Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004
Jahresbericht 2002 | Jahresbericht 2003
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Zahlen und Fakten
Dept. Frauenheilkunde
Klinik für Geburtshilfe

Klinik Geburtshilfe

Prof. Dr. med.
Roland Zimmermann
Klinikdirektor
Die Klinik für Geburtshilfe kann im vergangenen Jahr auf Erfolge, Veränderungen und insbesondere auch diverse personelle Wechsel zurückblicken.

Die Zahl der geborenen Kinder hat im Vergleich mit dem Vorjahr erneut zugenommen und einen neuen Höchststand an der Frauenklinik erreicht. Der Erfolg der Klinik kann auch an einer deutlichen Steigerung der medizinischen Erträge innerhalb der letzten drei Jahre gemessen werden. Die TARMED Einführung lief zwar problemlos ab, die Controllinginstrumente sind jedoch noch verbesserungsbedürftig. Das Aufwandbudget konnte eingehalten werden. Die bereits Ende 2003 begonnene Renovation der Frauenpoliklinik und der Gebärabteilung konnte bis zum Frühsommer 2004 weitgehend abgeschlossen werden. In der Poliklinik wurde zudem ein überarbeitetes Betriebskonzept eingeführt. Eine Effizienzsteigerung wurde auch mit dem Update des Klinikinformationssystems PERINAT 4.0 erreicht. Die Einführung der Bezugspflege auf den Abteilungen sowie die Einführung der Leistungserfassung Pflege in der Gebärabteilung waren markante Eckpunkte aus pflegerischer Sicht. Die erfolgreiche UNICEF Rezertifizierung hat die ganze Klinik beschäftigt und eindrücklich bewiesen, dass sich der Erfolg dann einstellt, wenn alle am gleichen Ziel arbeiten.

Im personellen Bereich ist die Emeritierung von  Prof. Dr. Dr. h.c. Renate Huch zu nennen, die seit 25 Jahren erfolgreich die Forschungsabteilung an unserer Klinik geleitet hat. Ihr Nachfolger, Dr. Andreas Zisch, hat im März seine neue Stelle angetreten und nach und nach die Forschungslaboratorien ausgebaut und umgestaltet. Damit verbunden ist auch eine Neuausrichtung der Forschungsschwerpunkte. Ausserdem hat die Klinik auch die langjährige Leiterin Hebammen, Frau Judith Seitz, verloren. Ihre Stelle wurde im Rahmen einer Umstrukturierung des Pflegekaders im USZ gestrichen. Die Führung des Hebammenteams hat Frau Susanna Wittek übernommen.

Bauliches

Die im Jahr 2003 geplante und begonnene Renovation der Departements-Frauenpoliklinik ist bis in die ersten Wochen des Jahres 2004 weiter gelaufen. Hindernisse im Zusammenhang mit der Renovation haben auch im neuen Jahr die Arbeit der Mitarbeitenden beeinflusst und zum Teil erschwert. So mussten Situationen spontan gelöst werden, bei welchen zum Beispiel das Sprechzimmer noch nicht fertig renoviert war, die notwendigen Möbel noch nicht eingetroffen oder die elektronischen Geräte noch nicht betriebsbereit waren. Mit viel Engagement, Kreativität und Geduld sind diese Situationen durch alle beteiligten Personen gelöst worden, so dass der Betrieb der Frauenpoliklinik fast reibungslos weiterlaufen konnte.

Ende Mai konnten alle an der Renovation beteiligten Personen auf den erfolgreichen Abschluss anstossen.

Helle Räume in der renovierten Poliklinik.

Die Renovationsarbeiten sind, zusammen mit jenen auf der Departements-Frauenpoliklinik, auch in der Gebärabteilung weitergeführt und im Mai 2004 zum Abschluss gebracht worden. Mit viel Ausdauer und Geduld haben die Mitarbeiterinnen der Gebärabteilung die Frauen während dieser schwierigen und oft durch Baulärm sehr lauten Zeit begleitet und betreut.

