Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004
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Zahlen und Fakten
Dept. für Innere Medizin
Abteilung Hämatologie

Hämatologie

Prof. Dr. med.
Jörg Fehr
Abteilungsleiter

Klinische Tätigkeit

Bezüglich der als Zentrumsleistung erbrachten allogenen Stammzelltransplantationen hat in jüngster Zeit keine weitere Aktivitätssteigerung stattgefunden. Dies ist in Anbetracht dessen, dass unter Einsatz einer stark reduzierten Konditionierung, der sog. «Minitransplantation», welche den Einsatz dieser potentiell kurativen Therapieform nun auch bei älteren Patienten erlaubt, diesbezüglich ein deutlicher Anstieg erwartet worden wäre.  Daraus kann vorsichtig geschlossen werden, dass es vorderhand offensichtlich schwierig bleibt, maligne hämatonkologische Krankheiten bei älteren Patienten durch vorangehend Chemotherapien überhaupt in ein transplantationsfähiges Stadium zu bringen.  Der Transplantationsboom in einer höheren Altersklasse hat demnach in der Hämatonkologie noch nicht begonnen!

Das Stammzelltransplantationsprogramm (autolog, familär-verwandt und unverwandt), das zusammen mit der Klinik Onkologie USZ und der Onkologie Triemlispital Zürich geführt wird, steht derzeit im europäischen Akkreditierungsverfahren (JACIE-Standard). Eine Erstinspektion ist bereits erfolgt. Ebenso erfolgte eine Reinspektion unserer Blutbank durch die Swissmedic im Rahmen der Fortsetzung der Betriebsbewilligung.

Im Rahmen unserer Tätigkeit bei der Abklärung und Therapie von Thrombose- und Blutungsleiden haben wir die Präsenz auf den klinischen Abteilungen verstärkt und beteiligen uns in diesem Sinne an gemeinsamen Visiten mit den Kollegen der Herzchirurgie und der Anästhesie. Zum optimalen Erfahrungsaustausch und vor allem mit dem Ziel zu einem maximal restriktiven Einsatz des extrem teuren Blutstillungs-Präparates NovoSeven® (aktivierter Faktor VII) wurde unter unserer Federführung ein internes interdisziplinäres Gremium aufgestellt, welches vor jedem Einsatz dieses Produktes fachlich konsultiert werden muss.

Unsere ambulant-konsultative Patientenbetreuung, die je separat in den drei Bereichen klinische Hämatologie, Transplantationsmedizin und Haemostaseologie erfolgt, konnte ihre Aktivität durchwegs auf einem anspruchsvoll hohen Niveau halten: 8 - 10 Konsultationen/Tag in ersteren beiden Bereichen, 4 - 5/Tag im letzteren, wobei es sich in ca. der Hälfte der Patienten um Neuzuweisungen handelt. Im Speziellen haben sich die im klinischen Ambulatorium durchgeführten Blutvolumen-Abklärungen in den letzten zwei Jahren auf heute rund 100 teils auch extrakantonale Patienten pro Jahr verdoppelt. Eine Leistung die auch insofern der besonderen Beachtung verdient, als diese wichtige Untersuchung wegen technischen Schwierigkeiten international an immer weniger Zentren durchgeführt werden kann. Dies kam anlässlich eines Symposiums zu diesem Thema am amerikanischen Hämatologenkongress eklatant zum Ausdruck. Die grosse spezifische Erfahrung, welche wir mit diesen standardisierten Abklärungen über mehr als 25 Jahre erworben haben, fliesst in eine derzeit gestartete Analyse der bei den letzten 250 Patienten gesammelten Daten ein.

Betreffend der konsiliarischen und ambulanten Tätigkeit des Gerinnungslabors konnte das durch Nachspeisung des neuen Drittmittelfonds verstärkte Ärzteteam gehalten werden. Von den daraus gespiesenen 100% Assistenzarzt- und 20% Oberarzt-Stelle kann vor allem die Hämophiliesprechstunde am USZ profitieren, welches das grösste Behandlungszentrum in der Schweiz ist.

Als ein Ressort mit besonderer diagnostischer und therapeutischer klinischer Erfahrung und Kompetenz haben wir unsere Expertise auf dem Gebiet der Makrophagenaktivationssyndrome, einer schweren konsumierenden Entzündungskrankheit, sowie bei der Haarzell-Leukämie weiter ausbauen können und haben auch hier an eine konkrete Datenanalyse eingeleitet.

Diagnostisch-Klinisches Labor

Bei der im Rahmen unserer Zentrumsfunktion wichtigen Zuweisungs- und Auftragsdiagnostik konnte die seit einigen Jahren auf hohem Niveau leicht abwärtstrendige Knochenmarksdiagnostik in diesem Jahr weitgehend gehalten werden und die diagnostischen flowzytometrischen Immunphänotypisierungen zur Charakterisierung von Leukämien und Lymphomen sind mit einer guten Verdoppelung seit 2001 und nun täglich durchschnittlich zwei Untersuchungen weiterhin sehr lebhaft, was die neu eingerichtete Automatisierungserweiterung dieses technischen Bereiches voll rechtfertigt. 

