|
Institut für Diagnostische Radiologie
 |
 |
Prof. Dr. med. Borut Marincek Institutsdirektor | Der Regierungsrat des Kantons Zürich bewilligte die Beschaffung eines PACS (Picture Archiving and Communication System) für das USZ. PACS ermöglicht eine digitale Archivierung und Bewirtschaftung des radiologischen Bildmaterials. Im Bereich Computertomographie (CT) wurde ein Gerät der neuesten Generation (sog. 64-Zeiler CT) installiert, welches die Bildgebung vor allem in der Herz- und Gefässdiagnostik verbessert. Ein 1.5 Tesla (T) Magnetresonanz (MR)-Gerät wurde auf den neuesten Stand der Mehrkanal-Technik aufgerüstet. Die CT- und MR-Untersuchungszahlen haben zugenommen. Im Durchschnitt erfolgten 30% der diagnostischen Untersuchungen und Interventionen ausserhalb der regulären Arbeitszeit während des Notfalldienstes. Die Leistung in Lehre und Forschung besteht in der Publikation von 34 Originalarbeiten, vier Übersichtsartikeln und zwei Buchkapiteln sowie sechs wissenschaftlichen Auszeichnungen.
Klinische Tätigkeit
Bewilligung eines Picture Archiving and Communication System (PACS) für das USZ Nach intensiver Projekt-Vorarbeit hat am 15. Juni 2004 der Regierungsrat des Kantons Zürich ein PACS für das USZ bewilligt. Dieses ist Teil des gemeinsam mit dem Kantonsspital Winterthur und dem Stadtspital Triemli ausgeführten «Tri-PACS»-Projektes. PACS erlaubt eine Modernisierung von Bewirtschaftung und Archivierung des Bildmaterials durch digitale Speicherung und digitales Abrufen der Daten. Im Vergleich zur konventionellen Filmbasierten Bilddokumentation liegt der Hauptvorteil dieser Technologie in der besseren Verfügbarkeit und zeitgerechten Übermittlung von radiologischen Untersuchungen. Das vorgesehene USZ-PACS geht noch einen Schritt weiter: es werden nicht nur die Bilddaten in das System integriert, sondern auch die Patientendaten aus dem HIS (Hospital Information System) und dem RIS (Radiology Information System). Hauptziel der Realisierung eines PACS ist die Steigerung von Qualität und Effizienz nicht nur in der Radiologie selbst, sondern auch im gesamten Spital und bei den Zuweisern.
Die Vorteile, welche sich aus der Einführung eines PACS USZ ergeben, sind wie folgt:
- Diagnostische Qualitätssteigerung aufgrund Minimierung des Anteils nicht rechtzeitig auffindbarer Voruntersuchungen (heute bis ca. 1/3). Rasche und ständige Verfügbarkeit von Voruntersuchungen, da keine Bindung mehr an Archivöffnungszeiten besteht (Problemfeld: Wochenend- und Nachtbetrieb).
- Wegfall der aufwändigen Bildersuche für Klinik- und Radiologiepersonal, da das PACS einen raschen Zugriff auf Voruntersuchungen ermöglicht.
- Konzentration auf Kernkompetenz der auf Bildersuche verwendete Zeitaufwand des Klinik- und Radiologiepersonals kann effizienter für die eigentlichen medizinischen Aufgaben eingesetzt werden.
- Verringerung der Strahlenbelastung der Patienten durch Wegfall von Wiederholungen aufgrund nicht auffindbarer Voruntersuchungen. Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen im kantonalen Einzugsgebiet durch Bildkommunikation.
- Effizientere Arbeitsabläufe für Ärzte und medizinisches Personal, z.B. durch Wegfall von Patientendateneingaben an der Modalität, Wegfall des umständlichen Filmhandlings, gleichzeitige und örtlich unabhängige Nutzung von Bildmaterial.
- Verbesserung der Datenqualität durch Durchgängigkeit administrativer Patientendaten.
- Einsparungen bei Film- und Archivierungskosten, ausserdem bei Anschaffung und Unterhalt filmbezogener Geräte wie Alternatoren. Geringerer Raumbedarf durch Wegfall der Filmarchivierung.