J. Seitz zeigt die Gebärabteilung.

Die acht Gebärzimmer wurden einer sanften Renovation unterzogen. Mit differenzierter Farbgebung und indirektem, stufenlos verstellbarem Licht, geschicktem Verdecken der Armaturen, Einbau von Toiletten und neuen Installationen für gewünschte Gebärhaltungen wurden die Gebärzimmer attraktiver gestaltet.


 

 

Pastellfarbene Wände verleihen warme
Atmosphäre.
Alles fügt sich harmonisch
zusammen.

In die Renovation der Gebärabteilung konnte der Operationssaal, der sich seit seiner Fertigstellung 1977 in unverändertem Zustand präsentiert, noch nicht einbezogen werden. Hier sind in naher Zukunft Renovationsarbeiten notwendig. Betrieblich wünschbar wäre eine Verlegung in die Nähe der Neonatologie.

Klinische Tätigkeit und Pflege

Klinik aus ärztlicher Sicht
Im Jahr 2004 ist die Zahl der geborenen Kinder mit  2’239 gegenüber dem Vorjahr nochmals um 2% gestiegen, und das trotz gesamtschweizerisch weiterhin sinkender Tendenz. Der Anteil Risiko-Schwangerschaften und Risiko-Geburten hat dabei erneut geringfügig zugenommen. Auf dem Wochenbett wurden 79 Frühgeburten und 73 Kinder mit erhöhten Risiken unter «intermediate care» Bedingungen von kompetenten Pflegefachfrauen und Neonatologen betreut. Das hat zwar die Nachfrage nach Neonatologieplätzen etwas gelindert. Nach wie vor müssen aber fast ähnlich viele Schwangere wegen Platzmangels auf der Neonatologie abgewiesen werden, obwohl die Geburtshilfe noch Kapazität hätte.
 
Parallel zur Renovation der Poliklinik wurden die ambulanten Bereiche der Geburtshilfe neu komplett in der Poliklinik untergebracht. Dies macht die Disposition deutlich einfacher. Der Hauptgewinn liegt jedoch bei spürbar verminderten Wartezeiten für die Schwangeren. Das Betriebskonzept sieht auch vor, dass in allen Sprechstunden mit erfahrenen Ärzten die Ultraschalluntersuchung in die Sprechstunde integriert werden kann. Damit nimmt die Zahl der beteiligten Fachpersonen, die in die Betreuung einer Schwangeren einbezogen sind, deutlich ab.

In die Renovation der Gebärabteilung konnte der Operationssaal, der sich seit seiner Fertigstellung 1977 in unverändertem Zustand präsentiert, noch nicht einbezogen werden. Hier sind in naher Zukunft Renovationsarbeiten notwendig. Betrieblich wünschbar wäre eine Verlegung in die Nähe der Neonatologie.
Das bereits 2003 erarbeitete Klinikleitbild wurde in grafisch gelungener Art gedruckt und einem breiten internen und externen Publikum zugänglich gemacht.

Das Aufwandbudget konnte dank umsichtigen Massnahmen im Rahmen der Spitalvorgaben eingehalten werden. Die Einführung der Leistungserfassung nach TARMED im ambulanten Bereich verlief ohne grössere Schwierigkeiten, jedoch ist der Kontrollaufwand nach wie vor erheblich. Denn die vorhandenen KISIM-Kontrollinstrumente sind rudimentär und erlauben nach wie vor keine effiziente Kontrolle der quantitativen Leistungserfassung. Nach wie vor fehlt ein Kontrollinstrument zur Überprüfung der Vollständigkeit (Qualität) der Leistungserfassung.

Die seit 15 Jahren verwendete «Schwangeren-Informations-Broschüre» wurde komplett neu geschrieben und grafisch gestaltet. Kurz vor Jahresende konnte der Neudruck an die Schwangeren abgegeben werden. Die enorme Nachfrage bei niedergelassenen Ärzten zeigt, dass dieses Werk für ein breites Publikum verständlich geschrieben ist und gut ankommt.