Bei den laufend erweiterten molekulargenetischen Analysen mit ihrem wachsenden Einsatz in der hämatologischen und haemostaseologischen Diagnostik und für die Therapiekontrolle verzeichnen wir von 2000 - 2004 eine 2,5-fache Zunahme. Unsere Kompetenz auf dem Gebiet der Molekulardiagnostik misst sich an den sehr guten Resultaten, welche wir im Rahmen von Qualitätskontrollen in internationaler Zusammenarbeit mit Holland und Belgien erzielen konnten.

Als neues diagnostisches Instrumentarium konnte die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung zum Nachweis von chromosomalen Aberrationen bei hämatologischen Neoplasien etabliert werden. Diese anspruchsvolle Technik kam vorerst in der Diagnostik und Verlaufsbeurteilung von sowohl myeloischen Leukämien als auch bestimmten Lymphomtypen zur Anwendung.

Im transfusionsmedizinischen Bereich war erfreulicherweise die sich seit 1999 abzeichnende Stabilisierung des Blutprodukteverbrauchs am USZ im Jahre 2004 erstmals rückläufig (Erythrozytenkonserven -5%, frisch gefrorenes Plasma -8%).  Dies ist auf intensive Bemühungen der zentralen Blutbank und die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Ärzteteam der Anästhesiologie zu verdanken. Damit ist schon mehr als die halbe Wegstrecke zu dem im letzten Jahr gesteckten Ziel für das Jahr 2006 zurückgelegt!

Im Rahmen der weiter ausgebauten Funktionen des UZL (universitäres Zentrum für Labormedizin) hat sich der bakteriologische Notfalldienst in der Nacht und an den Wochenenden, welcher der Dienstlaborantin Hämatologie übertragen worden war, fest etabliert und wurde deshalb mit einer definitiven Stellenzuteilung von 50% versehen.

Das gesamte Personal und vorab die Führungspersonen des Klinischen Zentrallabors wie des Gerinnungslabors erfuhren in diesem Jahr ihre grösste Belastung durch die umfangreichen Vorbereitungen für die im April 2005 vorgesehene Akkreditierung nach ISO/IEC17025. Die schriftliche Umschreibung, Paragraphierung und Reglementierung sämtlicher Laborbereiche und angewandten analytischen Methoden ist eine wahre Sisiphusarbeit.  Neben den grossen Vorteilen der so möglich werdenden strikten Nachvollziehbarkeit jeder Handlung werden aber bereits auch schon Nachteile sichtbar, welche in einem eigentlichen Innovationsverlust der Mitarbeiter gipfeln können.

a) die Auswertung unserer langjährigen Erfahrung mit der Therapiekontrolle der Haarzell-Leukämie mittels Monitoring des löslichen IL-2-Rezeptors im Blut, b) dem Monitoring der Krankheitsaktivität der Makrophagenstimulationssyndrome mittels vergleichender Analyse von diversen Laborparametern,  c) der diagnostisch/prognostischen Analyse der in unser Blutvolumenmessungs-Programms eingeschleusten Patienten sowie  d) der kritischen Auswertung der im Rahmen der Hypersplenie-Diagnostik durchgeführten Adrenalin-Stimulationsteste, womit wir unsere internationale Unikatstellung mit diesem einfachen, aber wie uns scheint, sehr wertvollen Test publizistisch durchbrechen möchten.

Fort- und Weiterbildung

Ausserhalb unserer üblichen universitären Fort- und Weiterbildungstätigkeit oblag uns in diesem Jahr, den im 5-Jahrersturnus zu übernehmenden 2-tägigen nationalen Fortbildungskurs der Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie zu organisieren sowie im Anschluss daran die aufwändige schriftliche und mündliche Facharztprüfung von 6 Titelanwärtern abzunehmen.

Personelles

Während die Bereiche Klinik und Transplantation/Transfusion sich durch personell konstante Kaderstrukturen auszeichneten, erfolgte die grosse Umbesetzung im Gerinnungslabor:

Der mehrjährige Laborleiter PD Dr. Thomas Bombeli verliess das USZ im Frühsommer 04 im Rahmen einer Karriereneuorientierung in die private Pharma-Industrie und die langjährige Mitarbeiterin und Begründerin eines der grössten Hämophilie-Behandlungszentren der Schweiz, Dr. Esther Meili trat nach 39 Jahren in den Ruhestand.  Beide Stellen konnten hochqualifiziert neu besetzt werden: Als Nachfolgerin von Dr. Esther Meili konnte Dr. Brigit Brand, vormalige Leiterin des bündnerischen Blutspende- und Hämophilenzentrums in Chur gewonnen werden  und die Labor- bzw. Bereichsleitung übernahm am 1.9.04 der hämatologisch wie internistisch bestausgewiesene Dr. Lars Asmis, der damit seinen Forschungsaufenthalt an der John Hopkins-Klinik in Baltimore beendete.

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