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Klinik für Nuklearmedizin
Nuklearmedizin - Molekulare Bildgebung
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Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Gustav K. von Schulthess Institutsdirektor | In Berichtsjahr konnte die NUK den zweiten PET-Scanner durch einen PET-CT Scanner modernster Bauart ersetzten. Diese Neuinstallation, welche praktisch ausschliesslich durch Schenkungen und Gelder der Universität finanziert wurde, erlaubt eine hochauflösendere PET-Bildgebung kombiniert mit bester CT-Technologie. Da von den 3400 durchgeführten PET-Untersuchungen 2700 PET-CT Untersuchungen waren (Jahreszuwachs PET 10%, PET-CT 28%), ist die konsequente Anwendung dieser Technik klar vorgezeichnet. Erklärtes Ziel ist, im Rahmen klinisch wissenschaftlicher Studien zu definieren, ob die kombinierte Bildgebung nicht nur in der Tumordiagnostik, sondern auch zur nicht-invasiven Diagnose der koronaren Herzkrankheit herangezogen werden kann. Zum Verkauf von FDG wurde mit der Schering AG ein Distributionsvertrag zum externen Verkauf geschlossen, und die Schering AG wird im Rahmen einer Forschungszusammenarbeit ETH-Uni-USZ auf dem Hönggerberg die Installation eines zweiten Zyklotrons finanzieren, was uns sowohl in der Radiopharmaka-Produktion als auch in der Forschung sehr grosse Flexibilität geben wird. Auch in den Bereichen konventionelle nuklearmedizinische Bildgebung und Schilddrüsenpoliklinik sind die Untersuchungszahlen substantiell angestiegen, so dass die Untersuchungszahlen der NUK insgesamt einen Zuwachs von 11% zeigen. Da unsere Dienstleistungen vorwiegend ambulant sind, resultiert dies bei gleichbleibender Zahl der Angestellten in einer klaren Steigerung der Einnahmen.
Klinische Tätigkeit - Dienstleistungen
Konventionelle Nuklearmedizin Von den wichtigsten Gebieten zeigt nur die Skelettszintigraphie weiterhin leicht rückläufige Frequenzen. Die anderen Bereiche sind stabil (Lungenperfusionsszintigraphie) oder zeigen einen substantiellen Zuwachs in den Untersuchungsfrequenzen (Herz, Sentinel Node Szinti, Nierendiagnostik). Die Änderung der Zahl der andern Szintigraphien dürfte durch statistische Schwankungen verursacht sein. Zunehmend von Interesse ist auch die integrierte SPECT-CT, also die nuklearmedizinische Schnittbilddiagnostik kombiniert mit morphologischer Information. Wir wenden diese seit dem letzten Jahr insbesondere bei der Sentinel Node Szintigraphie konsistent an. Eine Weiterentwicklung ist in diesem Bereich für das Jahr 2005 angedacht.
Schilddrüsen- und Therapiebereich
Die Konsilien in der ambulanten Schilddrüsensprechstunde verzeichneten einen Zuwachs von rund 11%. Wir gehen davon aus, dass die konsistente Kommunikation mit den Hausärzten und eine Optimierung in der Ablauforganisation hier positive Wirkungen zeitigt.
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) Die Nuklearmedizin am USZ ist bei der Anwendung von PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie (PET) - Computertomographie (CT)) weiter an vorderster internationaler Front. Der Anwendungsschwerpunkt ist klar bei der Tumordiagnostik. Das rasche Wachstum im Bereich PET-CT hält an. Dies zeigt sich einerseits in den hauseigenen Untersuchungszahlen: wir haben von 2002 (1630) auf 2003 (2100) und 2004 (2700) eine Untersuchungszunahme im PET/CT von 65% zu verzeichnen. Gleichzeitig sind die «nur»-PET Untersuchungen leicht rückläufig. Konsequenterweise konnten wir daher unseren PET-Scanner durch einen zweiten PET/CT Scanner modernster Bauart ersetzten. Dieser Scanner weist auf der PET-Seite dank einer neuen Detektortechnologie eine höhere räumliche Auflösung bei insgesamt erhaltener oder verbesserter Sensitivität aus, was sich positiv auf die Bildqualität und -Akquisitionszeit auswirkt. Auf der CT-Seite enhält der Scanner einen 16-Zeiler CT, der aber in absehbarer Zeit durch einen 64-Zeiler ersetzt werden soll. Damit hat dieses System sowohl PET- als auch CT-seitig den höchsten denkbaren technischen Standard. Ziel ist es nicht nur, die schon heute anerkannten Leistungen des Verfahrens im Tumorimaging effizienter zu erbringen, sondern auch den Bereich kardiale integrierte Bildgebung wissenschaftlich zu explorieren. Dieser Bereich wird im Frühjahr 2005 voll anlaufen.