Im November wurde nach fast zweijähriger Vorarbeit die neue Version des geburtshilflichen Klinikinformationssystems PERINAT 4.0 aufgeschaltet. Dank kontinuierlichem Einbezug der Anwender und Anwenderinnen bei der Softwareentwicklung konnten die relevanten Bedürfnisse und betrieblichen Prozesse integriert bzw. abgebildet werden. Dadurch war die Benutzerakzeptanz a priori hoch. Die optimierte Version wurde zudem auf eine moderne Plattform, MS SQL-Server, portiert.


Mit der Ersatzbeschaffung eines neuen Ultraschallgerätes, Voluson 730 von General Electrics, kann mittlerweile auch am USZ-Perinatalzentrum die 4-D-Sonographie angeboten werden. Die 3-D und 4-D-Darstellung von Feten erlaubt in einer Reihe von Situationen eine wesentliche Erweiterung der Diagnostik. Problematisch ist zur Zeit, dass solche Untersuchungen noch keine Kassenpflicht darstellen, sondern von den Schwangeren selber übernommen werden müssen. Gespräche mit der Ultraschallgesellschaft, Verhandlungen mit den Kassen aufzunehmen, sind erfolgt.

Pflegedienst

Umstrukturierung, Neuorientierung, Einführung von neuen Arbeitsinstrumenten und nicht zuletzt Zertifizierung, das sind ein paar der Themen, welche die Arbeit der Pflegefachfrauen und Hebammen der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe im Jahr 2004 geprägt haben.

Im Rahmen der USZ-internen Umstrukturierung ist die Gebärabteilung, zusammen mit der Pränatalabteilung, den Wochenbettabteilungen und der Departements-Frauenpoliklinik per 1. November 2004 unter eine Leitung Pflege gestellt worden.

Diese Umstrukturierung bedeutet für alle beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine neue Herausforderung, die aber auch eine Möglichkeit zur Neuorientierung bietet. Optimistisch und guter Hoffnung auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit haben wir diesen Weg am 1. November 2004 angetreten.

Auf allen Pflegeabteilungen sind die elektronischen Hilfsmittel aufgerüstet worden, so dass seit Frühjahr 2004 die Pflegedokumentationen der Patientinnen und Kinder mit dem Computer geschrieben werden können. Seit Sommer 2004 werden die durch die Pflegefachfrauen und Hebammen geleisteten Arbeiten (LEP) elektronisch erfasst. Als Letztes ist im November 2004 die neue Version des Klinikinformationssystems PERINAT 4.0 eingeführt worden. Diese vielen Neuerungen haben oft zu Mehrarbeit und zusätzlichen Belastungen im Arbeitsalltag der Hebammen und Pflegefachfrauen geführt.

Nun darf das Plakat gerahmt werden.

Im Januar 2004 ist das Projekt zur UNICEF-Rezertifizierung im Rahmen einer Qualitätsratssitzung durch die Pflegeexpertin H. Berlepsch-Schreiner gestartet worden. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit in diesem Qualitätsrat, in welchem alle leitenden Personen aus dem Bereich Pflege und Medizin der Klinik für Geburtshilfe und der Klinik für Neonatologie mitgearbeitet haben, war überaus positiv. Mit grossem Engagement und Interesse haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den interdisziplinären Schulungen zum Thema «10 Schritte zum erfolgreichen Stillen» mitgearbeitet. Das dort erworbene oder aufgefrischte Wissen lebt im Alltag der Klinik weiter; dies ist auch am Tag der Rezertifizierung von allen Beteiligten sehr gut zum Ausdruck gebracht worden. Die erneute Auszeichnung zur stillfreundlichen Klinik hat die Klinik für Geburtshilfe im Oktober 2004 erhalten.

Gebärabteilung
Die Renovationsarbeiten sind, zusammen mit jenen auf der Departements-Frauenpoliklinik, auch in der Gebärabteilung weitergeführt und im Mai 2004 zum Abschluss gebracht worden. Mit viel Ausdauer und Geduld haben die Mitarbeiterinnen der Gebärabteilung die Frauen während dieser schwierigen und oft durch Baulärm sehr belasteten Zeit begleitet und betreut.

