnet werden sollen, neu Kliniken genannt werden. Die bisher im DIM verfügbaren Betten werden den vier Bereichen zugeteilt und über eine departementale Disposition koordiniert. Der Bettenpool wird entsprechend dem Patientenaufkommen den klinischen Bedürfnissen angepasst. Neu geschaffen werden die aus den Klinik- und Institutsdirektoren gewählten vier Bereichsleitungen, welche gemeinsam den Departementsvorstand bilden. Die neu geschaffenen Ressorts Weiterbildung/House-Staff, Lehre sowie Klinik üben klinik- und bereichsübergreifende Funktionen aus. Als Konsultativ- und Vernehmlassungsorgan wird ein Departementsrat eingesetzt, dem die Klinik- und Institutsdirektoren, die Leitungen Pflege, die Klinikmanager sowie je eine Vertretung der Leitenden Ärzte, Oberärzte und Assistierenden angehören.
Das Zentrum Klinische Forschung (ZKF) der Universität Zürich hat u.a. die reglementarisch festgelegte Aufgabe, die leistungsorientierte Zuteilung von Forschungsflächen im Bereich des USZ zu koordinieren. Um dieser Aufgabe nachzukommen, werden die Forschungsflächen seit letztem Jahr über ein Forschungsflächenregister im USZ verwaltet.
Die Spitalhygiene konnte im Berichtsjahr durch infektionsmindernde Massnahmen wie die Verstärkung der Schulungs-, Surveillance- und Feedbackanstrengungen in den Operations-, Intensiv- und Bettenabteilungen sowie durch andere Präventionsmassnahmen die Infektionsrate signifikant reduzieren. Da nosokomiale Infektionen aufgrund der daraus resultierenden Behandlung und Verlängerung des Spitalaufenthalts zu erheblichen Mehrkosten führen, kommt diesem Erfolg eine grosse Bedeutung zu.
Um ein im ganzen USZ verbindliches und interdisziplinär sowie interprofessionell akzeptiertes Wundbehandlungskonzept sicherzustellen, wurde auf Initiative von Oberärzten der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie und der Dermatologischen Klinik sowie der Pflegeleiterin der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie ein neues Projekt lanciert. Ziel dieses Projekts war, neben der Erarbeitung von praxisorientierten Vorschlägen zur systematischen Qualitätssicherung im gesamten Wundbehandlungsprozess, auch Leitplanken für den Einkauf von Wundbehandlungsprodukten zu erarbeiten.
Im Jahr 2004 konnte das allogene und autologe Stammzelltransplantations-programm des USZ akkreditiert werden.
Führung in ausserordentlichen Lagen
Im Hinblick auf die Gefährdung von Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeitenden im Bereich Gebäude und Infrastruktur wurde im USZ eine umfassende systematische Sicherheitsanalyse durchgeführt. Aufgrund dieser Analyse wurde mit der Überarbeitung des Katastrophenkonzepts begonnen. Im letzten Jahr konnte nun das Konzept Führung in ausserordentlichen Lagen (FaoL) in Kraft gesetzt werden.
Das neue Konzept sieht eine übergeordnete Führungsstruktur mit Spitalleitung sowie einem Kern- und Leitungsstab vor. Ein Krisenstab, welcher Stabsmitglieder aus den Bereichen Medizin, Pflege, Betrieb, Care Team und GOPS zusammenfasst und je nach Ausmass des Ereignisses modular erweitert werden kann, ist Drehscheibe zwischen Spitalleitung, Unfallstelle und Notfallstation. Die Bereitstellung eines rund um die Uhr einsatzbereiten Raums in der Nähe der Notfallstation dient dem Krisenstab als Arbeitsplatz. Voraussetzung für eine optimale Ereignisbewältigung sind geschulte Teams und eine geprüfte Infrastruktur sowie aktualisierte und praxisorientierte Unterlagen. Zu diesem Zweck werden jährlich ein bis zwei Probealarme sowie Übungen durchgeführt.

E-Health
Anlässlich des internationalen eHealthcare-Kongress 2004 «Digital Hospital - ICT im Spital von heute und morgen» erhielt die medizinische Online-Beratung des USZ, welche in Zusammenarbeit mit der Universitätskinderklinik, der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist und mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich betrieben wird, den «Spezial-Award “04» für «5 Jahre erfolgreiche eHealthcare im Dienste des Patienten». Die kostenlose und anonyme Online-Beratung, die hauptsächlich von der Zürcher Bevölkerung in Anspruch genommen wird, hat bisher über 16000 Anfragen kompetent beantwortet. Im Jahr 2004 haben die Anfragen an die Online-Befragung der Ärzte gegenüber dem Vorjahr um 11% zugenommen. Der Leiter der Geschäftsstelle hat von der Gebert Rüf-Stiftung einen namhaften Beitrag für ein Projekt «Virtuelle Patientenberatung: Entwicklung eines Fort-, Weiter- und Ausbildungscurriculums» erhalten.
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