Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004
Jahresbericht 2002 | Jahresbericht 2003
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Psychosoziale Medizin
Rheumaklinik und Institut
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Zahlen und Fakten
Dept. für Innere Medizin
Abteilung Infektionskrankheiten
und Spitalhygiene

Infektionskrankheiten und Spitalhygiene

Prof. Dr. med.
Rainer Weber
Abteilungsleiter a.i.
Im ambulanten und stationären Bereich wurden Patienten mit komplexen infektiologischen Problemen behandelt oder konsiliarisch mitbetreut. Darunter schwerpunktmässig immungeschwächte Patienten unter Chemotherapie, nach Organtrans-plantationen, auf Intensivstationen oder mit HIV-Infektionen. In der HIV-Sprechstunde wurden Studien in eigener Regie, in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen HIV Kohortenstudie, EuroSida, anderen internationalen multizentrischen Netzwerken sowie der pharmazeutischen Industrie durchgeführt. Die Komplikationsrate und die Todesfälle bei HIV-Infizierten konnte weiterhin reduziert werden. Schwerpunkte des Forschungslabors waren experimentelle Studien zur Pathogenese der HIV-Infektion.

Die Schwergewichte der spitalhygienischen Aktivitäten waren drei Projekte mit dem Ziel, mittels gezielter Interventionen die Rate nosokomialer Infektionen im Bereich der Herzchirurgie, der Intensivmedizin und im ganzen USZ zu reduzieren. Im Rahmen der nationalen Zusammenarbeit leitet die USZ-Spitalhygiene die Creutzfeldt-Jakob-Swiss-NOSO Task Force, welche im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit Empfehlungen zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Prionen ausarbeitet. Die Umsetzung der CJD-Verordnung am USZ und im Kanton Zürich wurde begleitet und unterstützt. Im weiteren hat die Abklärung epidemiologischer Zusammenhänge von nosokomial relevanten Infektionserregern wie Methizillin-resistenten Staphylococcus aureus und multiresistenten Gram-negativen Erregern mittels molekularer Genotypisierung an Bedeutung gewonnen. Die routinemässige Überwachung der Häufigkeit nosokomialer Infektionen erfolgte im Jahr 2004 im Rahmen einer nationalen Prävalenzstudie.

Die Aufgaben der Abteilung Infektionskrankheiten und Spitalhygiene umfassen:

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten

  • ambulante Behandlung in der infektiologischen Sprechstunde, inklusive HIV-Sprechstunde
  • konsiliarische Betreuung auf Bettenstationen des Departementes Innere Medizin sowie auf allen Kliniken des Universitätsspitals
  • konsiliarische Beratung von auswärtigen Spitälern und praktizierenden Ärzten- und Ärztinnen bei infektiologischen oder spitalhygienischen Fragen
  • Überarbeiten alter und Erstellen neuer Richtlinien zur Prophylaxe und Behandlung infektiologischer Komplikationen bei speziellen Patientengruppen, z.B. nach Organtransplantation, in enger Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten

Entdecken und Verhüten von im Spital übertragbaren (sog. nosokomialen) Infektionen im ganzen Universitätsspital und Beraten von anderen Spitälern bei spitalhygienischen Fragen

Prävention von Infektionskrankheiten

  • Primärprävention der HIV Infektion sowie andere sexuell oder durch Blut übertragbarer Infektionskrankheiten und Beratung von Personen, die einen HIV-Test durchführen
  • Prävention von blutübertragbaren Infektionen im Medizinalbereich (Referenzzentrum)

Klinisch orientierte und labororientierte experimentelle Forschung im Gebiet der Infektionskrankheiten, inklusive HIV-Infektion, und der Spitalhygiene

Lehre, Weiter- und Fortbildung im Gebiet der Infektionskrankheiten und Spitalhygiene

Klinische Tätigkeit und Dienstleistung

Ambulante Sprechstunde
Wir betreuten im Jahre 2004 insgesamt 1’973 ambulante Patientinnen und Patienten (10’353 Konsultationen). In unserer Sprechstunde führen wir Abklärungen und Behandlungen durch bei Patientinnen und Patienten, die an einer Infektionskrankheit leiden oder bei denen eine solche vermutet wird.

Ein Schwerpunkt unserer Aktivität ist die Behandlung der HIV-Infektion und der damit verbundenen Erkrankungen. So betreuten wir ca. 1’500 verschiedene HIV-infizierte Personen und gehören damit zu den grössten HIV-Behandlungszentren Europas. Wir betreiben auf diesem Gebiet intensiv klinische Forschung, das heisst, wir untersuchen v.a. neue anti-HIV Substanzen innerhalb von kontrollierten prospektiven multizentrischen Studien, neue diagnostische und therapeutische Verfahren, und analysieren in Langzeitstudien die Krankheitsprogression unter antiretroviraler Therapie und ebenso deren Nebenwirkungen. Zudem erlaubt die enge Zusammenarbeit von Klinikern und Laborwissenschaftlern die Durchführung von «translational Research», d.h. die klinischen Forscher/innen und Grundlagenforscher/innen arbeiten in gemeinsamen Projekten sehr eng zusammen. Unsere Sprechstunde ist an nationalen (z.B. Schweizerische HIV Kohortenstudie) und internationalen Forschungsprogrammen beteiligt. Diese Aktivitäten bieten den Patientinnen und Patienten die Gewähr, dass sie stets von den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen profitieren können. Ebenso  stehen im Rahmen von Studien die jeweils neuesten und vielversprechendsten Substanzen zur Verfügung, lange bevor diese die Zulassung erhalten.

Wir behandeln im weiteren Patientinnen und Patienten mit jeglicher Art von Infektionskrankheiten, wie chronische Knocheninfektionen, Tuberkulose, Lyme-Borreliosen etc., bieten Beratungen an zur Prävention von sexuell übertragbaren Erkrankungen und nach einer potentiellen HIV-Exposition oder Exposition mit einer anderen Infektionskrankheit und führen HIV Postexpositionsprophylaxen (PEP) sowie anderer Postexpositionsmassnahmen (serologische Kontrollen, Hepatitis B Impfung etc.) durch.