Einige Hebammen haben sich in der Homöopathie weitergebildet, um ihr Wissen den Gebärenden zugute kommen zu lassen. Im November wurde ein Bereitschaftsdienst für die Gebärabteilung eingerichtet mit dem Ziel, Arbeitsspitzen besser abzufedern. Regula Hauser, Pflegeexpertin, begleitete die Arbeitsgruppe, die Leistungsgruppen für die LEP Erfassung erarbeitete. Seit dem 1. November werden nun auch die Hebammenleistungen mittels LEP erfasst. Am Internationalen Hebammentag informierten Hebammen an einem Stand im Nordtrakt über ihr Berufsbild und ihre Tätigkeit als Hebamme.

Pränatalabteilung
Das Projekt der Bezugspflege auf der Pränatalstation ist nach 100 Tagen Umsetzung zusammen mit der Projektleitung Irène Bachmann und den Mitarbeiterinnen ausgewertet worden. Das neue Pflegekonzept wird von den Pflegefachfrauen und Hebammen mehrheitlich gut aufgenommen. Die schwangeren Frauen begrüssen die zielorientierte, kontinuierliche und persönliche Betreuung durch eine Bezugsperson. Ebenso befürworten die Pflegenden die Möglichkeit, die Frauen ganzheitlich und weiterführend pflegen und betreuen zu können. Alle pflegerischen Leistungen werden im KISIM erfasst, was für die Hebammen und Pflegenden anspruchsvoll und aufwändig ist.

B. Löffler zeigt einer Kollegin stolz die Diplomarbeit zur Maltherapeutin.
Birgit Löffler hat die Ausbildung zur Maltherapeutin erfolgreich abgeschlossen. Schon seit längerer Zeit kommen die schwangeren Frauen der Pränatalabteilung in den Genuss ihres Könnens, worüber wir uns alle sehr freuen.

 

 

 

 

 

Ruth Tobler.
Ruth Tobler hat mit Erfolg die Höfa I Hebammen abgeschlossen. Herzliche Gratulation!

 

 

 

 

Wochenbettabteilungen
Als Vorbereitung zur UNICEF-Rezertifizierung sind zu Beginn des Jahres 2004 die gesamten Pflegerichtlinien durch die Stillberaterin Heidi Rennhard und die Pflegeexpertin Heidi Berlepsch-Schreiner überarbeitet und neu ausgearbeitet worden. Als Endprodukt sind neu nicht nur die Pflegerichtlinien im Intranet mit vielen Bildern und Hintergrundinformationen aufgeführt, sondern es ist auch eine «Still-CD» entstanden, auf welcher der Leitfaden zum Thema Stillen elektronisch dargestellt ist. Diese Still-CD ist im Rahmen der diesjährigen internationalen Stillwoche an einem Informationsstand vorgestellt worden.

Die Still-CD wird erarbeitet.

Im Zusammenhang mit der Diplomarbeit zur Pflegeexpertin Hö-Fa-II hat Frau Berlepsch-Schreiner auf der Wochenbettabteilung ein Forschungsanwendungsprojekt zum Thema Episiotomiepflege durchgeführt. Das Ziel des Projektes war eine evidenzbasierte Pflegerichtlinie, um bei Wöchnerinnen mit einer Episiotomie eine einheitliche Pflegeintervention durchzuführen. Die Wöchnerinnen beschreiben die neue Behandlungsmethode mit den gefrorenen Gelkissen als sehr angenehm und wirkungsvoll, so dass diese pflegerische Massnahme auch in der Gebärabteilung eingeführt wurde.
Das Projekt «intermediate care», durch welches frühgeborene Kinder auf der Wochenbettabteilung betreut werden, wurde auf der Abteilung NORD1 K mit grossem Erfolg weitergeführt und ist auf Ende 2004 nun auch auf der Abteilung NORD1 L eingeführt worden.

Im Dezember hat die Spitalleitung das Projekt Frühstücksbuffet genehmigt und zur Einführung freigegeben.

