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Klinik und Poliklinik für Kiefer und Gesichtschirurgie
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Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Klaus W. Grätz Klinikdirektor |
Die Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie konnte das Jahr 2004 mit einem erfreulichen Ergebnis abschliessen.
Die Zahl der stationären Patientenbehandlungen wurde gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert, gleichzeitig verkürzte sich die Aufenthaltsdauer auf 5,6 Tage im Durchschnitt. Die Klinik erreichte die angestrebte Bettenauslastung von 85%. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Thoraxchirurgie in der stationären Patientenversorgung gestaltete sich im Jahr 2004 erfreulich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege bewiesen einmal mehr ihr fachliches Wissen und Können in den verschiedenen Fachgebieten. Zum 1. Februar 2004 wurde die Abteilung für Epithetik der Klinik für Kiefer- und Gesichtchirurgie angegliedert. Herr Dr. med. dent. Gerolf Gehl, bereits seit mehr als 10 Jahren Leiter der Abteilung im USZ, verfügt über eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Epithetik.
Klinische Tätigkeit
Die Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie erfüllt ihren Dienstleistungsauftrag in der ambulanten und stationären Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Verletzungen, Erkrankungen oder Fehlstellungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich. Die Klinik ist gesamtschweizerisch die einzige, in dieser Struktur bestehende, eigenständige Klinik.
Die Behandlung der stationären Patientinnen und Patienten erfolgt in der «Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie» im USZ. Die ambulante Versorgung findet in der überwiegenden Zahl in der «Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und Kieferchirurgie» in den Räumen des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZZMK) der Universität Zürich statt.
Die Zunahme der stationären Patientenbehandlungen stellten im Jahr 2004 einmal mehr das ärztliche und pflegerische Know how der Klinik unter Beweis. Die Bettenauslastung konnte gesteigert werden und lag bei durchschnittlich 85%. Die Aufenthaltsdauer verkürzte sich auf 5,6 Tage. Dieses Ergebnis wurde unter anderem auch durch eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den USZ-internen Kliniken und den verschiedenen Abteilungen des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZZMK) erreicht.
Die institutionsübergreifende medizinische und administrative Tätigkeit zwischen dem Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZZMK) und dem UniversitätsSpital Zürich (USZ) bildeten auch im Jahr 2004 ein zentrales Thema für den Klinikbetrieb. Der administrative Aufwand verzeichnete gesamthaft eine eher zunehmende als abnehmende Tendenz.
In der Poliklinik konnte das Angebot der Allgemeinen Sprechstundenzeiten ausgebaut werden. Dieses führte zu einem patientenfreundlicheren Dienstleistungsangebot sowie zur Reduktion von Wartezeiten. Weiterhin wurden die Spezialsprechstunden für die Behandlung von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, die craniofazialen Sprechstunden (Fehlbildungen) und die Sprechstunden für Dysgnathien wie in der Vergangenheit wöchentlich abgehalten. In den Spezialsprechstunden wurden mehr Patienten als in den Vorjahren behandelt. Diese positiven Entwicklungen sind einmal mehr dem vorhandenen medizinischen und pflegerischen Knowhow sowie allen anderen in der Klinik und Poliklinik tätigen Professionen zu verdanken.
Die Behandlungsschwerpunkte der Klinik und Poliklinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie:
- Behandlung craniomaxillofazialer Fehlbildungen, einschliesslich Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten
- Traumatologie / Unfallverletzungen des knöchernen und weichteiligen Gesichtsschädels, einschliesslich der vorderen Schädelbasis
- Kieferorthopädische Chirurgie (Dysgnathie)
- Tumorchirurgie des Kopf-Hals-Bereichs
- Plastische und Wiederherstellende Chirurgie des Gesichtes einschliesslich ästhetischer Chirurgie
- Epithetik / Implantologie / präprothetische und präimplantologische Chirurgie
- Kiefergelenkschirurgie
- Laserchirurgie
- Maxillofaziale Prothetik und Epithetik
- Schleimhauterkrankungen / Stomatologie / Orale Pathologie
Forschung
Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses steht die Regeneration von Geweben, die für die Kiefer- und Gesichtschirurgie Bedeutung besitzen. Dazu gehören neben den verschiedenen Weichgeweben vor allem Hartgewebe wie Knochen und Zähne. In den letzten Jahren untersuchten wir:
- Knochenwachstumsfaktoren (BMPs) und entwickelten Trägersysteme für
deren Anwendung.
- Inhibitoren der Knochenbildung, um überschiessende Knochenbildung zu unterdrücken und
- neue Möglichkeiten die Knochenbildung zu fördern. Das Labor etablierte die Herstellung von BMPs (Knochenwachstums-faktoren) und arbeitete vor allem an der Entwicklung neuer Trägermaterialien für diese Proteingruppe. Zur Anwendung kamen Bio-Oss, selbst entwickelte Schaumkugeln aus Polymilchsäure, Fibrinhydrogele und Hydrogele aus Polyethylenglycol (PEG). Die von uns und der Gruppe um Prof. Hubbell entwickelten PEG-Gele sind die ersten vollsynthetischen Gele, die einer natürlichen extrazellulären Matrix entsprechen. Der wissenschaftliche «Impakt» dieser Arbeit wird durch die Veröffentlichung in der Zeitschrift Nature Biotechnology und der Tatsache, dass dieser Artikel 1 Jahr nach Erscheinung bereits 30-mal zitiert wurde unterstrichen.
Zur Behandlung von überschiessender Knochenbildung (heterotopen Ossifikation) konzipierten wir in den letzten Jahren Faltungsvarianten von BMP. Dies ist das erste Beispiel dafür, dass sich allein durch Veränderung der Proteinfaltung neue therapeutisch wirksame Proteine entwickeln lassen. Die Wirkungsweise dieser Faltungsvarianten wurde in mehreren Modellen untersucht und die therapeutischen Möglichkeiten in «in vivo» Modellen für die heterotope Ossifikation nachgewiesen.
Als letzte Innovation ist es unserem Labor gelungen, die erste bioaktive Membran für die gesteuerte Knochenregeneration zu entwickeln, wobei die Bioaktivität auf der Aktivierung autologer BMPs basiert. Hier waren wir in der Lage ein ganz neues Forschungsgebiet zu eröffnen, welches in Zukunft noch weitere verbesserte Therapien der Knochenregeneration und darüber hinaus ermöglichen wird.
Lehre
Den universitären Lehrauftrag nimmt die Klinik in den Studienbereichen der medizinischen und zahnmedizinischen Ausbildung wahr. Die Lehrtätigkeit umfasst das gesamte Gebiet der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Hierzu finden regelmässige Vorlesungen zur Allgemeinen Chirurgie sowie zur Oralen Chirurgie in beiden Studienbereichen statt. Zu weiteren Lehrtätigkeiten der Klinik gehört die Durchführung von Schulungen für die Ausbildung der Dentalassistentinnen, der Dentalhygienikerinnen und der medizinisch-technischen Röntgenassistenten/innen.
Fort- und Weiterbildung
Für die Ärztinnen und Ärzte der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie finden wöchentliche Fortbildungen statt. Das gesamte Personal der Klinik trifft sich monatlich zu einem allgemeinen Staff. Diese Zusammenkunft dient einerseits der Bekanntgabe von Informationen sowie dem Informationsaustausch und wird teilweise für medizinische Fortbildungsveranstaltungen genutzt.
Schwerpunktthemen der Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen waren im vergangenen Jahr Tumorerkrankungen im Mund- Kiefer- und Gesichtsbereich, Orofaciale und faciale Spalten, die Orbita aus der Sicht der Kiefer- und Gesichtschirurgie, Laser in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Fernröntgenanalyse sowie Aspekte der ästhetischen Gesichtschirurgie. Neben diesen Themen gab es im Jahr 2004 zahnmedizinische wöchentliche Fortbildungen an Hand von Präsentationen ausgewählter Beiträge aus der Fachliteratur, wöchentliche Kolloquien am Patienten alternierend mit Painclinic und dermatologisch-stomatologischer Sprechstunde, wöchentliche Fortbildungen am Patienten in Präprothetik und Implantologie, wöchentliche Fortbildungen in Pathologie des Kauapparates im Röntgenbild und wöchentliche Literaturbesprechungen.
Für Vorträge genutzt werden konnte auch das Fort- und Weiterbildungsangebot der Vereinigung ehemaliger Studierender am Zahnärztlichen Institut der Universität Zürich (VESZIZ), sowie die Fortbildungsveranstaltungen der Zürcher Zahnärztegesellschaft (ZGZ) und der Züricher Ärztegesellschaft (AGZ).
Pflegedienst
Die Veränderungen im Pflegedienst gehen mit den Umwälzungen von Ressourcen im USZ und der Gesundheitspolitik im Kanton Zürich einher. Insbesondere der Umgang mit den noch vorhandenen Ressourcen oder mit weniger Ressourcen bei gleichbleibender Pflegequalität. Diesbezüglich nehmen wir dahingehend Einfluss, dass verschiedene Mitarbeitende aktiv an vielen Pflegeprojekten teilnehmen wie z.B. Bezugspflege, FAGE, und andere. Diese Arbeiten ermöglichen es dem Pflegedienst, die Veränderungen aktiv mitzugestalten und sich im USZ zu positionieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu intensivieren, insbesondere bei den Projekten wie Austrittsmanagement der Patienten oder Wundkonzept. Alle diese Arbeiten dienen den Patienten und deren Angehörigen im Sinne einer besseren Pflege- und Behandlungsqualität.
Die Veränderungen in der Schweizerischen Bildungspolitik sind auch im Pflegedienst spürbar. Die Herausforderung aktiv in verschiedenen Projekten die Ausbildungssituation auf den Abteilungen mitzugestalten nehmen wir an. Es ist uns wichtig, auch weiterhin eine interessante Ausbildungsstätte für Lernende und Studierende in der Krankenpflege zu sein. Ein weiterer Schwerpunkt war die Veränderung in den Strukturen des Pflegedienstes im USZ und auf den Kliniken. Mit dem Einsatz von Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten hat sich das Pflegeverständnis für die theoriegeleitete und forschungsgestützte Pflege etabliert.
Personelles
Auf den 1. September 2004 konnte eine Oberarztstelle durch Herrn Dr. Richard Eglmeier besetzt werden.
Der administrative Bereich erfuhr im Jahr 2004 eine hohe personelle Fluktuation, welche teilweise zu Engpässen in der Klinikadministration führte.
Auszeichnungen
Die Venia legende der Universität Zürich erhielten im Jahr 2004 Herr Dr. Franz E. Weber für das Fach Orale Biologie und Herr Dr. Gerold Eyrich für die Kieferchirurgie.
Herr Prof. Dr. Dr. Klaus W. Grätz wurde zum «Honory Member of the Croatian Society for Maxillofazial, Plastic and Reconstructive Head and Neck Surgery» gewählt.
Herr Dr. Gerolf Gehl erhielt den Innovationspreis der IASPE für chirurgische Prothetik und Epithetik. Der Preis honoriert die Studie «Experimentelle Untersuchung zum Verbund von Epithesen-Silikon».
Publikationen
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