Protrait Prof. Dr. med. Bruno Imthurn Klinikdirektor a.i.
Ungeregelte Nachfolge der Klinikdirektion
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Prof. Dr. med. Bruno Imthurn Klinikdirektor a.i.
| Zusätzlich zum Problem der ungeregelten Nachfolge der Klinikdirektion kam es im Berichtsjahr zu krankheitsbedingten Ausfällen wichtiger ärztlicher Stützen der Klinik. Trotzdem wurden einige bemerkenswerte Ziele erreicht. So konnte der Klinik- und Laborbereich des Kinderwunschzentrums nach mehrmonatigen Vorbereitungsarbeiten nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert werden. Zudem erhielten wir vom Schweizerischen Nationalfonds zur Fortsetzung der langjährigen Forschungsarbeiten einen substantiellen finanziellen Beitrag zugesprochen. Die intensive internationale Kollaboration mit der University of Pittsburgh resultierte in der Ernennung des Forschungsleiters der Klinik für Endokrinologie zum Associate Professor of Medicine der University of Pittsburgh (USA).
Klinische Tätigkeit
Am 29. Februar 2004 trat Prof. Dr. Paul J. Keller nach langjähriger Tätigkeit als Direktor der Klinik für Endokrinologie altershalber in den wohlverdienten Ruhestand. Leider wurde die Professur von der Universität erst im Frühherbst 2004 zur Wiederbesetzung ausgeschrieben, was eine längerfristige Interimsleitung durch den Leitenden Arzt der Klinik nötig machte. Hierbei ist dankend zu erwähnen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik sowie die Spitalleitung und -direktion der Klinik gerade in dieser herausfordernden Zeit eine keineswegs selbstverständliche Unterstützung boten.
Trotz der unklaren Nachfolgesituation (siehe auch Jahresbericht 2003) und der Kumulation von weiteren ungünstigen Faktoren (Wechsel von 2 Oberärztinnen in die Praxis, Umzug einer Konsiliarärztin nach Deutschland, langfristiger krankheitsbedingter Ausfall von 2 Oberärztinnen bzw. Oberassistentinnen, neuartige Verteilung und Erfassung der Konsultationen im Departement) konnten die Patientenfrequenzen im Berichtsjahr stabil gehalten werden. Allerdings ist zu erwähnen, dass die Konsultationszahlen der Jahre 2003 und 2004 wegen der Einführung des TARMED-Tarifsystems im Jahre 2004 nicht direkt miteinander verglichen werden können.
Die Erfassung ambulanter und später auch teilstationärer Leistungen nach dem neuen TARMED-Tarifsystem konnte dank der guten Vorbereitung auf Spitalebene, v.a. aber auch auf Klinikebene, erstaunlich reibungslos eingeführt werden. Allerdings führten Abrechnungsprobleme dazu, dass teilweise bis heute andauernde Verzögerungen in der Rechnungsstellung auftraten.
Sehr erfreulich, insbesondere unter Berücksichtigung der enormen Herausforderungen der Klinik, war der überdurchschnittliche Einsatz aller in der Reproduktionsmedizin tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik bei der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems. Die monatelangen Vorbereitungsarbeiten führten dann schliesslich im November zum erfolgreichen Zertifizierungsaudit. Somit ist seit dem 20. Dezember 2004 das Kinderwunschzentrum des UniversitätsSpitals Zürich nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Dieses Qualitätssicherungssystem trägt entscheidend zum Erhalt der Konkurrenzfähigkeit unseres Zentrums in einem höchst kompetitiven Umfeld bei.

Die Klinik für Endokrinologie führt neben einer umfassenden Abklärung bei ungewollter Kinderlosigkeit alle in der Schweiz zugelassenen homologen Kinderwunschbehandlungen durch, angefangen bei einfachen hormonellen Stimulationen bis zur Polkörperdiagnostik, welche in der Schweiz exklusiv am UniversitätsSpital Zürich möglich ist. Die Schwangerschaftsraten nach In-Vitro-Fertilisation (IVF), überprüft durch ein externes Audit der FIVNAT-CH, dem nationalen IVF-Register der Schweiz, haben sich auch im Berichtsjahr sehr vorteilhaft entwickelt. Die Resultate des Kinderwunschzentrums unserer Klinik befinden sich dabei im Spitzenfeld der in der Schweiz tätigen öffentlichen und privaten IVF-Zentren.