Im interdisziplinären Projekt «Sternenhimmel» befassten sich eine Pflegefachfrau Neonatologie, zwei Abteilungsleitungen Wochenbett, die Pflegeexpertin, die Leitung Pflege und eine Pfarrerin mit den Abläufen und den betreuerischen Aspekten der Mütter/Eltern von verstorbenen Kindern. Die Mütter, deren Neugeborene nur einige Stunden oder Tage gelebt haben, konnten in ihrer Trauer zu wenig begleitet werden. Im Projekt «Sternenhimmel» erarbeiteten wir die Betreuungsgrundlagen und hielten die Inhalte für alle Pflegenden schriftlich fest.

Eine strahlende Heidi Berlepsch nach der Diplomübergabe zur Pflegeexpertin

Während der internationalen Stillwoche standen Pflegende wiederum den Mitarbeitenden und Besuchern des Nordtrakts für Fragen zur Verfügung.

Heidi Berlepsch-Schreiner hat die Ausbildung zur Pflegeexpertin Hö-Fa-II mit Erfolg abgeschlossen und wird nun ihre Arbeit auf den Wochenbettabteilungen und der Departements-Frauenpoliklinik vollumfänglich aufnehmen.

 

 

 

 

Viktória Ambrósio ist glücklich über den Abschluss als Pflegeassistentin

Frau Sheila Centazzo ist seit dem Dezember 2004 examinierte Ausbildnerin.

Ebenfalls haben vier Pflegefachfrauen mit Schwerpunkt Pädiatrie das Diplomexamen DNII auf den Wochenbettabteilungen bestanden. Drei von ihnen begrüssen wir im neuen Jahr als diplomierte Pflegefachfrauen DN II Schwerpunkt KJFF (Kinder, Jugendliche, Frau, Familie).

 

 

 

Stillberatungszentrum
Das Stillberatungszentrum ist auch in diesem Jahr bei grosser Nachfrage mit grossem Erfolg geführt worden. Neben den ambulanten Beratungen im Zentrum und den stationären auf den Wochenbettabteilungen wird durch die Stillberaterinnen viel Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Stillen geleistet, zum Beispiel durch Beiträge in Zeitschriften und Fachzeitschriften, Schulungen von externen Stillberaterinnen, Begleitung von Praktikantinnen, usw.

Frau H. Rennhard hat ihren Masterabschluss in interkultureller Kommunikation an der Universität Luzern mit Erfolg abgeschlossen. Ganz herzliche Gratulation!

Bei allen Mitarbeiterinnen, die ihr Wissen und Können in den Dienst der Klinik stellen und im vergangenen Jahr unter schwierigen Voraussetzungen sehr gute Arbeit geleistet haben, bedanke ich mich von ganzem Herzen.

Poliklinik Geburtshilfe
Die im Jahr 2003 geplante und begonnene Renovation der Departements-Frauenpoliklinik ist bis in die ersten Wochen des Jahres 2004 weiter gelaufen. Hindernisse im Zusammenhang mit der Renovation haben auch im neuen Jahr die Arbeit der Pflegenden beeinflusst und zum Teil erschwert. So mussten Situationen spontan gelöst werden, bei welchen zum Beispiel das zu beziehende Sprechzimmer noch nicht fertig renoviert war, die notwendigen Möbel noch nicht eingetroffen oder die elektronischen Geräte noch nicht betriebsbereit waren. Mit viel Engagement, Kreativität und Geduld sind diese Situationen durch alle beteiligten Personen gelöst worden, so dass der Betrieb auf der Frauenpoliklinik fast reibungslos weiterlaufen konnte.

Ende Mai konnten alle an der Renovation beteiligten Personen auf den erfolgreichen Abschluss anstossen.

Das Thema der Tagung für die Pflegefachfrauen widmeten wir in diesem Jahr der eigenen Gesundheit. An einem eintägigen Seminar sind die Pflegefachfrauen durch die Firma Omida über die theoretischen Hintergründe der Homöopathie geschult worden. Zum Abschluss des Tages konnten alle Teilnehmerinnen selbst eine homöopathische Potenz herstellen, welche im privaten Alltag eingesetzt werden kann.