Bereich Zyklotron / Radiopharmazie Der Bereich Radiopharmazie, welche Radiotracer für Klinik und Forschung aufbereitet, hat im Jahr 2004 eine wesentliche Neuorientierung erfahren. Verhandlungen mit der Firma Schering AG, Berlin konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Schering übernimmt den Vertrieb unserer radioktiven PET-Tracer, insbesondere des radioaktiv markierten Zuckers (FDG), und beliefert momentan Standorte in Basel, Genf, Lausanne, Aarau und St. Gallen und installiert im Rahmen einer grossangelegten Forschungszusammenarbeit in der ETH-Hönggerberg ein zweites Zyklotron, das der Forschung dienen soll. Alle klinischen Experimente an Probanden und Patienten mit den zu entwickelnden Substanzen müssen schon aus logistischen Gründen am USZ durchgeführt werden, und so ist diese Zusammenarbeit auch für das USZ zukunftsweisend. Klinisch eingesetzt werden neben dem Zuckeranalog FDG auch markiertes Ammoniak und Wasser zur Beurteilung der Herz- und Hirndurchblutung.
Die Nuklearmedizin ist in zwei weiteren Leistungsbereichen als Partner direkt mitbeteiligt: im MR-Zentrum des DMR, in welchem ebenfalls grosse Nachfrage nach Untersuchungen besteht, und der Knochendensitometrie, die von der Rheumaklinik und der NUK im Rahmen des Osteoporosezentrums USZ betrieben wird. Es ist angedacht, dass im MR Zentrum mehr Gewicht auf Herzdiagnostik gelegt werden soll. Ein Konzept, wie der grosse MR-Gerätepark am USZ optimal genutzt werden soll, ist in Vorbereitung und sollte im Jahr 2005 umgesetzt werden können.
Projekte innerhalb der klinischen Tätigkeit Die NUK verfügt seit 2003 über einigermassen zuverlässige Zahlen im Bereich Einnahmen und Kosten. Der Kostendeckungsgrad der Klinik liegt um 100%, also hoch über dem Durchschnitt. Verschiedene Radiotracer werden im Rahmen von klinischen Forschungsprojekten innerhalb der klinischen Tätigkeit eingesetzt: eine markierte Aminosäure (F-18 Aethylthyrosin), F-18 Cholin und Raclopride. F-Aethyltyrosin wird vorwiegend bei Hirntumoren, Raclopride als Marker bei der Parkinsonerkrankung und F-Cholin zur Beurteilung der Tumorausbreitung beim Prostatakarzinom eingesetzt. Letztere Substanz wurde im Jahr 2004 bereits über 100 Mal eingesetzt.
Forschung
Die Forschungsaktivitäten in der Nuklearmedizin konzentrierten sich weiterhin auf PET, PET-CT und MR. Sie reichen von basis-wissenschaftlichen über technische zu klinisch direkt relevanten Projekten. Grundlegende Fragen bei der Anwendung der PET-CT und klinische Studien wurden durchgeführt und abgeschlossen. Unsere Daten zeigen, dass generell beim Tumorstaging PET-CT sensitiver und spezifischer als PET oder PET und CT separat sind. Entsprechend wird die Diagnose präziser und wesentlich unabhängiger vom beurteilenden Arzt.
PET-CT entwickelt sich bei vielen Tumorarten zum wichtigsten bildgebenden Diagnoseverfahren
Hauptthema der klinischen Forschung im Bereich PET-CT wird zunehmend, wie umfassend der CT-Teil einer PET-CT Untersuchung sein muss, denn es ist keineswegs klar, ob bei jeder PET-CT Untersuchung auch eine volle CT-Untersuchung durchgeführt werden muss. Personell sind wir für die Bearbeitung dieser wichtigen klinischen Fragestellung hervorragend besetzt, sind doch im Jahr 2004 zwei Fachärzte für Radiologie zu uns gestossen (Frau Dr. C. Thürl und Dr. K. Strobel), die beide eine Doppelfacharztausbildung anstreben.
Im PET-Zentrum wurden wichtige grundlagenwissenschaftliche Projekte bearbeitet. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Alfred Buck befasst sich in Zusammenarbeit mit vielen internen und externen Forschungsgruppen mit der regionalisierten zerebralen Verarbeitung von assoziativem Lernen, der Schlafforschung, zerebralen Effekten von Psychopharmaka mittels funktionellem PET und MRI und im Tierversuch zunehmend auch mit verschiedenen optischen Bildgebungsverfahren. Eine Stärke dieses integrativen Zugangs ist, dass ein Methodenvergleich möglich ist und die Datenauswertung konsistent mit gleichen Programmen vorgenommen werden kann.
Im Herzbereich werden Methoden und Mechanismen der Herzdurchblutung im PET, aber auch im MR analysiert. Die Arbeiten in diesem Bereich sind interessant, da sie unmittelbare klinische Anwendungen der Forschungsergebnisse versprechen. Dies zeigt sich unter anderem auch darin, dass wir zunehmend Medikamentenforschung in Zusammenarbeit mit der Industrie in diesem Bereich durchführen.
