Medizinische Poliklinik
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| Prof. Dr. med. Wilhelm Vetter, Klinikdirektor |
Die Dienstleistungen der Medizinischen Poliklinik umfassen die ambulante innere Medizin, die internistische Notfallmedizin, den personalärztlichen Dienst, verschiedene Forschungsbereiche (Grundlagenforschung, klinische Forschung, Evidence Based Medicine), sowie die Organisation und Ausrichtung ärztlicher Aus-, Weiter- und Fortbildungen. In der Notfallstation führte die definitive Inbetriebnahme eines separaten Notfallzimmers zu einer Entlastung, reduzierte die Wartezeiten und ermöglichte effizientere Behandlungen der Patienten. Mitte Jahr wurde PD Dr. Georg Schulthess zum Leitenden Arzt a.i. und zum Nachfolger von Prof. Dr. Peter Greminger zumstellvertretenden Klinikdirektor ernannt. Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten sind nun alle Bereiche der Medizinischen Poliklinik wiederum vereint im Rämitrakt.
Klinische Tätigkeit
Notfallstation
Die Zahl der auf der Notfallstation des USZ betreuten internistischen Patienten hat sich in den Jahren 1995 bis 2004 praktisch verdoppelt; mehrheitlich wurden die Patienten ambulant versorgt (Grafik). Zur Entlastung der Notfallstation und zur Verringerung der Wartezeiten war im Vorjahr das Pilotprojekt «Leichter Notfall» durchgeführt worden: einfach zu betreuende internistische Notfallpatienten wurden an der Leitstelle der Notfallstation triagiert und in einer separaten Einheit behandelt. Diese Einheit ist an Werktagen und am Wochenende von 12.00 bis 20.30 Uhr besetzt und wird durch einen erfahrenen Assistenzarzt und eine Pflegefachfrau betrieben. So wurde der internistische Notfallbetrieb deutlich beschleunigt mit einer Reduktion der durchschnittlichen Behandlungszeit aller internistischer Notfallpatienten um nahezu eine Stunde. Von ärztlicher und pflegerischer Seite wurde das Projekt durchwegs positiv beurteilt.
Die Medizinische Poliklinik wird in der Nacht ausserdem Notfallpatienten anderer Kliniken und Disziplinen (Rheumatologie, Dermatologie, Nuklearmedizin, Augenklinik) betreuen.
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| Zunahme der Anzahl internistischer Konsultationen auf der interdisziplinären Notfallstation des Universitätsspitals Zürich. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Zahl praktisch verdoppelt; mehrheitlich wurden die Patienten ambulant versorgt. |
Hypertonie-Sprechstunde
Die Abklärung und Betreuung von Patienten mit schwierig einstellbarer essentieller Hypertonie sowie verschiedenen sekundären Hypertonieformen, Übergewicht, Adipositas sowie Fettstoffwechselstörungen stellten die zentrale klinische Tätigkeit der Hypertonie-Sprechstunde dar. Im Sinne einer globalen Risikomodulation wurden bei der Mehrzahl der Patienten unterschiedliche ernährungsmedizinische Massnahmen und Konzepte zur Kontrolle des gesamten Risikoprofils mit Erfolg eingesetzt. Viele Patienten mit Übergewicht und Adipositas konnten dank dem systematischen Follow-Up und der Betreuung in der Hypertonie-Sprechstunde ihr Gewicht reduzieren und das Körpergewicht auf deutlich tieferem Niveau bleibend stabilisieren.
Bei den Lipidpatienten wurde die kombinierte Therapie von medikamentösen und nicht-pharmakologischen Massnahmen weiterentwickelt. Systematisch werden Patienten mit einem ungünstigen kardiovaskulären Risikoprofil in der Implemen-tierung einer persönlich adaptierten kardioprotektiven/vaskuloprotektiven Ernährung geschult, und zwar in der ärztlichen Sprechstunde, was in einer merklichen Verbesserung der Umsetzung der Empfehlungen durch die Patienten resultierte. Die vermehrte zusätzliche ernährungsmedizinische Ausbildung wird von den Rotationsassistenten und im besonderen auch von externen Ärzten sehr geschätzt und genutzt.