Ende Jahr sind die Pflegefachfrauen während einer Informationsveranstaltung über die Ausbildung der zukünftigen Lernenden der Grundausbildung, Fachangestellte im Gesundheitswesen (FaGe), informiert worden. Sie werden im Januar des kommenden Jahres ihre Ausbildung auf der Departements-Frauenpoliklinik beginnen.

Lehre

Zur Zeit ist die studentische Ausbildung im Umbruch. Das Curriculum im Zusammenhang mit der neuen Studienreform hat bereits das 2. Jahr erreicht. Alle klinischen Fachdisziplinen sind intensiv an der Erarbeitung des 3. und 4. Studienjahres beschäftigt, was eine deutliche Reduktion der Frontalvorlesungsstunden zugunsten von mehr problemorientiertem Unterricht ergibt.

Die Vorlesung wie auch das Tutorat werden regelmässig vom Studiendekanat evaluiert. Das Feedback der Studenten ist sehr gut.

Letztendlich verfolgt die Lehre das Ziel, die Studentinnen und Studenten gut auf die spätere Aufgabe als Ärztin und Arzt vorzubereiten. Die Ergebnisse in den schriftlichen Staatsexamens-Prüfungen, die zumindest einen direkten Vergleich zwischen den einzelnen Universitäten erlauben, zeigen, dass jene Universitäten mit den meisten Vorlesungsstunden (Basel vor Zürich) deutlich besser abschneiden als jene mit wenigen bis sehr wenigen Vorlesungsstunden (Genf, Bern). Zürich hat im Vergleich zu Basel zwar in den letzten Jahren etwas aufgeholt. Trotzdem geben solche Ergebnisse zu Diskussionen Anlass. Sollte das theoretische Wissen für die spätere Arztrolle letztlich massgebend sein, steht die bevorstehende Studienreform quer in der Landschaft, da die Anzahl Kontaktstunden abgebaut wird. Die Qualität der neuen Studienreform ist deshalb sorgfältig zu dokumentieren.

Forschung

Die Forschungsprojekte der Klinik für Geburtshilfe sind auf Aspekte und Probleme während der Schwangerschaft und der embryonalen/fetalen Entwicklung konzentriert. Spezifische Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung neuer Behandlungsformen zur Reparatur der vorzeitig gesprungenen Fruchtblase und das Studium und die Nutzung von Stammzellen aus Nabelschnurblut und Fruchtwasser für Gewebereparatur. Schwerpunkte klinischer Untersuchungen betreffen mütterlich-fetale Interaktionen, den Eisenstoffwechsel in der Schwangerschaft, Ultraschalldiagnostik, Pharmadiagnostik sowie die Entwicklung klinischer Informationssysteme. Im Jahr 2004 erfolgte ein Teil-Umbau der Labors in moderne Forschungslabors mit hoher Funktionalität und guter technischer Ausstattung, die nun die Bearbeitung der Problemstellungen mit den modernen Methoden der Life Science Wissenschaften und des Tissue Engineering ermöglichen. Hand in Hand mit den neuen Möglichkeiten ging eine Erweiterung der Forschungsgruppe um drei Mitarbeiter.

Für Einzelheiten verweisen wir auf den ausführlichen Jahresbericht der Forschungsabteilung innerhalb des universitären Jahresberichts.


Fort- und Weiterbildung

Im Jahr 2004 hat die Klinik für Geburtshilfe insgesamt sechs eigene sowie zwei departementale Fortbildungen organisiert. Seit einem Jahr werden die Fortbildungen nicht nur telemedizinisch in bis zu sieben Aussenstationen übertragen, die Anlässe werden auch mit mehreren Kameras aufgezeichnet, verarbeitet und sind mit ca. 3-4 Stunden Verzögerung als Live-streaming unter http://www.gyndoc.ch/ für Fortbildungswillige einzusehen.
Auch der zum 5. Mal durchgeführte Basis-Ultraschallkurs im September fand mit fast 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern grossen Anklang.