Um dem nachvollziehbaren Bedürfnis der Paare nach einer ganzheitlichen Kinderwunschbehandlung nachzukommen, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Urologischen Klinik neuerdings die andrologische Betreuung der Partner direkt auch in unserer Klinik. Zudem wurde im Berichtsjahr in unserer Klinik eine psychologische Unterstützung der Kinderwunschpaare durch eine dafür speziell ausgebildete gynäkologische Fachärztin eingeführt, welche wie die andrologische Betreuung auf eine äusserst hohe Nachfrage gestossen ist. Ein weiterer Ausbau in diese Richtung wird angestrebt.
Das Zentrum für Familienplanung durchlebte eine schwierige Konsolidierungsphase durch den krankheitsbedingten Ausfall der leitenden Oberärztin. Dank dem zusätzlichen Einsatz verschiedener ärztlicher Klinikmitarbeiterinnen konnte der Ausfall mindestens teilweise kompensiert werden.
Der Beratungsaufwand und die Betreuung der Patientinnen bzgl. postmenopausaler Hormontherapie hat nach den verunsichernden Studienresultaten in den letzten zwei Jahren markant zugenommen. Nachdem bis vor kurzem eine postmenopausale Hormontherapie als harmlose Ersatzbehandlung betrachtet wurde, hat sich gezeigt, dass es sich dabei um eine ganz normale medikamentöse Therapie handelt. Eine solche Therapie hat sehr viele Vorteile, aber gelegentlich eben auch Nachteile. Es gilt dabei, diejenige Patientinnen, welche von einer postmenopausalen Hormontherapie profitieren, von denjenigen zu separieren, welche davon keinen Nutzen haben oder sogar eine Schädigung riskieren. Deswegen gehört die Beratung und individualisierte Behandlung zunehmend in die Hände des mit diesem Gebiet vertrauten endokrinologischen Spezialisten.
Die zusammen mit der Abteilung für psychosoziale Medizin organisierte sexualmedizinische Sprechstunde wurde neu geregelt. Während Patientinnen und Patienten mit einer sexuellen Dysfunktion, welche nicht im Kontext eines unerfüllten Kinderwunsches stehen, von der Abteilung für psychosoziale Medizin betreut werden, werden sexualmedizinische Störungen bei Sterilität nun von einer speziell ausgebildeten Oberärztin aus der Klinik direkt behandelt.
«Last, but not least» positiv zu erwähnen ist die Renovation der Poliklinikräumlichkeiten, welche mit einer geeigneten künstlerischen Ausschmückung noch komplettiert werden wird. Die teilweise neue Einrichtung und die helle Raumgestaltung hat die etwas verstaubt wirkende Endokrinologische Poliklinik sanft in die Moderne geführt.
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| Wartezone. |
Labor
Entscheidend beteiligt an der erfolgreichen Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000 war das IVF-Labor. Mit der Pionierrolle, welche das Kinderwunschzentrum des UniversitätsSpitals Zürich beim Aufbau und der Weiterentwicklung der Reproduktionsmedizin in der Schweiz einnahm und weiterhin einnimmt, sind die organisatorischen Strukturen im IVF-Labor naturgemäss nicht immer optimal gewachsen. Das Qualitätsmanagementsystem erlaubt nun, diese suboptimalen organisatorischen Strukturen nach einem anerkannten System mit nun klar definierten Prozessen zu verbessern und zu sichern. In diesen Anstrengungen wurden wir von der Spitalleitung und der Qualitätskoordinatorin aktiv unterstützt. In den nächsten Jahren ist eine Vertiefung dieser Qualitätssicherung vorgesehen, welche in der Akkreditierung münden soll.
Das Andrologische Labor hat bis zum Herbst sowohl fachlich, wie organisatorisch eine enorme Aufbauarbeit geleistet. So wurden verschiedene Ablauf- und Analyseprozesse neu organisiert und definiert. Die apparative Ausrüstung wurde u.a. mit einem neuen CASA-System (Computer Assisted Sperm Analysis) verbessert. Zusätzlich wurde die Schulung intensiviert und mit internen und externen Qualitätskontrollen und Ringversuchen überprüft. Leider wurde dieser höchst positive Prozess durch die Krankheit der Laborleiterin bis zum Jahresende unterbrochen. Es ist zu hoffen, dass diese wertvolle Arbeit 2005 weitergeführt werden kann.
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| CASA-System. |
Forschung
Schwerpunktmässig wurde im Berichtsjahr die schon seit mehreren Jahren auch publikationsmässig sehr erfolgreiche (siehe Publikationsliste) und auch international anerkannte Forschung im Bereich des Östrogenmetabolismus fortgeführt. Dabei geht es darum, die Mechanismen der Wirkung von Östrogenen in den verschiedenen Geweben bei verschiedenen Frauen zu verstehen. Es ist unser Bestreben zu wissen, warum die Effekte von Östrogenen bei den einen Frauen so günstig und bei den anderen ungünstig sein können. Dies ermöglicht, die postmenopausale Hormontherapie risikoreduziert und gezielt einzusetzen. Zudem können mit diesem Wissen neue Substanzen entwickelt werden, welche die Nachteile der heutigen Hormontherapie minimieren, wenn nicht sogar eliminieren können. Wegen der ungeklärten Nachfolgesituation in der Klinik war es in den letzten 2 Jahren sehr schwierig neue Drittmittel zu akquirieren. Umso mehr freute es uns, als uns trotz diesen Widerwärtigkeiten der Schweizerische Nationalfonds im Berichtsjahr rund CHF 400000.- für unser Forschungsprojekt zusprach.
Lehre, Fort- und Weiterbildung
Bedingt durch die ungeregelte Nachfolge der Professur für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, hatte die Interimsleitung die Aufgabe, Organisation und Durchführung sämtlicher Vorlesungen und Fortbildungsveranstaltungen der Universität und des UniversitätsSpitals auf Klinik- und departementaler Ebene zusätzlich zu den übrigen Aufgaben zu gewährleisten. Mit grosser Anstrengung gelang es, alle diese Anlässe erfolgreich durchzuführen. Zudem wurden im Unterschied zu anderen Jahren, unter Einbezug des Abschiedssymposiums zu Ehren des zurücktretenden Klinikdirektors, Herrn Prof. Dr. med. P.J. Keller, sogar 3 grosse Tagungen mit internationaler Beteiligung organisiert. Alle Veranstaltungen, welche auch simultan im Rahmen der Telemedizin an mehrere Zentren und zeitversetzt im Internet übertragen wurden, waren sehr gut besucht.
Neben dem Abschiedssymposium befasste sich eine Tagung mit dem Problem des Verbots der Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz. Hierzu nahmen nicht nur im Gebiet tätige Wissenschafter Stellung, sondern auch im Namen der Betroffenen Vertreter einer Patientenorganisation, ein Jurist, eine Ethikerin der Nationalen Ethikkommission NEK sowie je ein Nationalrat und eine Nationalrätin.
Das Thema der zweiten von der Klinik für Endokrinologie organisierten Departementfortbildung bildete die auch in der Öffentlichkeit intensiv diskutierte Frage des sogenannten «Anti-Aging». In diesem Seminar, ebenfalls unter Beteiligung von international anerkannten Experten, wurde die Faktenlage primär aus endokrinologischer Sicht dargelegt und analysiert.
Im Weiteren konnte nach mehrjähriger Vorbereitungsarbeit ein beachtetes Lehrbuch für Reproduktionsbiologie veröffentlicht werden.
Öffentlichkeitsarbeit
Erstmals wurde im Berichtsjahr eine Patienten-Informationsveranstaltung zum Thema Kinderwunschbehandlungen durchgeführt, welche trotz minimaler Werbung auf ein grosses Interesse stiess. Der Erfolg dieses Anlasses ist Motivation, zukünftig regelmässig derartige Publikumsveranstaltungen zu organisieren.
Pflegedienst
Die Renovation der Departements-Frauenpoliklinik hat sich auch auf die Arbeit der Mitarbeiterinnen der Endokrinologischen Poliklinik ausgewirkt. Sei es, weil die Sprechzimmer geräumt und gezügelt werden mussten oder weil auf fehlendes Mobiliar gewartet werden musste. Im Mai 2004 sind die Renovationsarbeiten mit Erfolg abgeschlossen und gefeiert worden.
Neben baulichen Hindernissen mussten auch personelle Engpässe von ärztlicher und pflegerischer Seite überwunden werden. Das grosse organisatorische Geschick der Gruppenleiterin hat dazu geführt, dass trotz schwierigen Voraussetzungen vieles im Alltag möglich gemacht werden konnte und die Patientinnen und Angehörigen eine gute Betreuung erhalten haben.
Das Thema der Tagung für die Pflegefachfrauen widmeten wir in diesem Jahr der eigenen Gesundheit. An einem eintägigen Seminar sind die Pflegefachfrauen über die theoretischen Hintergründe der Homöopathie geschult worden. Zum Abschluss des Tages konnten alle Teilnehmerinnen selbst eine homöopathische Potenz herstellen, welche für den privaten Gebrauch benutzt werden konnte.
Unter aussergewöhnlich grossem Arbeitseinsatz haben die Pflegefachfrauen die Unterlagen und Strukturen der Pflege im Vorfeld beurteilt, angepasst und schriftlich hinterlegt, um ihren Beitrag an die Zertifizierung des Kinderwunschzentrums nach der Norm DIN EN ISO 9001:2000 zu leisten. Für diese Anstrengung und für die geleistete Arbeit im vergangen Jahr bedankt sich die Klinikleitung bei allen Pflegefachfrauen der Endokrinologischen Poliklinik von ganzem Herzen.
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| Renovation. |
Personelles
Wie schon erwähnt, war insbesondere der ärztliche Dienst im Berichtsjahr von ausserordentlichen Umwälzungen betroffen. Wie in diesem Bericht schon mehrfach erwähnt, emeritierte der Klinikdirektor ohne geregelte Nachfolge auf den 29. Februar 2004. Immerhin stellte die Universität ab August, als zumindest teilweisen Ersatz, der Klinik eine Assistenzarztposition zur Verfügung.
Auf Ende August wechselten 2 langjährige Oberärztinnen in die Praxis. An deren Stelle trat eine Oberärztin zur Weiterbildung für den Schwerpunkt Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie in die Klinik ein.
Positiv an dieser Stelle zu vermerken ist die erfolgreiche Umhabilitation einer Oberassistentin im Sommersemester des Berichtsjahres sowie die Verleihung der Titularprofessur an den Leitenden Arzt bzw. Interimsdirektor der Klinik.
Im Frühsommer bzw. Herbst wurden zwei wichtige ärztliche Stützen der Klinik, eine Oberärztin und eine Oberassistentin, leider von schweren Krankheiten betroffen und fielen infolgedessen bis zum Jahresende aus.
Nach langjähriger Tätigkeit zog die Konsiliarärztin für Sexualmedizin aus privaten Gründen nach Deutschland um. Erfreulicherweise konnte die Konsiliarstelle zumindest teilweise in eine oberärztliche Stelle umgewandelt und aus unserem Team sehr kompetent wieder besetzt werden.
Auszeichnungen
Die intensive Kollaboration mit der University of Pittsburgh (USA) resultierte in der Ernennung des Forschungsleiters der Klinik für Endokrinologie zum Associate Professor of Medicine der University of Pittsburgh (USA) und der Verlängerung der zeitlich befristeten Adjunct Assistant Professorship of Medicine des Leitenden Arztes.
Publikationen
Bruno Imthurn Susanna Wittek
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Susanna Wittek Leiterin Pflege Geburtshilfe und Frauenpoliklinik Dept. FHK |
PD Dr. sc. nat. Raghvendra Dubey Forschungsleiter |
PD Dr. med. Sigrid von Eckardstein Leiterin Andrologie |
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Dr. sc. nat. Ervin Macas Leiter IVF-Labor |
Ingeborg Baumann Gruppenleiterin Pflegedienst |
Dr. med. Brigitte Hogg Oberärztin |
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Dr. med. Brigitte Leeners Oberärztin |
Dr. med. Estilla Maurer Oberärztin |
Dr. med. Gabriele Merki Oberäztin |
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Dr. med. Ruth Stiller Oberärztin |
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