In der klinischen Forschung wurde nach Risikofaktoren und -markern für einen Gewichts-Rebound gesucht und diesbezügliche korrigierende Strategien evaluiert und in der täglichen Praxis umgesetzt. Des weiteren wurden verschiedene ernährungsmedizinische Fragestellungen (z.B. Diäten, Spurenelemente, Vitamine, Supplemente) theoretisch und praktisch angegangen. Die epidemiologischen Studien über die Prävalenz und Determinanten von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen wurden weitergeführt; die diesbezüglichen Daten sind von grosser präventivmedizinischer Bedeutung.
Sanierung Rämitrakt
Gegen Ende des Berichtsjahres konnten die Räume der 2. Etappe im sanierten Rämitrakt wieder bezogen werden: die Direktion der Medizinischen Poliklinik, die Sprechstunde des Personalärztlichen Dienstes, die Arbeitsmedizin, die Hypertonie-Sprechstunde sowie andere Dienste der Medizinischen Poliklinik sind nun wieder zusammen im Rämitrakt mit dem Ambulatorium und der Schalterdiensten.
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| Blick auf den sanierten Rämitrakt mit den Räumen der Medizinischen Poliklinik im ersten Geschoss. |
Forschung
Im Jahre 2004 wurde mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds von jungen Ärzten und Nachwuchswissenschaftlern der Medizinischen Poliklinik Forschungsprojekte durchgeführt, die sowohl grundlagenwissenschaftliche als auch klinische Fragestellungen untersuchten. Es wurden u.a. pathogenetische Ursachen bei Störungen des Zucker- und Eisenstoffwechsels untersucht. In einer experimen-tellen Arbeit konnte gezeigt erstmals werden, dass altersbedingt spontan auftretende Glomerulosklerose ein reversibeler Prozess ist, der sich durch spezifische Hemmung renaler Endothelin-Rezeptoren umkehren lässt.
Weitere Informationen zu den Forschungsprojekten der Medizinischen Poliklinik sind über das Internet verfügbar:
www.research-projects.unizh.ch/med/unit41700
www.forschungsportal.ch/
www.dim.unizh.ch/carl/research/publications-04.html
Horten-Zentrum
Einer der Hauptforschungsschwerpunkte des Horten-Zentrums liegt im Bereich der diagnostischen Forschung. In- und ausländische Forschungsinstitutionen (Bern, Amsterdam, Utrecht und Montreal) kooperieren mit uns auf diesem Gebiet. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Evaluation der Wirksamkeit der pulmonalen Rehabilitation bei Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Es wurden Instrumente zur Messung der Wirksamkeit dieser Therapie entwickelt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Pharmakogenetik. Es wurde der Effekt der genetischen Variabilität der Patienten auf die Wirksamkeit von Medikamenten (ACE-Inhibitoren) untersucht. Zusätzlich wurde in Kooperation mit der Universität Maastricht ein Projekt zur Evaluation der Kosten-Effektivität genetischer Untersuchung in diesem Gebiet gestartet. Die weitere Forschung am Horten-Zentrum für praxisorientierte Forschung und Wissenstransfer umfasst ein breites Spektrum an patientenorientierten Forschungsprojekten. Die Nachfrage nach methodischer Beratung hat sowohl inneruniversitär als auch ausserhalb (andere Spitäler, Netzwerke praktizierender Ärzte) stark zugenommen.
Im Bereich Wissenstransfer haben wir im vergangen Jahr 140 Zusammenfassungen von klinischen Studien auf unserer Homepage publiziert:
www.evimed.ch/
Aus-, Weiter- und Fortbildung
Ausbildung
Im Rahmen der Zürcher Studienreform entwickelte die Medizinische Poliklinik den «Klinischen Untersuchungskurs» für das 2. Studienjahr des Reform-Curriculum: die Grundlagen der klinischen Untersuchung werden schon im zweiten vorklinischen Jahr vermittelt, aufbauend auf den anatomischen und physiologischen Kenntnissen, als Basis der klinisch-pathologischen Kurse mit Patienten.
Die internistischen Online-Module der Medizinischen Poliklinik für die Ausbildung der Medizinstudierenden, entstanden mit Unterstützung durch das E-Learning Center der Universität Zürich, wurden ausgebaut und bilden eine bewährte Ergänzung in Vorlesung und Tutorien. Erneut konnte 2004 der «Praktische Kurs in Chirurgischer Naht- und Knotentechnik sowie in Injektions- und Infusionstechnik» für sämtliche Medizinstudierenden des 4. Studienjahres durch die Medizinische Fakultät Zürich in Zusammenarbeit mit den Sanitätstruppen der Schweizerischen Armee in Birmensdorf veranstaltet werden. Diese Vermittlung praktischer Fertigkeiten (Skills) im betreuten Kleingruppenunterricht entspricht einem grossen Bedürfnis und fand grosses Echo. Der Kurs wurde organisiert und wissenschaftlich betreut durch die Medizinische Poliklinik.
Weiterbildung
Das Curriculum für die postgraduierte internistische Weiterbildung konnte optimiert werden, u.a. mit zusätzlichen Rotationsmöglichkeiten in benachbarten Fachgebieten. Die Hälfte der Assistenzstellen und der Oberarztstellen in der Medizinischen Poliklinik wird von Frauen besetzt. Zudem wurde durch die Einrichtung von Teilzeitstellen jungen Müttern ermöglicht, weiterhin klinisch tätig zu sein.
Fortbildung
Die Koordination der Ärztlichen Fortbildungen des USZ erfolgte durch die Medizinische Poliklinik mit dem Kompetenzzentrum "Medical Education" (wissenschafltiche Begleitung und organisatorische Dienstleistungen zuhanden der Veranstalter).
Die Medizinische Poliklinik organisiert und veranstaltet Fortbildungsveran-staltungen innerhalb und ausserhalb des Universitätsspital Zürich. Schwerpunkte sind allgemeine Innere Medizin, Hausarztmedizin, Hypertonie inkl. Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, Asthma sowie Endokrinologie. Der Einbezug von niedergelassenen Ärzten in der Planung der Fortbildungen, und die weiter ausgebaute strukturierte Evaluation zur Vergleichbarkeit der Fortbildungsqualität, sichern eine bedürfnisgerechte Ausrichtung der Veranstaltungen.
Ausgewählte Fortbildungsveranstaltungen:
15. Januar 2004
Diuretika - alter oder neuer Hut?
Universitätsspital Zürich
29. Januar 2004
Innere Medizin & Neurologie» - Polyneuropathien
Gemeinsame Veranstaltung von Medizinischer und Neurologischer Poliklinik USZ. Universitätsspital Zürich
6.-8. Juni 2004
15. Interdisziplinäres DESG-Seminar (Diabetes Education Study Group-Deutschschweiz)
Kartause Ittingen
10. Juni 2004
Internistische interdisziplinäre Nofallsituationen
Universitätsspital Zürich
Kongresse und Symposien
13. bis 17. September 2004
Allgemeiner Fortbildungskurs der Medizinischen Fakultät Zürich
Einwöchige interdisziplinäre Fortbildungswoche mit neuem Teilnehmer-Rekord von über 300 Ärztinnen und Ärzten, organisiert und realisiert durch die Medizinische Poliklinik USZ. Universitätsspital Zürich.
5. Februar 2004
Lunch-Symposium - Medizinische Poliklinik
Medizin compact - mit Fällen aus der Praxis. Veranstaltungsreihe für Allgemeinmediziner und internistische Spezialisten mit Fallpräsentationen.
Abklärung und Therapie der Stuhlinkontinenz. D. Hahnloser und F. Hetzer, Viszeralchirurgie USZ.
1. April 2004
Patientenbetreuung im transkulturellen Kontext
Chr. Nigg, Medizinische Poliklinik USZ
3. Juni 2004
Geriatrische Fallvorstellungen
Demente ärztlich betreuen heisst Verantwortung übernehmen, auch für schwierige soziale Entscheide!
A. Wettstein, Chefarzt Stadtärztlicher Dienst Zürich
5. August 2004
Neue Therapiemöglichkeiten der Hypercholesterinämie
Wie können diätetische Massnahmen, Phytosterole, etablierte und neue Medikamente sinnvoll eingesetzt und kombiniert werden?
G. Schulthess, Oberarzt, Medizinische Poliklinik USZ
7. Oktober 2004
Virale Hepatitiden: Diagnostik und Therapie
J.T. Gerlach, Oberarzt, Abt. Gastroenterologie USZ
2. Dezember 2004
Onkologie für die Praxis
D. Jäger, Klinik und Poliklinik für Onkologie USZ
24. Juni und 18. November 2004
Interaktive Hausärztenachmittage
Interaktive Workshops und Plenarveranstaltungen zu medizinischen und fachpolitischen Themen. Organisation und Realisierung in Zusammenarbeit mit dem Verein Hausärzte der Stadt Zürich (VHZ). Universitätsspital Zürich,
Kolloquium für Tropen- und Reisemedizin
Monatliche interdisziplinäre Fortbildung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Infektiologie DIM USZ, dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin ISPM Universität Zürich und dem Schweizerisches Tropeninstitut Basel STI.
August 2004
Seminar on diagnostic research
Zwei Kurse (dreitägig) «Evidence based Medicine»
Personelles
PD Dr. Georg Schulthess wurde auf den 1. September 2004 zum Leitenden Arzt a.i. und zum stellvertretenden Klinikdirektor der Medizinischen Poliklinik ernannt.
Prof. Dr. Peter Greminger wurde zum Chefarzt Fachbereich Allgemeine Innere Medizin im Departement Innere Medizin am Kantonsspital St.Gallen berufen und hat die Medizinische Poliklinik Ende Juli 2004 verlassen.
PD Dr. Lucas M. Bachmann hat 2004 die Venia legendi (Habilitation) der Universität Zürich erhalten.
Dr. Mark Schärer wurde zum Oberarzt befördert.
Publikationen
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Eckdaten | |
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| Medizinische Poliklinik |
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2004 |
2003 |
| Allgemeininternistisches Ambulatorium |
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| Gesamte Zahl der Konsultationen |
35572 |
35356 |
| Männer |
19565 |
19446 |
| Frauen |
16007 |
15910 |
Personalärztlicher Dienst |
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| Zahl der Konsultationen |
9007 |
9563 |
Forensischer Konsiliardienst |
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| Zahl der Konsultationen |
4149 |
3730 |
Konsiliardienst im Hause |
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| Zahl der Konsultationen |
231 |
355 |
Hypertoniesprechstunde |
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| Zahl der Patienten |
488 |
485 |
| Zahl der Konsultationen |
2048 |
2008 |
| Langzeit-Blutdruckmessung |
1670 |
1812 | | | |
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Prof. Dr. med. Johann Steurer Leitender Arzt Horten-Zentrum |
Prof. Dr. med. Philipp Hotz Leitender Arzt Arbeits- und Umweltmedizin |
PD Dr. med. Georg Schulthess Leitender Arzt a.i. |
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PD Dr. med. Paolo M. Suter Leitender Arzt Hypertoniesprechstunde |
Dr. med. Wolfgang Ostermayer Leitender Arzt Personalärztlicher Dienst |
PD Dr. med. Matthias Barton Oberarzt |
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Dr. med. Jörg Furrer Oberarzt |
Dr. med. Pierre Krayenbühl Oberarzt |
Dr. med. Christel Nigg Oberärztin |
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Dr. med. Urania Kolyvanos-Naumann Oberärztin |
Dr. med. Fabio Ruggieri Oberarzt |
Dr. med. Claudia Steurer-Stey Oberärztin |
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Dr. med. Mark Schärer Oberarzt
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Dr. med. Brigitte Merz Arbeits- und Umweltmedizin
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Rita Konau Leiterin Pflege |
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Dr. med. Lorenzo Käser Oberassistent Medical Education |
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