Kongresse und Symposien

Siehe Forschungsbericht der Universität.

Öffentlichkeitsarbeit

Die seit 2003 neu angebotene Führung für werdende Eltern hat eine aussergewöhnlich grosse Resonanz gefunden. Der primär vorgesehene Raum musste bereits zugunsten eines Hörsaals verlassen werden. Doch auch der Hörsaal mit einem Fassungsvermögen von 85 Sitzplätzen ist regelmässig komplett belegt.
Auch in diesem Jahr waren verschiedenste Mitarbeiter der Klinik als Experten und Ansprechpartner für Print- und Videomedien tätig.

Personelles

Personelle Änderungen gab es im Kader der Geburtshilfe. Prof. Renate Huch, langjährige Leiterin der Forschungsabteilung, wurde auf den 1. März 2004 emeritiert. In einem Symposium anfangs Jahr wurde ihre hervorragende Leistung gewürdigt. Nach der Emeritierung hat sie die Leitung der Ethikkommission Chirurgie-Anästhesiologie-Pathologie übernommen, wo sie ihre langjährige Forschungserfahrung sicher gut einbringen kann. Die Klinikleitung möchte Frau Prof. Huch in diesem Rahmen nochmals ihren grossen Dank aussprechen. Sie wünscht ihr auf ihrem weiteren Weg alles Gute.

Die Nachfolge in der Leitung der Forschungsabteilung hat Dr. Andreas Zisch übernommen. Dr. Zisch ist Naturwissenschafter und war nach einem Studium in Zürich und einem USA-Aufenthalt während der letzten Jahre im Labor von Prof. Jeff Hubbel an der Uni Zürich/ETH tätig. Seine jahrelange Erfahrung in Zellbiologie und Tissue Engineering qualifiziert ihn in hervorragender Weise für den neuen Schwerpunkt der Forschung in unserer Abteilung.

Im ärztlichen Kader gab es ebenfalls Wechsel. PD Dr. Christian Breymann und Dr. Gundula Hebisch, beide langjährige Oberärzte, haben ihre klinische Tätigkeit am USZ beendet. Frau Dr. Hebisch hat eine Praxistätigkeit in Uster begonnen, PD Dr. Breymann eine solche in Zürich. Die Umstrukturierung in der Forschungsabteilung machte es möglich, dass PD Dr. Breymann einen kleinen Forschungsanteil an unserer Abteilung weiter aufrecht erhalten kann.

Schliesslich ist noch ein weiterer Wechsel im Kader zu erwähnen. Aufgrund von Restrukturierungsmassnahmen durch die Pflegedirektion wurde die Stelle der Leitung Pflege der Bereiche Gebär- und Pränatalabteilung auf Ende 2004 aufgehoben. Die davon betroffene Stelleninhaberin, Frau Judith Seitz, hat inzwischen an der Universitätsklinik Balgrist die Pflegeleitung übernehmen können. Judith Seitz hat in den letzten Jahren viel Energie in die Weiterentwicklung des Hebammen- und Pränatalteams gesteckt. Für ihren grossen Einsatz dankt die Klinikleitung Frau Seitz herzlich und wünscht ihr in der neuen Aufgabe alles Gute.

Die Aufgaben von Judith Seitz wurden neu der bisherigen Leiterin Pflege Wochenbett/Poliklinik, Susanna Wittek, zugeordnet. Mit Sicherheit wird Frau Wittek diese zusätzlichen Aufgaben mit grossem Engagement und Fingerspitzengefühl wahrnehmen. Auch ihr wünschen wir bei dieser Tätigkeit alles Gute.

Auf Antrag der Medizinischen Fakultät wird PD Dr. Josef Wisser in Anerkennung seiner Leistungen in Klinik und Forschung durch die Universität Zürich zum Titularprofessor ernannt.

Ebenfalls wurde PD Dr. Ernst Beinder auf Antrag der Medizinischen Fakultät in Anerkennung seiner Leistungen die VENIA LEGENDI für das Gebiet Geburtshilfe, Pränatale Diagnostik, Perinatologie erteilt.