Mit einem sorgfältigen Einsatz unserer Mittel und dank grosszügiger Unterstützung verschiedener Stiftungen ist unsere internationale Position in den bearbeiteten Wissenschaftsgebieten erfreulich.
Die Forschungsarbeiten auf dem radiopharmazeutischen Gebiet werden im Rahmen der Aktivitäten des «Zentrums für radiopharmazeutische Wissenschaft der ETH, PSI und USZ» (Leitung Prof. Dr. P. A. Schubiger ETH) durchgeführt und im entsprechenden Jahresbericht beschrieben. Eine interessante Zusammenarbeit mit der Firma Novartis im Bereich Alzheimer-Erkrankung wurde durchgeführt, und der Ausblick auf eine sehr intensive Zusammenarbeit mit der Firma Schering wurde oben schon erwähnt.
Kooperationen verbinden uns mit vielen internen Partnern, der Uni GenPlanck Institut in Tübingen, wo Dr. Weber, ein hochbegabter junger Forscher für zwei Jahre weilt. Die wichtige Zusammenarbeit mit der Firma GE Health Care im Bereich Entwicklung neuer Bildgebungsverfahren wird auch im Jahr 2005 weiterlaufen; nun mit Schwergewicht integrierte PET-CT und SPECT-CT zur integrierten Darstellung der Koronargefässe und der Myokarddurchblutung.
Lehre
Die NUK ist am Vorlesungszyklus und am Studentenpraktikum Medizinische Radiologie mitbeteiligt, beteiligt sich an einem sehr geschätzten «Repetitorium» mit Besprechung von Fallbeispielen für 6. Jahresstudenten und leitet ein interdisziplinäres Schilddrüsenkolloquium, an welchem Chirurgen, ORL-Chirurgen, Endokrinologen und Internisten mitbeteiligt sind.
Fort- und Weiterbildung
Während des Semesters finden wöchentlich Weiterbildungsstunden für die Mitarbeiter statt. Die NUK bietet jährlich zwei 2˝ Tageskurse in PET und PET-CT an, an welchen im Berichtsjahr insgesamt 35 Teilnehmer aus 9 Nationen teilgenommen haben.
Kongresse und Symposien
Der Klinikdirektor ist einer der zwei Ko-Organisatoren des Internationalen Diagnostikkurs Davos, der im Berichtsjahr zum 36. Mal durchgeführt wurde und im Berichtsjahr fast 1000 Radiologen und andere Mediziner während einer Woche zu Seminaren in Davos vereinigt hat.
Öffentlichkeitsarbeit
Die NUK hat in verschiedenen Fortbildungen für Laien in der Schweiz mitgewirkt. Der Direktor der Klinik hat sich im Berichtsjahr wesentlich in der Diskussion um die zukünftige Rolle des USZ als internationales Spitzenzentrum eingebracht. Dieses Thema wird das USZ in den nächsten Jahren sehr intensiv beschäftigen. Die Nuklearmedizin wird sich hier positiv einzubringen versuchen.
Personelles
Drei Mitarbeiter, Dr. Cyrill Burger, Dr. Gerhard Goerres und Dr. Thomas Hany hielten im Berichtsjahr ihre Antrittsvorlesung
Auszeichnungen
NUK-intern wurde durch anonyme Wahl zum dritten Mal der Mitarbeiter des Jahres erkoren. Diese Auszeichnung erhielt PD Dr. Thomas Hany in Anerkennung seines Engagements für den Klinikbetrieb, vor allem im Bereich PET-CT. Der Klinikdirektor erhielt den «Seroussi» Memorial Award, ein mit 150000 $ dotierter Forschungsbereich für die Leistungen im Bereich PET-CT Diagnostik beim Bronchuskarzinom, in welchem vor allem Prof. Dr. Hans Steinert wesentliche Beiträge zum Erfolg unserer Gruppe leistet.
Publikationen
Eine grosse Anzahl (>25) wissenschaftlicher Arbeiten, vor allem zum Thema PET-CT wurden im Berichtsjahr zur Publikation akzeptiert oder sind in internationalen Fachzeitschriften erschienen, und verschiedene Mitarbeiter der NUK waren zu wissenschaftlichen Vorträgen auf der ganzen Welt eingeladen.
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Eckdaten | |
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Medizinisches Angebot
| Untersuchungen |
total |
12067 |
| Untersuchungszunahme gegenüber 2002 |
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11% |
| davon im PET generell |
3439 |
11% |
| davon im PET-CT |
2700 |
28% |
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| Schilddrüsenszinti |
2050 |
11% |
| Konventionelle NUK |
3153 |
11% |
| Nuklearkardiologie |
1306 |
50% |
Forschungsschwerpunkte
- PET: klin. Anwendung von PET-CT
- PET: Tumordiagnostik
- PET: Infektdiagnostik
- fPET und fMRI bei kognitiven Fragestellungen
- PET: F-Aethyltyrosin
- PET: F-Cholin
- PET: Endothelfunktion im Bild
- SPECT: Anwendung von SPECT/CT
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