Die Inbetriebnahme des PACS ist für das zweite Quartal des Jahres 2005 vorgesehen.
Neuerungen in der Computertomographie (CT) Superlative sind mit Vorsicht zu geniessen. Aber Tatsache ist, dass mit der Inbetriebnahme des derzeit weltweit schnellsten Computertomographen (SOMATOM Sensation 64) im August des Berichtsjahrs Schnittbilder mit einer bislang unerreichten hohen Auflösung von 0,4 mm gemacht werden können. Entscheidend für die Bildqualität ist darüber hinaus die enorme Geschwindigkeit des Gerätes. Bei diesem 64-Zeiler CT Gerät rotiert die Gantry (Röntgenröhre und Aufnahmesystem) in einer Sekunde dreimal um den Patienten. So erreicht das System eine zeitliche Auflösung von 83 Millisekunden. Das reicht, um die Bewegungen des schlagenden Herzens einzufrieren. Selbst bei Patienten mit schnellem Puls lassen sich gestochen scharfe dreidimensionale und detaillierte Aufnahmen der Herzkranzgefässe realisieren.

Ganze neun Sekunden dauert die Abbildung des menschlichen Herzens. Damit sind Bilder in einer Qualität möglich, die man bisher nicht für erreichbar gehalten hätte. Durch die Augen des Scanners werden jetzt selbst kleinste Details sichtbar, so dass Früherkennung und Behandlungsoptionen verbessert werden können. Kardio- und CT Angio-Untersuchungen zeigen nun wesentlich mehr kleinere Gefässveränderungen, und dies gilt natürlich auf für Untersuchungen von Hals, Thorax und Abdomen.
Mit einer revolutionären Dosisautomatik, welche die anatomiespezifische vollautomatische Regelung der Strahlenbelastung in Echtzeit ermöglicht, hat das neue Scannersystem auch ein grosses Potenzial für diverse Untersuchungsprotokolle mit niederiger Dosis.
Neuerungen in der Magnetresonanztomographie (MRI) Im Berichtsjahr wurde ein 1.5 T MR-Gerät auf den neuesten Stand der Mehrkanal-Technik gebracht. Diese Aufrüstung verbessert die diagnostische Bildqualität der meisten Untersuchungen, insbesondere von vaskulären Untersuchungen (MR-Angiographien) sowie von Untersuchungen der Bauch- und Beckenorgane. Neu sind auch zeitaufgelöste Darstellungen von Gefässen möglich, was vor allem für die Abbildung von peripheren arteriellen Gefässen nützlich ist. Aufgrund der schnelleren Bildakquisition und- rekonstruktion konnten die durchschnittlichen Untersuchungszeiten pro Patient gesenkt werden.
Leider ging das offene 0.5 T MR-System im Berichtsjahr defekt. Da die Spitalleitung die anstehende Reparatur nicht bewilligte, können gewisse in der Schweiz einmalige Untersuchungen nicht mehr angeboten werden (z.B. dynamische MR-Untersuchungen des Beckenbodens in sitzender Position, dynamische MR- Untersuchungen der Wirbelsäule, etc).

Bedeutung der Aufrüstung von CT und MR Die Aufrüstung im CT- und MR-Bereich ermöglicht es nicht nur hochwertige Schnittbilddiagnostik mit neuester Technologie anzubieten, sondern sie unterstreicht auch die Bedeutung des Universitätsspitals als Standort für modernste Geräte in der Hightech-Medizin. Dies ist umso bedeutungsvoller, als private radiologische Praxen und Institute an Privatspitälern bewusst auf die Investition in modernste Apparaturen zur Steigerung ihrer Attraktivität und Marktvorherrschaft setzen. Ebenso wichtig für das IDR ist die Tatsache, dass nur mit modernsten Geräten die bisherige erfolgreiche Forschungsaktivität weitergeführt werden kann.