Das Kader und die Mitarbeiter der Klinik für Geburtshilfe am UniversitätsSpital Zürich gratulieren Prof. Dr. Wisser und PD Dr. Beinder herzlich zur Ernennung.

Ausblick
Das im 2004 angeschaffte neue CTG-Monitoringsystem für die digitale  kontinuierliche Überwachung kindlicher Herztöne wird im 1. Trimester 2005 mit etwas Verzögerung in Betrieb genommen. Die verschobene Einführung erfolgte aus Rücksicht auf die Mitarbeiterinnen in der Gebärabteilung, die durch mehrere Neuerungen technischer und organisatorischer Natur (LEP-Einführung, PERINAT 4.0, etc.) bereits sehr beansprucht waren.  Das Monitoringsystem wird dank klinikweiter Verfügbarkeit von Cardiotokograph (CTG)-Ableitungen die Überwachungsqualität und -sicherheit erhöhen. Die Überwachung wird über Standard Web-Browser erfolgen. Dadurch erhöht sich für die Patientinnen dank weniger Störungen durch Medizinalpersonen der Komfort in Bezug auf Ruhe und Intimität. Ein weiteres Projekt der Klinik, die Neuauflage des geburtshilflichen Leitfadens, musste aufgrund von fehlenden Personalkapazitäten ebenfalls hinausgeschoben werden. Da das Projekt eine vollständige Neuauflage mit einem ganz neuen Konzept vorsieht, sind die Arbeiten daran auch wesentlich umfangreicher.

Eckdaten

Die Klinik verfügt über 73 Betten auf vier Abteilungen (davon eine Pränatalabteilung), eine Gebärabteilung, eine Poliklinik und eine Forschungsabteilung. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zur neonatologischen Intensivstation («Zürcher Modell» eines Perinatalzentrums) werden bei Risikogeburten Mutter und Kind kompetent versorgt.

  • Geburten: 2’122 (Vorjahr: 2’086), davon 109 (95) Zwillingsgeburten und 4 (3) Drillingsgeburten
  • Entbundene Kinder: 2’239 (2’187)
  • pränatal stationäre Patientinnen: 892 (923)
  • Ambulante Konsultationen: 8’220 (8’302)
  • Ultraschalluntersuchungen: 13’749 (14’009), davon Doppler 2’550 (2’689)

Medizinische Schwerpunkte

Betreuung von Risikoschwangeren und Risikogeburten. Spezialitäten sind Monitoring und Therapie von Blutgruppeninkompatibilitäten, Abklärung von fetalen Chromosomenstörungen und Fehlbildungen sowie fetal-chirurgische Eingriffe.

Forschungsschwerpunkte

  • Biologie von fetalen Membranen und der Plazenta
  • bildgebende Diagnostik (3-D-Sonographie, MRI)
  • klinisch-epidemiologische Studien
  • Mütterliche Adaptation an die Schwangerschaft
  • Hämatologie der Schwangerschaft

 

Susanna Wittek
Leitung Pflege
(Bereiche: Poliklinik
und Wochenbett)*
lic. oec. publ.
Hannes Flubacher
Klinikmanager*
Judith Seitz
Leitung Pflege
(Bereiche:
Pränatal- und
Gebärabteilung)*
PD Dr.
Ernst Beinder
Leitender Arzt
Dr.
Urs Lauper
Leitender Arzt
Dr.
Franziska Krähenmann
Oberärztin
PD Dr.
Juozas Kurmanavicius
Oberarzt
Dr.
Monya Todesco
Oberärztin
PD Dr.
Josef Wisser
Oberarzt
Dr.
Gundula Hebisch
Oberärztin (bis 31.3.2004)
Dr.
Margaret Hüsler
Oberärztin
Dr.
Judit Pók
Oberärztin
Dr.
Christina Schlatter
Oberärztin

Dr. Andreas H. Zisch
Leitung Forschung
(ab 1.3.2004)

Prof. Renate Huch
Leitung Forschung
(bis 29.2.2004)

* Klinikleitung

 

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich