Endokrinologie und Diabetologie
Klinikbetrieb
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Prof. Dr. med. Giatgen A. Spinas Abteilungsleiter |
Im Berichtsjahr wurden vom klinischen Team wiederum über 5000 ambulante Konsultationen bei Patienten mit Diabetes, endokrinologischen und Stoffwechselerkrankungen sowie rund 7000 Konsilien und klinische Visiten bei stationären Patienten im gesamten UniversitätsSpital Zürich durchgeführt. 70% der Konsultationen betrafen Patientinnen und Patienten mit (weitgehend Typ 1-) Diabetes, welche zur Optimierung der Therapie mittels funktioneller Insulintherapie, Continuous Glucose Monitoring (CGM), Installation einer Insulinpumpe oder zur intensivierten Betreuung bei Schwangerschaftsdiabetes, bzw. zur Behandlung im Rahmen der interdisziplinären Fusssprechstunde für Diabetiker zugewiesen wurden. Der teambasierte Aspekt der Diabetesbetreuung widerspiegelt sich in der deutlichen Zunahme der Beratungen durch die Diabetesfachfrauen und Ernährungsberaterinnen.
In der endokrinologischen Sprechstunde werden immer mehr komplexe endokrinologische Krankheitsbilder beurteilt und im Rahmen der regelmässig stattfindenden interdisziplinären Kolloquien mit der Neurochirurgie, Neuro-radiologie, ORL-, Viszeralchirurgie und Pathologie besprochen. Insbesondere wird unsere Abteilung zunehmend als schweizerisches Referenzzentrum für die Diagnostik und Abklärung von Patienten mit Insulinomen angesehen, was nur dank der guten Zusammenarbeit mit PD Dr. Thomas Pfammatter (Institut für Radiologie) und PD Dr. Aurel Perren (Institut für Pathologie) möglich ist. Es konnten denn auch verschiedene wissenschaftliche Projekte auf diesem Gebiet durchgeführt werden.
Als neue klinische Dienstleistung wurde eine gemeinsam mit der Abteilung für molekulare Pädiatrie des Universitäts-Kinderspitals betriebene Sprechstunde für erwachsene Patienten mit angeborenen Stoffwechselstörungen eingerichtet. Dies bietet unserer Abteilung die einmalige Gelegenheit, Kompetenz auf diesem - in der Erwachsenenmedizin bisher nicht bekannten Gebiet - zu erwerben.
Im Rahmen des klinischen Inseltransplantationsprogramms wurden wiederum sechs Inseltransplantationen in Kombination bzw. nach erfolgter Nierentrans-plantation durchgeführt. Dies bedeutet, dass es sich bei diesen Patientinnen und Patienten vorwiegend um ältere, multimorbide Typ 1 Diabetiker handelt, welche für eine Pankreastransplantation ein zu hohes Operationsrisiko aufwiesen. Der schweizweit zu beobachtende deutliche Rückgang an Spenderorganen wurde auch hier sichtbar.
Lehre und Forschung
Alle Ärzte der Abteilung waren stark im universitären Lehrbetrieb (Pathophysio-logievorlesung, Postgraduatekurs für experimentelle Biologie und Medizin, Hauptvorlesung Innere Medizin, Repetitorien und bedside-teaching) sowie in der Weiter- und Fortbildung engagiert. In den Forschungslaboratorien der Abteilung werden grundlagenwissenschaftliche Projekte zu den Ursachen der Zerstörung der pankreatischen Betazellen beim Typ 2 Diabetes (Gruppe Prof. Marc Donath), zu den molekularen Wirkungen des Insulins in Fettzellen und pankreatischen Betazellen (Dr. Markus Niessen, Prof. Giatgen A. Spinas) sowie zu den Wirkungen des insulinähnlichen Wachstumfaktors IGF-I auf verschiedene Zell- und Organsysteme (Gruppe Prof. Jürgen Zapf, Prof. Christoph Schmid) bearbeitet. Insgesamt waren vier drittmittelfinanzierte Postdoktoranden (320 Stellenprozente) und sechs drittmittelfinanzierte naturwissenschaftliche Doktoranden beschäftigt.
Auszeichnungen
Prof. Marc Donath wurde für seine Forschung mit dem Goetzpreis der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich ausgezeichnet.
Dr. Michael Braendle erhielt die venia legendi für Endokrinologie per 1. August 2004 und wurde als Chefarzt der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Kantonsspital St. Gallen gewählt.