Die enge und optimale Zusammenarbeit mit zuweisenden Hausärzten ist uns sehr wichtig.

Unser zentrales Anliegen ist es, nicht nur Krankheiten zu behandeln, sondern Menschen mit einer Krankheit umfassend zu betreuen. Wir sind ein Team von Mitarbeitenden aus verschiedenen Berufsgruppen. Der ärztliche Dienst besteht aus erfahrenen Assistenzärzten und -ärztinnen, die von einem Oberarzt geleitet werden. Der Pflegedienst, bei uns Studienbegleiter- und -begleiterinnen (Study Nurses) genannt, kümmert sich um die Blutentnahmen und das Führen von Studienprotokollen. Die Studienbegleiter/innen können die Patientinnen und Patienten aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung zusätzlich über die verschiedensten krankheitsbezogenen Aspekte beraten. Zum Team gehören zudem der Empfang, die Sekretärinnen und die Sprechstundenhilfen.

Konsiliardienst
Wir führten im Jahr 2004 insgesamt 4’827 Konsilien bei 2’250 verschiedenen Patienten/innen durch.

Ein Team von zwei erfahrenen Assistenzärzten und -ärztinnen und einem Oberarzt ist verantwortlich für die konsiliarische Mitbetreuung von hospitalisierten und ambulanten Patienten. Diese Dienstleistung steht allen Kliniken und Instituten des USZ rund um die Uhr und ganzjährig zur Verfügung. Schwerpunkte sind die Abklärung von Patientinnen und Patienten mit vermuteter oder diagnostizierter Infektionskrankheit und das Erarbeiten des therapeutischen Prozedere, insbesondere auch die Empfehlungen betreffend rationalem Einsatz von Antibiotika oder die Interpretation von mikrobiologischen Befunden oder Resistenzprüfungen.

Im Berichtsjahr wurde begonnen, in enger Zusammenarbeit mit den Organspezialisten für spezielle Patientengruppen, z.B. nach Transplantation, vorhandene Richtlinien zu überarbeiten oder neue zu erstellen.

Zudem stehen wir für die telefonische Beratung praktizierender Ärzte bzw. im Spital tätiger Ärzte bezüglich Management (Diagnose und Therapie) von Infektionskrankheiten zur Verfügung.

Spitalhygiene
Das Schwergewicht der spitalhygienischen Aktivitäten lag im Jahr 2004 im Abschluss eines Projektes, welches zum Ziel hatte, durch gezielte Intervention und Einsatz von zusätzlichen personellen Ressourcen die Häufigkeit von Katheter-assoziierten Bakteriämien auf Intensivstationen, die Häufigkeit postoperativer Sternuminfektionen bei herzchirurgischen Patienten und die Häufigkeit nosokomialer Infektionen auf allgemeinen Bettenstationen zu reduzieren. Die gesteckten Ziele konnten erreicht werden, was sich auch finanziell dadurch auswirkt, dass der Aufwand für die Diagnose und Therapie dieser nosokomialen Infektionen reduziert werden konnte. Diese Projekte konnten nur dank der grosszügigen Unterstützung durch die Spitalleitung realisiert werden. Im Anschluss an diese Projekte geht es darum, diese ersten Erfolge zu konsolidieren und darauf aufbauend weitere Verbesserungen zu erreichen.

Im Rahmen der nationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Spitalhygiene leitet die USZ-Spitalhygiene die Creutzfeldt-Jakob-Swiss-NOSO Task Force, welche im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit Empfehlungen zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Prionen ausarbeitet. Diese multizentrische Task Force stützt sich dabei auf die Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen durch einen für diese Aufgabe in der Spitalhygiene tätigen Mitarbeiter. Die Umsetzung der CJD-Verordnung am USZ und im Kanton Zürich wird nach wie vor durch die Spitalhygiene begleitet und unterstützt.

In Zusammenhang mit der CJD-Problematik wurde im Bereich der Neurochirurgie und in der Zentralsterilisation Nord ein System eingeführt, welches die Rückverfolgung einzelner Instrumente während des ganzen Zyklus des Einsatzes und der Aufbereitung ermöglicht. Dadurch wird es möglich sein, Instrumente zu identifizieren, welche bei bestimmten Operationen verwendet wurden. Die Spitalhygiene war bei der Einführung dieses Systems in Zusammenarbeit mit der Zentralsterilisation stark engagiert.

Nach intensiven Diskussionen im Rahmen der interdisziplinären Arbeitsgruppe wurde im Jahr 2004 die Neuauflage der Antibiotikarichtlinien des USZ in Druck gegeben. Diese Richtlinie ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie zum sinnvollen Antibiotikaeinsatz und dürfte sich günstig auf die Resistenzentwicklung am USZ auswirken.

Im Labor der Spitalhygiene hat die Abklärung epidemiologischer Zusammenhänge von nosokomial relevanten Infektionserregern wie zum Beispiel Methizillin-resistente Staphylococcus aureus  und multiresistenten Gram negativen Bakterien mittels molekularer Genotypisierung weiterhin an Bedeutung gewonnen. Daneben kommt nach wie vor die mikrobiologische Diagnostik zur Evaluation der Kolonisation bei Patienten aber auch zur gezielten Evaluation der Umweltkolonisation (z.B. Legionellen im Warmwasser) zum Einsatz. Gleichzeitig leistet das Labor der Spitalhygiene einen wichtigen Beitrag an die laufenden Forschungsprojekte der Spitalhygiene.

Die routinemässige Überwachung der Häufigkeit nosokomialer Infektionen erfolgte im Jahr 2004 im Rahmen einer weiteren nationalen Prävalenzstudie. Das USZ war in diesem Projekt, welches wichtige Informationen über die Häufigkeit einzelner Infektionen am USZ und eine Möglichkeit zum Quervergleich bietet, von Anfang an beteiligt.

Im Bereich der Schulung, der Fort- und Weiterbildung bot die Spitalhygiene auch im Laufe des Jahres 2004 ein thematisch breites und rege genutztes Angebot, bestehend aus dem jährlich stattfindenden Zürcher Hygiene-Symposium sowie dem vier Mal im Jahr gehaltenen Zürcher Hygiene-Kreis. Daneben wird die Spitalhygiene sehr häufig von anderen Spitälern telefonisch um fachlichen Rat angegangen.

Anonyme HIV Test- und Beratungsstelle
Seit 1985 führen wir am USZ im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) die grösste anonyme HIV Test- und Beratungsstelle der Schweiz. Im Jahre 2004 wurden 4’472 Tests und Beratungen durchgeführt. Die Beratung vor dem Test, das sogenannte Pretest Counseling, beinhaltet im Wesentlichen ein persönliches Beratungsgespräch und eine situationsspezifische Analyse des möglichen Risikoverhaltens, basierend auf dem aktuellen Anlass, der zum Testwunsch führte. Die Testresultate werden wahlweise telefonisch oder persönlich mitgeteilt. Bei der Mitteilung des Testergebnisses werden die wichtigsten Präventionsbotschaften nochmals aufgegriffen. Ziel dieser Beratungen im individuellen Gespräch ist es, dass ein Risikoverhalten in Zukunft vermieden wird.

Referenzzentrum für durch Blut übertragbare Krankheiten im Medizinalbereich
Das Referenzzentrum setzte im Jahr 2004 seine Arbeit fort. Diese besteht hauptsächlich in der Überwachung von relevanten Expositionen gegenüber Blut sowie damit assoziierter Infektionen bei Medizinalpersonen. Diese Überwachung umfasst die Deutschschweiz, während die Westschweiz und das Tessin vom entsprechenden Zentrum in Lausanne betreut wird. Die Analyse der erfassten Meldungen sowie der festgestellten Fälle von Infektion mit Hepatitis C Virus resultierte in entsprechenden Publikationen im BAG Bulletin. Als weitere Dienstleistung des Referenzzentrums zu nennen ist das Schulungs- und Fortbildungsangebot, welches durch Spitäler in verschiedenen Regionen der Deutschschweiz rege benutzt wurde.

Labor für Infektionskrankheiten
In unserem Diagnostiklabor wurden 1’388 mikroskopische Untersuchungen von respiratorischen und intestinalen Proben durchgeführt. Dieses Labor garantiert die raschmöglichste Diagnose mittels Direktmikroskopie (Gram, Kinyoun, Immunofluoreszenz-Färbungen) für Bakterien, Parasiten und Pilzen aus verschiedensten Patientenproben.

Labor für Spitalepidemiologie
Die Schwerpunkte der Tätigkeiten im Labor der Spitalhygiene werden unter den Abschnitten «Spitalhygiene» und «Forschung auf dem Gebiet der nosokomialen Infektionen» beschrieben. Das Labor spielt zusätzlich eine wichtige Rolle, wenn epidemiologische Hinweise für das Vorliegen von Übertragungen und Epidemien innerhalb des USZ bestehen. Im Laufe des Jahres 2004 wurden unter anderem Übertragungen von MRSA, von Acinetobacter baumannii, Enterobacter cloacae und von Clostridium difficile unter Zuhilfenahme der Genotypisierung im Labor der Spitalhygiene abgeklärt.

Forschung

Die Forschungsbemühungen resultierten im Jahre 2004 in 50 Originalarbeiten, 7 Übersichtsarbeit, 2 Guidelines, 5 Editorials, 1 Habilitationsschrift und 4 anderen Publikationen.

Klinische Forschung
Die Abteilung war im Jahre 2004 aktiv an 25 klinischen Studien mit über 400 Patientinnen und Patienten beteiligt, insbesondere in prospektiven multizentrischen Studien zur Therapie der HIV-Infektion. Diese Studien werden durch die Schweizerische HIV Kohortenstudie, das nationale Aids-Forschungsprogramm, den Schweizerischen Nationalfonds, verschiedene Stiftungen oder die pharmazeutische Industrie unterstützt.

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit in der klinischen Forschung umfasste folgende Institutionen: Institute für Medizinische Mikrobiologie, Klinische Virologie der Universität, Klinische Immunologie, Kardiologie, Gastroenterologie und Pneumologie des Departements Innere Medizin, Kliniken des Departements Innere Medizin, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Departement für Diagnostische Radiologie, Ophthalmologie,  Infektiologie Universitätskinderklinik, veterinärmedizinisches Labor der Universität, Infektiologie-Abteilungen der Schweizer Universitätsspitäler sowie der Kantonsspitäler St. Gallen und Lugano, die HIV-Behandlungszentren in München und Bonn, das Krankenheim Bombach in Zürich, das Zentrum für Infektionskrankheiten der Klinik im Park, Zürich, sowie in der Behandlung von Menschen mit einer HIV-Infektion erfahrene niedergelassene Ärzte und Ärztinnen der Stadt Zürich.

Beispiele von klinischen Forschungsprojekten sind:

Schweizerische HIV Kohortenstudie
Die HIV-infizierten Patienten werden prospektiv im Rahmen der nationalen Schweizerischen HIV-Kohortenstudie (SHCS) untersucht. Aktuell werden in diesem Netzwerk  annähernd 6’000 HIV-infizierte Personen betreut. 36% der Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden an unserem Zentrum selbst oder von mit unserem Zentrum assoziierten Ärzten und Ärztinnen in Privatpraxen betreut.

Zudem arbeiteten wir mit internationalen HIV Kohorten zusammen: HIV CONNECT (Collaboration of National Networks in European Clinical Trials in HIV Infection); EuroSIDA; 11 Kohorten weltweit im Rahmen von D.A.D. (Data Collection on Adverse Events of Anti-HIV-Drugs); und anderen Arbeitsgruppen zu spezifischen Themen.

Phase II und  III Studien zum Studium der Wirkung von neuen anti-HIV Medikamenten
Hier hat sich die Abteilung v.a. auf die Erforschung neuer antiretroviraler Medikamente konzentriert, die gegen Viren wirksam sind, welche auf die kommerziell verfügbaren Medikamente resistent geworden sind. Darunter fallen neue Proteaseinhibitoren und Nicht-Nukleosid-Reverse-Trankriptase-Inhibitoren der 2. Generation. Bei bisher unbehandelten Patienten wird auch ein neuartiger Antagonist des CCR5-Korezeptors erforscht.

3TC-Monotherapie-Studie
Ein neues Therapiekonzept wird mit der 3TC-Monotherapie-Studie erforscht. Hier wird bei HIV-1-Infizierten mit eingeschränkten Therapieoptionen sowie einer geno- oder phänotypischen Resistenz auf 3TC lediglich mit 3TC weiter behandelt mit der Vorstellung, dass dadurch ein Selektionsdruck auf die mutierten Viren und damit die verminderte Replikationskapazität der Viren aufrechterhalten wird. Falls sich das Konzept bewährt, sollten die CD4 Lymphozyten während einer gewissen Zeit stabil bleiben, womit den Patienten potentielle Toxizität neuer Medikamente für eine beschränkte Zeit erspart wird.

SMART Studie (Strategies for Management of Anti-Retroviral Therapy)
In dieser Studie werden zwei Strategien zur Langzeitbehandlung von HIV-Infektionen verglichen. Die aktuellen Behandlungsrichtlinien für HIV zielen darauf ab, die Zahl der Viren im Blut (die Virusbelastung) durch tägliche Einnahme von Medikamenten so gering wie möglich zu halten. Diese Behandlungsform ist sehr wirksam hinsichtlich der Erhaltung der Gesundheit von Patienten mit geringen CD4-Zellzahlen. Es gibt jedoch Daten, die darauf hinweisen, dass Patienten genauso gut warten und Anti-HIV-Medikamente erst dann einnehmen könnten, wenn ihr Erkrankungsrisiko steigt, d.h. wenn die CD4-Zellzahl unter 250 liegt, während die Einnahme dieser Medikamente bei höheren CD4-Zellzahlen vermieden werden kann. Diese Studie wird durchgeführt, um die beiden Einsatzarten von Anti-HIV-Medikamenten zu vergleichen: kontinuierliche Einnahme während der gesamten Zeit der HIV-Infektion oder gelegentliche Einnahme nur dann, wenn die CD4-Zellzahl gering ist. Der Hauptzweck dieser Studie ist es, zu untersuchen, welche der beiden beschriebenen Strategien der HIV-Therapie im langjährigen Vergleich vorteilhafter ist.

HIV Resistenztestung
Eine klinische Studie (ZIEL-Study) in der wir den Einfluss der genotypischen Resistenztestung auf die Entscheidungsfindung des Arztes bei der Zusammenstellung einer neuen antiretroviralen Therapie bei Patienten mit Therapieversagen testeten hat gezeigt, dass die genotypischen Resistenztests zur Wahl einer potenteren Therapie führt, als wenn lediglich auf die Medikamentengeschichte zurückgegriffen wird. Die Kosten für die Resistenztestung sind erheblich und werden von den Krankenkassen nur in einem provisorischen Versuch während dreier Jahre übernommen. Aus diesem Grund haben wir zusammen mit der Universität Basel ein Projekt zur Kosteneffektivitätserfassung der HIV-Resistenztestung gestartet und bisher die effektiven Kosten von 140 Patienten erhoben, welche in der ZIEL Studie mitgemacht haben. Modellrechnungen für die ganze Schweiz sind am laufen und erste Resultate sind für Ende 2005 zu erwarten. Des weiteren partizipieren wir an einer Studie, die untersucht, bei welchen genotypischen Resistenzmustern eine Salvage Therapie mit dem neuen Proteasehemmer Atazanavir durchgeführt werden kann.

Primäre HIV-Infektion
Seit 2002 führen wir eine prospektive Studie durch, in die Patienten eingeschlossen werden, die ein akutes retrovirales Syndrom oder eine sehr frühe HIV-Infektion erlitten haben. Bis Ende 2004 haben wir 70 Patienten einschliessen können. Diese Studie untersucht, ob eine Frühtherapie in dieser Patientengruppe einen positiven Einfluss auf den Verlauf der HIV-Infektion hat. Des weiteren charakterisieren wir die Patienten virologisch und immunologisch. Zusätzlich konnten wichtige epidemiologische Erkenntnisse gewonnen werden: In 62% der Fälle erfolgte die Übertragung durch homosexuelle Kontakte und die übertragenen Viren gehörten dem Subtyp B an. In nur einem Fall wurde die Übertragung eines resistenten Virus nachgewiesen, was im nationalen und internationalen Vergleich sehr tief ist. Die Diagnose einer akuten HIV-Infektion wird durch die Erstversorger infolge unspezifischer Symptome initial oft verpasst (75% der Fälle). Präventionsanstrengungen sind weiterhin von grosser Bedeutung und Erstversorger müssen vermehrt über das akute retrovirale Syndrom informiert werden.

Wirksamkeit von monoklonalen anti-HIV-Antikörpern
Die Studie «Strukturierter Therapieunterbruch kombiniert mit passiver Immunisierung in chronisch HIV-infizierten Patienten»: Eine Phase II Studie konnte Ende 2004 erfolgreich beendet  werden. Es wurden 14 Patienten eingeschlossen. In dieser «Proof-of-Principle» Studie konnte erstmals  gezeigt werden, dass es grundsätzlich möglich ist, die Replikation von HIV im Menschen durch passive Immunisierung mittels monoklonaler in vitro neutralisierender Antikörper  zu hemmen. Es wurde aber auch klar, dass hohe Dosen der Antikörper nötig sind, um einen Effekt zu erzielen und dass eine Resistenz rasch auftreten kann. Weitere pathogenetische Studien zur detaillierten Aufklärung der Wirkmechanismen der Antikörper in vivo sind im Gange. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir hier erste direkte Evidenz gefunden haben, dass anti-HIV Antikörper im Menschen die virale Replikation hemmen können und dass somit Impfungen basierend auf humoraler Immunität potentiell wirksam sein könnten. 

Einfluss einer antiretroviralen Therapie (ART) auf die zelluläre Immunantwort (TIFFANY-Studie)
In Zusammenarbeit mit Frau Prof. A. Oxenius untersuchen wir bei Patientinnen und Patienten, die im Rahmen einer chronischen HIV-Infektion mit einer antiretroviralen Therapie beginnen, welchen Einfluss die sinkende HI-Viruslast auf die Art und Stärke der zellulären Immunantwort hat. Es wurde verschiedentlich gezeigt, dass bei hoher Virämie die HIV-spezifischen T-Zellen in ihrer Funktion stark eingeschränkt sind. Wir untersuchen nun mit neuen Methoden, ob sich diese Funktionen unter antiretroviraler Therapie erholen können. Diese Studie sollte einen weiteren Baustein in unserem Verständnis der Interaktionen von HIV mit dem Immunsystem und somit der HIV-Pathogenese liefern.

Osteonekrose bei HIV-Infizierten
Im Rahmen der schweizerischen Kohortenstudie führten wir eine retrospektive Untersuchung bei 27 HIV-infizierten Patienten mit Osteonekrose durch, welche 2004 publiziert werden konnte. Wir konnten zeigen, dass nicht die Dauer und die Art der antiretroviralen Behandlung sondern die Progression der HIV-Infektion bzw. der Grad der Immunsuppression  als Hauptrisikofaktor für diese Erkrankung verantwortlich ist.

Die Rolle der zellulären Immunantwort in der Kontrolle des Kaposi Sarkoms bei HIV-Infektion
Das humane Herpesvirus 8 (HHV-8) spielt eine entscheidende Rolle in der Pathogenese des Kaposi Sarkomes. Vor dem Einführen der hochwirksamen HIV-Therapie (HAART) war das HHV-8-assozierte Kaposi Sarkom eine häufige Komplikation einer fortgeschrittenen HIV-Infektion und charakterisiert ein AIDS-Stadium. Dies hat sich seit der Einführung der HAART geändert: Bei den meisten Patienten kommt es zu einer nachhaltigen Verbesserung der Immunlage oder zu einer Stabilisierung derselben. Deshalb kann neben einer deutlichen Reduktion der Inzidenz in den meisten Fällen eine vollständige oder teilweise Remission des Kaposi Sarkomes beobachtet werden. Leider ist dieser günstige Verlauf trotz guter immunologischer Erholung seitens der HIV Infektion (Anstieg der CD4 Zellzahl) nicht in jedem Fall zu beobachten. Aufgrund der Rolle von HHV-8 in der Pathogense des Kaposi Sarkomes postulieren wir, dass HIV-infizierte Patienten ohne (Teil-)Remission des Kaposi Sarkomes eine ungenügende zelluläre Antwort gegen HHV-8 aufweisen. Um diese Hypothese zu testen, messen wir die zelluläre Immunantwort im Blut dieser Patienten mittels in vitro Stimulation mit HHV-8 spezifischen Peptiden. Als Kontrollgruppe sehen wir Patienten vor, die auf die antiretrovirale Therapie gut angesprochen haben und ihr Kaposi Sarkom kontrollieren, sowie Patienten mit einem Kaposi Sarkom aber (noch) keiner antiretroviralen Therapie.

Weitere Schwerpunkte von klinischer Forschung sind: Zeckenstich-assoziierte Erkrankungen (Ehrlichiose, Rickettsia helvetica) und Antibiotikatherapie.

Epidemiologie
Im Jahre 2004 wurden verschiedene lokale, nationale und internationale epidemiologische Projekte initiiert und zum Teil abgeschlossen. Es handelt sich einerseits um Auswertungen von Daten der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie aber auch von Daten ausländischer Studien, die im Rahmen von Kollaborationen zusammengeführt wurden. So hat die «PLATO-Collaboration» vor kurzem im Lancet eine Analyse zur klinischen Prognose bei weit fortgeschrittener HIV-Erkrankung/Therapie aus 13 Kohortenstudien von 3 Kontinenten publiziert. Die im Rahmen von verschiedenen Kollaborationen gesammelten Erfahrungen wurden zusammen mit dänischen Kollegen in einem strukturierten Protokoll zusammengefasst und als «HICDEP» (HIV Cohorts Data-Exchange Protocol) publiziert. Im Rahmen der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie laufen unter anderem momentan  Auswertungen zur anti-HCV Therapie bei HIV/HCV koinfizierten Patienten, zum Antagonismus von Tenofovir und ddI, zum Zusammenhang zwischen HCV/HIV Koinfektion und Diabetes mellitus Typ 2, und zur antiretroviralen Behandlung von Patienten in verschiedenen Stadien der i.v. Drogenabhängigkeit.  Des weitern wird untersucht, ob sich die Virulenz der HI-Viren im Verlauf  der Zeit bei Patienten aus der Schweizerischen Kohortenstudie verändert.

HIV Forschungslabor
Das Mitte 2002 neu bezogene Forschungslabor hat sich bisher sehr gut bewährt. Infolge Erhaltes einer Förderungsprofessur 2004 kann nun das HIV-Labor noch erweitert werden. Folgende Projekte im Bereiche «translational Research» und Grundlagenwissenschaften wurden bearbeitet: 

  1. Charakterisierung der Expression von HIV-RNA auf dem Einzelzellniveau im Verlauf  der antiretroviralen Therapie in vivo.
  2. Molekulare Charakterisierung der Expression von HIV in latent infizierten Zellen in vivo.
  3. Wie kann die Immunantwort stimuliert werden, damit die Virusvermehrung besser gehemmt werden kann?
  4. Gibt es spezifische Faktoren, die den Verlauf der HIV-Infektion beeinflussen?
  5. Welche Bedeutung hat die Signaltransduktion des HIV-Rezeptorenkomplexes (d.h. CD4 und CCR5) auf die HIV-Replikation?
  6. Etablierung eines Mausmodels mit rekonstituiertem Immunsystem nach Transplantation von menschlichen CD34+ Nabelschnurblutzellen für das Studium der HIV Erkrankung.
  7. «Strukturierter Therapieunterbruch kombiniert mit passiver Immunisierung in chronisch HIV-infizierten Patienten: Eine Phase II Studie».
  8. Die humorale Immunantwort gegen HIV-1: Analyse der Funktionen der Antikörperantwort als Korrelat und Surrogatmarker der Viruskontrolle.
  9. Das Zusammenspiel von natürlicher und erworbener Immunität in der HIV-1 Infektion: Funktion der Antikörper abhängigen Komplement induzierten Lyse von HIV.
  10. Der HIV Eintritssprozess: Ein Angriffspunkt für die Wirts-Immunantwort und antivirale Strategien.


Alle Laborhauptprojekte verliefen erfolgreich und resultierten in mehreren Publikationen, welche in guten Fachjournalen veröffentlicht werden konnten oder «in press» sind (Total 9 Publikationen). Zusätzlich war unser Labor an mehreren  Publikationen beteiligt, die durch nationale und/oder internationale Kollaborationen entstanden sind. Wir hoffen, dass sich diese überdurchschnittliche Produktivität auch weiterhin in zusätzlichen Drittmitteln und zusätzlicher Laborfläche niederschlagen wird. Die wissenschaftlichen Kollaborationen des Forschungslabors umfassen: ETHZ (S. Bonhoeffer, Ph.D., A. Oxenius, Ph.D.), Nationales Zentrum für Retroviren, Zürich (J. Schüpbach, M.D., J. Böni, Ph.D.), Klinische Immunologie, USZ, Zürich (H. Joller, Ph.D.), University of Geneva, (L. Perrin), University of Lausanne, (A. Telenti), University of Oxford, Oxford, UK (R. Phillips, M.D., A. McLean, Ph.D.), Universität Erlangen (K. Metzner, M.D.), Universität Innsbruck (C. Speth Ph.D., H. Stoiber Ph.D.), University of California, San Diego (J. Wong, M.D., D. Richman, M.D.),  Cornell University, New York (J. Moore, Ph.D.) Progenics Pharm. Inc., Tarrytown, (W. Olson, Ph.D.), Polymun Scientific, Vienna, (H. Katinger), The Gladstone Institute, San Francisco (Douglas Nixon M.D. Ph.D), USA, Serono S.A., Genf (A. Proudfoot, Ph.D.), Instituto di ricerca di biomedicina (IRB) Bellinzona (Dr. M. Manz).

Forschung auf dem Gebiet der nosokomialen Infektionen
Im Laufe des Jahres 2004 bearbeitete die Spitalhygiene drei grössere Forschungsprojekte. Es handelt sich dabei um zwei durch den Schweizerischen Nationalfonds im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 49 zum Thema Antibiotikaresistenz finanzierte Projekte. Das erste hat zum Ziel, aussagekräftige Informationen über den Einsatz von Antibiotika in Schweizer Spitälern zu erhalten. Die Studie basiert auf der Etablierung eines Überwachungssystems zur Messung des Antibiotikaverbrauchs. Die erhobenen Daten sollen dann als wichtige Information bei der Analyse der geografischen Verteilung der Antibiotikaresistenz in der Schweiz dienen. Die Daten zur Antibiotikaresistenz werden im Rahmen einer mit diesem Projekt eng verknüpften Studie unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Kathrin Mühlemann, Universität Bern, erhoben. Es besteht eine sehr enge Kollaboration zwischen den Forschungsgruppen.

Das zweite Nationalfondsprojekt hat zum Ziel, Informationen über die Bedeutung der Antibiotikaresistenz und der Prävalenz nosokomialer Infektionen in Institutionen der Langzeitpflege zu erhalten. Gleichzeitig sollen wissenschaftliche Grundlagen für gezielte Interventionen zur Prävention der Übertragung nosokomialer Infektionen in diesen Institutionen erhoben werden, die sich in verschiedenen Aspekten von Akutspitälern unterscheiden. Diese Unterschiede verunmöglichen es, spitalhygienische Richtlinien aus Akutspitälern unverändert in Institutionen der Langzeitpflege anzuwenden. Im Laufe des Jahres 2004 wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenheim Bombach in Zürich erneut zwei Prävalenzstudien durchgeführt. Mittels Genotypisierung wurden Übertragungswege sowie die Persistenz von resistenten Bakterien wie z.B. Chinolon-resistente E. coli analysiert. Die Zwischenresultate wurden sowohl an der Zusammenkunft der im Nationalen Forschungsprogramm engagierten Forscher als auch im Rahmen nationaler und internationaler Kongresse vorgestellt.

Beim dritten Forschungsprojekt handelt es sich um ein USZ-internes Projekt, welches zum Ziel hat, die Resistenz von Koagulase-negativen Staphylokokken gegen im Rahmen der perioperativen Antibiotikaprophylaxe häufig eingesetzten Antibiotika sowie die Persistenz bzw. Transmission dieser Bakterien im Laufe des Spitalaufenthaltes zu untersuchen. Dieses Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie durchgeführt.

Forschung im Bereich Transplantationsinfektiologie
HIV und Organtransplantation: Zusammenstellung der Schweizer Fälle.
In dieser Studie werden wir systematisch alle in der Schweiz transplantierten HIV-positiven Patienten erfassen. Dabei geht es neben einem Erfahrungsaustausch zwischen den involvierten Zentren auch darum, diese therapeutische Option einer breiteren medizinischen Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dies ist entscheidend, weil bei vielen unserer HIV-Patienten die HIV-Infektion optimal kontrolliert werden kann, und die Morbidität und Mortalität durch Ko-Infektionen und die Folgen definiert werden (chronische Hepatitis C, B).

Inselzell Xenotransplantation im Schwein-Primaten Modell: Evaluation neuer immunsuppressiver Strategien und Kross-spezies Infektionen
Falls sich die allogene Inselzelltransplantationen als Therapie des Diabetes mellitus durchsetzt (die aktuellen Resultate internationaler Studien, basierend auf dem sog. Edmonton Protokol, sind sehr vielversprechend), wird die Verfügbarkeit analog zur Organtransplantation ein limitierender Faktor sein. Die Inselzell Xenotransplantation stellt eine mögliche Lösung dar. Allerdings existieren immunologische und infektiologische Hürden, bevor klinische Versuche im Menschen durchgeführt werden können. In dieser Studie wollen wir folgende Punkte untersuchen: 1) Überleben von porzinen Inselzellzellen in Primaten, die mit neuen immunsuppressiven Protokollen behandelt werden und 2) Kross-spezies Infektionen (Schweine Herpesviren, Porzine endogene Retroviren). Diese Studie wird von Leo Buhler (Genf) als Hauptveranwortlicher betreut, es besteht eine Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Retroviren (Zürich, Jürg Böni). Es ist geplant, die Experimente in Pittsburgh durchzuführen (Leitung Professor D. Cooper) (Funding durch SNF).

Schweizerische Transplantationskohorte
Bei diesem beim SNF im Rahmen der Kohortenauschreibung eingegebenen Projekt geht es um den Aufbau einer schweizerischen Transplantationskohorte. Beteiligt sind alle Zentren der Schweiz, und das Hauptgewicht wird auf das Erfassen infektiologischer und neoplastischer Komplikationen gelegt. Als Vorbild dient uns die Schweizerische HIV-Kohorte, die sich in den letzen 15 Jahren zu einem wissenschaftlichen Tool von internationaler Bedeutung entwickelt hat. Ähnlich dieser Struktur planen wir auch das systematische Erfassen von klinischen Daten und auch das Anlegen einer Probenbank. Die genauen Details einer solchen Erfassung werden organspezifisch durch die jeweiligen Spezialisten bestimmt werden. Es ist vorgesehen, kompetitiv Projekte innerhalb der Kohorte zu fördern. Wir verprechen uns einen enormen Benefit für die Transplantationsforschung in der Schweiz und signalisieren mit unserem Projekt auch unsere Bereitschaft zur fakultätsübergreifenden Zusammenarbeit.

Lehre

Studium, Ausbildung
Leitende Ärzte, Oberärzte und -ärztinnen und Oberassistenten und -assistentinnen sind an diversen Vorlesungen, Kursen, Kolloquien und Repetitorien des Medizinstudiums beteiligt.
Mitarbeitende der Spitalhygiene sind am Unterricht an den Schulen für Ernährungsberatung, Operationsschwestern des USZ und im Rahmen der Ausbildung von Hygienefachpersonal des Bildungszentrums des Schweizerischen Berufsverbandes für Krankenpflege, sowie im Rahmen der Ausbildung in Krankenpflege an der Schule des Roten Kreuzes mitbeteiligt.

Fort- und Weiterbildung

Die folgenden Veranstaltungen wurden angeboten:

  • 1 Semesterstunde Kolloquium Klinik und Mikrobiologie von Infektionskrankheiten
  • Während des ganzen Jahres 2 Stunden pro Woche «Infektiologische Fallbesprechungen» und «Aktuelle Probleme der Infektiologie»


Zudem wurden zahlreiche Referate im Rahmen der ärztlichen Weiter- und Fortbildung (an verschiedenen auswärtigen Kliniken, insbesondere auch für Hausärzte) gehalten.

Facharzttitel Infektiologie FMH: Das Weiterbildungsprogramm für den FMH-Facharzttitel Infektiologie wird in Zusammenarbeit mit den anderen Universitäten der Schweiz durchgeführt.

Die Spitalhygiene führt im Rahmen ihrer Tätigkeit verschiedene Weiterbildungsveranstaltungen bei verschiedenen Berufsgruppen innerhalb des USZ durch; u.a. im Rahmen von Schulen des USZ (z. B. Anästhesie-, TOA-Schule, Schule für Ernährungsberatung durch). Daneben sind verschiedene Mitarbeiter direkt am Unterricht des SBK-Bildungszentrums in Zürich zur Weiterbildung Höfa I in Spitalhygiene sowie in der Ausbildung von Pflegenden am Careum beteiligt.

Kongresse und Symposien

Im Rahmen des Präsidiums der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie wurden 5 ganztätige Weiterbildungsveranstaltungen in Bern und in Zürich mit-organisiert.

Jährlich findet in Zürich ein halbtägiges Symposium für Hausärzte statt.
Viermal jährlich führt die Spitalhygiene einen sogenannten Hygiene-Kreis durch, welcher praxisrelevante spitalhygienische Themen in Schwerpunkten behandelt. Diese Veranstaltungen werden sowohl von Medizinalpersonen innerhalb als auch ausserhalb des USZ rege besucht. Das jährlich stattfindende Zürcher Hygiene-Symposium bezweckt, die wichtigsten Fortschritte auf dem Gebiet der Spitalhygiene einer interessierten Zuhörerschaft auf wissenschaftlicher Grundlage zu vermitteln.

Dienstleistungen zugunsten der Öffentlichkeit

Tätigkeit in Gremien
Schweiz. Gesellschaft für Infektiologie (SGInf): Seit Juni 2003 ist Prof. Weber Präsident und PD Dr. H. Günthard Sekretär der Schweiz. Gesellschaft für Infektiologie. Prof. Weber ist der Delegierte in der Union Européenne des Médecins Spécialistes (UEMS).

Prof. Ruef ist Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Spitalhygiene (SGSH), arbeitet in verschiedenen Kommissionen der SGSH (Raumlufttechnische Anlagen im Spital, Ausbildung von Hygienefachkräften, Validierung von Sterilisatoren) und im Redaktionskomitee von Swiss-NOSO mit.

Prof. Ruef ist Leiter der Swiss-NOSO-CJD-Task Force, die im Auftrag des BAG Empfehlungen zur Prävention der nosokomialen Übertragung von Prionen erarbeitet. Die internationale Zusammenarbeit wird durch Prof. Ruef auf dem Gebiet der nosokomialen Infektionen durch Mitarbeit im Rahmen der European Study Group of Nosocomial Infections der European Society for Clinical Microbiology and Infection und durch Mitwirkung in der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz im Spital (INSPEAR) gepflegt. Zusätzlich wirkt Prof. Ruef im Rahmen der Partnerschaft des USZ mit dem Urgenta Hospital in Bukarest, Rumänien als Dozent im Bereich der Spitalhygiene und der Infektionskrankheiten mit, sowie als Dozent im jährlich stattfindenden internationalen Training Course in Hospital Epidemiology der European Society for Clinical Microbiology and Infectious Diseases.

Prof. Ruef berät den Verein «Outcome» in fachlichen Aspekten der Messung nosokomialer Infektionen.