Klinische Dienstleistungen
Gegenüber dem Vorjahr ist die Gesamtuntersuchungszahl leicht gesunken (-3%). Allerdings ist die Entwicklung der Untersuchungszahlen in den einzelnen Modalitäten unterschiedlich, was die Bedeutung dieser Gesamtuntersuchungszahl relativiert. Die Abnahme der Gesamtuntersuchungszahl im Vergleich zu den Vorjahren ist vor allem auf eine überproportional starke Abnahme der Untersuchungszahlen in der konventionellen Radiologie zurückzuführen. Dafür ist die Untersuchungszahl in den heute immer wichtiger werdenden Schnittbildmodalitäten CT und MR gestiegen. Die Rückgang der konventionellen Radiologie im Vergleich zur komplexeren Schnittbilddiagnostik ist ein international zu beobachtender Trend. Der Grund dafür ist, dass CT und MR im diagnostischen Abklärungsgang früher eingesetzt werden und sowohl CT als auch MR zum Standard in der Abklärung und in der Verlaufsbeurteilung von verschiedenen Verletzungen und Krankheiten gehören. Weil Schnittbildmethoden bereits als Erstuntersuchung eingesetzt werden, wo vor wenigen Jahren noch konventionelle Röntgenuntersuchungen veranlasst wurden, werden konventionelle Untersuchungen oft überflüssig. An dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass die Leistungssteigerung von CT und MR bei gleichem und teilweise sogar geringerem Personalsbestand als in den letzten Jahren erbracht wurde, obgleich diese Untersuchungen komplexer und damit zeitaufwändiger geworden sind. Da die Betriebsabläufe im letzten Jahr weitgehend optimiert worden sind, ist eine weitere Steigerung der Untersuchungszahlen ohne personelle Aufstockung in den erwähnten Bereichen nicht mehr möglich. Im Durchschnitt erfolgten 30.2% der diagnostischen Untersuchungen und Interventionen ausserhalb der regulären Arbeitszeit während des Notfalldienstes.
Forschung
Die aktive Forschungstätigkeit am IDR mit teilweise drittmittelfinanzierten Vollzeit-Forschungsstellen fand auch dieses Jahr wieder ihren Niederschlag in zahlreichen Publikationen zum Teil in hochrangigsten radiologischen und klinischen Fachzeitschriften. Insgesamt erschienen, verfasst von Mitarbeitern des Instituts, 34 Originalarbeiten und 4 Übersichtsarbeiten in diversen Fachzeitschriften. Zusätzlich wurden 2 von unseren Mitarbeitern verfasste Buchbeiträge publiziert. Weiterhin befinden sich zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Berichts 29 Originalarbeiten, 2 Übersichtsarbeiten und 2 Buchkapitel im Druck. Schliesslich wurden 4 Dissertationen abgeschlossen. Der Link http://www.cest.ch/ (Center for Science and Technology Studies) informiert, dass das IDR bzw. die Universität Zürich im World-Ranking (November 2004) der «Champions League» im Subfield «Radiology, Nuclear Medicine & Imaging (1998-2002)» als erste europäische Institution an 8. Stelle nach denjenigen der USA aufgeführt ist.
Das IDR war im Berichtsjahr an allen wichtigen nationalen und internationalen radiologischen Kongressen mit eigenen Kongressbeiträgen erfolgreich vertreten. Die internationale Beachtung der Forschungs- und Lehrtätigkeit an unserem Institut wiederspiegelt sich auch in den zahlreichen eingeladenen Vorträgen von Institutsmitarbeitern.
Lehre
Ausbildung Alle Lehrveranstaltungen wurden entsprechend dem Vorlesungsverzeichnis gehalten. Seit Jahren stösst das während des Semesters einmal pro Woche stattfindende «Mittags-Teaching für Studenten» auf grosses Interesse. In dieser Veranstaltung werden interaktiv aktuelle radiologische Fälle besprochen. Alle Vorlesungen sind auf unserer Internethomepage abrufbar, was das Lernen für die Studierenden erleichtert.
Weiter- und Fortbildung
Das IDR hat vier Strahlenschutzkurse für ärztliche Sachverständige (Lehrgang A) durchgeführt. Alle Kurse waren ausgebucht und das positive Echo von Seiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigt, dass diese Kurse gut ankommen. Mehrere Gastärzte haben einen Fortbildungsaufenthalt an unserem Institut absolviert.
Kongresse und Symposien
Eine sehr grosse Nachfrage im In- und Ausland erfuhr der von unserem Institut durchgeführte dreitägige Kurs «MR des Abdomens und Beckens» (8.-10.9.2004) sowie der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neuroradiologie durchgeführte zweitägige Kurs «MR Neuroradiologie» (6.-7.9.2004). In diesen zwei Kursen wurde den Radiologinnen und Radiologen eine kompakte, praxisbezogene Übersicht über die Anwendung von MR im Bauchraum und Becken beziehungsweise im Gebiet der Neuroradiologie gegeben. Das Kurskonzept, bestehend aus klassischen Frontalvorträgen und interaktiven Fallbesprechungen, fand eine sehr grosse Resonanz. Im weiteren veranstalteten wir am 22. April 2004 einen Workshop zum Thema "MR Angiographie", welcher ebenfalls guten Anklang bei den zahlreichen Teilnehmern hatte.
Öffentlichkeitsarbeit
Der Internetauftritt unseres Instituts wurde komplett überarbeitet und dem hausinternen Layout angepasst. Besonderen Wert legten wir auf ein umfassendes Informationsangebot für Patienten und Zuweiser.
Personelles
Insgesamt ist die Anzahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Im ärztlichen Personalbereich ist zu vermerken, dass durch Optimierung der Einsatzplanung an den verschiedenen Arbeitsplätzen die maximale Arbeitszeit pro Woche für Assistenzärzte eingehalten werden konnte. Am 1.12.2004 trat Frau Andrea Rytz als leitende Chef MTRA in das Institut ein. Damit konnte die vakante Stelle der MTRA Leitung wieder besetzt werden. Unser Oberarzt, Herr Dr. K. P. Jungius, ist per 1.8.2004 zum Chefarzt am Departement Radiologie des Spitalzentrums Oberwallis in Brig gewählt worden. Drei Assistenzärzte und eine Assisistenzärztin haben erfolgreich die radiologische Weiterbildung mit der Prüfung zum Facharzt Medizinische Radiologie FMH abgeschlossen. Drei Institutsangehörige schlossen ihre Ausbildung zur Fachfrau/Fachmann für Medizinisch Technische Radiologie ab.

Auszeichnungen
An der 91. Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Radiologie (SGR) in Interlaken wurde Frau Dr. A. Lutz, Assistenzärztin, mit dem Jubiläumspreis 2004 ausgezeichnet. Anlässlich desselben Kongresses konnte Herr Dr. J. Willmann, Oberarzt, den SGR-Posterpreis «Magna Cum Laude» entgegennehmen. Prof. Dr. B. Marincek wurde anlässlich des 85. Jahreskongresses der Deutschen Röntgengesellschaft in Wiesbaden zum Ehrenmitglied ernannt. Prof. Dr. B. Marincek wurde von der amerikanischen Society of Computed Body Tomography and Magnetic Resonance (SCBT/MR) zum Fellow ernannt. Prof. Dr. B. Marincek ist bei EURORAD zum Section Editor («Liver, biliary system, pancreas and spleen») ernannt worden. Prof. Dr. Marincek hat anlässlich der 33. Jahresversammlung der Society of Gastrointestinal Radiologists (SGR) in Phoenix (Arizona, USA) die erste ESGAR Lecture (European Society of Gastrointestinal and Abdominal Radiology) gehalten.
Publikationen

 |
 |
 |
 |
 |
 |
Dr. med. Elisabeth Garzoli Leitende Ärztin |
PD Dr. med. Thomas Pfammatter Leitender Arzt |
PD Dr. med. Dominik Weishaupt Leitender Arzt |
 |
 |
|
 |
|
|
 |
PD Dr. Simon Wildermuth Leitender Arzt |
Andrea Rytz Leitende MTRA |
|
Autoren: PD Dr. med. Dominik Weishaupt PD Dr. med. Simon Wildermuth Prof. Dr. med. Borut Marincek
|
|