Prof. Weber ist Mitglied der Aidskommission des Kantons Zürich.

Prof. Weber ist Mitglied des Ethischen Komitees des Departementes Innere Medizin (der im Auftrag der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich eingesetzten spezialisierten Unterkommission für Innere Medizin).

Scientific Boards und Editorial Boards
Prof. Opravil, PD Dr. B. Ledergerber und PD Dr. H. Günthard sind Mitglieder des Scientific Board und Prof. Weber ist Mitglied des Clinical and Laboratory Board der Schweiz. HIV-Kohortenstudie.

PD Dr. Ledergerber ist Vorsitzender des Steering Committees von EuroSIDA.

Prof. Weber ist Mitglied des Steering Committees der D.A.D. Studie (Data Collection on Adverse Events of Anti-HIV Drugs), einem Zusammenschluss von 11 internationalen HIV-Kohortenstudien.

Prof. Ruef ist Herausgeber der Zeitschrift Infection. Prof. Opravil ist Mitglied des Editorial Board der Zeitschrift HIV Clinical Trials. Prof. Dr. Weber ist Ko-Editor eines Lehrbuches (Antimicrobial Therapy and Vaccines).

PD Dr. Speck ist Mitglied der wissenschaftlichen Kommission der «Agence Nationale de la Recherche sur le SIDA» (ANRS), CSS3 (analog Scientific Board des SNF), Paris, Frankreich.


Akademische Selbstverwaltung
Prof. Opravil ist als Präsident der Vereinigung der Privatdozenten und Titularprofessoren einer der Ständevertreter in der Medizinischen Fakultät. Prof. Weber, Opravil, Ruef sowie PD Dr. Ledergerber sind als Vertreter der Privatdozenten in diversen fakultären Nachfolgekommissionen tätig.

Beförderungen, Auszeichnungen, Ehrungen
Frau PD Dr Alexandra Trkola erhielt per 1.3.2004 eine SNF-Förderungsprofessur.
Dr. med U. Karrer hat im Rahmen des Habilitationsverfahrens am 12.1.05 erfolgreich seine Probevorlesung gehalten.

Dr. Nicolas Müller erhielt den Roche Pharma Preis, der durch die Schweizerische Gesellschaft für Infektiologie vergeben wird, für sein Forschungsprojekt: «Significance of the specific cellular response against Human Herpes virus 8 in control of Kaposi’s sarcoma in HIV-infection».

Ausblick
Wir arbeiten verstärkt am Ziel, die Betreuung von Patientinnen und Patienten, klinischer Forschung und Labor-Grundlagenforschung optimal zu vernetzen, Synergien zwischen diesen Disziplinen zu stärken und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern. Voraussetzung dazu sind hochmotivierte und engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, aber auch genügende finanzielle und räumliche Ressourcen. Die zunehmend schwierigeren finanziellen Rahmenbedingungen, neue administrative Anforderungen und die z.T. fehlende Perspektive einer nachhaltigen Investition in die Forschung erschweren es zunehmend, die Ziele der Exzellenz in Klinik, Forschung und Lehre im Auge zu behalten. Die Verbesserung unserer professionellen Arbeit kann nicht ausschliesslich durch Optimierung interner Strukturen, Organisationsabläufe, Weiterbildung oder erhöhte Leistungsanforderungen an Mitarbeiter/innen erreicht werden, sondern bedingt auch die ideelle und adäquate materielle Unterstützung von aussen, d.h. durch Verwaltung, Behörden, Politiker und Bevölkerung. Wir werden unsererseits alles daran setzen, uns weiterhin nach besten Kräften für die Patientinnen und Patienten und die Forschung einzusetzen.

Publikationen 2004
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Eckdaten

Kennzahlen


Die Abteilung umfasst eine ambulante infektiologische Sprechstunde, einen 24h Konsiliardienst für stationäre und ambulante Patientinnen und Patienten am ganzen Universitätsspital, die Spitalhygiene sowie Forschungsgruppen in Klinik, Labor und Epidemiologie.

Ambulante Konsultationen: 10’353 (1’973 Patienten)
Konsiliarische Betreuung im USZ: 4’827 Konsilien (2’250 Patienten)
Spitalhygienische Konsilien und Beratungen: 3’587
Anonyme HIV Tests und Beratungen: 4’472

Medizinische Schwerpunkte

  • Betreuung von HIV-infizierten Menschen oder anderweitig immunkompromittierten (immungeschwächten) Patienten/innen (z.B. nach Organtransplantation oder bei Chemotherapie)
  • Beratung und Betreuung bei komplexen infektiologischen Fragestellungen wie z.B. chronische Infektionen, Knocheninfektionen, Tuberkulose, Lyme Borreliose, Chronic Fatigue Syndrom
  • Prävention von nosokomialen (im Spital übertragenen) Infektionen
  • Prävention von sexuell übertragbaren Erkrankungen und Beratung bezüglich Postexpositionsprophylaxe

Forschungsschwerpunkte

  • Struktur und Ressourcen erlauben die erfolgreiche enge Zusammenarbeit von Klinikern und Grundlagenforschern («Translational Research»)
  • Pathogenese und Therapie der HIV Infektion
  • Prävention von nosokomialen Infektionen
  • Rationaler Einsatz von Antibiotika
    Infektionen in klinischer und experimenteller Transplantation

    
Prof. Dr. med.
Christian Ruef
Abteilungsleiter
Prof. Dr. med.
Milos Opravil
Oberarzt
Dr. med.
Annelies Zinkernagel
Oberärztin i.V.
PD Dr. med.
Huldrych Günthard
Leitender Arzt a.i., Gruppenleiter Labor
PD Dr. med.
Roberto Speck
Oberarzt
Dr. med.
Nicolas Müller
Oberarzt
Dr. med.
Urs Karrer
Oberarzt
Prof. Dr. rer. nat. tech.
Alexandra Trkola
Oberassistentin
Forschungslabor
PD Dr. phil. ll
Marek Fischer
Oberassistent
Forschungslabor
PD Dr. sc. techn. ETH
Bruno Ledergerber
Oberassistent
Epidemiologie


 

 

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